Wechselbad Schwarmfang - Königin zweimal gefunden und trotzdem schiefgelaufen...

  • Hallo,


    jetzt war es endlich auch bei mir soweit: Anruf, dass in meiner Gegend ein Schwarm in einem Baum hängen würde, ob ich den bergen könne. Klar, Sachen zusammengesucht und auf den Weg gemacht. War gegen 11:00 Uhr da. Schwarm in ca. 6 m Höhe in einer Rosskastanie, wohl schon seit gestern, in einer Mehrfachgabelung zwischen dicken Ästen. Die Hausverwalterin hatte zum Glück eine dreistufige Leiter für mich. Also hochgeklettert, Bienen ausgiebig mit Wasser besprüht.


    Traube in den Eimer schütteln ging nicht wegen der dicken Gabelungen. Deshalb kleinere Teile davon mit dem Bienenbesen in den Eimer gefegt, runtergetragen, in Drahtpapierkorb geschüttet, wieder rauf. Als vielleicht die Hälfte im Drahtpapierkorb war, fielen mir ein paar Bienen am Boden auf. Genauer hingeschaut: tatsächlich, eine mit längerem, spitzen, sehr dunklem Hinterleib, eindeutig die Königin. :) Majestät genommen und auch in den Papierkorb gegeben. Eine Platte auf dem Korb, aber so, dass noch eine Öffnung blieb und das ganze auf eine Mülltonne unter dem Baum gestellt. Dann abwarten, ob die Bienen merken wo ihre Königin ist. Sie merkten es recht bald, die Resttraube im Baum löste sich auf, alles versammelte sich am Papierkorb auf der Tonne. Bis dahin seit Ankunft vielleicht eineinhalb Stunden gedauert.


    Ich fuhr nachhause, um eine Beute zu holen, denn ich wusste nicht, wie ich die Bienen, die innen und außen am Papierkorb saßen sonst am besten hätte transportieren können. Ich beeilte mich nicht allzusehr, weil ich dachte es sei besser, die Bienen einlaufen zu lassen, wenn es schon etwas später wäre. Sie sollten sich erstmal beruhigen.
    Um 16:00 Uhr kam ich mit der Beute zurück - und musste erfahren, dass die Bienen gerade 15 min vorher den Papierkorb wieder verlassen hatten und in der Luft waren. :mad::-(


    Der Hinterhof schwirrte, auf der Kastanie saßen ein paar, aber noch verteilt, und an einer alten angewitterten Ziegelmauer in 8 m Höhe waren Bienen an einem Schlitz zu sehen. Ich dachte, alles sei verloren. Stellte die Beute an die Stelle des Papierkorbes auf der Mülltonne, vielleicht würden ja Scoutbienen diese Superwohnung noch bemerken. Guckte mir nochmal alles genau an, auch den Erdboden, und siehe da - Königin schon wieder gefunden! :-D
    Genommen, an den Eingang der Beute gehalten, sie lief sofort rein. Es hätte noch alles gut werden können. Es setzten sich immer mehr Bienen wieder auf die Tonne und die Beute, nach nicht allzulanger Zeit war der größte Teil des Luftraumes wieder frei, alles an der Beute oder an der gegenüberliegen Mauer (der Schlitz in 8 m Höhe). Doch dann lief alles mächtig schief. :-( Ich hatte einen normalen offenen Gitterboden, und die meisten Bienen versuchten wohl, an der Unterseite reinzukommen. Auch auf der Rückseite hing eine Riesentraube. Irgendwann nam ich die Beute von der Mülltonne, weil deren Deckel keine ebene Fläche bot, und stellt die Beute auf einen Gartentisch. Leider ließ es sich nicht mehr korrigieren. Irgendwann sah es so aus: Riesentraube an der Beutenrückseite, ein breiter Bienenfladen auf dem Erdboden, zog sich einen halben Meter am Tischbein hoch, eine mittlere Traube hing an der Vorderseite des Tisches, und der Drahtpapierkorb, den ich unter den Tisch gestellt hatte, war auch wieder dick mit Bienen bedeckt. Und am Schlitz in der Ziegelwand war auch noch Verkehr zu sehen.


    Ein Vereinsmitglied, bei dem ich telefonischen Rat erbat meinte, ich könne heute nichts mehr machen, vielleicht würden die Bienen den Weg ja noch finden, ich sollte morgen nachsehen. Ich ging wieder nachhause und bereitete eine weitere Beute vor, außerdem einen geschlossenen Boden. Gegen 21:00 Uhr war ich zum drittenmal bei den Bienen. Die meisten Trauben hatten sich aufgelöst, aber statt alle entweder in die Beute zu ziehen, oder aber sich unter dem Tisch aufzuketten hatten sie den ungünstigsten Platz von allen gesucht: den Erdboden. Alle Bienen hatten sich dem Fladen auf dem Erdboden um das Tischbein herum angeschlossen. Auch die Beute war wieder komplett leer! :-(


    Es fielen ein paar Regentropfen, ich wusste nichts besseres als die Beute auf den Boden neben den Bienenfladen zu stellen. Sie merkten es auch recht bald, der Fladen verschob sich etwas in Richtung Beute, ich dachte alles würde doch noch gut werden, aber statt in die Beute zu ziehen zogen sie nur 10 cm an der Vorderwand hoch, so dass der Eingangsschlitz von Bienen verdeckt war, hielten dann aber an. Es war inzwischen dunkel, der Regen hatte zum Glück nicht ernst gemacht, aber der Bienenfladen bewegte sich nicht weiter. Auch nach einer Stunde waren zwar ein paar tanzende Bienen im Fladen auszumachen, aber keine gerichtete Massenbewegung. Ich musste alles so zurücklassen.


    Was ist da bloß schiefgelaufen? Ok, der offene Gitterboden, noch dazu auf einer unebenen Fläche war ein Riesenanfängerfehler. Das wird mir nicht nochmal passieren. Aber warum sind die Bienen aus der Beute wieder ausgezogen, obwohl die Königin schon drin war?
    Und warum haben sie sich abends als Fladen auf dem Fußboden verteilt, statt sich unter den Tisch oder in den Papierkorb zu hängen?
    Und warum hatte es die Königin beim ersten Mal geschafft, in 6 m Höhe in der Kastanie zu landen, aber nach dem Auffliegen des Schwarmes aus dem Papierkorb nur 2 m weit auf den Erdboden?
    Kann die Königin die kühle Nacht auf dem Erdboden überstehen?
    Wird der Schwarm sich morgen noch retten könne, bevor sie verhungern?


    Außerdem frage ich mich natürlich auch, ob das Muttervolk vielleicht hinter dem Schlitz in der Ziegelwand sitzt...


    Grüße,
    Robert

  • Das Leben ist ein Abenteuer... :wink:


    Hallo Robert,


    besorg Dir morgen früh eine bienenfreie Brutwabe, auf der auch offene Brut ist.
    Stell Deine Zarge an den "Fladen" und die Brutwabe lehne an den Eingang, mit Kontakt zum "Fladen".


    Mit etwas Glück wandern sie auf die Wabe und Du kannst Sie dann in die Zarge hängen.
    Gib auch etwas Futterteig in die Zarge.


    Kannst den Fladen aber auch feucht machen (Zuckerwasser), vorsichtig aufkehren und in die Beute schütten.
    Ich würde aber ersteres bevorzugen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  •  
    Hallo Robert .
    Offene Brutwabe mit jüngster Brut mittig in Zarge hängen .Zarge mit Mittelwänden auffüllen und schräg über Fladen stellen.
    2 kleinere Steine oder Aststückchen unter zwei Ecken legen so das der Restfladen einziehen kann .
    Kein Futterteig oder Zuckerwasser zum Einsatz bringen ! ! !
    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Nein, so würde ich es nicht machen.
    Zarge über Fladen stellen heißt: Es sammelt sich wieder der Schwarm unter der Zarge!
    Nur an den Schwarm dranstellen!
    Dann natürlich kein Zuckerwasser verwenden.


    Nur wenn man sie aufkehren will: Zuckerwasser über den Fladen, weil sie so verkleben und keine auffliegen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moje Hardy,


    wenn Du eine Leerzarge und eine Wabe mit jüngster Brut nimmst und diese dann mit Hilfe von Steinen oder Stöckchen als Abstandshalter, über den Fladen stellst, dann könnten die Bienen sich doch an der Wabe hochziehen.
    Anschließend dann auf einen Boden setzen. Würde das nicht funzen? Habe das selber noch nicht probiert.


    Gruß Ralf

  • Ich war heute gegen 08:30 Uhr kurz dort: Situation unverändert. Der Bienenfladen liegt vor der Beute und zieht sich auch die Zargenfront hoch, geht aber nicht rein. Heftige Schwänzeltänze im Fladen. Der Fladendurchmesser ist deutlich größer als Beutenstandfläche, um die Zarge über den Fladen zu stellen müsste ich erst Auflageflächen freischaufeln, das ging gestern beim Umsetzen auf den Tisch schon nicht gut (einige Bienen zerquetscht). Brutwabe ist nicht ganz so einfach, müsste erst eine von den Waben aus meinem Zandervolk in einen Dadantrahmen montieren, außerdem habe ich heute vormittag einen anderen Termin. Es geht also erst heute mittag weiter.
    Ich habe den Eindruck, dass schon Bienen verhungern. Sind ja nun seit vorgestern unterwegs und waren seitdem mehrfach in der Luft. Wirklich kein Futter geben?


    Ich vermute ja, dass die Königin nicht mehr fit ist, vielleicht sogar tot, deshalb gestern abend nicht wieder in die Beute gekrabbelt, und ohne Königin will der Rest wohl auch nicht wieder rein, bzw. vielleicht bleibt er um die Königin herum draußen. Gestern abend im Taschenlampenlicht meinte ich sie nochmal kurz etwa 20 cm vor dem Eingang gesehen zu haben, verlor sie aber gleich wieder aus den Augen und habe sie seitdem nicht mehr entdeckt.


    Zweite Zarge mit Rähmchen steht an der gegenüberliegenden Seite des Schwarmfladens, aber ohne Kontakt (vielleicht 20 cm entfernt). Hatte sie für den Fall mitgebracht, dass die erste Beute falsch riecht o.ä.


    Grüße,
    Robert

  • Ich habe gestern meinen Schwarm gefangen, aber die Königin war dabei offenbar ins tiefe Gras gefallen und dort geblieben. Die Bienen zogen in die Beute ein, wurden aber bald sehr unruhig. Ein Teil kreiste über einer Stelle im Gras, wo sich eine kleine Bienentraube befand. Ich stellte die Beute mit dem Flugloch direkt an diese kleine Traube und sofort strebten die Bienen aus der Beute zu der kleinen Traube. Ich entfernte daraufhin den Boden, schüttete die darin reichlich versammelten Bienen von oben in die Beute (damit oben möglichst viele Bienen sterzeln), stellte die unten offene Beute direkt über die kleine Traube und wartete ca. 1h. Dann nahm ich die Beute hoch, an der Unterseite hing jetzt eine Traube, nur wenige Bienen waren noch im Gras. Ich setzte die Beute wieder auf den (hohen) Boden, aber ohne Bausperre wegen der Traube. Jetzt zogen die im Gras verbliebenen Bienen durch das Flugloch ein, die Unruhe war weg.
    Gruß Ralph

  • Heute nachmittag gegen 14:00 Uhr: ein großer Teil des Bienenfladens ist doch wieder in die Beute gezogen, der Anteil außen und auf der Frontseite wurde langsam weniger, um 15:00 Uhr hatte er sich weiter halbiert. Gerade jetzt (16:30 Uhr) geht hier ein kräftiger Regenschauer runter, ich hoffe dass sich die Bienen, die noch außen warteten inzwischen auch nach innen begeben haben. Ich kann nicht direkt nachsehen, bin über zwei Kilometer entfernt.


    Wann kann ich jetzt was mit dem frisch eingezogenen Schwarm machen:
    - ich würde die Beute gerne zumindest vom Fußboden aufheben und auf einen Tisch stellen. Ginge das heute abend bzw. morgen früh, oder wäre das eine Störung, die die jetzt nicht gebrauchen können?
    - ab wann könnte ich die Beute mit den Bienen abtransportieren? Ich muss dazu sagen, dass die Rähmchen nur Anfangsstreifen tragen...


    Was ist, wenn die Königin in der vergangenen Nacht auf unter 20 °C abgekühlt ist (sehr wahrscheinlich sogar unter 15°C, denn der Bienenfladen war zu flach als dass sie ein warmes Zentrum hätten halten können), kann sie trotzdem noch befruchtete Eier legen?


    Einige Bienen scheinen einen orangefarbenen Farbstoff zu tragen, ein Pulver (?), am besten an den Flügelansätzen zu sehen. Irgendwelche bekannten Experimente im Norden Berlins?


    In der Ziegelwand fliegen Bienen in zwei mind. 2 m voneinander entferne Schlitze. Da scheint es tatsächlich ein oder zwei verwilderte Völker zu geben. Leider noch niemanden gefunden, der mich in die unbewohnte Etage dahinter lassen könnte.


    Grüße,
    Robert

  • ...Würde das nicht funzen? Habe das selber noch nicht probiert.


    Keine Ahnung, hab`s auch noch nie gemacht.
    Kenne auch nur von Bildern den Fang mit der Brutwabe.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Im Norden Berlins? Wenn die Königin blau gezeichnet ist, dann kann es sein, daß ich sie kenne ;-)))) Allerdings waren meine beiden "Flüchtlinge" natürlich alle gezeichnet, fit wie ein Turnschuh und überhaupt sehr nette Bienen...


    Also mein Tipp für den Fall daß Du mal wieder ne Königin in der Schwarmtraube findest - käfige die Königin! In einem Fangclip z.B. und mit ein paar Arbeiterinnen zusammen. Das ist schon mal die halbe Miete. Dann hebt nämlich auch nichts mehr ab!
    Ein Schwarm auf dem Boden ist ein Hinweis daß die Königin nicht fit ist. Ich stelle eine Zarge ohne Boden immer direkt über die Traube; ggf. auf ein paar niedrigen Hölzern, so daß nichts gequetscht wird. Eine offene Brutwabe ist natürlich spitze und wenn man die gekäfigte Königin dann noch etwas über die Traube auf die Wabe pinnt dann ist da auch bald der Schwarm.


    Viel Erfolg!


    Melanie
    <seufz> und ich frage mich immer wo die Meldungen aus dem Norden bleiben...heute auch nur wieder aus dem Süden Berlins Schwärme bekommen und alle weitergegeben <doppelseufz>.

  • Hi Melanie,


    Königin war nicht gezeichnet. Und hatte einen fast schwarzen Hinterleib, also schon etwas älter. Im ersten Anlauf hat die Königin es ja offenbar in die Baumkrone geschafft, ich hoffe, dass ich sie nicht beschädigt habe beim Versuch die Bienen aus der Astgabel zu bekommen, so dass sie danach nur noch am Boden war.


    Wenn du wieder Meldung aus dem Süden bekommst - ich wäre auch bereit im Süden Schwärme zu fangen. Ich weiß ja noch nicht, ob dieser Schwarm es nun schafft sich in meiner Beute zu etablieren (ob die Königin noch legen kann). Und mein Nachbar und Imkerfreund wartet auch sehnsüchtig auf seinen ersten Schwarm.


    Ob ich die Beute morgen vom Boden auf einen Tisch ca. 10 m entfernt stellen kann?
    Und wie lange sollte ich warten, bis ich sie weiter weg transportieren kann? Für den Transport müsste ich wahrscheinlich die Rähmchen in der Beute festschrauben (den Tip hat mir erst heute jemand gegeben, sonst hätte ich es vorher getan). Nicht dass die mir wieder ausziehen, wenn ich jetzt die Beute öffne um die Rähmchen zu befestigen.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo, Robert,
    wenn der Schwarm richtig eingezogen ist, dann kannst Du sie sofort mitnehmen. Da mußt Du nichts versetzen oder warten. Nur drinnen müssen sie alle sein. Die ziehen eigentlich auch nicht wieder aus - sie werden nur am Deckel hängen also Obacht beim öffnen. Wenn Du ihnen eine bestiftete Wabe gibst dann zieht da nichts mehr aus!


    Grüße
    Melanie