jetzt Futterwaben Vorrat anlegen?

  • Hauptproblem bei bebrüteten Futterwaben ist nicht so sehr das Futter - die Wachsmotte ist der nervende Faktor. Es wäre durchaus kein Problem anfallende Futter/Honigwaben im Herbst als Futter wieder aufzusetzen und Winterfutter auftragen zu lassen. Bis dahin halten bebrütete Waben ohne Wachsmottenprophylaxe jedoch nicht stand. Deshalb müssen die entweder mit Energie oder Chemie geschützt gelagert werden oder sie kommen in die Ableger. Da sie da die untere Zarge oder Rand oben bilden, kann es sein, daß man die selbe Futterwabe im nächsten Frühjahr auch wieder in den Lagerraum trägt, weil sie nicht gebraucht wurde.


    Ich habe also eher das Problem, Futterwaben wegzubringen und in die Völker zu "entsorgen" als daß ich sie benötigte. Ableger sind mit den im Sommer ohnehin freien Futterzargen auch problemlos flüssig zu versorgen. Werden sie jedoch überfüttert ... na dann bleiben demnächst schon wieder Futterbretter - womöglich noch halboffen - über.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Dann wären also Ableger ein guter Ort um Futterwaben zu lagern? Da die Waben gedeckelt sind, gingen die Bienen nur dran, wenn sie sie auch brauchen, ansonsten sorgen sie für Ordnung: kein Schimmel, keine Motten.


    Mir haben sie ja den unteren Brutraum ziemlich zugepollt und zugehonigt. Wäre es eine gute Idee, diese Waben im Ableger zu parken. Obwohl, wenn sie gedeckelt sind, können sie doch auch im Volk bleiben, sofern die dann noch genug Platz zum Stiften haben?


    Was meint Ihr?
    Fragt Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Moin Wulle,

    ich hatte gelesen und im Kurs erfahren, dass die Bienen gerne eine nicht durch Oberträger und Leisten unterbrochene Brutfläche hätten, eigentlich brauchen, Naturbau und möglichst ohne Draht, dass deswegen der 1,5er Brutraum optimal wäre und eine Sünde aus Bequemlichkeit des Imkers und wider den Bien, in einfachen Zargen zu imkern, da sie das dann nicht haben können. Wenn sie unten genug Platz hätten, bräuchte man auch kein Absperrgitter. Also habe ich keines.



    Ein klarer Beweis, dass dieser Kursleiter wenig Ahnung vom tatsächlichen Verhalten der Bienen hat! Ein Brutnest im Naturbau ohne Draht und ohne Unterbrechung durch Rähmchenleisten ist sicherlich das, was am nächsten am ursprünglichen, Naturgegebenen Bienenleben dran ist. Alles übrige ist eine reine Vermutung, zum teil auch ganz einfach falsch. Woher weiß der Kursveranstalter, wi sich Bienen ihren Brutraum wünschen? Warum gibt es wohl Absperrgitter, auch bei den Dadant-Imkern, die große Brutwaben haben? Sicher nicht, weil Bienen normalerweise da nicht drübergehen!

    Den Nektar unten haben sie erst eingetragen, als oben schon gestiftet wurde, was ich zwar nicht gesehen hatte, aber aus verdeckelter Brut zurückrechnen kann.



    Was willst Du da zurückrechnen? Waren die Waben unten leer als Du die Flachzarge aufgesetzt hast? Bei Tracht ist eigentlich immer Nektar in einem Teil der Zellen im Brutraum. Die Bienen nutzen leere Zellen im Brutraum als Zwischenlager und für den kurzfristigen Bedarf. Sonst müssten sie ja bei jedem Regentag den Honig aus dem Honigraum holen.


    Echte Sorgen habe ich deswegen nicht, es ging mir hauptsächlich um den Hinweis, dass Grundsätze, die Besitzverhältnisse am Honig betreffend, manchmal eine gewisse Weitherzigkeit brauchen...



    Für diese Weitherzigkeit braucht man keinen ungeteilten Brutraum. Bei mir ist die Regel ganz einfach:
    Was unter dem Absperrgitter ist, gehört den Bienen, was drüber ist überwiegend mir. Überwiegend deshalb, weil ich angetragene Waben aus dem Honigraum oft auch nicht entnehme sondern in der Beute lasse.


    Ich kann ja dann später die flache Brutzarge ganz nach unten stellen, da wird sie dann wohl auslaufen, und dann kann sie für meinen Eigenbedarf immer noch Honigraum werden.


    Davon würde ich abraten. Eine Untergestellte Zarge dient als "Fußabstreifer" für alle Bienen, die den Stock betreten oder verlassen wollen. Wenn Du aus den Waben obwohl sie bebrütet sind Honig ernten willst, dann lass sie wie sie sind, lege ein Absperrgitter ein und sorge dafür, dass die Königin und Drohnen darunter bleiben. Die Zellen werden dann nach dem Auslaufen schnell mit Honig gefüllt. Bei Tracht gibt es da fast eine Garantie. Du kannst es auch so machen wie mein früherer Imkerpate: Der hat keine Absperrgitter verwendet und zum Schleudern halt immer nur die Waben entnommen, die Brutfrei waren. die Brutwaben hat er ganz an den Rand der Zargen gehängt, weil das Brutnest normalerweise nicht bis ganz außen ausgedehnt wird. Der Nachteil bei dieser Methode ist halt, dass man öfter schleudern muss.



    Immerhin aber sehe ich nun zu meiner Freude, dass der Umstand mit dem 1,5er Brutraum - solche Zargen hat mein Händler nicht vorrätig und muss sie bestellen, die im Winter bestellten sind noch nicht geliefert und vielleicht kriege ich Anfang dieser Woche welche - den Bienen offenbar gar nicht sooo wichtig wäre... Nu ja, bei bisher einem Napf hat es ja auch noch Zeit, und ich muss nur die Ruhe behalten.

    Gruß Clas



    Wenn die im Winter bestellten Zargen immer noch nicht lieferbar sind, würde ich mir einen anderen Lieferanten suchen. dass es nicht sooo wichtig ist, ist eigentlich naheliegend, immerhin imkern tausende Imker seit vielen Jahren erfolgreich ohne 1,5er Bruträume.

  • Hallo clas,


    also, dass Du Deinen Bienen das Lesen noch nicht beigebracht hast, erweist sich als schwerer Fehler.... ;-)
    Aber es stimmt schon, manchmal machen sie halt, was sie wollen.


    Aufs Absperrgitter würde ich nicht verzichten. Was mich an DNM 1,5 stört: Im Prinzip bin ich dann wieder bei Hinterbehandler- Größe angelangt, wovon *alle* mittlerweile sagen, diese Beuten seien zu klein.
    Vielleicht hats doch was mit den durchschnittlichen Trachtverhältnissen zu tun... und den hiesigen Bienen, dass diese Brutraumgröße gut passt.


    Allerdings nervt mich mittlerweile auch an zwei Bruträumen, dass die doppelte Anzahl Waben zu kontrollieren ist und die Kontrolle des unteren Raumes sowieso erschwert ist.


    Ich weiss noch nicht, was ich mache. Am besten weiter Erfahrung sammeln. Leider gibt es bei uns kaum Imker mit Magazinen im Verein, die welche haben, halten sich zurück, kommt doch oftmals die Spitze, Magazinimkerei sei was für faule Imker...


    Aber eigentlich sind wir damit weg von der Eingangsfrage, im Prinzip hat Henry recht, dass irgendwie oft *von selbst*
    ein Futterwabenüberschuss entsteht, evtl. sogar zweijährige. Ich habe aktuell das Problem, dass mir doch so einige, luftdicht aufbewahrt, regelrecht zerfließen. Wird echte Sauerei im SoWachsschmelzer. Jedenfalls werde ich mich hüten, jetzt Honigwaben als Futter zu entnehmen, um irgendwann vielleicht irgendwas damit zu machen. Im Zweifel wird man sie wohl wegschmeissen... und dafür wären sie mir doch zu schade. Ich habe keine Ahnung, wieso der Imkerpate dazu geraten hat.


    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Miteinander,
    Futterwaben lässt man im Herbst beim Einfüttern machen - nebenbei.
    Es gibt immer das ein oder andere Volk, das ausscheiden soll, sich als Futtermacher aber noch gut eignet.
    Auf das Mehr an Futter kommt es dann nicht an.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Wulle,


    danke für Deine ausführlichen Zeilen. Natürlich ist es naheliegend, dass man auch in einfachen Zargen imkern kann. Es ist aber auch naheliegend, dass jemand, der von der 1,5er Zarge überzeugt ist, das dennoch für falsch erklärt. Weiter ist naheliegend, dass ein Anfänger wie ich erstmal mit einem Set übernommener und vielleicht auch nicht immer ganz korrekt erinnerter Lehrsätze in das Sammeln eigener Erfahrungen einsteigt. Dann kann es sein, dass die dann, wie in meinem Fall irgendwie wieder fraglich werden vor dem real existierenden Bien...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Wulle,


    reinpassen tun 11, ich habe 10 drin und ein Schied, weil ich beim Durchgucken gerne etwas Platz zum schieben habe und es bei 11 Waben Rollbienen gäbe, wenn ich die langen Rähmchen da aus der recht engen Kiste raus ziehe. Rollbienen aber sind selber mürrisch und verbreiten unfriedliche Gerüche. Das macht die Arbeit nicht angenehmer. Das Schied kann ich ziehen, ohne Bienen zu bedrängen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Wulle,


    reinpassen tun 11, ich habe 10 drin und ein Schied, weil ich beim Durchgucken gerne etwas Platz zum schieben habe und es bei 11 Waben Rollbienen gäbe, wenn ich die langen Rähmchen da aus der recht engen Kiste raus ziehe. Rollbienen aber sind selber mürrisch und verbreiten unfriedliche Gerüche. Das macht die Arbeit nicht angenehmer. Das Schied kann ich ziehen, ohne Bienen zu bedrängen.


    Gruß Clas


    Da ist die Sorge vom Erzgebirgler, dass der Brutraum zu klein sein könnte meines Erachtens vollkommen unbegründet. 10 oder gar 11 1,5 DN Waben bieten mehr Fläche als eine Königin bestiften kann. Du brauchst nur immer genug Honigraum, für einen größeren Futterkranz wird es nämlich im Brutraum recht knapp.

  • Bisher habe ich auch immer mit zwei BR geimkert.
    Das ich aber die Einraum Methode doch sehr interessant finde und es zumindest mal bei einem oder zwei Völkern versuchen will, hätte ich noch die ein oder andere Frage.


    Reicht denn auch ein BR mit 9 zander?


    Ich denke mal die Pollenbretter muss ich dann regelmäßig entnehmen. Doch was mache ich damit?
    Bzw. wann gebe ich wieviele davon wieder zurück?

  • Futterwaben lässt man im Herbst beim Einfüttern machen - nebenbei.

    Bei uns gibt es keine Tracht und weiter kühles, windiges und nasses Wetter in der Vorhersage. Das Futter geht zur Neige zum Teil sind nur 1 bis 1,5 Kilo übrig. Um mögliche, spätere Tracht nicht mit Futter zu vermischen würde ich gerne nicht alle Völker füttern, sondern nur regelmäßig die Randwaben (Zander) tauschen um die Versorgung sicher zu stellen. Mir kam nun der Gedanke, in einem Volk mit kräftiger Flüssigfütterung diese Waben für andere Völker >> im Mai << zu erzeugen. Habt ihr Erfahrung ob das klappt uns sinnvoll ist? Was bedeutet das für den Futterproduzenten wohl im weiteren Jahresverlauf ...

  • wBienen, das kannst Du so machen, es schadet dem Futterproduzenten nicht, er wird ordentlich Brut machen und damit den Verschleiß ausgleichen. Futterteig auf allen Völkern ist n.E. besser, da dies die Völker zur Brut anregt ohne dass sie viel Futter einzulagern, welches den Honig verfälscht. VG Jörg