Tag der offenen Tür oder was anderes zum Informieren?

  • Hallo,
    gibt es hier Imker, die aus Herscheid (Umgebung Lüdenscheid, Plettenberg, Meinerzhagen usw.) kommen?
    Ich möchte gern mehr über Imkerei wissen, gern auch mal einem Imker bei der Arbeit zusehen. Hat im Sauerland vielleicht ein Imker mal einen Tag der offenen Tür? Ich habe in Lüdenscheid einen Lehrbienenstand gesehen, leider war der immer zu, wenn ich dort mal vorbeigekommen bin.
     
    Wie zeitaufwändig sind Bienenvölker? Bei einem Pferdepensionsstall bei Meinerzhagen wo das Pferd meiner Freundin steht, lebte ein freundlicher Imker, der aber vor einigen Jahren leider verstorben ist. Der war soweit ich gesehen hab sehr oft, sozusagen täglich bei seinen Völkern.
     
    Sind Bienen jeden Tag auf ihren Imker angewiesen oder kann ein Imker auch mal zwei Wochen Urlaub machen?
     
    Noch schöne Ostern wünscht
     
    der Rochen

  • Für einen Anfänger ist es vor allem wichtig, erst ein paar Bücher zu lesen und nach Möglichkeit einen Kurs zu belegen. Zu diesem Zeitpunkt hat man noch keine Bienen. Wichtig ist es auch, einem erfahrenen Imker über die Schulter zu schauen, um die elementaren Arbeitsschritte zu lernen.
    Wenn man dann schließlich Bienen hat, ist es wichtig, Bienen zu beobachten, um zu lernen, wann sie sich warum wie verhalten. Das ist auch wichtig in Bezug darauf, dass man eigene gemachte Fehler schnell erkennt. Dann wird man als Anfänger immer Fehler machen, die man anschließend eventuell korrigieren muss. Insgesamt geht gerade beim Anfang für alles sehr viel Zeit drauf. Bienenhaltung ist aber ein Hobby und für Hobbies muss man Zeit haben. Wenn man Bienen nur als Mittel zur Honiggewinnung halten möchte, dann sollte man es lassen; man wird nicht erfolgreich sein.
    Die zusammengefasste Antwort: Im ersten Jahr sollte man sich voll den Bienen widmen und keine Urlaubsfahrt innerhalb der Bienensaison planen. Man sollte nach Möglichkeit täglich die Bienen besuchen. Erst wenn man die Imkerei beherrscht, kann man da lockerer werden. Ob man für eine gewisse Zeit wegfahren kann, merkt man dann selbst.
    Gruß Ralph

  • Vielen Dank für die Antwort Ralph!
    Ich werde diese Woche einen Bekannten aufsuchen, der ist Demeterlandwirt und hat auch Bienen. Vielleicht darf ich da mal bei der Arbeit zusehen.
    Mir geht es überhaupt nicht um den Honig (den ich aber sehr sehr gern esse), den kauf ich bei besagtem Demeterbauern oder auf den Hofläden in unserer Gegend.
    Die Frage mag seltsam klingen, aber gibt es Imker, die den Bienen den Honig lassen, sozusagen nur Bienen nur halten oder so?

  • Für einen Anfänger ist es vor allem wichtig, erst ein paar Bücher zu lesen und nach Möglichkeit einen Kurs zu belegen. Zu diesem Zeitpunkt hat man noch keine Bienen. Wichtig ist es auch, einem erfahrenen Imker über die Schulter zu schauen, um die elementaren Arbeitsschritte zu lernen.
    Wenn man dann schließlich Bienen hat, ist es wichtig, Bienen zu beobachten, um zu lernen, wann sie sich warum wie verhalten. Das ist auch wichtig in Bezug darauf, dass man eigene gemachte Fehler schnell erkennt. Dann wird man als Anfänger immer Fehler machen, die man anschließend eventuell korrigieren muss. Insgesamt geht gerade beim Anfang für alles sehr viel Zeit drauf. Bienenhaltung ist aber ein Hobby und für Hobbies muss man Zeit haben. Wenn man Bienen nur als Mittel zur Honiggewinnung halten möchte, dann sollte man es lassen; man wird nicht erfolgreich sein.
    Die zusammengefasste Antwort: Im ersten Jahr sollte man sich voll den Bienen widmen und keine Urlaubsfahrt innerhalb der Bienensaison planen. Man sollte nach Möglichkeit täglich die Bienen besuchen. Erst wenn man die Imkerei beherrscht, kann man da lockerer werden. Ob man für eine gewisse Zeit wegfahren kann, merkt man dann selbst.
    Gruß Ralph


     
    Hallo,


    also ich das ein wenig anders. Ich bin wie die Jungfrau zum Kinde zu den Bienen gekommen.
    Hab erst ein Volk samt Paten und dann noch 2 weitere geschenkt bekommen. Bienen fand ich aber schon immer interessant.
    Ich hab dann umgehend einen Imkerkurs für Anfänger besucht und mit dem Lesen angefangen. Mein Prinzip ist "Learning by doing", ein guter Imkerpate und viele Kontakte zu anderen Imkern (über den Verein), die auch sehr gern weiterhelfen. Im Letzten Jahr waren wir im September für 2 Wochen verreist. Das war auch kein Problem, da die Völker vorher mit AS behandelt wurden und aufgefüttert waren. Außerdem stehen alle Völker 25 km vom Wohnort entfernt, also können wir auch nicht jeden Tag hin zum Gucken! Außerdem hab ich Familie mit kleineren Kindern, die auch bekümmert werden wollen. ;)
    Ich versuche immer vorausschauend zu imkern. Heißt, rechtzeitig Raum geben, rechtzeitig Honigräume aufsetzen, und momentan wöchentliche Schwarmkontrolle. Und bei Anruf Schwärme fangen. Nicht unsere, aber wir liegen wohl in einer Schwarmflugschneise.
    Also ran an die Bienen! So schlimm ist das nicht!
    Ach ja, die Warré Imker verzichten weitgehend auf Eingriffe am Volk und ernten nur überschüssigen Honig. Aber da solltest Du Dich an selbige wenden, weil die besser bescheid wissen! Gibt es einige im Forum!


    Viele Grüße
    Katrin

  • Die Frage mag seltsam klingen, aber gibt es Imker, die den Bienen den Honig lassen, sozusagen nur Bienen nur halten oder so?


    Unsere modernen Bienen sind domestiziert. Sie sammeln auf teufelkommraus Honig, viel mehr als sie brauchen. Wenn man den Bienen den Honig lässt, können sie ihn nicht verbrauchen (hängt natürlich von der verfügbaren Tracht ab). Bei Magazinen kann man bei guter Trachtlage mehr als 50kg pro Volk ernten. Das Volk braucht aber nur 20kg-25kg für den Winter. Wenn man keinen Honig entnimmt, heizt man das Schwarmgeschehen an. So schön man Schwärme auch finden kann - in vielen Fällen verenden sie frei bauend an einem Ast oder besetzen ungeeignete Höhlungen wie z.B. Dachkästen. Ist das bienenfreundlich? Wenn man dagegen alle Schwärme fängt, hat man bald ein Unterbringungsproblem.
    Bienen nur halten oder so, was heißt das? Wenn das heißt: Wir tun die Bienen in einen Kasten, lassen sie machen und freuen uns dran - das ist falsche Romantik. Bienen müssen betreut werden, sonst sterben sie an der Varroa. Sie müssen auch auf andere Krankheiten wie z.B. Faulbrut überwacht werden.
    Also ich rate dir: Nimm den Honig raus. Wenn es deine Betriebsweise zulässt, kannst du ja anstelle der Einfütterung von der letzten Tracht einen ausreichenden Teil des Honigs drin lassen.
    Gruß Ralph

  • Mich würde hier interessieren was z.B. mit Rapshonig wird, den man wieder einfüttert/drinn lässt - der wird doch in den Waben knochenhart. Bekommen die Bienen den im Winter da wieder raus?
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Moin Olli,


    ich denke mal, dass der Sortenhonig, wenn man ihn das ganze Jahr auf der Kiste lässt, mit den anderen Sorten vermischt wird. Wenn das Rapsfeld nicht unmittelbar am Bienenstand steht, hat man eh schon Mischhonig, welcher nicht so knochenhart auskristallisiert.


    Bernhard hat erzählt, dass er bei seiner Warré den Honig erst beim ersten Frost entnimmt, da dann alle unten auf der Brut die Wintertraube bilden, und den Bienen den Rest für den Winter lässt. Bei Mehrzargern ja auch kein Ding. Ich hab mal die Frühtracht auf DNM einfach in den Keller gestellt und im September wieder auf die Kisten gewuchtet, ging auch super. Wie das mit Dadant am besten gehen soll, darüber zerbreche ich mir immer noch den Kopf. Der Drohn hat mal in der Fischermühle den Versuch unternommen, wie viel Honig beim Einfüttern "verbraucht" wird; ca ein drittel geht verloren. Also max. 30 kg einfüttern und mit max. 20 kg in den Winter gehen.


    Grüße!
    Arnd