Warre - Keine Bautätigkeit, aber schwärmen!

  • Hallo an alle Warre-Imker, wer hat eine Idee?


    habe meine vier Völker alle gut über den Winter gebracht. Vor drei Wochen um eine oder zwei leere Zargen (drunter gestellt) erweitert. Die Völker entwickeln sich prächtig. Nur bauen sie nicht. Sie hängen teilweise in der dritten Zarge von oben bis auf die Oberträger der vierten Zarge. Der Apfel fängt bei uns gerade an zu blühen. Gestern völlig überraschend der erste Schwarm, obwohl, wie gesagt, zwei leere Zargen unter den beiden Überwinterungszargen stehen. Am Platz kann es also nicht liegen. Ich habe bisher keine Anfangsstreifen verwendet. Muss ja wohl auch nicht sein, wenn man keinen Wert auf gerade Waben legt. Sollte das doch der Grund sein, dass sie nicht bauen? War auch letztes Jahr schon so. Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?


    Beste Grüße aus dem südlichen Thüringen

    Beste Grüße von der Werrabiene. :Biene:

  • Hallo Werrabiene
    ich hatte die letzten zwei Jahre ähnliche Probleme.
    Versuch mal wenn die Bienen die zweite Zarge gut 3/4 füllen, eine Zarge unterzusetzen und zusätzlich eine Zarge oben aufzusetzen. Wichtig ist bei dieser aufgesetzten Zarge aber zwei leere ausgebaute Waben in die Mitte zu hängen, damit die Bienen daran nach oben steigen und auch von oben das Bauen anfangen können. Sie fangen sonst gerne von unten nach oben an zu bauen. Solche Waben kann man nur schwer ohne Gematsche ernten. Genauso wichtig ist auch ein kleiner Spalt vorne oder hinten an dieser Zarge. Am besten klemmst du ein kleines Hölzchen von ca. 0,5 cm Dicke rein. Du brauchst diesen Spalt, damit Du beim Ernten Rauch zwischen die Zargen blasen kannst und so die Bienen aus dem Zwichenraum vertreiben kannst. Nur so kannst Du ohne ohne Gemetzel mit eine Draht die Zargen voneinander trennen.
    Diese Methode stammt jedoch nicht von mir, sondern aus dem Buch von Gilles Denis "La ruche Warre".
    Viel Erfolg und grüsse aus dem schönen Allgäu

  • Sollte das doch der Grund sein, dass sie nicht bauen? War auch letztes Jahr schon so. Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?


    Beste Grüße aus dem südlichen Thüringen


    Sie bauen nicht, weil sie in Schwarmstimmung sind/bzw waren.



    Rechtzeitiges erweitern bedeutet noch lange nicht, dass sie nicht schwärmen.
    Meine Christbienen haben bis jetzt jedes Jahr( trotz Erweiterung) einen Vorschwarm und 2 Nachschwärme abgegeben.....deshalb habe ich ja die Christbeute. Um Schwärme zu ernten und nicht um sie zu verhindern.....in Fachkreisen wird dies als wesensgemäße Imkerei bezeichnet....z.Zt total trendy .....:wink:



    Das Gleiche gilt für Warré, oder etwa nicht?:cool:





    "Imker" (besonders Anfänger) die keine Schwärme mögen , sollten sich mit der Magazinbetriebsweise anfreunden....:wink:


    Herzliche Grüße
    Regina, die einen "Böse-Smily" bei einem "Warréaner" überhaupt nicht versteht...

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

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  • Ich habe dieses Jahr auch unten und dann nach 2 Wochen oben erweitert. Unten wird ganz langsam gebaut, oben ganz schnell. So habe ich oben schon noch einmal erweitert (z.Zeit auf 5 Zargen). Der erste Schwarm ging vor zwei Tagen. Ich konnte ihn einfangen, er ist bei einem Neuimker eingezogen. Diesem Volk habe ich dann die 5. Zarge wieder abgenommen.
    Ich mache jetzt Beebee sitting, damit mir die Schwärme nicht entwischen.
    Ein schönes Osterfest Euch allen!
    Ulla

  • Hallo,


    oben erweitern ist nun so gar nicht das, was Warré gesagt und getan hat, warum macht ihr das also als Modifizieung?
    Weil sie die Zargen besser annehmen?
    Damit wären wir wieder beim Thema des Baustopp nach der ersten Zarge. Der Übergang in die nächste soll oft sehr zögerlich und zäh-langsam sein.


    Das Brutnest soll lt. Warré jedoch nach unten wandern, die Honigkappe sich oben vergrößern, die es dann nach unten drückt.(Wenn die Immen nur immer die Literatur zur Hand hätten)
    Geschlossene Honigkappe plus

    Zitat

    die Völker entwickeln sich prächtig

    sind natürlich beste Voraussetzungen zur natürlichen Vermehrung. Da sollte man bei einem Kandidaten, der nicht baut und fett ist, mit einem Schwarm rechnen. Das sehe ich auch so wie Regina.
    Will man das nicht, steht einem als Warréaner noch der Ableger/Flugling zur Verfügung oder das Abtrommeln bzw. die Methode Heronique, wenn man auf Erntrag aus ist.


    Mich würde interessieren, wie die aufgesetzten Zargen dann ausschauen. Die sind doch sicherlich genutzt wie ein Honigraum, denn darunter müssen ja bereits Vorräte gewesen sein, das ist also fast so, wie bei einem Maganzin den zweiten Honigraum aufzusetzen und wieder zu ernten, oder? Geht die Königin da überhaupt noch stiften hin?
    Unten bauen sie dann parallel auch weiter oder tun sie das erst, wenn oben fertig ist?
    (Das weiß man aber nur, wenn man nachschaut bzw kippt oder Fenster hat in der Warré)


    Viele Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • "Imker" (besonders Anfänger) die keine Schwärme mögen , sollten sich mit der Magazinbetriebsweise anfreunden....:wink:...

    Du hast durchaus Recht. Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, das es mal soweit kommen würde:wink:


    Wer besonders nah an der Natur der Bienen imkern will, kann dann auch mit ihr rechnen. (...und erzähle bitte keiner er ist zu den Bienen oder der Warre gekommen wie zum Kinde:roll::lol:)



    @all:
    Wenn Schwärme nicht frei ziehen können/sollen, beobachte regelmässig Flugloch und unterste Wabenkante.


    Wer ganz undogmatisch Sortenhonig ernten will, setzt wie Klaus und Ulla es beschrieben haben auf oder bei Christbeute (Warre-Flachzarge:p) und Tracht sogar Zargen dazwischen.


    Verschiedene Bienenherkünfte können am eigenen Stand zu ihrer Warre- und Imkertauglichkeit verglichen werden. Die besonders Geeigneten werden vermehrt.


    Gute Nacht Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

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  • Ich glaube, die Bienen wollen den Honig oben einlagern. Wenn ich nur unten vergrössere, dann geht es nicht schnell genug. Sie bauen, wenn Tracht da ist. Heuer nun ist hier alles zusammen passiert: die Brutzeit, das Obst, der Raps. Da müssten die Bienen unten bauen, dann warten, bis oben die Brut geschlüpft ist, um den Honig nun dort einzulagern. Da kommt alles ins Stocken und es herrscht wirklich Platzmangel.
    Ich hoffe so, weniger Schwärme zu haben. Einen Schwarm möchte ich schon haben, aber letztes Jahr waren es 1 Vorschwarm und 3 Nachschwärme vom gleichen Volk!
    Im 2. Teil des Sommers ziehen sie dann wieder nach unten und man kann die oberen Zargen ernten. Mal sehen wie es wird.


    Herzlich,
    Ulla

  • Liebe Ulla

    Heuer nun ist hier alles zusammen passiert: die Brutzeit, das Obst, der Raps.


    Kommt nicht fast jedes Jahr "alles zusammen"??
    Wenn viel Tracht, dann viel Brut??:wink:



    Zitat

    Ich hoffe so, weniger Schwärme zu haben.


    Warum??



    Eine persönliche Frage habe ich an Dich....
    Warum hälst Du Bienen in der Warrébeute??


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Das ist der Dank für meine Bemühungen: unbegründeter und dummer Spott und Hohn. Dabei hat sich der Warrébienenstock mittlerweile etablieren können und eine ganze Menge Menschen imkern erfolgreich mit Warré. Der Warrébienenstock hat sich nur etablieren können, genau weil er funktioniert.


    Meine erste Anleitung habe ich als "kleine Anleitung" bezeichnet, weil mir durchaus bewußt war und immer noch ist, daß die Anleitung nicht perfekt ist. Eben von einem Anfänger für Anfänger geschrieben. Es sollte kein Manifest eines Imkerpapstes werden, sondern eine Anregung zum alternativen Imkern. Frisch und frei meine Gedanken von der Leber geschrieben.


    Diese Anleitung ist weder vollständig, perfekt, noch durchgängig logisch. Sie bedarf einer grundlegenden Überarbeitung. Ich beantworte täglich bis zu fünf E-Mails und durchschnittlich einen Anruf pro Tag zur Warré-Imkerei. in der Hauptsache sind es Anfänger, aber ich bekomme auch Anrufe von Imkern, die jetzt schon seit einigen Jahren mit dem Warréstock arbeiten und mir dafür danken, Ihnen wenigstens Beistand geleistet zu haben in der ersten Zeit. Auf Entfernung die Lage richtig einzuschätzen ist eben schwer. Natürlich muss auch die kleine Anleitung überarbeitet werden - aber och habe schlihtweg keine Zeit dafür übrig. Und wer Hilfe benötigte, hat sie von uns anderen Warreanern immer erhalten.


    Das Warréforum ist genau aus dem Grunde entstanden, daß manche Schreiber hier nicht unterlassen können, obwohl selbst keine Erfahrung mit Warré, diese Art der Imkerei und deren Beteiligte ins Lächerliche zu ziehen.


    Mit der kleinen Anleitung, mit der großartigen Übersetzung durch Mandy ins Deutsche des Originalbuches von Warré und der Hilfe des Warréforums, ist den Anfängern heute eine gute Hilfe gegeben. Der Rest muss und kann auch selbst erlernt werden.


    Daher weise ich deinen Spruch, lieber Thomas, als nicht besonders geistreich zurück.


    Frohe Ostern.


    Bernhard

  • Ich werde daher hier nur noch wenige Fragen zu Warré beantworten.


    Nur so viel: Durch rechtzeitige magazinweise Teilung eines Volkes in Schwarmstimmung lassen sich Schwärme vorwegnehmen. In der Regel reicht ein einmaliges Teilen. In schwarmreichen Jahren und starken Völkern eben zwei Teilungen.


    Wer mit Schwärmen arbeiten will, der kann das in Warré genauso wie derjenige, der Schwärme verhindern will. Ist eben eine Magazinbetriebsweise wie jede andere auch.


    Bernhard

  • Moin Moin,


    ach Bernhard, da solltest Du doch drüberstehen, sei nicht "knatschig".


    Es gibt auch andere "Anleitungen" und Betriebsweisenbeschreibungen, die funktionieren alle nicht nach Schema F.


    Es ist eben so, dass viel Anfänger die Warré wählen, da kommt es auch zu vielen Problemen und Verständisschwierigkeiten, Erfahrungslücken und mangelnden Imkerpaten vor Ort.
    Gerade denen sollte man aber


    auch hier im forum


    behilflich sein.


    Ruhig weg, die Zwischeneinwürfe ignorierend.


    Regina fragt lediglich und nicht unberechtigt nach, warum gerade die Warrébeute gewählt wurde.
    Die Beweggründe zu seiner Betriebsweise sollte sich jeder Anfänger klar vor Augen führen und was er mit der Bienenhaltung will,
    wieviel er machen möchte und warum, das wird oft aber erst nach einer Weile klar, wenn die Bienen da sind und je nachdem, wie es läuft.


    Wenn`s nicht mher paßt, muß man was ändern. Das geht weder gegen die Warré, noch gegen ein anderes System zu Beginn.


    So sehe ich das.


    Schöne Ostertage!


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

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  • Ja, ich habe Warré Beuten, weil ich einfach und naturbewusst Bienen halten möchte. Das kann man sicherlich mit jeder Beute. Ich finde meinen Weg, es gefällt mir und den Bienen scheinbar auch. Ich möchte die Völker so wenig wie möglich stören, deshalb ziehe ich das Schwärmen lassen vor. Ich möchte nur nicht so viele Nachschwärme, wenn möglich.
    Ich finde es ein starkes Erlebnis, einen Schwarm einzufangen und zusehen zu können, wie sich das neue Volk entwickelt.
    Die Bienen leben in unserem Garten wie die vielen Vögel, Igel, Sträuche, Blumen und anderen Insekten auch, es ist lebendig, auch etwas wild. Unter wild verstehe ich natürlich, ohne dass man zuviel kontrollieren will.
    Ich finde meinen Weg, ich weiss noch nicht genau, wie er sich entwickelt. Das Bauchgefühl ist ein wichtiger Teil beim Weitergehen.
    Liebe Grüsse,
    Ulla

  • Hallo,
    Regina fragt sich, warum jemand Warre-Betriebsweise macht, aber die vielen Schwärme nicht haben will. Ich habe nichts gegen Schwärme, möchte aber unteranderem auch ohne künstliche Fütterung auskommen. Das hat bisher aber nur bei ganz wenigen Schwärmen geklappt, die ein besonders glückliches Timing hatten. Alle anderen, besonders die Nachschwärme, wären alle verhungert. Ich glaube Molle schrieb, dass man seine Bienen auf Warretauglichkeit selektieren sollte. Dem kann ich nur zustimmen, denn von einer angepassten und ohne Imker überlebensfähigen Biene erwarte ich dieses "glücklich richtige Timing". Die anderen möchte ich also durch geeignete Maßnahmen an der übermäßigen Vermehrung hindern und eben als Dank für meine Mühen eine Portion Honig ernten.
    Frohe Ostern
    Klaus