Wie weit lohnt es sich zu wandern?

  • Hallo zusammen,


    durch einen Beitrag von "Schilling" angeregt, wollte ich mal die Frage in die Runde stellen, wie weit Ihr bereit seit, zu fahren, um einen Außen- oder Wanderstand zu kriegen.


    Im oben erwähnten Beitrag wurde ein Radius von 150 Km angegeben, was mich schon sehr erstaunt hat. In einem Video hab ich gesehen, das ein anderer Imker seine Ableger auf eine Autofahrt mitnahm, die 45 Minuten dauerte.
    Wie betreut man so einen Stand? (Schwärme, HR und andere Kontrollen)?


    Sowas kann doch nicht mehr rentabel sein, oder?


    Ich hab heuer einen neuen Außenstand in 10 Km Entfernung angenommen und da hab ich schon überlegt, ob ich mir das antun soll.


    Bin halt ein bequemer Mensch.:-D


    Das jetzt nicht irgend jemand meine Frage persönlich nimmt, es interessiert mich einfach.

  • Es gibt Berufs-und Nebenerwerbsimker für die das anwandern verschiedener Trachten normal ist.
    Da stehen dann elektr. Waagen und natürlich gibt es dort eine vernetztes System von Helfern.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Günter,


    mein Außenstand letztes Jahr, in meinem ersten Bienenjahr, stand in 5 km Entfernung auf unserer Wiese, auf der auch immer unsere Pferde stehen. Da wir sowieso öfter nach den Pferden sehen, ist es dann auch kein Problem dort an den Völkern zu sein.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • ... wollte ich mal die Frage in die Runde stellen, wie weit Ihr bereit seit, zu fahren, um einen Außen- oder Wanderstand zu kriegen. ... Wie betreut man so einen Stand? ... Sowas kann doch nicht mehr rentabel sein, oder? ...


     
    Hallo Günther,


    ich habe einen Außenstand, der ca. 5 km von meinem Haus/Hauptstand weg ist, damit ich Bienen und Schwärme umsetzten bzw. trennen kann und wo keine Gefahr des zurückfliegens besteht.


    Ferner habe ich bei Verwandten in ca. 150 km Entfernung im Frühjahr schon mal Bienen stehen, um 2 x die Tracht mitzunehmen. Die Bienen betreue ich in den 4-6 Wochen nicht. Jedoch haben die Verwanden von weitem einem Blick auf die Bienen, sodaß Diebstahl oder Vandalismus nicht möglich ist. Lohnen tut sich das nicht. Da ich aber eh mal zu Besuch dort hin muß, kann man das mit den Bienen verbinden.


    Dann gibt es Frührentner, die mit Ihren Bienen hobbymäßig deutschlandweit unterwegs sind und die produktive Zeit der Bienen maximal ausweiten. Muß man mögen. Ich reise lieber ohne Bienen.


    Wie weit man lohnend wandert, kommt auf die Völkermenge an. Soweit ich weiß gibt es in Amerika Berufsimker, die mit LKW über 1.000 km von Tracht zu Tracht oder die Bestäubungsorten wandern. Muß also etwas bei rumkommen.


    Grüße

  • Soweit, wie der Honig zur Bezahlung aller Rechnungen reicht.................:roll:

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Als Schmerzgrenze sehe ich so 20-30 Minuten Fahrt an (von Auto aufschliessen bis am Stand ankommen, einfache Fahrt).
    Wie Friedrich und Guenter67 auch schreiben, wenn man die Kontrollfahrt mit einer ohnehin anstehenden Fahrt (Pferdewiese) oder Verwandtenbesuch kombinieren kann, wäre ich auch zur doppelt so langen Fahrt bereit.


    Meine Schwiegereltern wohnen 200km weit entfernt, dort werde ich keine Bienen aufstellen und jede Woche kontrollieren, auch wenn ich dort mehrere Standplätze angeboten bekäme. Am Wochenende noch mal 5 Stunden Autofahrt zu den 2,5 Stunden täglich in der Woche... NEEE!
    (Ein Besuchswochenende ist immer anstrengend genug)

  • Als Schmerzgrenze sehe ich so 20-30 Minuten Fahrt an (von Auto aufschliessen bis am Stand ankommen, einfache Fahrt).

    Grundsätzlich muss man schon berechnen was wirtschaftlich sinnvoll ist. Wegen eines "billigen" Honigs wie Raps 200km zu wandern ist nur sehr selten sinnvoll. Für Sortenhonige wie Kastanie, Akazie, Heide, Tanne oder Kornblume kann es sich schon lohnen.
    Da wird auch nicht wöchentlich kontrolliert! Du stellst die Völker hin und holst sie mit Honig wieder ab. Da muss das System Biene-Beute-Imker halt passen. Irgendwelche Tricks gehen da nicht! Kollegen sind jetzt schon aus Mittelfranken in den Rheingraben in die Kirschblüte gewandert. Ergebnis letztes Jahr, fitte Völker und das Winterfutter ist schon bezahlt!


    LGR

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Wenn ein wirtschaftlich interessanter Honig bei rum kommt, dann lohnt sich das schon etwas weiter zu fahren.
    Einer Bestäubungsprämie braucht man auch nicht zwanghaft aus dem Weg zu gehen....
    Ich wandere dieses Jahr mit nur 5 Völkern 140 km in die Gebirgsblüte. Jedoch bin ich sowieso öfter mal dort und es ist auf einem Familiengrundstück.
    Mai nach dem Bilden von Ablegern und dem Raps geht es los und spätestens im August hole ich die Mädels wieder heim. Ich rechne da schon auch ein wenig mit..... Muß aber auch nur alle 4 Wochen nach den Völkern sehen, abgesehen von der Linde vor Ort, die reichlich vorhanden ist und mit den Wurzeln im Seewasser steht.


    Grüße


    Stephan