Aufgelöstes Volk macht Stunk...

  • Ich habe am 5.4. ein hoffnungslos weiselloses Volk in reichlich Entfernung von meinem Stand (so 100 m hinter einer Buschreihe) abgefegt und den alten Standplatz beräumt. Heute am späten Nachmittag, also rund 5 Tage später fiel mir auf daß an dem Volk neben diesem alten Standplatz reichlich Bienen außen an der Beute hingen...ganz verstreut, wie mit einem Pfefferstreuer verteilt quer über die Zargen. Außerdem türmten sich vor dem Flugloch tote und kämpfende Bienen...habe sowas noch nie erlebt, vor allem nicht so spät nach einer Auflösung. Die Inspektion des Abfegeplatzes ergab daß dort auch tatsächlich eine kleine, kompakte Bienentraube hing; offenbar waren dort schon so viele Afterweiseln aktiv daß diese weiterhin für Volkszusammengehörigkeit sorgten.


    Das ist natürlich Käse; so vereinigt sich da womöglich nicht viel, sondern die meisten Bienen sterben den sinnlosen Heldentod; von der Gefährdung der Stockmutter des Nachbarvolkes mal abgesehen (glaube zwar nicht daß die Afterweiseln dorthin fliegen aber wenn massig fremde Bienen in ein Volk strömen, kann das doch zu Problemen führen, nehme ich an...).


    Nun kann man die Afterweiseln ja schwer erkennen (geht aber wirklich schwer); was kann man den nun tun um die Volkszusammengehörigkeit zu stören? Hat da jemand ev. ein paar Ideen und Konzepte damit das das nächste Mal besser klappt?


    Danke!


    Melanie

  • Hallo Melanie


    ich könnte mir vorstellen das du etwas vergessen hast.
    Hast du den Bienen die Möglichkeit gegeben, sich richtig voll Honig zu saugen. Wer nimmt schon gern Hungerleider auf, wenn das Futter sowieso schon dringend für die Jungbrut gebraucht wird. Ich denke Bienen mit voller Honigblase wären willkommen gewesen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo, Reinhard,
    nee, die habe ich vorher tüchtig eingeräuchert. Meine Vermutung ist, daß die ganzen Drohnenmütterchen einfach noch für zuviel "Volksgefühl" sorgen...vor allem über eine lange Zeit, ist ja nun schon Tage her!
    Womöglich auch einfach zu alte Bienen; das Volk hatte vermutlich keine Brut mehr in diesem Jahr...


    Melanie


  •  
    Hallo Melanie , Bis Du sicher das die Bienen keine Königin hatten ? ( Kompakte Bienentraube im Gebüsch) Bienen sollen ins Gras gekehrt werden und nicht bei Gebüschen wo sie sich dann mehrere Tage zur Traube aufhängen . Es gibt Völker die sehr spät mit dem Brüten anfangen .Doch Königin ? Sie wollten vieleicht mit der doch vorhandenen Königin Heute ins Volk eindringen . Afterweiseln sind Eier legende Bienen .Hast Du Eier in dem Volk gefunden ? Womöglich mehrere Eier in einer Zelle ? Hast Du Drohnenzellen gefunden ? Wenn nicht waren keine Afterweiseln dabei ! ! !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Ich glaube, Melanies Gedanken gehen da schon in die richtige Richtung.
    Da ist noch zu viele "Wir sind das Volk"- Bienen unterwegs.
    Sind ja fast alles noch Altbienen vom letzten Jahr.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Melanie,
    ich kenne das so, dass drohnenbrütige Völker erst noch an einen anderen Standort gebracht werden müssen, sich dort einige Tage neu einfliegen. Erst dann fege ich ab. Die Drohnenmütterchen sind mit eierlegen beschäftigt und als "Königin" hat man es auch nicht nötig, Außenarbeit zu verrichten. Ich kann mir vorstellen, dass bei dir vielleicht auch Drohnenmütterchen versuchen, ins Volk zu kommen, daher die Kämpfe und vielleicht auch die strikte Abwehr für alle fremden Bienen. Dürfte auch tatsächlich risikoreicher für deine weiselrichtige Königin sein. Wenn das Volk jedoch stark genug ist, schaffen sie das sicherlich. Ist nur schade, um die vielen Toten.
    Katrin

  • Hallo Melanie,


    wir haben auch ein drohenbrütiges Volk, definitv.
    Mein Mann hat auch "versucht" sie aufzulösen. Etwa 100 m vom Standort entfernt ins Gras geschlagen. Abends hingen sie als Traube am alten Standort. Mein Mann hat sie wieder in die Beute reingelassen, weil sie ihm so leid taten.
    Die Bienen fliegen jetzt nicht mehr und sind auch vorher schon nicht geflogen. Lungern in der Beute herum und werden jede Woche weniger.
    Ein erfahrener Imker gab uns nun den Tipp noch ein wenig zu warten. Solang bis sie noch weniger sind, den Kasten zu verstellen und dann erst auszuschlagen..... ich hatte mir das auch irgendwie leichter vorgestellt. :-(


    Viele Grüße
    Katrin

  • @ Josef,
    also eine Königin kann ich weiterhin ausschließen. Bester Beleg dafür: Ich habe gestern die kleine Traube, die sich aus den auf dem Boden abgefegten Bienen an einem kurzen Kastaniensproß gebildet hatte, einfach abgeschnitten und noch mal 100 m weiter gebracht und dort wieder auf den Boden abgefegt. Heute nun fand ich sowohl dort als auch auf dem ersten Standort auf dem Boden wieder einen Haufen Bienen vor - die Bienen sammeln sich also an beiden Stellen zu kleinen Trauben in niedriger Höhe was zeigt das an beiden Orten Drohnenmütterchen sitzen.


    Daheim geht das Stechen leider weiter; echt unschön...ich nehme weiterhin an daß diese Bienen einfach zu alt sind nach einem vermutlich weitgehend weisellosen Winter...da muß ich mir nächstes Mal etwas besseres einfallen lassen!


    Melanie

  • ... aus der Reserve


    Edit:
    ...man kann sogar einem "Opfervolk" eine Königin nehmen, und dieses Volk kann sich eine neue nachschaffen. Allerdings muss es dazu schon etwas wärmer sein, so wie das bei uns dieses Jahr schon im April der Fall war. Die Begattung sollte klappen, das Opfervolk kann man dann z.B. im Mai/Juni für die Zucht entweiseln und dann zu Ableger verwursten.
    ... nur so ne Idee.

  • Hallo Arnd,


    bei Dir liest sich das ein wenig nach okulter Metzgerei.....erst opfern dann verwursten. :wink: :-D


    Bei uns fängt es leider gerade erst an warm zu werden.


    Ich würds mich aber so und so nicht trauen. Was ist denn, wenn im Opfervolk, aus welchen Gründen auch immer, die neue Weisel auf sich warten lässt? Außerdem dauert es ja auch wieder an die 4 Wochen bis überhaupt eine begattete Königin da ist.
    Also für mich wären es zuviele Risiken und ich würde lieber Auflösen oder (ein nicht Drohnenbrütiges Volk) Vereinigen. Aber ich bin ja auch von Natur aus eher vorsichtig. :wink:
     
    Und wie ist das denn wenn schon Drohnenmütterchen drin sind? Können die wirklich überhaupt nicht mehr fliegen oder nur schlechter?
    In so einem schlauen Buch über Bienen steht auch drin, das Völker, die weniger als 8 Waben besetzen aufgelöst werden sollten. Allerdings steht da nichts über die Rähmchengröße. :confused:


    Grübelnde Grüße
    Katrin