Gesündere Bienenvölker brauchen Zusammenarbeit von Imkern und Landwirten

  • Happach-Kasan: Gesündere Bienenvölker brauchen Zusammenarbeit von Imkern und Landwirten


    Berlin, 08.04.2011. Zu den Ergebnissen des Berichterstattergesprächs zur Bienengesundheit im Deutschen Bundestag mit Vertretern von Imkerverbänden und der Bieneninstitute erklärt die Sprecherin für Landwirtschaft der FDP-Bundestagsfraktion, Christel HAPPACH-KASAN:


    Nur wenn die Varroamilbe fachgerecht und effektiv bekämpft wird, können die Winterverluste verringert werden. Der Befall mit der Varroamilbe ist eine Eintrittspforte für Sekundärinfektionen mit spezifischen Viren. Das Deutsche Bienen-Monitoring (DEBIMO) zeigt, dass dies der Hauptgrund für Winterverluste ist. Der Deutsche Imkerbund und die Wissenschaftler der Bieneninstitute fordern zu Recht, dass 85 prozentige Ameisensäure als Mittel zur Bekämpfung der Milben zugelassen wird. Außerdem müssen insbesondere unerfahrene Imker stärker unterstützt und über die Anwendung von Mitteln gegen die Varroamilbe informiert werden. Die Schulungsmaßnahmen für Imker auf Verbandsebene sollten gestärkt werden, so wird der Schutz aller Völker verbessert. Die im Schnitt um ein Drittel geringeren Völkerverluste bei den Imkern des Monitoring-Programms zeigen, dass eine fachgerechte Bekämpfung der Varroamilbe große Erfolgsaussichten hat.


    Die Imker und Landwirte vor Ort müssen an einem gemeinsamen Miteinander arbeiten, damit Schädigungen der Bienenvölker vermieden werden können. In Niedersachsen gibt es beispielsweise im Kartoffelanbau gelungene Beispiele für ein gewinnbringendes Miteinander. So kann auch der Nahrungsmangel, der unseren Bienenvölkern zu schaffen macht, überwunden werden. Fehlende Blühwiesen schwächen die Abwehrkräfte der einzelnen Biene und des gesamten Volkes. Imker müssen mit Landwirten zusammenarbeiten, einerseits durch verstärkte Aussaat von Blühpflanzenmischungen den Bienen helfen und andererseits von der Bestäubungsleistung der Insekten profitieren. Kooperation ist immer sinnvoller als Konfrontation. Auch Städte und Gemeinden sollten auf ungenutzten Brachflächen vermehrt Blühwiesen anlegen. Dies kommt der Artenvielfalt zugute - und verschönert nicht zuletzt das Stadtbild.


    Das einzigartige DEBIMO, das seit dem Jahr 2004 Daten über die Gesundheit von Honigbienenvölkern erhebt, muss nach Auffassung der FDP fortgeführt werden. Die beteiligten Bieneninstitute der Länder und die Imkerverbände müssen gemeinsam das Monitoring weiterentwickeln und die gewonnenen Erkenntnisse rasch in effektive Maßnahmen umsetzen. Dies kann nur realisiert werden, wenn wissenschaftliche Kritik sachlich angebracht und nicht zur Verunsicherung der Imker missbraucht wird. Ein sinnvoller Vorschlag ist die Prüfung, wie sich Kombinationen von Pflanzenschutzmittel in geringer Dosis auf verschiedene Stadien des Bienenlebens auswirken. Die Bieneninstitute führen hierzu erste Experimente durch. Allerdings sind derartige Versuche mit hohen Kosten verbunden. Die vorliegenden Ergebnisse des DEBIMO lassen keine direkte Wirkung von ordnungsgemäß angewendeten Pflanzenschutzmitteln erkennen. Dies entbindet die Landwirte jedoch nicht davon, Pflanzenschutzmittel nur sorgfältig und unter Berücksichtigung der Interessen von Bienen und Imker einzusetzen. Sinnvoll ist auch die dort angewandte Beweislastumkehr, wenn ein begründeter Verdacht auf fehlerhafte Anwendung eines Pflanzenschutzmittel besteht.


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    Christopher Hauss
    Pressereferent
    Web http://www.happach-kasan.de