Richtlinien für Biohonig bzw Bioimker

  • Wie willst Du von Hausbesitzern und Hobbygärtnern verwendete Spritzmittel vermeiden, wie Feinstäube aus dem Verkehr usw.? Reines Interesse meinerseits natürlich. :wink:


    Robert[/QUOTE]

    hm, mein Bienenhaus steht sehr weit weg von irgendeiner stark befahrenen Strasse und Hobbygärten sind auch im Umkreis von gut 15 km keine vorhanden, lediglich Waldfläche und Felder, bzw Weideflächen.
    Einige Obstwiesen sind noch da , aber mit den Obstbäumen wird nicht "gearbeitet", d.h. die sind schon seit Jahren sich selbst überlassen.

  • Es würde mich interessieren, welche signifikanten Unterschiede zu erwarten sind, welche den zertifizierten Honig mehr Bio machen als den normalen Honig.
    Ausgehend von einer Durchschnittsimkerei, welche mit Leinöl bestrichene Holzkästen, organische Säuren zur Varroabehandlung und rückstandsarmes Wachs, bzw. Wachs aus eigenem Kreislauf nutzt.
    Winterfutter, auch Bio-Winterfutter hat im Honig nix verloren, also fällt das weg.
    Bienenstände, welche einen 3-Kilometer Umkreis mit ausschließlich ökologisch bewirtschafteten Flächen haben dürften in Deutschland eher rar gesät sein.
    Honig und Wachsuntersuchungen werden auch von normalen Imkereien gemacht.


    Welche signifikanten Unterschiede bei der Honigqualität kann man einem neuen Bio-Honig Kunden verkaufen?

  • und genau auf so eine Diskussionsgrundlage hatte ich mich ursprünglich eingestellt....(TheNoob)
    Aber ich weiß,es wird immer Leute geben, die ihre eigenen Interessen als die einzig wahren ansehen und da auch in keinsterweise etwas offener oder wenigstens "neutraler" die Sache angehen können.
    Was für mich "richtiges imkern" ist, werde ich mir selbst erarbeiten und ich denke , daß ich eher in 3 Jahren bei der Demeterimkerei landen werde.

  • Würdet ihr eigentlich einem landwirtschaftlichen (Nebenerwerbs-)betrieb, der z.B. 30 Bienenvölker, 100 Hühner, 10 Kühe und 50 Schafe besitzt, welche nach ökologischen Richtlinien genutzt werden, raten, einem Verband beizutreten?


    Ich meine, dass es sich bei einem solchen Betrieb doch lohnen würde, da es gerade bei Fleisch, Milch und Eiern erhebliche Qualitätsunterschiede gibt.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hallo zusammen,
    ich bin doch sehr erstaunt, wie eine rein sachliche Frage nach den Richtlinien der diversen Bio-Verbände eine solche Grundsatzdiskussion auslösen kann.
    Wenn man Imkern nach Bio-Standard anstrebt, ist es sinnvoll, sich gerade als Anfänger die Richtlinien anzuschauen. Dann kauft man eben kein Styropor, sondern Holz, kauft Bio-MW, heftet die Belege dafür ab etc.
    Selbst wenn sich der Bio-Honig in keiner Weise von konventionellem Honig unterscheidet, bleibt es doch jedem selbst überlassen, ob man im Umgang mit dem Bien die Bio-Richtlinien beachten will oder nicht. Auch ein Bio-Ei enthält keine anderen Inhaltsstoffe als ein konventionelles Ei, aber der Bio-Ei-Käufer unterstützt mit seiner Wahl eine andere Art der Landwirtschaft.
    Imkerinnen sind in der Tat eine Minderheit, nicht mehr als 10 % der Imkerschaft sind Frauen. Also ist auch diese Aussage richtig.
    Woher die ganze Aufregung?
    fragt sich
    apirita

  • Hallo Miteinander,
    warum wird nicht einfach gesagt, das "Bio" in der Imkerei weitestgehend die Haltung und Völkerführung betrifft.
    "Konventionelle" Bienen und "Bio"-Bienen befliegen u.U. die gleichen Trachtpfanzen, holen vielleicht aus der selben Blüte den Nektar.
    Und so große zusammenhängende Flächen, das alle Trachtpflnzen darauf nach Bio-Richtlinien angebaut sind, das ein geernteter Honig tatsächlich "Bio-Honig" ist, gibt es hierzulande nicht.
    Die Bienen tragen alle die gleichen Schadstoffe ein.
    Der Bioimker weiß oder ist sicher zu wissen, was er nicht in die Völker getan hat.
    Die Unterschiede weichen zudem mehr und mehr auf, da auch "konventionelle Imker" einige Sachen in ihre BEtriebsweise übernommen haben.
    Viele arbeiten nach Richtlinien, die denen der Bioverbände nahekommen.
    Einzig die Kosten für eine Zertifizierung schrecken ab.


    @Friedrich:
    Schau nach, was so eine Mitgliedschaft kostet und was sonst noch an weiteren Kosten anfällt.
    Berechne diese in die Preise ein.
    Dann ernsthaft darüber nachdenken, ob Ihr mit diesen Preisen marktfähig seid.


    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich habe Völker in Segeberger Beuten und in Lüneburger Stülpern. Behandelt wird mit Mitteln, die die BIO-Richtlinien erlauben.
    Vermehrt wird über Schwärme. Diese kommen in Körbe und bauen dort natürlich Naturbau. Bienen in Körbe nutzen die Frühjahrs- und Sommertracht zur Volksentwicklung. Dann sammeln sie Heidetracht. Bekanntermaßen wird dort nicht gespritzt.
    Trotzdem ist der Honig aus den Körben nach den Richtlinien der bestimmenden Verbände nicht Bio, denn ich besitzt ja auch Segeberger Beuten. Wahrscheinlich kreisen die Korbbienen um die Beuten, nehmen die Gase der 30 Jahre alten Beuten auf und tragen diese dann in ihren Korbhonig. Und der wird weder kalt noch warm geschleudert, sondern gepresst.
    Entschuldigung, die Logik der BIO-Interssenvertreter ist schlicht nicht nachzuvollziehen. Oder glauben/trauen sie ihren eigenen Mitgliedern als Betriebsinhabern nicht?


    Oben war von Perizin die Rede. Nur weil ein 'Bienenhalter' etwas nicht nehmen darf und protokollieren muss was er nimmt, muss dieses doch noch nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Betrüger und Ganoven gibt es überall!


    Imkert so, das die Bienen gesund bleiben. Dann ist auch der Honig gut.


    heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Und.......


    wenn eine/r nicht das Geld hat die Prämien und Kontrollen für einen "Bio-Verband"


    zu zahlen......dann......wird der Honig nicht "bio"! Logisch:u_idea_bulb02::lol:


    @ Drohn :daumen:


    doc

  • ...Wahrscheinlich kreisen die Korbbienen um die Beuten, nehmen die Gase der 30 Jahre alten Beuten auf und tragen diese dann in ihren Korbhonig. Und der wird weder kalt noch warm geschleudert, sondern gepresst.
    Entschuldigung, die Logik der BIO-Interssenvertreter ist schlicht nicht nachzuvollziehen. Oder glauben/trauen sie ihren eigenen Mitgliedern als Betriebsinhabern nicht?


    Imkert so, das die Bienen gesund bleiben. Dann ist auch der Honig gut.


    Moin Wolfgang, :daumen: :lol:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin,


    was mich wirklich wundert ist:
    Obwohl nicht wenige Imker die BIO-Verbände verlassen und die Zertifizierung nicht mehr durchführen und obwohl ganz deutlich herrausgearbeitet wird, das BIO in der Imkerei vor allem Marketing - im negativsten Sinne - darstellt und deshalb viele Imker gleich gar nicht zu BIO-Imkern werden wollen, gibt es nach wie vor Imker, insbesondere Anfänger, die sich für so eine Zertifizierung interessieren. Die hält dann nicht mal ab und dennen öffnet nicht mal die Augen, daß in manchem BIO-Verband ausdrücklich Zitronensäure gegen die Varroa zugelassen ist, obwohl die nicht wirkt und daß Bienentees vorgeschrieben sind, obschon mehrfach deren Schädlichkeit nachgewiesen wurde.


    Offensichtlich denken angehende Imker, sie fänden unter dem BIO-Siegel eine noch natürlichere Möglichkeit Bienen zu halten. Selbst da wirkt also das Marketing. Wenn ein Jungimker sagt: "Ich will den BIO-Honig erzeugen, den besseren von glücklichen Bienen!" noch ehe er die BIO-Richtlinie verstanden hat und weiß, wie man Bienen durch's jahr kriegt, dann ist das der Beweis.


    Warum nicht einfach Medikamente, die sich anreichern können, verbieten und schon wär jeder Honig BIO-Honig und man könnte das "BIO" wieder weglassen wie das "klare" und "flüssige" beim Wasser oder das "Holz-" beim Brett oder das "große" beim Riesen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder