Segeberger Beuten reinigen

  • Nachdem ein Volk in einer Segeberger Beute eingegangen ist, ich diese Beute nun neu verwenden möchte: Wie reinigt ihr diese Beute am schnellsten und einfachsten, da ja aus Styropor....

  • Hallo Johannes,
    1. Mit dem Stockmeißel sauber kratzen.
    2. In 3%-iger Natronlauge gut fünf Minuten kochen. (Schutzmaßnahmen nicht vergessen.)
    3. Mit reichlich Wasser abspritzen und abbürsten.
    4. Bei Bedarf neu streichen.
    Dann ist die Beute absolut rein.
    Mit bestem Gruß
    heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • johannes1983 : Für den Fall, dass du noch nie mit Natronlauge zu tun hattest: hol dir beim ersten Mal jemanden mit Chemiegrundausbildung/Laborerfahrung dazu. Z.B. sollte man wissen, dass man Natronlauge durch Auflösen von Ätznatronpellets (NaOH) in Wasser herstellt. Das Auflösen von NaOH-Pellets ist exotherm, es wird also heiß und könnte bei falschem Vorgehen spritzen.
    Man könnte statt NaOH auch KOH (Ätzkali/Kaliumhydroxid) nehmen, das ist etwas teurer, aber dafür könnte man die Suppe am Ende entsprechend verdünnt bzw. neutralisiert als Flüssigdünger im Garten verwenden, jedenfalls dann wenn die Zargen nicht mit problematischer Farbe angestrichen waren. Denn die ganze Prozedur wird auf jeden Fall auch die Farbe runterlaugen.


    heidjer : wie kocht man eigentlich eine Seegeberger Zarge 5 Minuten lang? Für meine gebraucht erhaltetenen Erlanger Beuten habe ich mir zum Ablaugen extra eine BainMarie im Gastronormformat 1/1 gekauft, muss jede Wand einzeln untertauchen und dabei die Zarge immer wieder drehen, aber meine Magazine im kompatiblen System passen nicht mehr rein. Und bei dickwandigen Styroporbeuten dürfte auch das Untertauchen schon einigen Aufwand erfordern. Außerdem hat meine BainMarie nur ca. 80 °C erreicht, ist ja eigentlich auch nur zum warmhalten von Essen gedacht, nicht zum Kochen. Werde sie demnächst wieder verkaufen.



    @all: Könnte man Zargen eventuell auch mit einem Dampfreiniger wie er z.B. zur Polsterreinigung verkauft wird erhitzen, dazu gegebenenfalls auf der Innenseite mit einem Pinsel oder einer Sprühflasche Natronlauge auftragen (weil Faulbrutsporen angeblich mit 100°C alleine nicht zu töten sind)? Und wie sähe es mit Natriumhypochlorit (z.B. "Danklorix") aus? Also mit Dampf die Propolis- und Wachsreste erhitzen, mit einem groben Tuch abwischen, dann mit Danklorix nachwischen, einwirken lassen, abspülen? Oder statt Hypochlorit eventuell Peressigsäure (Wasserstoffperoxid + Essig)?
    Und falls mit nicht mit solchen Desinfektionslösungen rangehen will, wie wäre es, nach dem groben Entfernen von Wachs und Propolis, einen Anstrich mit Wasserglaslösung (Kaliumsilikat) aufzubringen? Eventuell vorhandene Sporen müssten dann versiegelt sein, und das Silikat ist ansonsten ungiftig. Weiß aber nicht, ob sich das auf Hartschaumoberflächen aufstreichen lässt.


    Grüße,
    Robert

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Re-Mark ()

  • Also man kann das auch einfach machen: Ich lauge meine Beutenteile ueber Nacht in 5% NaOH ein. Ist nicht ganz leicht, muss man beschweren und dann halt drehen so dass die Zarge nach 4 Naechten durch ist. Das funktioniert dann auch ohne Kochen; gab mal eine Untersuchung dazu und das genuegt dann auch. Ansonsten kannst Du es auch mit Wasserdampf versuchen; das dient aber eher der Desinfektion als der richtigen Sauberkeit. Abkratzen ist auf jeden Fall der erste Schritt!


    Melanie

  • warum hast du Styroporbeuten? Gibt es in der Natur etwa auch Styroporbäume??!!!!


    Japp gibt es.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • @beefee

    Zitat

    warum hast du Styroporbeuten? Gibt es in der Natur etwa auch Styroporbäume??!!!!


    schlechten Tag gehabt? Warum beantwortest Du nicht die Frage sondern gehst auf Kontra?
    Wenn Du mal keine Antwort hast oder keine Antwort weißt... wie sagte doch Dieter Nuhr so schön .... ?


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Also man kann das auch einfach machen: Ich lauge meine Beutenteile ueber Nacht in 5% NaOH ein. Ist nicht ganz leicht, muss man beschweren und dann halt drehen so dass die Zarge nach 4 Naechten durch ist. Das funktioniert dann auch ohne Kochen; gab mal eine Untersuchung dazu und das genuegt dann auch. Ansonsten kannst Du es auch mit Wasserdampf versuchen; das dient aber eher der Desinfektion als der richtigen Sauberkeit. Abkratzen ist auf jeden Fall der erste Schritt!


    Vier Nächte für eine Zarge, also 12 Nächte für eine Beute, oder entsprechend größere Wanne mit sehr viel Natronlauge... irgendwie würde ich das nicht unter "einfach" einsortieren...

  • Hallo


    Schneller ist es schon wenn du es mit heißer Lauge machst.
    Einfach gibts es bei Kunststoffbeuten nicht.
    Einfach bei reinigen sind Holzkisten.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • @ Re-Mark
    Zuerst brauchst Du einen mindestens 11 kW-Gasbrenner. Und dann noch einen großen Pott. Da liegt dann auch das Problem. Am besten sind alte Milchkübel mit Deckel aus Edelstahl. Die haben die Bauern aber schon vor Jahrzehnten abgeschafft. Wenn innen an dem Deckel z.B. ein Holzklotz befestigt ist, so drückt dieser die Beute ganz in die Lauge. Wenn dann auch der Topf noch wärmegedämmt ist, so hast Du eine 1a Ausstattung. Der Gasbrenner sollte auch eine windgeschütze Brennkammer haben, denn ansonsten verweht die Wärme sonstwo hin.


    Ein Kollege hat sich einen viereckigen Kasten schweißen lassen. Und dann weiter siehe oben, evtl sogar mit zwei Brennern.


    Ich habe dies leider beides nicht und verwende einen alten Waschkesseleinsatz, der in einem Eisengestell steht. Zum Ablassen der alten Lauge ist unten ein Kugelwasserhahn montiert. Unten habe ich als Windschutz ein aufgeschnittenes Lüfterrohr mit entsprechend großem Durchmesser stehen, das vorne einen 20 cm breiten Durchlass zum Anzünden frei lässt. Bisher habe ich auch keine Wärmedämmung um den Behälter, denn auch die müßte wasserdicht eingehüllt sein. (Manchmal kocht die 'Suppe' über, manchmal regnet es auch. Das Gestelle steht immer draußen.)
    Nachteil meines Kesseleinsatzes: Er ist konisch und nicht tief genug für eine senkrecht stehende Zarge. Also muss ich einmal um 180° drehen und wieder warten. Damit die Zarge nicht aufschwimmt kommen oben zwei schöne Feldsteine darauf. Ich werde, wenn ich keinen anderen Topf auftreiben kann, den Waschkesseldeckel mit einem Gelenk so hoch über den Kessel befestigen, dass dieser die Zarge herunterdrückt. Da der 'Suppentopf' oben nicht verschlossen ist geht leider viel Wärme verloren.
    Durch dieses umständliche Prozedere dauert es dann schon ganz 'schön' lange.


    @ Ruben Neufeld
    Es kommt bei der Natronlaugenwäsche nicht darauf an, dass es "einfach" geht! Wichtig ist einzig und allein die Wirkung! Die Zargen sind anschließen sauber und frei von Krankheitserregern und Sporen. Nur das zählt. Die Gesundheit der 'Mieter' steht über allen anderen Erwägungen. Und ob Du Holzbeuten durch Abflämmen oder Abbürsten so rein bekommst sei in Frage gestellt. Holz mehrfach in Natronlauge gekocht löst die enthaltenen Harze auf und macht es so weich, dass man es mit dem Fingernagel eindrücken kann. Wie lange wird es dann noch halten?


    Deshalb Styroporbeuten, die auch noch nach Jahrzehnten klinisch rein sind.


    heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Forum,


    funktioniert die hier vorgeschlagene Lösung mit dem Einweichen in Nitrolauge ohne das "Kochen".
    Ich bin jetzt auch in der Situation, dass ich zwei Segeberger Beuten desinfizieren möchte.


    Die Rähmchen würde ich abkratzen und abflammen. Reich das zum desinfizieren?


    Bei den Zargen würde ich, wenn es ausreichend ist, das mit dem Einweichen über Nacht machen. Wie lange müsste denn jede Seite einweichen, um eine Desinfektion zu erreichen?

  • Mal stopp, bitte!


    Entweder, die Bienen haben oder hatten eine diagnostizierte Krankheit, der nur mit Hitze und Natron beizukommen ist oder nicht. Natronbäder sind das Kampfmittel gegen AFB. Hat man die nicht, isses Mega-Overkill unnötig und sogar Bißchen gefährlich für den Anwender. Aufwendig ohne echten Vorteil ist es auf alle Fälle. Und zudem setzt man sich dem Verdacht aus, einen Verdacht gehabt zu haben. Oder man hat den schon ...


    Kalt geht problemlos in aufgesägten IBC-Tanks. darin ist die Lauge auch ewig haltbar und vor allem fast gefahrlos anzusetzen.


    Für Rähmchen gilt genau das selbe. Dampfwachsschmelzer, kratzen und gut. (Und natürlich auch mal welche verbrennen) Im AFB-Fall mache ich sowieso immer meinen Einfluß geltend, daß keine Rähmchendesinfektion stattfindet, sondern (Schmelzen und) Verbrennung. Schon, weil ich an gelben neuen Rähmchen sehen will, wie neu der Wabenbau wirklich ist, bei der Nachkontrolle. Holz ist bei AFB fast nicht wirkungsvoll zu desinfizieren.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    also macht man das nicht vorbeugend bei allen Materialien, die man wieder in Benutzung nimmt - auch ohne Verdacht auf Krankheit?


    Oft liest man so etwas wie "nach dem Ausschmelzen und der Behandlung durch Natronlauge können die Rähmchen wieder mit einer Mittelwand versehen und ins Volk gebracht werden" für Rähmchen die man aus Altersgründen aus den Völkern entfernt hat.

  • also macht man das nicht vorbeugend bei allen Materialien, die man wieder in Benutzung nimmt - auch ohne Verdacht auf Krankheit?

    Ich jedenfalls mache das nicht und die Bienen ziehen sogar bevorzugt in Bäume ein, in denen noch die Waben der Vergangenen hängen ...


    Wofür war jetzt dieses Propolis? :confused:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder