Querverbau durch fehlendes Rähmchen(+anderes)

  • Hallo Imker und Imkerinnen,
    ich habe 5 Fragen:


    1) Ein Freund von mir hat 2 Völker überwintert. Eines der beiden ist sehr stark (füllt 2 Zander-Zargen komplett) und wir haben nun den Honigraum aufgesetzt. Es gibt allerdings ein Problem. Die Zargen sind für 10 Rähmchen ausgelegt, jedoch sind in der untersten Zarge nur 9(die Lücke ist in der Mitte). Nun haben die Bienen diese Lücke komplett zugebaut, insbesonders mit Drohnenzellen. Auch haben die Rähmchen einiges an "Unterbau"... Sollte das abgekratzt werden? Und sollten die "dicken Knubbel" auch entfernt werden ,sodass ein 10. Rähmchen reingeschoben werden kann?


    2)Sein anderes Volk besetzt nur 3 Wabengassen, und die Königin ist tot (kein einziger Stift/Larve), und dass bei recht mildem Wetter. Nun haben wir aus dem Starken Volk, eine Wabe mit ganz junger Brut entnommen und umgehängt. Hätten wir das mit den darauf befindlichen Bienen tun sollen, oder alle vorher abstoßen/fegen?


    3) Mein eigenes Volk habe ich noch immer nciht bekommen :-( Da die Bienen bei uns nun schon ordentlich Hoig eingetragen haben, und wir es auf einer Zarge bekommen (aber wie ja bei meinem Freund gesehen, 2 bereits gut gefüllt sind). Kann ich vom Verkäufer erbitten/verlangen, dass er mir auch die 2te Zarge mitgibt, bzw. einen Preisnachlass gibt? (die zusätzliche Zarge+Rähmchen würden wir dann natürlich bezahlen)


    4) Wie kann man eigentlich als Imker sicherstellen, dass von dem aufgefütterten Sirup/Zuckerwasser, keine Rückstände in den Honig gelangen?


    5) Macht es einem starken Volk etwas aus, wenn man ihm anstelle von Mittelwänden, eine von Wachsmotten bereits leicht zerfressene Wabe reinhängt


    Schonmal ein Danke im voraus fürs Lesen und die Hilfe
    Felix

    Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.~ Albert Einstein

  • Hallo Felix,
    zu 1)
    Wenn schon Lücke, dann nicht im Zentrum. Den Wildbau in dieser Lücke entfernen und Waben auf zusammenschieben. Wenn das 10. Rähmchen nur gequetscht rein geht. Lasse es heraußen. Mit den dicken Knubbeln kann ich nicht anfangen. Den Unterbau kannst Du lassen. Die Bienen haben zu wenige Möglichkeiten zum Bauen, Drohnenrahmen, Mittelwände sorgen für Abhilfe.
    zu 2) Volk abkehren auflösen.
    zu 3) Ist Verhandlungssache. Wenn der Verkäufer ein einzargiges Volk anbietet heißt das ja nicht, dass er die zweite Zarge abgenommen hat. Nicht alle Völker sitzen z. Zt. auf zwei Zargen. Reden bringt Gewissheit.
    Zu 4) Keine Futterwabe umhängen bzw. wenn es das Volk verträgt bis auf zwei Futterwaben die entnehmen und durch Mittelwände, Drohnenrahmen ersetzten ohne das Brutnest zu zerpflücken.
    Zu 5) Das macht dem Volk etwas aus. Es wird die Wabe nicht annehmen bzw. Flickschusterei betreiben. Diese Wabe wird immer ein Frenkörper sein der geschlossenes Brutnest verhindert .Solche Waben gehören in den Wachsschmelzer oder ins Feuer.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Wunderbar...danke für die Antworten! Mit den "dicken Knubbeln" war lediglich der Wildbau in der Lücke gemeint. D.h. du würdest dass schwache Volk einfach auflösen und lieber einen neuen Ableger bilden ?!? (hoffe ich habe das richtig verstanden)

    Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.~ Albert Einstein

  • Hallo Felix,
    Volk abkehren = auflösen hast Du richtig verstanden.
    Ableger sofort halte ich für zu früh im Jahr. Ableger - in welcher Form auch immer - dann wenn die Völker aussreichend stark sind und die "natürliche" Vermehrungszeit der Bienen ist (Mai/Juni).
    Ich hoffe Du hast einen Paten bzw. Imker mit Erfahrung in Deiner Nähe. Ferndiagnosen und Ratschläge (wann,wieviel, wie oft etc.) sind immer mit einer großen Fehlerrate behaftet.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk