Was ist denn bitt eine Gesundheitszeugnis "wert"...???

  • Hallo Kollegen,
     
    habe vor mit meinen Bienen die Regionsgrenze zu überschreiten und möchte mich natürlich beim wandern korrekt verhalten. Also habe ich das artig beim Vetrinäramt angezeigt. Jetzt nimmt man bei meinen Völkern proben und gibt mit in zwei Wochen ein 9 Moante lang gültiges Gesundheitszeugnis. Wo ist den da bitte die Aussagekraft ?
    1.) können sich meine Bienen morgen anstecken
    2.) kann ich böswillig Völker "veschweigen" die dann gar nicht beprobt werden
    3.) kann ich mir nächste Woche einfach "schwarz" neue Völker von sonstwoher besorgen (die können ja sogar ein 8,999 Monate altes Gesundheitszeugnis haben -oder eben auch keines) - die werden mir ja dann auch mit als "gesund" bescheinigt.
     
    Was soll denn so ein Blödsinn - oder hab ich da was flasch verstanden ? Klingt für mich nach behördlichem Nonsense !

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • 1.) können sich meine Bienen morgen anstecken

    Ja, können die. Kannst Du morgen noch die theoretische Fahrprüfung bestehen?

    2.) kann ich böswillig Völker "veschweigen" die dann gar nicht beprobt werden?

    Ja, kannst Du. Du kannst auch besoffen fahren und das verschweigen.

    3.) kann ich mir nächste Woche einfach "schwarz" neue Völker von sonstwoher besorgen

    Ja, kannst Du. Du kannst auch immer und überall ohne Führerschein fahren ...


    Ein Gesundheitszeugnis bescheinigt nicht nur die Seuchenfreiheit Deiner Völker im Moment der Kontrolle oder Probennahme, sondern vielmehr auch die Seuchenfreiheit des Gebietes. Das Gesundheitszeugnis - richtiger: Seuchenfreiheitsbescheinigung - wandert mit Deinen Völkern mit und wird bei jedem Abwandern um den Seuchenstatus des Gebietes in dem die Bienen aufgestellt waren ergänzt. Dein Veterinäramt weiß also, falls später in einem Deiner Wandergebiete eine Seuche auftritt, daß Deine Bienen dort waren und kann Dich und andere Imker warnen. Deine Seuchfreiheitsbescheinigung, Wanderzeugnis, Gesundheitszeugnis, Wandergenehmigung - alles das selbe - muß also wieder zum Veterinäramt, wenn Deine Bienen wieder zu hause ankommen. Da Du den Schein dem Veterinäramt am Wanderort physisch vorlegen und überlassen mußt, weiß man dort auch, daß Du da bist und wird Dich gegebenenfalls am Abwandern hindern, falls in der Aufwanderzeit in dem Gebiet eine Seuche auftritt.


    Eine Seuchenfreiheitsbescheinigung ist folglich nicht sinnloser als ein Führerschein.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Weimaraner,
    Das Gesundheitszeugnis ist viel bewundert und verachtet worden. Es dient in erster Linie dem Ausschluss von böser Faulbrut an Deinem Bienenstand, um Dir damit die Befähigung auszustellen, Deinen Landkreis oder Bezirk mit den Völkern zu verlassen. Auch muss man anmerken, daß die meisten Veterinäre viel viel weniger Wissen über Bienenkrankheiten und deren Symptome haben, als die meisten Imker.


    Was ich gelernt habe ist: Leben und leben lassen: soll heißen, bei den geringen Kosten eines Gesundheitszeugnisses, sollte man die Amts-Veterinäre gerne solche lassen und deren Funktion beachten, um mit ihnen zusammenzuarbeiten, statt gegen sie zu arbeiten. Ein Glas Honig für deren mithilfe ist sicherlich auch immer viel wert. Nicht, damit sie falsche Zeugnisse ausstellen, sondern, damit sie in ihrem leidigen Job zwischendurch ein wenig Freude erleben.


    Übrigens ist insbesondere dann ein Gesundheitszeugnis wichtig, wenn Du zu Bestäubungszwecken Deine Bienen aus dem Bezirk oder Landkreis verlegst.
    Das von Bestäubungsimkern initiierte und neue Projekt http://www.carpebiem.de verlangt zum Beispiel immer ein aktuelles Gesundheitszeugnis, das Du in der Website hochladen kannst, damit Du in der laufenden Saison für Vermittlungen an Landwirte zugelassen wirst.


    Dies dient in erster Linie der Einhaltung von Gesetzen, nicht der Sinnhaftigkeit des Gesundheitszeugnisses an sich. Wobei ich noch ergänzen darf: Wer mit der Behörde rechnet, achtet doch meist mehr auf die Hygiene im Bienenstand und den Völkern, als der, dem das völlig egal ist :-) Viele Grüße, Giltico

  • Hallo


    Es ist schon von Vorteil wenn man beim Bienenkauf ein Gesundheitszeugnis hat, das gilt auch für die Wanderungen.
    Wer besch...t der kann denke ich schon mit haften, außerdem wäre es auch unfähr mit kranken Völkern zu wandern, anderen Imkern gegenüber.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • um hier keinen falschen EIndruck entstehen zu lassen.....ich werde mich immer korrekt verhalten, was das angeht, weiss aber von vielen anderen imkern, die ihre Bienen kreuz und quer durch die gegend karren (über zig Kilometer). Was hilft dann bitte meine Zuvelassigkeit an der Stelle ? Als ich vor vier Jahren meine Bienen bei den Behörden angezeigt und mich als Imker geoutet habe (freiwillig sozusagen). Da sind die fast vom Stuhl gefallen - ich glaueb sowas kannten die gar nicht :-). Ich glaube die haben keine Ahnung wer wann wo wieviel Bienen stehen hat und wo die herkommen etc.
     
    Deshalb ist die Sache mit dem Gesundheitszeugnis (gerade weil es o lange gilt und pauschal erstellt wird) aus meiner Sicht ziemlich sinlos.
    @ Henry: Du hast es genau umrissen - man kann im Prinzip gegen alles verstossen wenn es keiner merkt isses eh egal. Aber was bringt es Dir, wenn Dich einer umfährt der keinen Führerschein hat und hacke am steuer sitzt, Du selbst aber einen Führerschein hast und alle 4 Wochen ein Fahrsicherheitstraining machst...nix.
     
     
    Sinn macht es, wenn man alle Bienen eines Gebietes verprobt und zwei Wochen Sperre verhängt - nach einem negativen Befund kann dann gewandert werden. Das hilft wenigstens näherungsweise. Sinnlos ist das ganze auch deshalb, weil ich meine Bienen keine 2 KM weit über die Regiosngrenze bringen darf, aber 40 KM innerhalb der Region umhwerfahren darf...

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

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  • kreuz und quer durch die gegend karren (über zig Kilometer). .......Sinn macht es, wenn man alle Bienen eines Gebites verprobt und zwei Wochen Sperre verhängt - nach einem negativem Befund kann dann gewandert werden. Das hilft wenigstens näherungsweise. Sinnlos ist das ganze auch deshalb, weil ch meine Bienen keine 2 KM weit über die Regiosngrenze bringen darf, aber 40 KM innerhalb der Region umhwerfahren darf...


    Moin , Moin aus Hamburg,
    das hat sich doch jetzt sowieso mit der neuen EU - Richtlinie bezüglich Richtlinien für den Tiertransport erledigt. Demnach dürfen Bienen erst nach 2 monatiger Quarantäne , abschließender Untersuchung durch einen Amtstierarzt und dann auch nur durch ein Fachunternehmen für Tiertransporte transportiert werden.


    Den maßgeblichen Behörden auf EU Ebene war der dauernde nicht fachgerechte Transport durch irgendwelche Hobbybienenhalter sowieso ein Dorn im Auge.


    In der letzten Pressemitteilung konnte man ja nachlesen , das über 30 % aller Bienenverluste durch frevelhaftes Verhalten , insbesondere durch nicht fachgerechte Transporte verursacht werden.
    Das hat jetzt ein Ende. Angeleiert wurde diese Richtlinie angeblich schon vor Jahren durch einen Berufsimker aus dem Bonner Raum, der sich auf Bienentransporte überregional im großen Stil spezialisiert hat.
    Mal sehen was daraus wird


    Beste Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Drohn,
     
    kann ich von hier aus nicht öffnen ...muss ich zu Hause mal anmachen....

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • ...
    In der letzten Pressemitteilung konnte man ja nachlesen , das über 30 % aller Bienenverluste durch frevelhaftes Verhalten , insbesondere durch nicht fachgerechte Transporte verursacht werden.
    Das hat jetzt ein Ende. Angeleiert wurde diese Richtlinie angeblich schon vor Jahren durch einen Berufsimker aus dem Bonner Raum, der sich auf Bienentransporte überregional im großen Stil spezialisiert hat.
    ...


     
    Hallo Daniel,
    es hat sich aber schon eine Gegenbewegung zu den Berufsimkern konstituiert! Leider geht der Link im Moment nicht, aber hier ging heute über den Ticker, dass sich bei Altenburg der Bundesverband Deutscher Stand- und Hobbyimker (DSHIV) geründet hat.
    Deren Vernehmen nach ist die Vertretung der Interessen der kleingliedrigen Imkerei im ländlichen Raum oberstes Ziel. Der Verband soll ein hörbares Sprachrohr gegen DIB und DBIB und deren einseitige Interessenvertretung werden.
    Im Vorstand arbeiten zum Beispiel Leute wie Fernsehkoch Vincent Klink, der selber Bienen hält und die Bundestagsviezepräs. des Bundestages Göring-Eckardt, die Bienenpatin bei Mellifera und einigen anderen Organisationen ist.


    Wie gesagt, wenn der Link wieder geht, stelle ich ihn hier ein!


    Es geht voran! Streubienenhaltung, Standimkerei, Bienengerechtere Betriebsweisen und vor allem gerechte Honigpreise!


    rst


    http://beegood.de/beegood/pate/pate.promis/index.html
    http://www.wielandshoehe.de/html/august.07.htm

  • Im Vorstand arbeiten zum Beispiel Leute wie Fernsehkoch Vincent Klink, der selber Bienen hält und die Bundestagsviezepräs. des Bundestages Göring-Eckardt, die Bienenpatin bei Mellifera und einigen anderen Organisationen ist. rst http://beegood.de/beegood/pate/pate.promis/index.html
    http://www.wielandshoehe.de/html/august.07.htm


    Moin , Moin aus Hamburg,
    ja , es sind gerade die Fernsehköche die sich für diese Sache einsetzen. Auch Sarah Wiener http://www.sarahwiener.de/nc/u…von-bienen-tun-sie-etwas/
    bringt sich in diese Sache mit ein. Ich hatte gerade vor kurzem ein längeres Gespräch mit ihr über diese Thematik.
    Die neue Verordnung aus Brüssel ist natürlich wirklich kontraproduktiv.Gut das das nicht alle verschlafen haben und das es so prominente Unterstützung gibt.
    Die Gesetzeslücke ist ähnlich wie bei der Ländergrenzen Arbeitnehmerüberlassung. Die Vernetzung aller Standimkereien und Streubienenhalter. Als Wanderung gilt nämlich nur die Verschiebung von Bienen auf nichteigene Flächen. Wenn sich zum Beispiel alle Standanteile/ Berechtigungsscheine auf den Ständen befreundeter Imker sichern würden, könnt ihr ohne die neuen Gesetzesauflagen Wandern,weil die Bienen ja rein rechtlich von Eurem Besitztum , in eurem Besitztum (Auto) zu wiederum Eurem Besitztum versetzt werden. Sie wandern also nicht wirklich , weil sie formal nie den Platz wechseln. Funktioniert natürlich nur so lange , bis die in Brüssel was merken. Soweit ich weiß, ist der Drohn bezüglich der ganzen Anmeldeformalitäten da auch maßgeblich beteiligt. Macht natürlich mal wieder auf ahnungslos....wie damals mit der Amerika Reise.Da wird es wohl in den nächsten Tagen Massen von Anmeldungen geben. Daher rechtzeitiges anmelden ist bestimmt von Vorteil. Wenn das erst einmal in der nächsten Ausgabe der Biene steht, werden die sich bei der Organisation wohl überschlagen.
    Meine Anmeldung ist jedenfalls raus. Nehmt möglichst Kontakt untereinander auf um Flächendeckend in Deutschland gemeldet zu sein.So könnt Ihr die Plätze einfach tauschen weil ja letztendlich ja niemand weiß , welche Bienen da nun wirklich stehen.


    Mit kämpferischen Grüßen


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Ja Ja... die Fernsehköche :wink:


    ....nix gegen Sarah .......tolle Frau. Hast Du meine Anmeldung erhalten ? Weiterhin als PM oder gibst Du mal eine andere Mailadresse raus. Habe gehört , das Bernhard sich um die Kartierung kümmert. Wichtig sind ja sich überschneidende Gebiete , damit man Flächendeckend versetzten kann. Also bitte möglichst viele anmelden :daumen:


    Beste Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)