Darf ein Imker eine angreifende Biene erschlagen?

  • Es ist eine Frage, die mich seit kurzem umtreibt, quasi eine Frage der Moral, nachdem ich kürzlich eine entsprechende Erfahrung mit einem Anthroposophen gemacht habe. Ich öffne ungeschützt den Stock, die Bienen sind eigentlich friedlich aber plötzlich tickt eine aus und attackiert mich, wird mich solange attackieren bis ich die Flucht ergriffen habe oder sie ihren "Auftrag" erfüllt hat. Sie geht mir an den Kopf. Eigentlich ist das Leben der Biene ohnehin verloren, da sie nach dem Stich verenden wird - langsam und von alleine, oder schnell, durch mich, der ich eine Chance habe schneller zu sein und mit etwas Glück einen Stich vermeiden kann. Wie haltet Ihr das?

  • Wassersprüher auf 'Nebel' einstellen und Feuer Frei!
    Dann war's das mit dem Fliegen und ich habe meine Ruhe.

    There are 10 kinds of people. Those who understand binary and those who don't!

  • .... Wie haltet Ihr das?


    ... da steht die Frage: "wer wen"? im Raum.
    Meist werde ich aktiv, wenn eine (oder viele) Biene(n) sich in meinem Haar verfangen. Dann dauert es nicht lang und der Stachel schafft es durch mein schütteres Haar..... da kommt es zu einem Schnelligkeitskampf zwischen Bienenstachel und meiner Hand..... so sind schon viele Bienen gestorben.
    Desweiteren, wo ich keinerlei Gnade walten lasse: Wenn mir eine Biene innen das Hosenbein hochkrabbelt.... da hatte ich als Teenie mal ein traumatisches Bienenstich-Erlebnis......

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Ich möchte noch kurz zur Erläuterung hinzufügen, dass sowohl mein Bekannter als auch ich gleichermassen geschockt waren, er, weil ich vor seinen Augen ein doch äusserst positiv besetztes Insekt und Tier überhaupt getötet habe, ich, weil ich gewissermassen selbstverständlich und im wahrsten Sinne des Wortes meine eigene Haut retten wollte und plötzlich in dieses entsetzte Gesicht blicke.

  • Es ist eine Frage, die mich seit kurzem umtreibt, quasi eine Frage der Moral, nachdem ich kürzlich eine entsprechende Erfahrung mit einem Anthroposophen gemacht habe. Ich öffne ungeschützt den Stock, die Bienen sind eigentlich friedlich aber plötzlich tickt eine aus und attackiert mich, .... Wie haltet Ihr das?


     
    Hmmm, Dich bewegt diese Frage also in echt... naja. Mich nicht.
     
    Ich füge mal hinzu aus eigenem Erleben: Beim Füttern Stich in die Schläfe. Hab brav den Futtereimer festgehalten und weiterbefüllt, aus einer Biene wurden ein paar. Am Ende der Aktion lag ich auf dem Sofa, Notärztin über mir und ab in den Sankra. Da ich die Bienen trotzdem mag, und mich selbst auch, geh ich nunmehr nicht mehr ungeschützt *in* den Stock.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo ercole,


    auch Anthroposophen werten die Güter gegeneinander ab.
    In diesem Falle ist deine Gesundheit höher einzuschätzen als das Selbstbestimmungsrecht der Biene.
    Ich würde also im Zweifelsfalle erst der Biene, und dann, wenn er Dir zu dumm kommt, dem Anthroposophen eine knallen.
    Diese Art "Dilemma" kommt mir sehr bekannt vor aus den Diskussionen der 80er Jahre, wo es um Kriegsdienstverweigerung ging.
    Also, nur zu.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • eine "moralische Gegenfrage" darfst Du Deinen Fuß in eine Wiese setzen und damit hunderte Kleinstlebewesen, die keinem etwas böses wollen, zertreten?


    Ein Imker darf eine angreifende Biene erschlagen um von sich selbst einen gesundheitliche Schaden abzuwehren, aber nur aus diesem Grunde !


    Kopfschüttelnde Grüße
    Hartmut

  • Zitat

    Darf ein Imker eine angreifende Biene erschlagen?


    Kommt auf die Einstellung des Imkers an.....


    Ich finde, herkömmliche Imker dürfen zuschlagen.
    Anthroposophen hingegen sollten sich stechen lassen......:wink:


    Lachende Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Was ist das schon wieder für eine Diskussion? Ich meine hey die Bienen fliegen wieder ... solche Diskussionen sind für den Winter wo es draußen kalt und Dunkel ist, die Rähmchen genagelt und die Mittelwände gegossen und gelötet sind und wo die Segeberger vom letzten Jahr ihre Ladung Spachtelmasse erhalten haben ;)
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Hartmut et al,


    diese Art "Moralisches Dilemma" wird gerne in den Ethikvorlesungen diskutiert. Man kann daran, und mögen sie noch so seltsam erscheinen, sehr gut erlernen, wie eine ethische Entscheidungsfindung von Statten geht.
    Ein schlauerer Mann als ich hat mal gesagt:
    "Die Welt ist nur so schlecht, weil die Deppen sich immer sicher sind und die Schlauen immer unsicher!"

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • ......dem Anthroposophen eine knallen.


    Ich stelle mir vor, das könnte er noch eher akzeptieren als den Tötungsakt. Nein, im Ernst, vor dem stehe ich, der vermeintliche Freund der Bienen jetzt als Bienenkiller da und fühle mich begrenzt wohl dabei. Vor allem habe ich das Gefühl micht rechtfertigen zu müssen. Gleichzeitg rege ich mich darüber auf, wie empfindlich man sein kann und dass der Mann ein Luxusproblem pflegt, weil ich hier lediglich einem Überlebensreflex folge während ihn im Zweifel bereits die wilden Tiere gefressen hätten - die es "natürlich" in unseren Breiten nicht mehr gibt weil "unser einer" bereits die Drecksarbeit erledigt und sie ausgerottet hat (auch nicht schön, kann es aber auch nicht ändern).