Verzicht auf Mittelwände

  • Hallo Gemeinde,
     
    habe gestern meine ersten vier auf einer Zarge überwinterten Bienenvölker erhalten. Nachdem mir als Anfänger keine ausgebauten Leerwaben zur Verfügung stehen, muss ich demnächst zwangsläufig mit Mittelwänden erweitern. Einem Volk möchte ich die Möglichkeit zum Naturwabenbau geben und deshalb anstelle von Mittelwänden (nur) Anfangsstreifen als Baurichtungsvorgabe verwenden. Meinem Imkerpaten ist dieses Vorhaben unverständlich, er ist regelrecht erzürnt. Er kann sich ganz einfach nicht vorstellen, dass die Rähmchen von den Bienen "vernünftig" und "stabil" ausgebaut werden, was sich seiner Meinung nach besonders beim Schleudern als Nachteil erweisen wird. Mein Argument, dass der Naturwabenbau ja nichts Neues mehr ist, sondern besonders in der ökologisch ausgerichteten Imkereipraxis schon längst (mit Erfolg) praktiziert wird, konnte ihn nicht überzeugen.
     
    Nachdem ich noch ein "Greenhorn" bin, würde mich vor der nächsten Auseinandersetzung mit meinem Imkerpaten Eure Meinung dazu interessieren. Sollte dieses Thema im Forum schon mit dem aufgezeigten Hintergrund behandelt worden sein, bitte ich um Nachsicht.
     
    MfG
     
    horace

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  • Hi


    es spricht nichts dagegen, dass du ein Volk auf Naturwabenbau halten willst!
    Wenn die Rähmchen gedrahtet sind, dann hält das auch beim Schleudern wenn du nicht gleich FullPower gibst.
    (erste Seite anschleudern, umdrehen, zweite Seite ausschleudern, umdrehen, erste Seite ausschleudern)


    Dein Imkerpate hat dir da gar nicht reinzureden, es sind deine Bienen und solche "Experimente" gehören zum Imkern dazu, gerade das macht unser Hobby doch so spannend!


    Gruß,


    Delli

    20 Völker Carnica in Bergwinkel Beuten

  • Moin ; MOin, bin in Eile....aber Anfangsstreifen mit Naturbau und Drähten funktioniert auch . Die Drähte werden mit eingebaut.Dann ist das Schleudern auch kein Problem.


    Beste Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Horace,
    zunächst möchte ich Dir sagen, das mir Dein Avatar mit dem Zeidler sehr gut gefällt.
    Zum Naturbau:
    Ein Volk, das schon auf Mittelwandwaben sitzt, baut Naturbauwaben meist nicht gut.
    Anfangsstreifen werden meist nur zu Drohnenzellen ausgebaut.
    Besser geht folgendes:
    einen Schwarm oder Kunstschwarm auf Rähmchen mit Anfangsstreifen für Naturbau setzen.
    Am Besten gleich auf zwei Brutraumzargen.
    Bei Naturbauhonigwaben sind Halbrähmchen stabiler, wenn man keinen Wabendraht verwenden will.
    Das hat den Vorteil, das man Wabenhonig ernten kann.
    Mit der Suchfunktion findest Du mehr Infos dazu.
    Das Thema ist schon mehrmals behandelt worden.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • @ Delli:
     
    Hast Du das schon mal probiert, was Du da rätst?


    @ horace:


    Einem Volk, das Mittelwände gewöhnt ist, kann man keine Leerwaben geben, das gibt fast ausschließlich Drohnenbau.


    Wie Lothar schon sagte, Schwarm oder Kunstschwarm, sonst wird das nichts. Wenn ein Volk dann an Naturbau gewohnt ist, sollen auch Ableger aus diesem Volk mit Naturbau zurecht kommen aber das probiere ich selbst erst heuer aus.


    Und Naturbau als Ganzrähmchen zu schleudern kann wirklich zum Problem werden, besonders wenn sie nicht bebrütet sind.
    Ich hab als Honigräume fast nur Halbrähmchen, da kann man sogar ohne Draht Naturbau schleudern.


    Hör auf Deinen Paten denn den wirst Du noch brauchen. Wenn dann ein Schwarm fällt setzt Du den geleich auf Anfangstreifen. Oder Du machst nach dem Abschleudern starke Kunstschwärme aus den Honigraumbienen, die bauen auch einwandfrei.


    Was auch geht ist Totale Bauerneuerung nach dem Abschleudern, so kannst Du MW Völker auch auf Naturbau umstellen.


    Also Möglichkeiten gibt es einige.:u_idea_bulb02:

  • Hallo horace,


    ich kann nur sagen - es gibt hier keine festen Vorgaben (aus meiner Sicht). Ich habe letzes Jahr einen Ableger aus einem "Mitelwandvolk" gemacht und habe den dann auf eine Zarge DNM mit Rähmchen und Mittelwänden erweitert. Dann habe ich die zweite Zarge aufgesetzt und erstmal "nur" 5 Rähmchen inkl. Mittelwänden eingehängt. Als ich drei Wochen später reingesehen habe konnte ich den Deckel kaum hochheben. Erst dachte ich, die Rähmchen hätten sich darin irgendwie verfangen. Aber es war etwas anderes.....an Stelle der 7 fehlenden Rähmchen hatten die Bienen direkt am Deckel angefangen wunderschöne geschwungene Naturwaben anzusetzen, die auch schon mit Honig befüllt wurden (keine einzige Drohnenzelle).


    Daher würde ich mal folgendes annehmen: Wenn Tracht herrscht und die Zeit des massiven "Drohnen ziehens" vorbei ist (also z.B. zu Lindenblüte), dann bauen die Bienen auch Naturbau, wenn sie nur an Mittelwände "gewöhnt" sind. Wobei ich gar nicht glaube, dass sie daran gewöhnt werden können...das ist nämlich eigentlich ein unnatürlicher Wabenbau.
    Ich werde es dieses mal mit einer Zarge komplett leerer Mittelwände (nur Angfangsstreifen) zur Linde ausprobieren. Den Honig lasse ich dann fast komplett drin. Dann habe ich nahezu pestizidfreies Winterfutter in unbelasteten und frischen Waben. Zudem werden die Tiere durch das Einfüttern nicht mehr gestresst.

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !