Bienenkörbe bei Ebay

  • Hallo,
    weil diejenigen die diese Körbe herstellen in der Regel weder eine Ahnung von der Imkerei noch von der speziellen Betriebsweise der Korbimkerei besitzen.


    Oftmals haben diese Körbe ohnehin eine grottenschlechte Qualität und sind eigendlich nur als Schwarmfangkörbe zu gebrauchen.
    Ein guter Lüneburger Stülper sollte wenigstens 5cm, besser 6-7cm, Wandstärke besitzen. Und so fest geflochten, bzw. genäht sein das er sich auch bei Druck nicht verformt. Früher sagte man : "... und ein Wagen muß über ihn hinweggehen ohne das der Korb zerbricht."(Heinrich Lehzen)


    Gruß Finvara
    ( Allerdings gab es auch Strohkörbe die ihr Flugloch unten od. in der Mitte hatten. Dies war regional sehr unterschiedlich. )

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Friedrich,
    in Westfalen hatten die Körbe sogar zwei Fluglöcher.
    Den Grund dafür konnte ich noch nicht ermitteln.
    Genaugenommen sind die beschriebenen Körbe eigentlich Stülper.
    Richtige Körbe hatten ihr Flugloch in dem Bodenbrett eingearbeitet, auf dem sie standen.
    (nach Pfefferle).
    So auch der in einem anderen Thread angesprochene Allemannische Drehrumpf.
    Tipp für Dich Friedrich:
    Du wohnst ja nicht allzuweit entfernt von Weimar.
    Dort gibt es ein Bienenmuseum.
    Die haben jede Menge historische und exotische Beuten.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    danke für den Tipp. Ich werde dort bei nächster Gelegenheit hinfahren.


    Hallo an alle,


    ich habe Lehzens Buch "Die Hauptstücke aus Betriebsweise der Lüneburger Bienenzucht" gelesen. Es ist also auf jeden Fall so, dass bei den Lüneburger Stülpern das Flugloch immer am Anfang des Bogens sitzt. Darau stammt auch Finvaras Zitat:

    Zitat

    ... und ein Wagen muß über ihn hinweggehen ohne das der Korb zerbricht.


    Kann mir jemand sagen, woher man auch neuere Lüneburger Stülper bekommt?
    Ich überlege nämlich eventuell diese Betriebsweise einmal mit der Dunklen Biene zu versuchen. Einziges Problem wird jedoch wahrscheinlich sein, dass diese Betriebsweise auf die häufige Erzeugung von Schwärmen abzielt und der Imker den ganzen Tag in der Schwarmzeit auf seinem Stand ist und guckt an welchem Flugloch sich Schwarmbereitschaft anzeigt.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • der Imker den ganzen Tag in der Schwarmzeit auf seinem Stand ist und guckt an welchem Flugloch sich Schwarmbereitschaft anzeigt. Freundliche Grüße Friedrich


    Moin , Moin aus Hamburg ,
    hast Du keinen Opa ?:wink: 
    Neue Körbe kannst Du selbst binden. Hierzu werden zahlreiche Kurse angeboten (zumindest in/um Hamburg). Jetzt auch noch dunkle Biene und Korbimkerei ? Wenn man sich verzettelt kann man auch schnell die Lust an etwas verlieren :p_flower01:


    Beste Grüße aus dem Norden


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Friedrich,
    für Korbimkerei nach Vorbild der Lüerburger Imkerei brauchst Du aber mindestens zwei Vorraussetzungen:
    Nicht nur Dunkle Bienen, sondern die spezielle Heidebiene, die eine zeitlang Apis mellifera melliferi lehzenii genannt wurde.
    Diese dürfte kaum noch aufzutreiben sein.
    Die anderen Dunklen Bienen sind nicht so schwarmfreudig, eher das Gegenteil davon.
    Du braucht eine Spättracht aus dem Heidekraut, sonst hast Du nur Bienenvölker ohne Honig.
    Zudem haben die Heideimker sehr scharf ausgelesen und nur jedes fünfte Volk eingewintert;
    diese meist auch nicht mal auf deren eigebeb Wabenbau.
    Frag Dich mal, warum viele Heideimkereien auf Kanitzkörbe (nach Kanitz, es gibt auch welche, die nach der Gegend Kanitz/Ostpreußen benannt sind) umgestellt haben.
    Auch werden dort viele Vorschwärme angeboten, die hätte man früher sicherlich selbst aufgestellt.
    Heideimkerei war ein Vollerwerb, wie Du bei der Frage zur Schwarmzeit schon selbst festgestellt hast.
    Körbe kann man natürlich selbst flechten, aber man braucht Langstroh dazu, was schwer zu bekommen ist.
    Statt gespaltenen Wurzeln nimmt man heutzutage eher Rattan.
    In den Wintermonaten fertigten die Heideimker pro Woche einen Korb.
    Also rund zwanzig bis dreißig neue jedes Jahr.
    Trotzdem bevorzugten sie die alten von "Oppa", da diese "pottdicht" waren.
    Mein Tipp:
    Eine "Lagd" (Korbbienenstand) als Schaustück im Vorgarten mit wenigen Körben, vielleicht in verschiedenen Ausführungen,
    als Eyecatcher.
    Richtige Korbimkerei eher nicht.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Friedrich
    Kann dem vorher genannten nur zustimmen.
    Aber noch ein gut gemeinter Rat:
    Übernimm dich nicht!! <zuviel ist zuviel< Wenn es dir nur darum geht mal Bienen im Korb zu haben, dann reicht auch der von E-Bay.
    Willst du Korbimkerei richtig betreiben fängt es schon damit an, das viele geräte wie das Korbmesser, die Gemüllkrücke u.s.w heute kaum noch zu bekommen sind.
    und... du kannst Korbimkerei in keiner Weise mit deiner jetztigen Betriebsweise vergleichen.
    Grüße:

    Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück

  • Hallo Drohne Daniel,


    ich habe sogar noch zwei Großväter. Der eine wohnt jedoch in Leipzig und der andere zwwischen Bremen und Hamburg, im Teufelsmoor.
    Die Lehrgänge zum Korbbinden habe ich auch schon gesehen. Einen habe ich vor, bei Gelegenheit zu besuchen. Jedoch kosten diese z.B. beim LAVES Institut in Celle 60€.
    Keine Sorge, ich würde es einfach nur mit zwei bis drei Völkern probieren. Eben deshalb überlege ich mir auch vorher, wie ich z.B. die Schwarmzeit verbringen kann.



    Hallo Lothar,


    du hast natürlich recht. Die Apis mellifera mellifera lehzenii wurde vor etwa 100 Jahren viel auch nach Norwegen exportiert. Dort gibt es an einigen Belegstellen noch reine Heidebienen. Da müsste ich gucken, wie ich daran käme.
    Bei uns in der Nähe ist ein großer Truppenübujngsplatz, der kaum noch benutzt wird. Auf diesem wächst auf jeden Fall genug Heidekraut für 10 Völker. Wie die Heideimkerei funktioniert, habe ich schon, zumindest in den Grundzügen, nachvollzogen. Ich habe Georg Heinrich Lehzens Buch "Die Hauptstücke aus der Betriebsweise der Lüneburger Bienenzucht" gelesen. Ich denke es beschreibt die Heideimkerei sehr gut.
    Die Idee mit der kleinen Lagd ist eine gute Idee. Ich glaube das ließe sich bei uns gut machen.



    Hallo Pharao,


    ich überlege es mir ja auch zurzeit nur. Ich werde es mir auch noch sehr, sehr, sehr genau überlegen, falls ich wirklich mit der Korbimkerei beginnen sollte.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hallo Fläming !


    Informier Dich erst mal genau mit den norwegischen Dunklen, die haben eine ganz andere Entwicklung als ein Carnica hier.
    Die sind angepasst auf einen langen Winter mit einem schnellen Frühling und kurzen Sommer.
    Da passiert alles schneller und hefiger als in unseren Breiten gewohnt.


    Ich würde den Korb allgemein noch ein paar Jahr herausschieben, man braucht auch für die Zukunft noch Projekte.
    Wenn Du erst einmal Deinen Honig dem Preis-Wert verkauft hast, sind die 60,-€ einen Klacks. Solltest Du das Geld nicht haben empfehle ich die Seminare: "Imkerei lohnt sich" und "Vermarktung und Steuer".


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Lothar und all:
    weitgehend möchte ich Dir zustimmen. Aber die A.m.m.l. gibt es schon noch bei einigen Imkern, so z.B. bei mir. Ich habe keine anderen Rassen oder Unterarten, denn ich möchte sie möglichst rein erhalten. Es ist unsere Biene!
    Als "Versuchsobjekt" taugt sie nicht. Sie ist selten und damit auch teuer. Wie ich erfahren habe, werden keine Königinnen aus Norwegen mehr einzeln an Imker abgegeben. Es gab dabei zuviel Verluste bei unseren Kollegen. Ich habe im letzten Herbst, nach dem Abtrommeln, standbegattete Königinnen abgegeben.
    Die Heideimker haben gewöhnlich die Vorschwärme verkauft. (Werde ich, wenn es in diesem Jahr gut aussehen sollte, auch machen.) So u.a. vor rund einhundert Jahren eisenbahnwaggonweise nach Südwestnorwegen. Damit hatten sie bei dieser Vorgehensweise einjährige Königinnen auf ihrem Stand. Heideimker brauchten deshalb die Königinnen auch nicht zu kennzeichnen.
    Durch die Nachschwärme wurde der Völkerbestand auf die dreifache Menge erhöht. Nach der Heidetracht und dem weitgehenden Brutende wurden zur Ernte die Völker abgetrommelt. Mit den Bienen bildete man neue starke Völker. Um einige Reserveköniginnen zu haben, suchte man sich dabei welche heraus. Den Rest erledigten die Völker allein. Waren sie in leere Körbe eingeschlagen, bauten sie sofort neues Wabenwerk aus und trugen das Futter dann ein. Bemerkte man, das ein Volk weisellos war, so hatte man ja eine kleine Königinnenreserve. Ein Heideimker überwinterte also immer ungefähr 1/3 bis 1/4 der gewünschten Trachtvölkerzahl. Korbimkerei kennt nur eine Tracht. Die Einträge im Frühjahr und Sommer dienten der Völkerentwicklung. Auf die Spättracht Heide kam es an. Wobei es auch Jahre gab, in denen außer Kosten nichts war.
    Korbimkerei erfordert einen wesentlich höheren Zeitaufwand gegenüber der Imkerei in Beuten und folgt ganz anderen Regeln! Man sollte einen Imker kennen, der einen in diese "Geheimnisse" einführen und dann auch begleiten kann. Das Standartwerk von Lehzen ersetzt keine Praxiskunde!
    Einiges kann man auf www.nordbiene.de nachlesen. Dort gibt es auch eine umfangreiche Linkliste.
    Soweit für jetzt, sonst schreibe ich noch in einer Stunde.


    heidjer*) Wolfgang


    *) Deshalb die Apis mellifica mellifica lehzenii in Körben.

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)