Gute Kirschbaum-Bestäubung durch Ableger?

  • Hallo zusammen,


    mal wieder ein Anfängerproblem:


    Bei meinen Eltern steht ein einsamer (nicht selbstbefruchtender) Kirschbaum, der in den letzten Jahren anscheinend nicht ordentlich bestäubt wurde. (Die jungen Früchte fallen kurz nach der Blüte in Massen ab, Nachforschung ergab das dies durch mangelnde Befruchtung hervorgerufen wird)


    Ob genügend Bestäuber-Bäume in der Nähe sind kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber ca. 50 Meter weiter weg steht eine Wildkirsche, und ca. 500 Meter ist der Kleingartenverein, wo sicherlich auch die eine oder andere Kirsche steht.


    Nun würde ich gerne versuchen, durch Aufstellen eines Bienenvolkes bei der Befruchtung nachzuhelfen.
    Da ich aber augenblicklich nur ein Volk (Ableger aus 2010) habe, bleiben mir nur 2 Möglichkeiten:
    Das Volk umstellen oder einen Ableger bilden und diesen unter dem Kirschbaum zu platzieren.
    Jetzt habe ich aber in einem anderen Thread gelesen, dass ohne Königin die Bestäubung nur schwach ist.
    Mein Pate meinte für einen Baum reichen auch 100 Bienen, also ein Ableger (wenn sie den Baum nicht sturr ignorieren). Volk umstellen ist nicht ganz so gut, weil die Plätze nur 2,5km weit auseinander stehen.


    Ich habe ja schon überlegt, ob ich einen Ableger mache und dann das Volk umstelle (Ableger auf dem Ursprungsplatz), dann würden evtl heimkehrende Flugbienen wenigstens noch ein Heim finden (aber die fehlen dann zum Bestäuben...).


    Könnt ihr mir hier mal Tipps, Meinungen und eigene Erfahrungswerte geben?
    Danke!

  • Meine Meinung ist (und keine Erfahrung), dass du die Aktion auf nächstes Jahr verschieben solltest denn wenn die Kirsche blüht würde ich noch keine Ableger machen weil da keine Vermehrungszeit ist.
    Auch der Gewinn den du daraus ziehen kannst dürfte nicht so ganz optimal sein.
    Der Kleingartenverein ist ja schon mal gut in Bezug auf die Obstbäume (kommt aber drauf an wie groß der ist). Mach lieber dieses Jahr ordentlich Vermehrung und dann stell ein Volk fest da hin.
    Dann hat der Kleingartenverein auch was und du vielleicht auch etwas Obstblüte.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Den Kleingartenverein (gut 10.000m² groß) habe ich nur wegen den evtl dort vorhandenen Kirschbäumen (für die Fremd-Pollen-Versorgung) erwähnt. Bienen will ich dort nicht aufstellen.
    Eine Honigernte für dieses Jahr habe ich schon abgeschrieben, zunächst sollen es 2-3 Völker mehr werden. Es geht mir in erster Linie um die Bestäubung dieses einen Kirschbaumes. Mein Vater hat dem Baum nämlich schon mit der Säge gedroht, wenn die "Ernte" weiterhin so schlecht ausfällt.


    Die Kirschblüte ist doch von April bis Anfang Mai, in der Zeit gehen doch schon teilweise die ersten Schwärme ab? Da kann man dann doch auch schon einen Ableger bilden, wenn das Volk nicht zu schwach ist (sagt mein Imkerpate auch).


    EDIT: In dem oben erwähnten Thread steht ja auch noch, dass weisellose Ableger auch nur minimal Pollen eintragen. Ein Ableger ist ja nun von Haus aus schon klein, und wenn die paar Bienen dann auch noch relativ wenig Pollen eintragen, kann das überhaupt mit der Bestäubung etwas werden?

    Gruß, Chris

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Omni () aus folgendem Grund: Frage nach Bestäubung durch Ableger konkretisiert.

  • [quote='Omni','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=267420#post267420'] Mein Vater hat dem Baum nämlich schon mit der Säge gedroht, wenn die "Ernte" weiterhin so schlecht ausfällt.


    Das hilft meistens!

  • Chris na wie gesagt - Kirsche wäre für mich noch etwas früh. Eher zur Rapszeit würde ich Ableger machen. Wenn du zu der Zeit allerdings einen Schwarm bekommst könntest du Glück haben.
    Olli

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  • Wenn du zu der Zeit allerdings einen Schwarm bekommst könntest du Glück haben.


    Das wäre dann wohl so eine Art Feuertaufe. Bisher habe ich nur Erfahrungen im Flugloch-Beobachtungen (und einmal Brutwaben-Halten im Kurs von Pia Aumeier). Aber dann hätte ich das auch schon mal hinter mir, ist sicherlich ein Erlebnis...

  • Hallo,


    Ableger zu der Zeit scheint mir zumindest dieses Jahr ein Glücksspiel zu sein. Kann mit dem Nachziehen der Königin klappen, kann aber auch in die Hose gehen.
    Ableger würde reichen für einen Baum. Vielleicht findest ja einen Imker in deinem Verein der ein "Mickerling" für dich hat. Jetzt 2 Waaben besetzt, reicht für deinen Baum und bis zum Sommer wird das noch ein Volk.
    Volk vielleicht nicht direkt unter den Baum stellen. Bienen sollen nicht so gut bestäuben in direkter Stockumgebung. Ich denke 20 m sollten reichen. Habe was die entfernung angeht aber keine Erfahrungswerte.


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Mit den Kirschen ist es so: Ist es kalt und Regnerisch bei der Blüte wenig Bienen und wenig Kirschen.

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen

  • Volk umstellen ist nicht ganz so gut, weil die Plätze nur 2,5km weit auseinander stehen.


     
    Servus Chris
    Wenn es echte 2,5 km Luftlinie sind, würd ich mir keine Sorgen machen. Meine Erfahrung: Die Bienen fliegen so zeitig im Frühjahr noch nicht so weit. 2 meiner Stände sind nur 1,5 km auseinander und da fliegt auch nix mehr zurück.
    Also, wenn die Trachtsituation (Viele Obstbäume, Wiesen) beim Kirschbaum einigermaßen gut ist, würde ich das Volk verstellen.


    Viele Grüsse
    Günter

  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Bienen unterm einsamen Kirschbaum kontraproduktiv sind. Kaum waren Bienen in meinem Garten, gab es keine Kirschen mehr. Es wäre gut, wenn die Bienen vorher an einem anderen Kirschbaum vorbei kämen.
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Bei Süßkirschen ist zu beachten, dass ein Baum mit anderen Sterilitätsallelen in der Nähe sein muss, siehe hier. Das bedeutet, dass es für jede Kirschsorte eine oder mehrere Befruchtersorten gibt. Die meisten Süßkirschen sind nicht selbstfruchtbar, weil sie 2 aktive Sterilitätsallele haben. Mein Tip: Such dir einen passenden Befruchter zu deiner Süßkirsche heraus und pflanze entweder einen zweiten Baum oder setze die Sorte per Veredlung direkt in den Baum. Das geht relativ leicht mit Okulation im August.
    Ein anderer Baum in größerer Entfernung wird bei Honigbienen vermutlich nichts bringen, da die Bienen, die auf diesen Baum eingeflogen sind, diesen Baum immer wieder anfliegen und deinen Baum nicht beachten (und umgekehrt).
    Gruß Ralph