Starkes Volk bleibt drin, Ableger fliegt

  • Hallo liebe Imkersleut',
     
    ich habe insgesamt drei Völker: ein Volk aus 2009 und zwei Ableger aus 2010. Einen der Ableger habe ich in Absprache mit meinem Paten dem "Altvolk" aufgesetzt zur Überwinterung. Der zweite Ableger steht Solo. Alles im Bienenhaus.
     
    Nun habe ich am vergangenen Wochenende, als es endlich mal was wärmer war, die Böden gereinigt und auch mal vorsichtig in die Völker geschaut. Sie haben alle noch Futter, das Doppelvolk sehr viel, der Ableger weniger, aber lt. meinem Paten, der kurz vorbei schaute, ausreichend. Beim Durchsehen habe ich im Ableger auch Zellen beschädigt (wo Waben aneinender gebaut waren), so dass Honig/Futter ausfließen konnte :roll:. Beim Doppelvolk war ich dann vorsichtiger, dort ist nichts ausgelaufen.
     
    Jetzt, Montag/Dienstag, als weiterhin gutes Wetter war, ist nur der Ableger geflogen - und das sehr stark. Das Doppelvolk bleibt drin. In den Beuten ist großes Gewusel, also warte ich nicht etwa auf des Ausflug toter Völker. :wink:
     
    Hat das ausfließende Futter beim Ableger den "Turbo" eingeschaltet, oder was kann der Grund sein? Bleibt das Doppelvolk drin, weil sie noch beruhigend viel Futter haben und der Ableger sieht eher Handlungsbedarf zur Futtersuche? Eigentlich ist mit Sonnenschein und ca. 15°C doch ideales Flugwetter. :Biene:
    Die Fluglöcher sind beide eingeengt auf eine Bienenbreite. Nach der Bodenreinigung waren auch einige wenige Bienen aus dem Doppelvolk rausgekrabbelt, der Ausgang ist also durchlässig. Beim Ableger dagegen war richtig was los, so dass ich erst an Räuberei dachte (wegen der beschädigten Zellen), später aber feststellte, dass es nur die "einheimischen" Bienen waren, die dort umherflogen.
     
     
    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf

  • Die kommen gut mit den Pollen durch, ist halt ein bischen mehr als eine Bienenbreite (einigen wir uns auf "Hummelbreite" :wink:). Aber es kommt immer nur eine Biene durch. Mein Pate hatte mir geraten, das Flugloch schön klein zu halten.
     
    Das Problem ist ja, dass aus der einen Kiste (Doppelvolk) niemand raus kommt. Obwohl drinnen das Leben tobt. Hatte zuerst schon befürchtet, dass beim Bodentausch irgend etwas den Ausgang versperrt hätte. Aber dann wären ja auch nicht die paar Bienen rausgekommen, die draußen waren.
     
    Vor dem Öffnen und Reinigen hatte ich eher gedacht, der Solo-Ableger wäre dahingeschieden, weil dort nichts passierte, während am Doppelvolk immerhin ab und zu jemand umher krabbelte. Jetzt ist's genau anders herum. Und das bei schönem Wetter.

  • Hallo Ralf


    wo stammt denn diese Weisheit her, ein Volk auf etwa 20 Waben und ein Flugloch von 5mm, das kenne ich aus meiner ganzen Imkerpraxis nicht. Meine Magazine haben das ganze Jahr mindestens ein Flugloch von 15 cm, im Sommer auf die ganze Zargenbreite, so ein Volk braucht doch Luft und nicht nur durch den Gitterboden. Wenn manche Völker später fliegen, dann haben sie meisten keine Not und es ist alles in Ordnung. Bei dir würde ich sofort das Flugloch auf mindestens 5cm erweitern, da wirst du bei schönem Wetter auch ein freudiges Erleben haben. Wegen möglicher Räuberrei mach dir mal keine Sorgen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Drobi,
     
    ich hab's so eng gemacht, als ich bei dem Solo-Volk die Räuberei befürchtete. Auf meinen Ableger-Stand haben wir (Pate und ich) infolge von Räuberei vergangenes Jahr zwei Königinnen verloren (er eine und ich eine), da war ich wohl jetzt etwas übervorsichtig. Zunächst hatte ich nämlich auch ca. 3-4 cm Öffnung gelassen. aber aus Angst dann auf eine "Hummelbreite" reduziert. Werde dann wohl - zumindest bei dem Doppelvolk - weiter öffnen. Mein Pate hatte mich halt ermahnt, die Fluglöcher eng zu halten. Wie eng, hatte er nicht gesagt - und ich nicht gefragt.
     
     
    Es wird, wie Du mir ja bestätigst, dann wohl an der guten Versorgung des Doppelvolks liegen, dass sie erst noch mit dem Ausflug abwarten. Da wir in einem eher kühlen, feuchten Tal wohnen, sind die warmen, sonnigen Abschnitte noch eher kurz.
     
    Das mit der "Luft" kann ich ehrlich gesagt aber nicht nachvollziehen. Wenn ich mir einen Gitterboden so ansehe, ist das, was durch den Flugschlitz kommt, doch lächerlich gering.


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf

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  • War soeben bei den Immen. Offenbar war mein Pate heute am Bienenhaus (ist seines). Das Flugloch am Doppelvolk hat er vergrößert. Jetzt sind's aber nur noch 5°C, da fliegt natürlich auch nix.


    Nachtrag: war doch nicht mein Pate. Meine Frau war am Bienenhaus, wie sie mir später sagte und hat gesehen, dass in dem kleinen Loch ne tote Leiche lag. Da hat sie (O-Ton) "aus weiblicher Intuition" das Loch vergrößert.

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  • Hallo.
    Sind bei allen die selben Bienenrassen drinn?
    Habe bei meinen Völkern schon oft beobachtet, dass eines (eher Richtung Carnica-Mischung) früher und bei tieferen Temperaturen geflogen ist.
    Und die anderen drei Völker Dunkle Bienen (mellifera,mellifera) eher später die Traube verlassen...


    Gruss Florian

    Willst du Fleiss und Ortnung sehen, musst du zu den Bienen gehen.

  • Florian : ja, sind überall die Carnica-Königinnen von Weiss drin.
     
    Inzwischen habe ich beim Doppelvolk den Flugschlitz ganz geöffnet, bei dem Solovolk ca. 5 cm.


    Gestern Nachmittag war ich wieder gucken - tote Hose. Na ja, war ja auch schon 5 Uhr, die Sonne war rum (schien jetzt von hinten auf's Bienenhaus).
     
    Nur vereinzelt schaute bei beiden Kisten mal eine Biene raus.
     
    Da plötzlich kam aus dem Doppelvolk ein Trupp von 25-30 Bienen. Ich denke, sie flogen sich ein - mit dem Gesicht zum Flugloch flogen sie auf und ab, aber anscheinend nicht so richtig weg. Als wollten sie mir zeigen, dass doch alles OK ist. :lol: Das Solovolk sammelt fleißig Pollen. Da geht schon richtig die Post ab.
     
    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf
     
    Dass es bei uns am Haus (Talkessel) eher schwierig für die Bienen ist, habe ich heute morgen wieder gesehen. Als ich losfuhr, zeigte mein Autothermometer noch -3°C an. Hier am Büro, rd. 100m höher und offene Lage, sind's 5°C.

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  • Hallo Ralf,
    gönn Deinen Bienen die Sonnenseite des Bienenhauses.
    Siue sind halt "Sonnenvögelein".
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lothar : hab ich ja. Süd-Ost. Die andere Seite, Nord-West und gegen einen bewaldeten Steilhang, ist unbesetzt.
     
    Will heute mal früher aus dem Büro nach Hause gehen, vielleicht erlebe ich bei dem strahlenden Sonnenschein eine freudige Überraschung...
     
    Grüße aus dem sonnigen Bergischen Land,
    Ralf