Einraumbeute von Mellifera und meine eigene Betriebsweise dazu

  • Jedes Jahr ein Experiment: Letztes Jahr war es die TopBarHive. Dieses Jahr habe ich mich für die Einraumbeute entschieden. Da ich selbst nicht der beste Handwerker bin habe ich mir mal eine dieser Beuten bestellt. Diese Woche war es soweit und sie wurde mir geliefert. :-D Von der Betriebsweise mit der TopBarHive (+ Naturbau) aus dem Vorjahr begeistert, sehe ich die Einraumbeute als Rähmchenversion dieser einfachen Lagerbeute.
     
    Allerdings bin ich von der beschriebenen Betriebsweise nicht ganz überzeugt und plane die Verwendung eines horizontalen Absperrgitters und einer horizontalen Bienenflucht (beides wird die Woche noch gebastelt). Zusätzlich noch Erleichterungen wie Metallschienen für die Rähmchen, die Verwendung einer Abdeckfolie sowie einem Deckel mit Spundloch (was für mich einen der einfachsten und störungsfreisten Wege der Fütterung darstellt). Zu guter letzt noch ein massives und dickes Holzschied zum Abtrennen und besseren Isolieren des großen freien Raums während der Überwinterung (Das hat mir bei der TBH nur mit einem normalen Schied nicht gefallen).
     
    Bezüglich der Betriebsweise (im Kaltbau) werde ich versuchen darin mit zwei Schieden zu arbeiten (natürlich alles im Naturbau mit Dreiecksleisten ohne Draht und Mittelwände). Das Brutnest soll in der Mitte beginnen. Das Schied rechts wird zur Trachtzeit entnommen, durch das horizontale Absperrgitter ersetzt und der Honigraum begonnen. Zur Honigernte dann die Flucht rein und bei der anschließenden Auffütterung den Raum links dann mit Rähmchen aufgefüllt und nach rechts mit dem massiven Holzschied zur Überwinterung abgeschlossen (ich hoffe man kann sich ungefähr vorstellen wie ich das meine :wink: ).
     
    Bin schon mal gespannt was da rauskommt und ob es genauso reibungslos und einfach funktioniert wie in einer TBH (nur eben mit Rähmchen). :daumen:
     
    Ggf. kann ich auch mal ein paar Photos einstellen und weiter drüber berichten wenns jemanden interessiert.
     
    Gruß Christian


  •  
    Allerdings bin ich von der beschriebenen Betriebsweise nicht ganz überzeugt und plane die Verwendung eines horizontalen Absperrgitters und einer horizontalen Bienenflucht (beides wird die Woche noch gebastelt).
     


    Hallo Chris,


    jetzt muss ich Dich mal aus Neugier etwas fragen......
    Warum kaufst Du Dir eigentlich eine Beute, von deren Betriebsweise Du nicht ganz überzeugt bist ??


    Wenn ich lese, dass Du ein Absperrgitter vor dem "Honigraum" einsetzen willst...........warum versuchst Du nicht lieber gleich ein "Experiment" mit der Golzbeute??:wink:


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von helianthus ()

  • Golz und Bremer haben mich auch schon immer begeistert. Meine restliche Imkerei ist allerdings Dadant und ich wollte mir mit Kuntsch kein weiters Maß an den Stand holen. Die ERB ist ja eigentlich nichts anderes als eine Dadant Lagerbeute. Absperrgitter und Bienenflucht sind Vereinfachungen die ich für einfach unverzichtbar halte. Die normale ERB Betriebsweise sieht beides ja nicht vor.

  • Hallo Christian,


    hört sich für mich recht kompliziert an, warum nich Dadant im Naturbau?



    Das hab ich auch sofort beim Lesen gedacht. bzw. Golz. Aber Du schreibst, Deine restliche Imkerei ist Dadant. Welche "Modifikation" an der Einraumbeute reizt Dich hier jetzt noch?
    Erklär mal bitte.
    Der "Einraum"? Der ist doch mit o.g. Maßnahmen prizipiell wieder aufgehoben.
    Ist das nun eine Annäherung von Einraum-Golz an Dadant-Maßnahmen? Von allem das Gewollte? Oder verstehe ich was falsch?


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Die normale ERB Betriebsweise sieht beides ja nicht vor.


     
    Vielleicht unterhältst Du dich vorher mit Norbert Poeplau von der Mellifera Fischermühle. Der hat schon allerlei Modifikationen an der Einraumbeute vorgenommen.


    Viele Grüße,
    Bernhard

  • Hab ich schon. Aber wie gesagt, Absperrgitter und Bienenflucht gehören nicht zum normalen Konzept der ERB. Ich glaube nicht, dass das an der Fischermühle ausprobiert wurde.


    Vielleicht unterhältst Du dich vorher mit Norbert Poeplau von der Mellifera Fischermühle. Der hat schon allerlei Modifikationen an der Einraumbeute vorgenommen.


    Viele Grüße,
    Bernhard

  • Ist das nun eine Annäherung von Einraum-Golz an Dadant-Maßnahmen? Von allem das Gewollte? Oder verstehe ich was falsch?


    Marion


     
    Genau das finde ich und genau das will ich auch! Allerdings mit seitlichem Honigraum, nicht dahinter wie bei Golz. Mich begeistern diese Lagerbeuten wie Golz und Bremer, alles auf einer Ebene und kein Heben von Kästen. Aber Golz/Bremer sind vom Platzbedarf her riesige Kästen. Da ist die ERB doch im Vergleich um einiges handlicher.


    Grundsätzlich ist alles momentan ein Versuch, nicht mehr. Mir hat die Imkerei mit der TBH sehr gefallen. Die ERB ist ja ziemlich ähnlich aufgebaut, nur mit Rähmchen (und geraden Seiten) und genau das gefällt mir. Bei der TBH musste man ständig die seitlich angebauten Waben lockern. Das fand ich ziemlich umständlich. Ansonsten fand ich imkern damit toll!


    Absperrgitter müsste nicht unbedingt sein, aber eine Bienenflucht finde ich eine sehr große Vereinfachung! Und mit vorherigem Absperrgitter und klar getrenntem Honigraum ist auch der Einsatz einer Bienenflucht um einiges einfacher.


    Ich schau jetzt einfach mal ob das imkern damit gut möglich ist. Daher reichen mir vorerst auch ungedrahtete Rähmchen im Naturbau. Sollte das gut klappen überleg ich mal weiter nach einer guten Methode, dass man die Honigrähmchen ggf. auch schleudern könnte. Aber jetzt erstmal schaun wie das klappt und ob es nicht nur dem Imker sondern auch den Bienen gefällt! :)

  • Wobei die Einraumbeutenrähmchen soweit ich weiss in zwei Zargen Warrė passen. Mit leichten Anpassungen. :wink:


    Von wegen nur ein Maß am Stand.


    Bernhard

  • Hallo ChrisM!


    Gerade letzte Woche habe ich mit einem Vereinskollegen über die Einraumbeute diskutiert, insbesondere über die Modifikation, ein Absperrgitter zu verwenden. Wenn die Waben übereinander gestapelt werden wie z.B. im Magazin, wird das Gitter ja hauptsächlich zur Vermeidung von Brut auf HR-Waben genutzt. Da die Bienen das Brutnest kugelförmig anlegen, hat man bei vertikaler Stapelung ohne Absperrgitter auf den mittleren HR-Waben oft einen halbmondförmigen Anteil mit Brut. In deiner Einraumbeute hast du eine horizontale Wabenanordnung. Das Brutnest wird auf einer Wabe enden und ab der nächsten Wabe beginnt dein Honigraum. Die Königin wird nicht wegen fehlendem Absperrgitter weiter rechts (d.h. fluglochfern) im Honigraum wahllos Brut auf Honigwaben ablegen. Ein Absperrgitter macht also bei horizontaler Wabenanordnung keinen Sinn, wenn man es nach herkömmlichem Verständnis zur Vermeidung von Brut auf Honigwaben verwenden will. Mein Kollege hat allerdings die Ansicht vertreten, man könne es sehr wohl gebrauchen - und zwar zum "Pressing". Gemeint ist damit, das Brutnest mittels Absperrgitter (und Schied) gezwungen klein zu halten, um die Bienen in den Honigraum zu "drücken" und auch um das Volk gezielt klein zu halten, weil ja die Einraumbeute nicht wie ein Magazin mit der Volksgröße wachsen kann. Moderne Zuchtlinien sind auch auf Leistung getrimmt und bauen nach Möglichkeit sehr große Völker auf. Bei begrenztem Raumangebot (z.B. in Blätterstock, Warre, TBH oder Einraumbeute) kann man deshalb schon mal in Schwierigkeiten geraten.


    Ich schreibe diess, weil ich meine, du solltest die Gründe bzw. Hintergedanken für deine geplante Modifikation noch klarer formulieren. Was bezweckst du genau mit den zwei Schieden und dem Absperrgitter? Die Bienenflucht und das Spundloch sind von ihrem Nutzen her ja schon eher einzusehen. Man wird aber z.B. das Absperrgitter an unterschiedlichen Positionen platzieren, je nachdem, ob man es zum "Pressing" oder zur reinen Trennung von Brut und Honig verwenden möchte.


    Gruß vom Sammler

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 Mal editiert, zuletzt von Sammler () aus folgendem Grund: Klarstellung "fluglochfern"

  • ...Bei begrenztem Raumangebot (z.B. in Blätterstock, Warre, TBH oder Einraumbeute) kann man deshalb schon mal in Schwierigkeiten geraten.


    Zumindest beim Warréstock gibt es kein Raumproblem, sondern das Problem ist die Verfügbarkeit leerer Waben. Der Warréstock ist in vielen Ländern dieser Welt im Einsatz - mit ganz unterschiedlichen Bienen und Trachtverhältnissen. In Südamerika, vor allem Brasilien, wird darin auch mit der afrikanisierten Biene gearbeitet. In Australien gibt es teilweise sehr gute Trachtverhältnisse. Hier bauen die Bienen sechs Zargen in zwei Wochen aus und tragen sie voll. Das sind Hinweise, dass es kein Raumproblem gibt, zumal der Raum beliebig zu erweitern ist. Die Schwierigkeit besteht in der Verfügbarkeit von leeren Waben als Pufferspeicher.


    Hier in Deutschland gibt es dazu nur enge Zeitfenster zum Erweitern des Wabenbaus und das wird teilweise zum Problem im Stabilbau. Die Bienen brauchen mehr Brut, um mit Bienenmasse den Weiterbau des Nestes anzugehen. Des Weiteren wird Nektar eingetragen, wobei der Nektar zu Honig eingedickt wird. Wobei das Volumen im Verhältnis 4:1 steht. Vier Waben Nektar werden zu einer Wabe Honig. Auch hier sind leere Zellen notwendig als Pufferspeicher. Man könnte also behaupten, die Verfügbarkeit von leeren Waben ist immanent wichtig.


    Und hier greifen ja die Maßnahmen des Mobilbaues mit Rähmchen. Waben in Rähmchen werden über Winter aufbewahrt und zugesetzt, wenn das Volk soweit ist. Das Volk hat Platz zum Expandieren - und daher rührt auch die Volksstärke her. Stabilbau geht so etwas nur schwerer.
    Sicher mag es Völker geben, die genetisch bedingt größer werden, doch ich weiss aus Erfahrung, dass auch sie bei begrenztem Wabenangebot schrumpfen. Wenn genügend Raum vorhanden ist und alle Bedingungen zum Wabenbau gegeben sind (vor allem Außentemperaturen und stetige Tracht), werden genügend Waben neu gebaut, um sehr große Völker hervorzubringen.


    Das Limitierende ist bei der Warré und vielen anderen Stabilbaubeuten also die Verfügbarkeit leerer Wabenflächen, die hier in Deutschland wiederum limitiert sind durch nur sporadisch auftretende gute Außen- und Innenverhältnisse zum Wabenbauen.


    Viele Grüße
    Bernhard