Wann gehen Bienenvölker in Brut?

  • Hallo zusammen,


    ich bin das 2te Jahr Imker und mich würde interressieren wann die Bienen in die Brut zurück gehen und auf wievielen oder wenigen Waben sie jetzt sitzen sollten.


    Vielen Dank im vorraus


    Andi

  • Hallo Andi,
    also ich weiß ja nicht wo du wohnst, aber meine sind denke ich schon in Brut! Tragen auf jeden Fall Pollen ohne Ende ein! Aber bei mir waren es schon über 10 Grad! Werde morgen mal ne Windel einschieben um genauer zu schauen!


    Gruß
    Steffen
    (Jungimker 2010)

  • Meine Völker haben Ab etwa Mitte Januar gebrütet. Habe bei warmen Wetter mal in ein Volk geschaut am 8.2. Dort fand ich ne halbe Wabe voll mit Brut, das meiste davon längst verdeckelt, kurz vorm Schlupf. Drum herum junge und jüngste Brut. Ob es noch weitere Waben gab, habe ich nicht geschaut, sondern gleich wieder alles zu gemacht.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hi zusammen!


    Das ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Z.B. Rasse, Standort und der Witterung. Auch spielt es eine Rolle, ob es sich um einen Ableger handelt oder um ein Vollvolk mit alter Königin.


    Sehr gute Literatur dazu ist von Bretschko und Moosbeckhofer: "Naturgemäße Bienenzucht" ISBN 3-7020-0740-7
    Ich kann es nur wärmstens empfehlen.


    Im Übrigen hatte ich heuer ein Volk, das beim Reinigungsflug am 10. Januar nicht geflogen ist. Dachte schon, dass sies dann wohl ein Winterverlust wäre. Bei der Nachschau stellte ich jedoch fest, dass das Volk stark war und bereits in Brut mit verdeckelten Zellen.


    D.h. Es gibt Völker die brüten auch durch und es gibt Völker, die machen von Mitte September bis Ende Januar Brutpause. Diese Völker gilt es herauszufinden und zu selektieren.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Meine haben wohl auch Mitte Januar angefangen zu brüten.
    Zumindest das buckelbrütige Volk...


    Ich habe noch nie so früh geschlüpfte Drohnen gesehen.....


    Naja....laut Sabi(e)ne heizen ja Drohnen....bei den z.Zt. kühlen Außentemperaturen dürfen sie das auch.:cool::lol:


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Ich bin ja nun absolute Anfängerin,
    aber im hiesigen Imkerverein haben sie mir erklärt, dass ich an den vielen runterfallenden Wachsplättchen erkennen kann, dass die Bienen wieder brüten. dass kann ich gut durch einen Blick ins Flugloch kontrollieren. Demnach gingen sie im Januar wieder in Brut. Vor zwei Tagen war dann Reinigungsflug, der erste schöne Tag hier im Norden. Ende September waren sie schon nicht mehr in Brut. Ich werde den Teufel tun, und jetzt schon alles aufreißen, um zu sehen, wie stark das Volk ist.
    Und hier meine Frage an Luffi:
    Was meinst Du mit selektieren? Wonach würdest Du selektieren, und warum?
    Vielen Dank schonmal für eine Antwort.
    und viele Grüße an alle
    Sabine

  • Hallo Sabine!


    Das Selektionskriterium ist eine frühe Brutfreiheit und ein später Brutbeginn. Also möglichst lange keine Brut, damit man gut gegen die Varroamilbe behandeln kann und damit die Völker auch erst spät anfangen zu brüten um eventuelle Witterungsbedingte Kälteeinbrüche gut wegstecken können.
    Das ist ein Zuchtziel - zumindest bei mir!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Guten Abend, Luffi.


    Ich bin zwar alles andere als ein Experte und das Wissen ist nur angelesen,
    aber ein zu geringer Brutumsatz / eine zu große Langlebigkeit soll auch Nachteile haben
    (Anfälligkeit für Tracheenmilbe fällt mir spontan ein).


    Mit Deinem Profil hast Du mich jetzt völlig verwirrt:
    Du hast Buckis auf einem Zanderbrutraum und selektierst auf große Brutpausen?
    Wie passt das zusammen?


    (Nichts für ungut bitte, wenn ich neugierig bin.)

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo Andi


    bei uns im Osten Deutschlands geht man von einem Brutbeginn Anfang Februar aus. Nach meinen bisherigen Erkenntnissen, ist der Brutbeginn im Westen Deutschlands 14 bis 21 Tage eher. Möglich das sie auch durchbrüten.
    Die besetzten Waben können nicht immer den aktuellen Stand des Volkes einschätzen. Manche Völker explodieren förmlich, andere entwickeln sich kontinuierlich. 5- 7 Wabengassen sind normal, je mehr desto besser.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)



  • Hallo Traugott!


    Wo liegt denn da das Problem?
    Wichtig ist doch auch die Langlebigkeit. Je mehr Brut gepflegt wird, desto mehr verbrauchen sich die Bienen.
    Nur so mal ein Argument.
    Und die Tracheenmilbe ist derzeit eigentlich keine Bedrohung bei den ganzen Säureduschen...


    Ein Brutraum Zander ist auch relativ zu sehen. Ich imkere mit "Pressing"! Der Dadantimker in der Tracht geht her und presst den Brutraum runter auf 7, max. 8 Dadantbrutwaben. Das sind ca. 10 Zanderwaben und einfach ein System zum "Honigabgreifen". Das System ist nicht von mir, sondern vom Benno Winnerlein und es imkern einige Imker in meiner Gegend mit diesem System.


    Das heißt aber nicht, dass ein Volk nur Raum auf einem 10er Zanderraum hat. Im Gegenteil! Diese Völker haben halt NUR einen 10er Zanderbrutraum und viele Honigräume...


    Zur Überwinterung reicht im übrigen so ein einzelner 10er Zanderraum nicht! Da gibt es dann einen untergesetzten 2/3 Honigraum, der im März weggenommen wird, wenn das Volk diesen nicht mehr benötigen sollte und kein Futter mehr drin ist.


    Der 2/3 Honigraum wird wieder zur Kirschtracht gegeben, wenn die Völker wieder Raum für die Tracht brauchen.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Die Lüneburger Heide ist eine kalte Gegend. Wir haben hier heute Nacht die erste frostfreie Nacht mit 0 bis 1°C. Am Tage hatten wir zwischen ca. 13 und 16 Uhr dank des Sonnenscheines um die 6°C, jedoch unfreundlichen kühlenden Wind.
    Ich habe die dunkle Heidebiene A.m.m.l. in Segeberger Beuten und Lüneburger Stülpern.
    Die wenigen fliegenden Bienen bewegen sich kaum vom Standplatz weg. Auch haben sich noch längst nicht alle Völker mit zahlreichen Bienen vor das Flugloch getraut. Alle 13 leben aber noch. Zwei sind sehr schwach. Es brütet noch kein Volk. Pollen wird noch nicht eingetragen. Die Haselnussbüsche werden wohl langsam vom Wind leergeweht sein. Kaum ein Schneeglöckchen oder Krokus blüht. Die meisten haben erst wenige Zentimeter die Blätter aus der Erde geschoben. Der Boden ist noch gefroren und in schattigen Lagen liegt Schnee. Die ersten Weidenkätzchen haben sich heute geöffnet.
    "Der Frühling läßt sein blaues Band" bei und noch nicht flattern.
    Es heißt somit abwarten, wie sie sich entwickeln, wann die Schwärmerei beginnt und ob es Frühtracht oder Raps gibt.
    In der Ruhe liegt die Kraft.


    heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)