Ableger am selben Standort bilden

  • Ich hab da mal wieder eine meiner Anfängerfragen ;)


    Ich möchte Anfang Mai aus meinem ersten Volk einen Ableger am selben Standort machen.
    Folgendes Vorgehen habe ich mir gedacht (bitte um Verbesserungsvorschläge):


    Sobald die ersten Weiselzellen zu sehen sind wird der Ableger gebildet.
    Eine Zarge (DNM) wird mit 2-3 Brutwaben samt ansitzenden Bienen bestückt plus 2-3 Weiselzellen. Die restlichen Weiselzellen werden regelmäßig im Altvolk ausgebrochen.
    Die Zarge wird mit Mittelwänden, 1-2 Futterwaben und Leerwaben aufgefüllt.
    Aus dem Honigraum des Altvolkes werden mind. 2 Waben in den Ableger gestoßen, so dass genügend Jungbienen vorhanden sind.


    Die Flugbienen werden ins Altvolk zurückkehren, im Ableger werden die Weiselzellen weiter gepflegt. Flugloch wird klein gehalten um Räuberei zu verhindern.
    Nach Schlupf der ersten Königin hoffe ich, dass sie das mit den anderen Weiselzellen alleine regelt....


    Liege ich damit richtig oder bin ich zu blauäugig? Ich habe leider nicht die Möglichkeit mit einem Ableger 3 km weiter zu fahren.
    Außerdem habe ich durch das schröpfen doch auch den Schwarmtrieb des Altvolkes zumindest unterdrückt/verzögert??


    Im Voraus schon mal vielen lieben Dank für Eure Tipps :)


  • Eine Zarge (DNM) wird mit 2-3 Brutwaben samt ansitzenden Bienen bestückt plus 2-3 Weiselzellen.


    Ich würde nur eine Weiselzelle stehen lassen. (Nicht, dass ansonsten eventuell kleine Schwärme fallen).
    Und ich würde mehr Brutwaben in den Ableger geben. Mindestens 5 Waben mit verdeckelter Brut. Und genauso viele Honigwaben.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • In diesem Video wird ein Ableger mit Königin gezeigt. Wenn bereits Schwarmstimmung herrscht, sicher die bessere Variante als Deine mit dem Zellenbrechen. Runterscrollen und auf Ablegerbildung mit der Dunklen Biene gehen.


    Deine Variante eignet sich dazu, die Schwarmstimmung erst gar nicht aufkommen zu lassen indem Du das Volk gezielt schröpfst. Zumindest in der Theorie.:wink:
    http://www.nordbiene.de/index.…os-der-dunklen-biene.html


    Pia Aumeier macht Ihre Ableger nur mit einer Brutwabe und sagt, die Einwinterungsstärke ist die selbe, nur mit weniger Varroa.
    http://www.bienenpaten.de/images/downloads/Aumeier_06_08.pdf

  • carsten72 : so habe ich auch schon mal nen Ableger gebildet, aber der ist zunächst recht schwach, weil eben die Flugbienen wieder in den alten Stock gehen. Der Flugling geht andersrum: man bildet bei schönstem Flugwetter nen Brutableger, so wie Du vorgeschlagen hast, aber das Altvolk verstellt man so um 30-50m und der neue Ableger kommt auf den alten Standplatz. Dann gehen die Flugbienen in den Ableger, das alte Volk bleibt aber noch stark genug. Die Schwarmlust dürfte ihnen dann aber vergangen sein.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Holmi,


    ich hab das zwar noch nicht probiert aber ich glaub nicht, das man da noch viel Erntet, außer man macht das ganz früh im Jahr und hat später noch Tracht.


    Die Frühtracht dürfte aber so durch sein. Ist aber nur eine Vermutung.:wink:


    Das einfachste und wirksamste ist der Königinenableger.:daumen:

  • Hallo Bienenfreunde!


    Zitat

    Ich würde nur eine Weiselzelle stehen lassen. (Nicht, dass ansonsten eventuell kleine Schwärme fallen).
    Und ich würde mehr Brutwaben in den Ableger geben. Mindestens 5 Waben mit verdeckelter Brut. Und genauso viele Honigwaben.


    Würde ich nicht machen, denn wenn alle Flugbienen heim geflogen sind, fallen mit Sicherheit keine Kleinschwärme. Die Schlupfsicherheit ist erhöht, wenn man mehrere Schwarmzellen stehen lässt.


    Über die Größe der erstellten Ableger könnte man trefflich streiten, den beim folgenden System (Völkervermehrung in 4 Schritten) wird im Endeffekt aus einer Brutwabe ein Ableger erstellt (jedoch mit Flugbienen)


    http://www.diebiene.de/online/103605/Schema.pdf


    Zitat

    so habe ich auch schon mal nen Ableger gebildet, aber der ist zunächst recht schwach, weil eben die Flugbienen wieder in den alten Stock gehen. Der Flugling geht andersrum: man bildet bei schönstem Flugwetter nen Brutableger, so wie Du vorgeschlagen hast, aber das Altvolk verstellt man so um 30-50m und der neue Ableger kommt auf den alten Standplatz. Dann gehen die Flugbienen in den Ableger, das alte Volk bleibt aber noch stark genug. Die Schwarmlust dürfte ihnen dann aber vergangen sein.


    Nicht nur die Schwarmlust vergeht, sondern auch der Honigertrag, denn ohne Flugbienen kein Honig, ausgenommen wie ein anderer Teilnehmer geschrieben hat, wenn man noch spätere Ernten zu erwarten hätte.



    carsten72
    Ich kann es gar nicht glauben, dass sich für ein paar Ableger kein geeignetes Plätzchen in entsprechender Erntfernung finden ließe (z.B. bei einem Imkerfreund, bei einem Verwandten, bei einem Arbeitskollegen, auf einem öffentlichen Gut usw.). Da gehts um höchstens 3 Wochen, die Bienen bleiben ja nicht ein ganzes Jahr über. Die Leute die von der Natur und von der Bestäubung ein wenig Ahnung haben, sind erfahrungsgemäß meistens recht hilfsbereit.



    MfG
    Hongimaul

  • Hallo Bienenfreunde,
    ich glaube auch nicht, das es so schwer ist einen neuen Standort zu finden. Im ersten Jahr habe ich auch gedacht, das niemand Bienen auf seinem Grund haben möchte. Doch oh Wunder, wenn es sich herumgesprochen hat, kommen von allen Ecken Personen, die ich nicht mal kannte und sagten, ja klar stell mal welche hin, habe keine Probleme damit. Zurzeit haben wir 4 Stellplätze und könnten noch drei weitere belegen, wenn wir so viele Bienenvölker hätten. Also einfach mal nett nachfragen. Vielleicht weiß ein Vereinsmitglied jemjanden. So haben wir unseren ersten Stand auch bekommen.
    Viel Glück Flotte Biene:daumen:

  • Bei uns ist das so eine Sache mit den Stellplätzen.
    Da hier und da die AFB ausgebrochen ist, steht man schnell mal in einem Sperrbezirk oder vielleicht auch der neue Stellplatz.
    Ich bin bislang zum Glück verschont geblieben (Gesundheitszeugnis) aber wer weiß, ob das so bleibt, wenn ich meine Ableger in der Umgebung verteile.
    Außerdem muss jedes Umsetzen (auch ohne Sperrbezirk) mit dem Amtsveterinär abgesprochen sein und der besteht auf einem Gesundheitszeugnis (was ich übrigens auch sehr gut finde).

    There are 10 kinds of people. Those who understand binary and those who don't!

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  • Hallo Carsten,


    ich habe letztes Jahr auch Ableger am gleichen Standort gebildet - mache ich nie wieder! Bei mir ab es zwei Probleme:


    => ich habe die Ableger recht spät gebildet (Ende Juli), schon beim Einsetzen in die neue Beute waren die "Räuber" da und schwirrten um den Kasten
    => die Ableger wehrten sich überhaupt nicht gegen einzelne Räuber. Ich vermute, es lag ab gleichen Eigengeruch - die Räuber waren aus dem ursprünglichen Spendervolk! Hinterher hat mir ein Imker aus unserem Verein gesagt, dass dies vollkommen logisch ist, da das neue Volk bzw. der Ableger erst einen Eigengeruch bildet, wenn die Königin beginnt zu legen


    Ergo werde ich meine Ableger immer aus dem Flugkreis stellen. Ich habe hier auch die gleichen Erfahrungen wie "Flotte Biene" gemacht, bin quasi überall auf offene Ohren gestoßen als ich nach Standplätzen gefragt habe.


    Mein Tipp:
    Such einen geeigneten Standplatz am Waldrand (Südseite) eines Gemeindewaldes, ruf den zuständigen Förster an und frag ob Du dort aufstellen darfst. Die sind im allgemeinen sehr freundlich und hilfsbereit.


    Gruß Wolfgang

  • Hallo Freeze!


    Im Juli macht man ja auch keine Ableger mehr.
    Da sollte man Kunstschwärme machen.
    Am gleichen Standort funktioniert nur bei Tracht.
    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Bienenfreunde!


    Wenn aus bestimmten Gründen nur der eigene Standort, bzw ein Standort innerhalb von 3 km zur Verfügung steht, dann muss man die Ableger auf jeden Fall während der Frühtrachtzeit machen. Da besteht am wenigsten Räubereigefahr und die fehlenden Flugbienen sind am ehesten zu verschmerzen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist das problematisch, außerdem kommt man in unserer Gegend in die Waldtrachtzeit und die ist bei der Zucht schlecht. Da wird lieber gesammelt als nachgeschaffen.


    Ein paar Tage Kellerhaft der Ableger könnte ev das Gefüge und die Harmonie zwischen Flugbienen und dem restlichen Ableger auch verbessern, wodurch vermutlich weniger Flugbienen zum Ursprungsvolk zurückfliegen dürften.


    MfG
    Honigmaul

  • Zitat

    ich habe die Ableger recht spät gebildet (Ende Juli), schon beim Einsetzen in die neue Beute waren die "Räuber" da und schwirrten um den Kasten


    Zitat

    Ergo werde ich meine Ableger immer aus dem Flugkreis stellen


    Um diese Jahreszeit werden die dann halt von den Völkern der am nächsten stehenden Imker ausgeraubt.


    Da hilft nur Flugloch winzig und Räubereigitter dran. Ich mache das inzwischen bei allen Jungvölkern sofort nach dem Einschlagen. Da fliegen sich dann sofort alle Bienen darauf ein und keine bleibt draußen, wie es bei später angebrachten Gittern der Fall ist.
    Ich persönlich mache aber um diese Jahreszeit ausschließlich starke Kunstschwärme, Bienen aus den HR sind ja genug vorhanden. Gewicht (bei mir 2,5 Kg und mehr).