Verdoppelung der Honig- Jahreserträge durch effizientere Betriebsweise

  • Liebe Imkergemeinde !
    Habe mir einige Gedanken dazu gemacht, wie die Wirtschaftlichkeit der Imkerei zu steigern wäre; bei der Analyse habe ich folgende Überlegungen und Feststellungen gemacht:
    Viele Kosten bezüglich der Imkerei sind fest; Einsparungen an Ausstattung und Betriebsmittel sind kaum möglich. Dies ist bei diesem Posten aber auch fast zweitrangig, da bei kaufmännischer Kalkulation diese Investitionsgüter und Betriebsmittel eingepreist werden; ebenso können diese steuerlich abgesetzt werden und vermindern die Unternehmenssteuern.
    Die laufenden Betriebskosten wie z.B.Varroa Behandlung, Winterfutter usw. sind fest da sie Völkeranzahl abhängig sind (mehr Völker = mehr Futter = mehr Kosten) . Bei diesen Kosten liegt das Einsparungspotential vornehmlich im Erreichen eines besseren Wareneinkaufspreises.
    Bis dahin waren es kaufmännische Überlegungen; nun zur Betriebsweise:
    Das größte (kaufmännisch gesehen) unwirtschaftliche Problem ist, daß Bienen in unseren klimatischen Bereichen nur wenige Monate im Jahr Tracht vorfinden und die restliche Jahreszeit auf eine Fütterung angewiesen ist. (überspitzt formuliert: sie arbeiten und erwirtschaften im Herbst und Winter nichts – verursachen aber Kosten).
    Nun zu meiner Idee:
    Was haltet ihr davon, (für diejenigen es organisatorisch einrichten könnten) eine völlig andere Betriebsweise einzuführen:
    Eine ganzjahres- Mehrtrachtbetriebsweise ohne Winterpause:
    -zunächst normale Betriebsweise wie bisher, frühe Königinnenzucht und Ablegerbildung;
    - Im September dann starke Kunstschwarmbildung mit den jungen Königinnen des gleichen Jahres (aus den Ablegervölkchen), Verpacken mit Futter für ca. einer Woche und auf geht’s als gekühlte Luftfracht auf die Südhhalbkugel. Dort sucht man sich ein Land aus das einem zusagt, das gute Trachtverhältnisse bietet, möglichst keine Bienenseuchen vorkommen und evtl. Obstplantagen hat wo bestäubende Bienen gebraucht und gemietet werden.
    - Im März dann die ganze Geschichte Retour.
    Das hätte den Vorteil, daß nur wenige Völker eingefüttert über den Winter gebracht werden müssen (nämlich nur die, die zuhause bleiben) und in einem Imkerjahr 2 ganze Jahres- Vollernten gewonnen werden würden. (Dies wäre eine effizientere Ausnutzung der imkerlichen Lebenszeit). Der Imker würde sich ebenfalls das hierzulande oft scheußliche Herbst- und Winterwetter ersparen (ebenso die Heizkosten- bei den Ölpreisen ;-)); Eine selektive Zuchtauswahl z.B. auf Varroa –Toleranz ließe sich so auch in doppelter Geschwindigkeit vorantreiben…….
    Oder unterliege ich einigen Denk- Fehlern ??
    Bin auf Eure (hoffentlich konstruktiven) Antworten und Ideeen gespannt.
    Gruß Bernd

  • Liebe Imkergemeinde !


    - Im September dann starke Kunstschwarmbildung mit den jungen Königinnen des gleichen Jahres (aus den Ablegervölkchen), Verpacken mit Futter für ca. einer Woche und auf geht’s als gekühlte Luftfracht auf die Südhhalbkugel. Dort sucht man sich ein Land aus das einem zusagt, das gute Trachtverhältnisse bietet, möglichst keine Bienenseuchen vorkommen und evtl. Obstplantagen hat wo bestäubende Bienen gebraucht und gemietet werden.
    - Im März dann die ganze Geschichte Retour.


    Grandiose Idee! Machs bloss nicht vor, sonst kommt noch ein übereifriger BWL-Student auf die Idee das wirklich zu machen ...

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Beehead das dachte ich mir auch - das denke ich mir oft in letzter Zeit.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Was ein Glück, dass es auch keine Arbeit macht, die Bienen transportfertig zu machen.


    Und wieso sollte man sie transportieren, die haben doch Flügel...
    Und der Boss ist eine Frau, die fragen auch mal nach dem Weg, brauchen also nicht einmal ein Navi... :roll:


    Ernsthaft: Die Winterruhe der Bienen ist von der Natur bestimmt nicht nur dafür erfunden worden, um dem Imker eine Ruhepause zu gönnen. Die Bienen brauchen diese Phase sicherlich genau so sehr wie die beste Trachtzeit.

  • Stellt sich nur noch die Frage, wie man die Bienen wirtschaftlich auf die Südhalbkugel transportiert.
    Vielleicht sollte man sie von den Störchen mitnehmen lassen....

  • .....einfach nur 12 Stunden an einem Ballon ca. 20 cm über den Fußboden schweben lassen. Dann dreht die Erde unten durch. Nach 12 Stunden einfach absenken und feddisch :cool:


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Mehr, Mehr, Mehr immer Mehr, sag mal geht's noch. Sollen Imker jetzt auch wie viele der Landwirte die Tiere und Natur ausnutzen und verschmutzen nur um ihre egoistischen Interessen zu erfüllen zu können?

  • Hallo Bernd,


    Das Prinzip lässt sich direkt auf den Menschen übertragen: Anstatt nachts ganz ineffizient zu schlafen, einfach nen Zweitjob annehmen und voila, schon verdient man doppelt so viel. Und wenn Du das ganze noch optimieren willst: Die Woche hat 168 Stunden, da passen gleich vier 40-Stunden-Jobs rein. Und dann hat man immer noch 8 Stunden Freizeit, genug für die Imkerei als Hobby!


    Zwinkernde Grüße,
    Markus

  • Hallo Bernd,
    du hattest auf konstruktive Vorschläge gehofft, aber bei deiner Idee fällt das vielen schwer.
    Ich denke, Olivenmann hat dir eine gute Antwort geschrieben, über die du nachdenken solltest.
    Gruß Peter