Fressen Wühlmäuse Krokuszwiebeln?

  • Nabend zusammen,
     
    im letzten Herbst habe ich ca. 300 Krokuszwiebeln in unserer Wiese verbuddelt und freue mich seitdem auf die bunte Frühlingswiese.
     
    Und nun die große Enttäuschung: Da blühen gerade mal ein Dutzend Krokusse einsam vor sich hin. Werden die Zwiebeln von Wühlmäusen gefressen? Im Netz finde ich zu der Frage die verschiedensten Antworten, von "sind giftig für Wühlmäuse" bis "werden von Wühlmäusen bevorzugt"...
     
    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
     
    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Ja, Wühlmäuse holen sich die Krokuszwiebeln.
    Bei der Menge aber die da fehlt müsstest du im Boden versinken(Gänge)
    Ich habe auch schon mal beim Discounter jede Menge Blumenzwiebeln gekauft,
    da wars aber die Qualität der Zwiebeln und nicht die Maus.
    Gruß
    Helmut

  • Billigzwiebeln enthalten das "Holländische-Selbstvernichtungs-Gen".
    Blühen nur einmal oder gar nicht. Auch keine Freude für die Wühlmäuse,
    die eigentlich spitz darauf sind.


    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • So ein M...!


    Ja, man sinkt auf Schritt und Tritt ein, aber da war auch der Maulwurf nicht so ganz unschuldig dran. Nur unter dem Walnußbaum ist der Boden nicht unterhöhlt, versuche ich es halt in diesem Jahr da noch mal.


    Gruß, Heike


    P.S. Nee, waren keine Discounterzwiebeln.

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Wie "funktionieren" denn Wühlmäuse eigentlich? Wühlen die mal hier, mal dort und fressen, was ihnen dabei begegnet, oder können die z.B. die Krokuszwiebeln riechen und wühlen gezielt dorthin?


    Gruß, Heike

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    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo Heike,


    die wissen schon sehr genau, wo sie hinwollen. Mal auf gut Glück Energie verschwenden, um einfach kreuz und querbuddelnd evtl. einmal wie das blinde Huhn das Korn, in diesem Falle einen Krokus (oder leckere Wurzelspezialitäten) zu finden, wäre doch unökonomisch.


    Zu den Krokussen (habe im Herbst an die tausend Stück versenkt :wink:, was man alles beklopptes macht, sobald man Bienen hat....):


    Dieses "Selbstvernichtungsgen" gibt`s eingentlich nicht. Es gibt bloß Probleme mit dem Standort. Viele Gartenkrokousse kommen in den Rasen, wo sie eigentlich keine Chance haben: verdichtetes Rasenfilz bzw Boden bei häufig begangenen und belasteten Rasenflächen. Das wird nix!
    Das liegt daran, dass sie evtl. vom Frühlingskrokus abstammen, der wild auf Alpenwiesen vorkommt. http://www.franzsennhuette.at/…978800375krokuswiese.jpeg 
    Herrlich, was? diese werden aber weder behandelt, noch trocknen sie im Sommer aus.


    Für den Rasen und zum Verwildern am besten sind Wildkrokusse: Am besten soll hier der Elfenkrokus sein (Crocus tommasinianus), die brauchen eine trockene Ruhephase im Sommer. Am besten ist allerdings ein eher schütterer Rasen, und feuchte Wiesen fördern das Faulen.
    Wo ich grad gegoogelt hab nach Fotos: Hier noch zwei, das erste müßte dieser Elfenkrokus sein.
    http://www.awaks.info/attachme…Wiese-von-Rolf-Roemer.jpg
    http://fotoalbum.wdr.de/data/media/117/P1050238.jpg


    Meine Mutter hat in einem isolierten Beet seit Jahren eine Pracht an Krokussen, man sieht nichts anderes mehr zur Blütezeit und es summt immer ganz heftig darin. Es wird nichts gemacht außer das eingezogene Laub entfernen und gelegentlich mal Kompost ausbringen in Maßen.


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

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    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
    ...


     
    Ja, von meinen 3000 Stück am Ortseingang haben sich die Mäuse im ersten Jahr gleich mal um die Tausend geholt.
    Machte aber nichts.
    Das Jahr drauf sah es herrlich bunt aus.
    Dann kamen die Baumaschinen, trugen die Erde ab und legten Rohre, um die Sche...e über Kilometer in die maßlos überdimensionierte Kläranlage ins Nachbarstädtchen zu pumpen.
    Jetzt habe ich keinen Krokus mehr am Ortseingang, keine blühende Apfelbäume mehr.
    Jetzt habe ich ein Schild. "Herzlich Willkommen in Kleineutersdorf".
    Jetzt habe ich zweigeteilt Parkflächen vorm Haus für 5 und für 7 Autos. Am Dorfeingang.
    Jetzt habe ich, dort wo Krokuse blühten und grün bewachsene Gartenzugänge waren, befestigte Rasengitterplattengartenzuwegungen.
    Jetzt kann der Gemeindearbeiter zischen den Betonvergitterten Flächen alle 2 Wochen das "grüne Ungeheuer" pflegen.
    Ich warte auf die Rechnung für den Irrsinn, der unser Dorf vor jetzt drei Jahren heimgesucht hat.


    Aber ich habe vor ein paar Tagen ganz liebe ältere Damen sagen hören: Das war schon schön, als vor ein paar Jahren Krokusse blühten. Und Apfelbäume.


    Und jetzt frage ich mich, ob ich mich nicht eher freuen sollte, dass die Wühlmäuse ca. ein drittel der gesetzten Ziebeln im ersten Jahr geholt hatten...


    Arme ländliche Welt!


    rst

  • Hallo Marion,


    tolle Bilder! Sowas wollte ich mir im Laufe der Jahre auch ranzüchten, aber das wird dann wohl nichts. Schade.
    Im Rasen wachsen sie bei uns eigentlich ganz gut und vermehren sich auch, aber da sind auch keine Wühlmäuse...


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Für den Rasen und zum Verwildern am besten sind Wildkrokusse: Am besten soll hier der Elfenkrokus sein (Crocus tommasinianus), die brauchen eine trockene Ruhephase im Sommer. Am besten ist allerdings ein eher schütterer Rasen, und feuchte Wiesen fördern das Faulen.


    Den habe ich vermutlich auch im Vorgarten. Die Bedingungen passen (trocken, schütterer Rasen:wink:) und er vermehrt sich auch ganz gut - vermutlich über Samen, da plötzlich weit ab von einer kleinen Gruppe neue auftauchen. Er bildet bei mir aber nicht so dichte Bestände wie andere Krokusarten und ich finde ihn eher unscheinbar.
    Gegen Wühlmäuse haben mir diese Fallen letztes Jahr gut geholfen, nachdem plötzlich ganze Kohlrabi verschwunden waren.
    Klaus

  • .......und er vermehrt sich auch ganz gut - vermutlich über Samen, da plötzlich weit ab von einer kleinen Gruppe neue auftauchen. Er bildet bei mir aber nicht so dichte Bestände wie andere Krokusarten und ich finde ihn eher unscheinbar.
    ......
    Klaus


     
    Wühlmause sind lästig, keine Frage. aber gerade das "Autauchen von Krokussen weitab der Gruppe" würde ich den Wühlmäusen zurechnen. Die verschleppen auch die Zwiebeln und auch aus Zwiebelteilen können sich neue Pflanzen bilden.
     
    Ich glaube, des Drohns Beitrag sollte wohl in diese Richtung gehen.
     
    Ansonsten doch eher Standort. Und mit dem Mähen sollte man warten, biss das Laub der Krokusse tatsächlich abgewelkt ist, sonst werden nicht genug Nährstoffe in die Zwiebel eingelagert. Da war bei mir im Vorjahr das Gras schon fast 15 cm hoch.
     
    Gruss
    hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo


    auch ich kann das bestätigen was Hagen schreibt, die Wühlmäuse verschleppen auch Krokuszwiebeln. Wir haben mal vor Jahren enien alten Birnenbaum umgemacht und unter seiner Wurzel befand sich ein richtiges Lager von Zwiebeln.
    Dieses Jahr haben die Biester auch die Krokusse in meinem Steingarten entdeckt, da sind auch kaum noch Zwiebeln da. Vor einer Woche habe ich mitten am Tag eine Wühlmaus oder ähnliches Tier eine Zwiebel schnurpsen hören, aber nicht mehr lange.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)