Zur Gefährlichkeit von PSM-Cocktails in der Landwirtschaft

  • Folgenden Fall stelle ich mal zur Diskussion und als Beleg für die Gefährlichkeit für das Aufeinandertreffen von Agro-Giften. Jedes für sich unter der Schadschwelle, doch zusammen haben sie bienengefährliche Wirkung.


    Der Fall stamt aus 2009, hat sich in Sachsen ereignet zur Zeit von Raps- und Obstblüte und in der Umgebung von Erdbeerplantagen. Mittlerweile hat der Imkerkollege die Gegend verlassen und verzichtet wegen der Rückstandsfrage auch auf die Ernte von Rapshonig. Er will es nicht verantworten, daß im Rapshonig Pestizide zu finden sind, die teils cancerogene oder erbgutverändernde Wirkung haben. Zu seinen Kunden zählen auch junge Familien mit Kindern, seit er offen sagt, warum er keinen Rapshonig mehr anbietet und auf die Gefahren hinweist, die sich aus den Spritzungen ergeben.



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    Das Problem für den Imker aus diesem Fall liegt in dem massiven Schaden. Zum einen die über 170 geschädigten Völker und daraus gebildete Ableger, wie man es eben im Frühjahr macht zur Völkervermehrung. Dann in der langen Laufzeit von Mai 2009 (Schadensmeldung) bis hin zur Schadensbestätigung (November 2010) und der Tatasache, daß die Versicherung nichts hätte zahlen müssen, da zwar ein bestätigter PSM-Schaden vorliegt, aber nicht die Schadschwellen erreicht wurden.


    Und wer ist der Dumme in diesem Fall? Na?


    Gruß, Klaus

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von hartmut () aus folgendem Grund: links geändert

  • Hallo Klaus Maresch,
    herzlich Dank für das einstellen dieser Dokumente.
    Die sind sehr aufschlußreich und machen wieder mal deutlich was unsere Bienen alles ertragen müssen, oder auch nicht mehr können.


    Gruss
    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Schönen Abend, liebe Leut,
     
    die wahre Tragödie ist wohl, außer daß uns jedes Jahr 20 oder mehr Prozente der Bienenvölker an der pösen, bösen Milbe eingehen, weil wir zu dämlich sind zum Behandeln,
    (halloooo...:daumen:) daß wir auf die Apotheke Bienenvolk, künftig drauschreiben dürfen:
     
    Chemielabor! Wer will nochmal, wer hat noch nicht?
     
    In allen Produkten ist der Müll drinnen, ich bin sogar überzeugt auch im Gift, da wahrscheinlich noch am intensivsten. (Hat das schon jemand untersucht???)
     
    Apitherapie - ade!
     
    Traut Ihr Euch eigenlich noch Honig verkaufen?
     
    Oder Perga?
     
    Oder Prop?
     
    Ist das Wachs überhaupt noch für Cremes zu gebrauchen?
     
    Wie blöd sind wir eigentlich?
     
    Ab in die Stadt, ins Reservat mit uns! In die Naturschutzgebiete! (Wenn wir dürfen)
     
    Der reichgedeckte Tisch für unser Bienen hat sich zu einer ökologische Katastrophe
    gemausert.
     
    Und... es sind nicht nur immer die Landwirt schuld. Viele von ihnen sind Imker und viele Imker sind Landwirte.
     
    Nur sie müssen auch zusehen zu überleben. Nur sollten wir alle anfangen zu denken.
     
    Die Quintisenz ist: Vorerst mal das Bauernsterben zu stoppen, um nicht noch mehr Agrarindustrie auf den Plan zu rufen
    und auf eine extensive Betriebsweise zurückzufahren, die Qualität in den Vordergrund stellt und einen vernünftigen Preis dafür folgen lässt.
     
    Gruß Simmerl

  • Wißt Ihr, was das Traurigste ist?
    Es ist Zum Weinen und zum Lachen, ich suche schon auf google maps, die am größten zusammenhängenden Waldgebiete in der Nähe. so quasi,
    als Rückzugsgebiet für die Völker.
    Tat nicht ein Manfred Gerber vor einigen Jahren dasselbe?


    Simon

  • Vor einem Jahr durfte ich hier im Forum noch lesen, daß ich eine Paranoia bezüglich PSM hätte, und die Varroen an allem schuld wären...:roll:


    Daran musste ich auch denken wo ich hier manche Posts lesen musste.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Was sagte ich vor ca 2 Jahren hier im Forum:
    "Ich mache um jeden konventionellen Landwirt einen großen Bogen"
    Und das ist auch gut so.
    Danke Klaus!

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Wißt Ihr, was das Traurigste ist?
    Es ist Zum Weinen und zum Lachen, ich suche schon auf google maps, die am größten zusammenhängenden Waldgebiete in der Nähe. so quasi,
    als Rückzugsgebiet für die Völker.
    Tat nicht ein Manfred Gerber vor einigen Jahren dasselbe?


    Simon

    Hi Simmerl,
    hast im IF schon gesehen, wie hoch bei uns und euch die Anbaudichte für Mais ist? :evil: :mad::evil::mad::evil:

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Morgen Reiner,


    ich brauch nur aus dem Fenster zu schauen, im Norden Mais, im Osten Mais, im Westen Mais, nichts Neues, im Süden Häuser.


    Hier kann man mal sehen, wie sich der Maisanbau entwickelt hat: http://www.maiskomitee.de/web/…spx/Statistik/Deutschland


    Danke, mir ist schon schlecht.


    Früher, (vor 30 Jahren) hatten die Bauern noch Angst, wenn sie zuviel Mais fütterten, wg. der Mastitis. http://www.tiergesundheitundme…uterentzuendung_0306.html


    Heute streuen wir halt mal ein wenig Antibio in die Kuh, und gut is!


    Daß das Ganze nicht zum Lachen ist, kann man hier sehen: http://www.agrimont.de/images/aktuellToxisorb.pdf


    Die Biogasler geben uns dann noch den Rest!


    Juchuh! Die Welt ist rund!


    Danke Reiner, daß Du mich wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt hast!


    Ich geh jetzt mal lieber was: ohne an Bienen zu denken, (geht das überhaupt?) arbeiten.


    liebe Grüße Simmerl

  • Hallo Simmerl,


    da ist ein Gesellschaftswandel nötig, nicht politisch, sondern ideell.


    Bäuerliche kleinstrukturierte Landwirtschaft ist da der Anfang. Dann gibts auch weniger Milch, dadurch geringeren Verbrauch und höhere Preise und dadurch wohl auch weniger nötige Subventionen - nur mal so fantasiert.


    Bei uns am Chiemsee waren die Bauern die ersten die um 1900 an Kukurutz anbauten. Ich erinnere mich noch in den 70ern an die Maiskolben, die im First der Höfe zum Trocknen aufgehängt wurden. Der war aber nur für die Hühner und a bisserl für den Menschn gedacht.
    Dann habens den Schöneggart flurbereinigt und trocken gelegt, km²-weise! Dort gabs noch bis dahin noch Birkhuhnpopulationen, trotz schon 40 Jahren Autobahn daneben, aber das hat alles platt gemacht! Jetzt kannst dort nicht mal mehr ordentlich imkern, weil die Völker im Sommer verhungern. Tolle Leistung!
    Der Verbraucher hätte es in der Hand die Entwicklung zu stützen. Nicht nur wo er einkauft, sondern auch was. Etwas weniger tieriesche Proteine würde nicht nur den Allergikern sehr helfen. Und dann bräuchten wir auch wieder weniger Mais und weniger PSM. Dann noch weiniger Autofahren und wir brauchen weniger Bioenergie :u_idea_bulb02:
    Wir könnten uns gesund sparen, denn weniger ist manchmal mehr ...

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Ganz Deiner Meinung, Reiner!
    Das ist keine Phantasiererei, nur so gehts, wenn sich was ändern soll!
     
    Halt, einen hab ich noch:
     
    Weil uns die Mayapflanze so schön im Griff hat.
     
    War sie nicht auch schuld am Untergang der Mayas?
     
    Manche Historiker behaupten dies, da der Mais die Böden ausgelaugt hat und unfruchtbar machte.
     
    Könnte uns das auch passieren durch unseren Raubbau mit der Natur?
     
     
     
    Na ja, von Amerika is nu nia was gscheits kumma, sagen wir Bayern, außa de Erdäpfen und de Paradeiser.
     
    Dafür haben wir den Amis die Bienen gebracht. Siehe: http://www.gruppe5film.de/g5/g…-_der_kolumbus_effekt.htm
     
    Nur dadurch stehen sie heute so da, wie sie eben dastehen.:wink:
     
     
    Gruß Simmerl