Auftauen vs gleich Abfüllen

  • Um den selben Nettogewinn zu erzielen muß ich dann mehr Völker führen.



    "Müssen" mußt Du nicht - das ist eine Möglichkeit. Du kannst zum Beispiel die Produktpalette streuen, hier denke ich vor allem an Apitherapieprodukte wie Propolis, usw.


    Sicher ist es nur ein Beispiel von vielen. Es ging mir auch eher darum, daß Stabilbau und das Pressen von Honig durchaus wirtschaftliches Potential haben. Wenn Du nämlich die Investitionen aus dem Beispiel heranziehst - dann stehen 1.400 Euro gegen ~750 Euro. Du könntest also mit der gleichen Investition zwei mal so viele Völker halten. Und Du hättest das Geld schneller wieder eingespielt (siehe Return-On-Investment). Bei diesem signifikanten Unterschied macht es fast nichts aus, ob Du dich um ein paar Prozentpunkte vertan hast.


    In Deutschland gibt es mittlerweile auch Nebenerwerbsimker, die mit ihrer Warré-Imkerei einen guten Teil des jährlichen Haushaltsgeldes einfahren. Bin gespannt, wann es die ersten Berufsimker gibt. Eine Berufsimkerin hat sich schon gemeldet und ich hoffe, sie ist zum Kurs nach Frankreich gefahren. Leider weiß ich nicht, ob sie es wirklich gewagt hat, sich auf dieses imkerliche Neuland zu bewegen. Unternehmer sind eben Leute, die etwas unternehmen. Kosten- und Leistungsrechnung, Deckungsbeitragsrechnung usw. sollten diese dann schon beherrschen.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Sicher kann man seine Honigproduktion wirtschaftlicher gestalten, wenn man dann aber nicht richtig vermarktet, ist der Vorteil dahin.
    Ich kenne Imker die haben fast immer gute Ernten und verkaufen ihren Honig dann für 3.50, da könnt ich heulen, vor Wut.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

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  • Bei mir ist der Chemieunterricht ja schon ein paar Tage her...


    kann mir bitte jemand erklären, warum es sein kann, dass man offenbar Presshonig direkt abfüllt und er dann sogar cremig wird, und Schleuderhonig ohne Rühren steinhart wird, ja sogar seinen Schmelz teilweise nur erhält, wenn er getaut und gerührt ist?


    Kommen die "Bindeärmchen" von dem bisschen Gravitation schon durcheinander??:-D:wink::wink:


    fragt sich Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo Jule,


    also mein direkt abgefüllter Preßhonig ist steinhart geworden. Ich hatte aber auch die Bienenbeine rausgesiebt, wahrscheinlich lag´s daran. :lol:


    LG
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • :lol: stimmt, von Bindebeinchen hab ich auch nix gelernt in der Schule...:wink:

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

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  • einigermaßen zufrieden...:roll: heißt das, dass es mehr noch ein Zufallsprodukt ist, was dabei rauskommt? Oder bist du zufrieden mit dem Kompromiss, den Du gehst?


    Ich hab's letztes Jahr hinbekommen, dass meine vier Honige bei Raumtemperatur gut streichfähig sind und das Messer nicht mehr abbricht oder der Löffel sich verbiegt. :wink:
    So, dass sie bei liegendem Glas langsam rausfließen sind sie aber auch nicht.



    Ich schlussfolgere, dass du noch nicht so waahnsinnig lange Bienen hast, oder nicht sooo viele Kunden, oder? Wenn ich Honig zuviel hätte, würde ich den meinen Bienen zurück geben.


    2010 war mein viertes Honigjahr, die Zahl meiner Kunden steigt langsam aber stetig (ich gehe bisher nicht auf Märkte).
    Einen Teil des Honigs habe ich auch wieder verfüttert (letztes Jahr so 50 kg), es ist aber immer noch einiges übrig :daumen:
    Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich diese Konsistenz reproduzierbar herstellen kann - dieses Jahr wird es zeigen.


    Klaus

  • fülle innerhalb von 24 Stunden meinen Honig ab. Ich spare mir das Rühren und empfehle meinen Kunden, wenn ihnen der Honig zu fest ist ihn, entweder in handwarmen Wasser 5 minuten aufzutauen (komischerweise reicht das schon bei dem Honig, den meine Bienchen einsammeln) oder das Gefrierfach. Meist kommt man dann darüber auch noch tiefer ins Verkaufsgespräch rein.
    Was ich einigen Leuten auch anbiete, wenn sie meine Imkerei besuche, dass sie ihren eigenen Honig aus der Wabe quetschen können. Das ist dann gleich Erlebnisimkerei zum... ja zum anfassen.


    Beim Thema Rühren fällt mir ein, dass event. die Demeterimkerei dieser Idee auch Vortrieb gegeben hat, da in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft das Einrühren von Informationen auch eine Rolle spielt. So als Teilhypothese, weil wir uns ja alle Fragen, wie Anbebot und Nachfrage plötzlich in Resonanz gegangen sind.

    ...drama makes the world go round... darf ja bloß nicht langweilig werden!

  • Bei mir ist der Chemieunterricht ja schon ein paar Tage her...



    Du solltest die Biologie bemühen, denn Enzyme spielen bei der Sache eine größere Rolle als "Gravitation".


    Viele Grüße
    Bernhard

  • kann mir bitte jemand erklären, warum es sein kann, dass man offenbar Presshonig direkt abfüllt und er dann sogar cremig wird, und Schleuderhonig ohne Rühren steinhart wird, ja sogar seinen Schmelz teilweise nur erhält, wenn er getaut und gerührt ist? Kommen die "Bindeärmchen" von dem bisschen Gravitation schon durcheinander??:-D:wink::wink: fragt sich Jule


    Nicht von der Gravitation - vom Einfluß des Sauerstoffs/Lichts.
    Die beigefügten Enzyme der Bienenhonigmägen sind wie alle Enzyme extrem (UV)licht- und sauerstoffempfindlich.
    Die Bienis kriegen ihr selbstgemachtes Futter schon so hin, daß es im Winter rüsselbar wird - außer bei Kahlfrost und Melizitose, aber beides kommt nur selten vor.
    Außerdem könnte die gedeckelte Aufbewahrung im Stock ebenfalls zur besseren Konsistenz beitragen - wer hat mal Wabenhonig dringelassen, und erst im nächsten Frühjahr/Sommer aus der Wabe probiert? (außer Abbe Warre?*g*)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Du solltest die Biologie bemühen, denn Enzyme spielen bei der Sache eine größere Rolle als "Gravitation".


    Viele Grüße
    Bernhard


    Ok, dann erklär mal, bitte, aber für einfache Gemüter wie mich:wink:


    In etwa so?
    Honig ist, vereinfacht ausgedrückt, eine gesättigte Zuckerlösung. Zwischen den Zucker C-atomenketten mit ihren Ärmchen schwimmen also noch Enzyme rum. Dann kommt der böse Sauerstoff mit seinem Kumpel Licht und machen die Enzyme kaputt. Dann geht der Geschmack nach Hause, der Honig hat keine Lust mehr und schmollt fest im Glas...:wink:


    tschuldigung, bin nicht mehr so ganz seriös heut Abend, aber irgendwo da muss doch der Unterschied liegen....:confused:


    Gruß und Dank an alle Geduldigen:liebe002:


    Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo Jule,


    zum Thema Pressen und Weiterverarbeiten habe ich in # 15 geschrieben:


    - Heidehonig (aus Beuten und Körben): Der wurde in einer alten hölzernen Böhlingschen Honigpresse gepresst, durch Siebe in Hobocks laufen gelassen, gerührt und ab in die Gläser, bevor er seine Fließfähigkeit eingebüßt hat.


    "Gerührt" ist eigentlich nicht ganz richtig; denn es wurde per Muskelkraft mit den 'Up an Dal', also rauf und runter, nicht drehend, durchgearbeitet.


    Dies ist eine 'etwas ältere' Erntemethode für Heidehonig.


    Viel Erfolg!
    heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Sabi(e)ne,


    ganz genau kann ich Deine in # 80 gestellte Frage nicht beantworten.


    "Außerdem könnte die gedeckelte Aufbewahrung im Stock ebenfalls zur besseren Konsistenz beitragen - wer hat mal Wabenhonig dringelassen, und erst im nächsten Frühjahr/Sommer aus der Wabe probiert?"


    Aus der Korbheidetracht habe ich noch Scheibenhonig im Keller liegen. Außerdem hatte ich vorher einige Halbrähmchen (Segeberger), die Mittelwände enthielten und die ganzflächig verdeckelt waren, für mich als 'Scheibenhonigersatz' auch im Keller aufgehoben, weil ich Angst hatte, keinen echten Scheibenhonig zu ernten. Von diesen Rähmchen nehme ich mit einem Teelöffel den ausgebauten und vollgetragenen Teil der Wabe ab, lasse also die Mittelwand im Rähmchen stehen. - Ein hervorragender Honiggenuss wie auch beim Scheibenhonig, der mir hoffentlich noch bis zum September/Oktober erhalten bleibt.


    Fazit: Die Honiglagerung im Wabenwerk durch die Bienen ist durch nichts zu verbessern.


    Mit bestem Gruß
    heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • ...
    Die Honiglagerung im Wabenwerk durch die Bienen ist durch nichts zu verbessern.


    Da wird Dir sicher keiner widersprechen, die Frage ist nur, bekomme ich den Honig da auch wieder raus? :wink:


    Und eine andere: ernten wir den Honig vielleicht "unreif", trotz Verdeckelung?


    Da das Kristallisationsverhalten des Honigs vorwiegend an der eingetragenen Tracht hängt, wird es hier kein einheitliches "Rezept" geben können, wie zu verfahren ist, damit das Ergebnis eines direkt abgefüllten Honigs die Note "gut" erhält. (Zufriedenstellend reicht mir nicht:wink:)


    Neugierig macht mich, dass unter "Rühren" verschiedene Verfahren verstanden werden...


    Ich stelle fest, dass diejenigen, die Naturbau haben auch toleranter zu sein scheinen, was die Konsistenz ihres Honigs angeht. Ist eben Natur.:daumen:


    viele Fragen hat weiterhin


    Jule:-D

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.