Mal als Anregung...

  • Wenn Bienen sterben, hat das ja viele Ursachen. Lassen wir mal die "natürlichen" beiseite.


    Aber bei den Krankheiten und Vergiftungen finde ich einen Aspekt interessant, der kaum thematisiert wird. Wie soll der durchschnittliche Imker erkennen und beurteilen können, woran die Bienen gestorben sind und welche Umstände einen Fall verdächtig machen? Ok, Faulbrut-, Nosema- und Sauerbrutsymptome sind noch eingermaßen klar. Auch Kalkbrut ist kein Geheimnis.


    Und verkrümmte Bienen, die mit ausgestrecktem Rüssel vor dem Flugloch liegen, sind vergiftet worden. Auch klar.


    Aber wie beurteilt jemand Brutschäden jenseits von Varroa, die durch PSM hervorgerufen wurden? Oder kommt auf die Idee, nach einer Frühtracht aus Raps, Obstblüte und in der Nachbarschaft von Erdbeerfeldern das Nichterstarken von Bienenvölkern einer schleichenden Vergiftung zuzuschreiben, diese Symptome richtig zu erkennen und die entsprechenden Schlüsse zu ziehen? D.h. Proben (Bienen, Wabenmaterial mit Nektar und Bienenbrot) korrekt ziehen zu lassen und zur Untersuchung einzuschicken?


    Wieviele Vergiftungsfälle gehen durch mangelndes Erkennen verloren und können so nicht mehr als Beleg für die Gefährlichkeit von PSM dienen? Gewisse Kreise halten uns da ja immer vor, daß laut Statistik die Anzahl der gemeldeten Vergiftungsfälle nicht zunimmt.


    Ich fände es sinnvoll, darüber mal nachzudenken. Mir liegt ein dokumentierter Vergiftungsfall vor, von dem insgesamt um die 400 Völker betroffen waren. Fall aus 2009, vom JKI Ende 2010 bestätigt, Cocktail aus einem guten Dutzend PSM aus Einsatz Raps, Obst und Erdbeeren, PSM nachgeweisen in Bienen, Waben und Bienenbrot, alle jeweils unter der amtlichen Schadschwelle, Völker jedoch nach langem Siechtum eingegangen. Der Kollege hat sich zunächst den Kopf zerbrochen, was da los sein könnte, hat aber gerade noch rechtzeitig reagiert und die Proben ziehen lassen.


    Doch - Hand aufs Herz - wer macht das schon? Wo lernt Otto Normalimker, was ein PSM-Schaden ist, was ein Krankheitsfall ist, wo die Unterschiede liegen buw. es Überschneidungen gibt?


    Eigentlich müßte jeder Imker die BSV-Schulung mitmachen. Oder sehe ich das falsch? Der Amtsveterinär kann es nicht, der kann ev. mit der AFB umgehen und die diesbezüglichen Anordnungen treffen.


    Ich würde bei den Antworten darum bitten, nicht in eine Diskussion um die Struktur der Landwirtschaft nach bekanntem Muster usw. zu verfallen. In die Richtung kann man problemlos alle Verantwortung schieben.


    Also - wie können die 80.000 deutschen Imker wissen oder erfahren, wie man mit solchen Phänomenen umgeht bzw. sie überhaupt erkennt?



    Gruß, Klaus

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von gast58 () aus folgendem Grund: Telefonat zwischendurch

  • Hallo Klaus,


    das ist so speziell, das geht nur über Fortbildungs-Seminare.
    Gehört aber keinesfalls in die Grundausbildung oder den "Imkerführerschein".

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Klaus,


    was Du beschreibst, ist ein sichher weit verbreitetes Phänomen. Da schliesse ich mich selbst auch nicht vollständig aus. Ob nun allerdings die Ausbildung aller Imker zum BSV grundsätzlich etwas ändern würde wage ich zu bezweifeln. Ausserdem bin ich auch der Ansicht, dass die Ausbildung aller Imker zum BSV nicht praktikabel wäre, zumindest sehe ich dafür keine Kapazitäten.
    Ich fände es sinnvoller die BSV in den Vereinen regelmäßig nachzuschulen, um sie auf dem Laufenden zu halten. Diese könnten das neu dazu erworbene Wissen in die Verein reintragen.
    Selbst diese Aufgabe dürfte schon genügend Kraft kosten.


    Gruß Michael

  • Also ich finde schon, daß das zum Grundwissen eines Imkers gehört, erkennen zu können, wenn etwas faul ist im Bienenstaate - zumindest erkennen können, daß da etwas faul ist und wissen, was zu tun bzw. wen man um Hilfe fragen könnte.


    Gruß, Klaus