Nachsommerpflege

  • Hallo.
    Durch die Herbsteinfütterung bzw "Nachsommerpflege" mit Saccarose- oder Invertzuckerlösung weil die Bienen den Waldhonig nicht ( mehr ) vertragen, haben wir die Bienen schon etwas vom Honig entwöhnt. Wenn wir sie dann noch jedes Jahr zur Varroabehandlung auf Mittelwände abkehren sind wir noch einen großen Schritt weiter.
    Jetzt hat aber 2010 in unserem Bezirk eine Biofan mit einem Stock angefangen und den ganzen Honig im Volk belassen. (angeblich hat er 18 Kg Futter in zwei Zargen DN ?). Noch dazu will er wenn nötig mit Honigwasser nachfüttern ( den er aber erst kaufen muß ). Obwohl sich keiner dazu äussert merkt man das Unbehagen in der Nachbarschaft. Wenn im das Volk eingeht wird er sich das wohl in Zukunft besser überlegen. Da wir heuer sehr wenig Waldhonig hatten, kann er auch Glück haben und erfolgreich überwintern. Was aber zur Folge hat dass er dann heuer zwei oder drei Völker auf Honig einwintert.

  • Hallo Bienna,
    so ganz schlau werde ich aus Deinen Beitrag nicht.
    Was befürchtest Du, sollte passieren, weil jemand seine Bienen auf Honig überwintert?
    - 18 kg könnte natürlich knapp werden,
    - bei Waldhonig könnte das Volk an Ruhr erkranken,
    - der Honig zum Nachfüttern könnte Faulbrut auslösen (worin ich die größte Gefahr sehe),
    - das Volk könnte ausgeraubt werden,
    - der Imker könnte mit seiner Art zu imkern Erfolg haben und so weiter machen,
    - man könnte dann in Versuchung geraten, über seine Art zu imkern nachzudenken.
    Was zu wissen interessant wäre, ist wie er gegen Varroa behandelt hat.
    Und achtzehn Kilo Honig gehen locker in zwei Zargen Normalmaß.
    Jahrmillionen haben die Bienen auf Honig überwintert; und erst seit Freudenstein soll Überwinterung auf Zuckerlösung besser für die Bienen sein.
    Also, wo liegen Deiner Meinung da konkret Gefahren?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar


    Man ist etwas irritiert, Die Zuckerwasserzubereitung meines Vaters sind die ältesten Erinnerungen der Imkerei und bis vor ein paar Jahren konnte ich mir auch nichts anderes vorstellen. Das mit den Gefahren war etwas ironisch gemeint. Er bringt das ganze System durcheinander. Die 18 kg werden hoffentlich bis zum Reinigungsflug reichen und den Honig kauft er dann jedenfalls wenn nötig vom nächsten Nachbarn ( nicht nur wegen der Faulbrutgefahr, aber auch nicht wegen der Räuberei den gefüttert wird nur spät am Abend ). Vielleicht brauchen die Bienen beim Honig weniger.


    Wie man liest sind die Winterverluste nach Freudenstein ja geringer geworden. Aber es geht heutzutage ja nicht mehr nur um den Waldhonig. Das Auffüttern mit Zuckerwasser ist schon so zur Pflichtübung geworden, dass die Honigzusammensetzung keine Rolle mehr spielt.


    Die Varroa ist natürlich auch ein Problem. Ich weis nicht mit was er herumexperimentiert. Damit haben auch erfahrerne Imker ihre Schwierigkeiten. MIt einem Naturschwarm liegt er auch hier auf einer glücklicheren Seite.

  • Hallo Bienna,
    "Der bringt das ganze System durcheinander"
    Ergreift ihn und erhängt ihn!
    Weil nicht sein darf was nicht sein kann!?
    Zunächst mal das Positive der Zuckerfütterung:
    Dadurch wurde das Füttern von Fruchtsirup und anderes wirklich wenig geeignetes Futter verdrängt.
    Dann mal einige Nachteile (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
    Man konnte die Völker schärfer abernten, was ja bei wenig geeigneten Honigen auch positiv sein kann.
    Auch Völker, die zu wenig eigene Vorräte haben konnten aufgepäppelt werden und durch den Winter gebracht werden.
    Auslese auf gut auf Zuckerfutter überwinternde Völker.
    Eigenbevorratung schied als Auslesekriterium aus.
    Verschwinden von Völkern, die auch auf "schlechten" Honig gut überwintern.
    Gefahr von Vermischen mit Honig.
    Aber dies hat nicht erst Dein Bio-Imker erkant, sondern auch schon Zeitgenossen von Freudenstein.
    Altmeister Sklenar schrieb sinngemäß, das ein Jahr ohne Zuckerfütterung der Imkerei einen großen Fortschritt in der Bienenzucht bringen würde.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo bienna,


    ich hab mir mal die Mühe gemacht und Deine Aussagen einzelnen rausgesucht:



    Zitat

    Jetzt hat aber 2010 in unserem Bezirk eine Biofan mit einem Stock angefangen und den ganzen Honig im Volk belassen.


    Was daran schlimm sein soll haben andere vor mir schon gefragt, mir erschließt sich das auch nicht. Auch nicht, was schlimm daran ist ein "Biofan" zu sein. Aber schön wenn man ohne Vorurteile bewertet.:roll:


    Zitat

    Noch dazu will er wenn nötig mit Honigwasser nachfüttern


    Und, das mach ich auch im Frühjahr, sollte zu wenig drin sein, was ich nicht hoffe.


    Zitat

    Obwohl sich keiner dazu äussert merkt man das Unbehagen in der Nachbarschaft.


    Schön das Ihr Euch einig seid, da hat es der Biofan gleich leichter.


    Zitat

    Was aber zur Folge hat dass er dann heuer zwei oder drei Völker auf Honig einwintert.


    Echt schlimm für Euch und erst für die Bienen.:evil:


    Zitat

    Die Zuckerwasserzubereitung meines Vaters sind die ältesten Erinnerungen der Imkerei und bis vor ein paar Jahren konnte ich mir auch nichts anderes vorstellen


    Dann solltet Ihr vielleicht mal in betracht ziehen ein Buch zu lesen oder besser noch im Forum. Denn auch wenn viele Ertragsimker sich das nicht leisten können, sollte der Trend für die kleinen doch eher in diese Richtung gehen möglichst viel Honig drin zu lassen.


    Zitat

    Er bringt das ganze System durcheinander


    Ihr habt ein System? Welches ist das denn?:confused:


    Zitat

    Ich weis nicht mit was er herumexperimentiert


    Es gibt einige, die neues probieren und dafür sollte man sie nicht gleich verteufeln. Im übrigen lese ich aus diesem Satz, das Du gar nicht weist, ob er das macht.
    Noch einmal: Schön das Du ohne Vorurteile bist.:daumen:


    Zitat

    Damit haben auch erfahrerne Imker ihre Schwierigkeiten


    Das soll nichst heißen. Die meisten Imker in meinem Verein könnten mit meiner Betriebsweise auch nichts anfangen und doch fahre ich sehr gut damit.:p


    Zitat

    MIt einem Naturschwarm liegt er auch hier auf einer glücklicheren Seite


    Den Satz verstehe ich nicht, finde aber nett, das Du ihn noch plaziert hast.



    Sorry, wenn ich etwas ruppig rüberkomme aber entweder fehlt es Dir am grundlegenden Wissen, dann solltest Du vorsichtig mit Urteilen über andere Imker sein oder Dir ist langweilig und Du machst Dich lustig über uns.


    Beides ist nicht gut.:wink:

  • Hallo,


    luxnigra, ich weis nicht welche Lobby Du da herausliest. Ich glaube Du überspringst da einige Absätze.


    Lothar, das gefällt mir am besten: " Eigenbevorratung schied als Auslesekriterium aus." Sinngemäß meinte einer von meinen Nachbarn das die Bienen schon zu degeneriert sind um auf den eigenen Honig zu überwintern.
    Von Sklenar habe ich ( vor ca vier Jahren ) die Imker-Praxis gelesen. Sicher ein großer Bienenmeister. Beim Füttern ist er sogar einer der Größten. Dass er dabei den Honig gemeint hat wundert mich jetzt sehr.


    Günther, ich habe das überhaupt nicht ruppig empfunden. Du hast das glaube ich zu einseitig gelesen und überspringst auch ein paar Absätze. Ich habe nicht geschrieben dass es schlimm ist ein Biofan zu sein. Und ich fühle mich in keinem Punkt persöhnlich angegriffen. Das mit dem Naturschwarm muß ich aber noch aufklären ( das ist vieleicht auch luxnigra in die falsche Kehle gekommen ) Wenn (besonders) der Waldhonig schlecht ist für die Überwinterung, dann hat unser Bioimker Glück das in dieser Gegend voriges Jahr fast kein Waldhonig war. Es ist auch allgemein bekannt das die Naturschwärme eine geringe(re) Varroabelastung haben und das erste Jahr unter Umständen sogar ohne Varroabehandlung überleben. Aus dieser Sicht hat er auch Glück weil es keine große Rolle spielt wie erfolgreich seine Behandlung war.


    schöne Grüße.

  • Zum Waldhonig wäre noch zu fragen ob forstmäßig im 19.Jhd eine "Umstrukturierung" stattgefunden hat..
    Christ schreibt ja noch "Es kann acht Tage lang solche Witterung sein und so reichlich Honigthau geben, das der starke Stock in den selben allein seine ganze Winternahrung eintragem kann"
    Ob es vielleicht auch ein Problem der Monokultur ist. Eine Baumart - eine Art Honigtauspender.


    gute Nacht

  • Ja, die gab es, begründet durch: ....Heinrich_Cotta


     
    danke für den Link, wobei Cotta ja noch sehr fortschrittlich war und eher Pfeil "..der bereits eine sehr starke Spezialisierung des Waldbaus nach der Standortgebundenheit forderte." zur Monokultur passt.