Plan/Konzept für Projekt Volksschüler mit Bienen

  • Meine Frau ist Volksschullehrerin und ich sollte mit ihr ein Projekt für Volksschüler über Bienen machen.
    Bisher hätte ich folgende Ideen:
    Generell nur ganz wenig Theorie vermitteln und eher mit den Kindern und entsprechendem Schutz bei den Bienen arbeiten.
    - Wöchentliche Völkerkontrolle
    - Bilden eines Ablegers
    - Geräte in der Imkerei
    - Honig Schleudern und natürlich verkosten, jeder könnte ein kleines Glas mitnehmen
    - Königin des Ablegers zeichnen
    - Kontrolle/Füttern des Ablegers
    Hat jemand dazu noch Ideen, Anregungen, Unterlagen oder einen Verweis auf Info-Konzepte

  • Hallo josefbay,
    schön, dass Du so ein Projekt anbieten möchtest. Wenn ich ein bisschen konstruktive Kritik anbringen darf: Deine Ideen sind alle sehr Technik-lastig, damit wirst Du womöglich nicht alle Schüler ansprechen können.
    Wie wäre es z.B. mit klitzkleinen Forschungsprojekten:
    - Flugloch beobachten, Anteil Pollensammler herausfinden, Pollenart bestimmen, Pflanzen in der Umgegend finden
    - Wassertränke bauen /anbieten und beobachten, fotografieren
    - potentielle Trachtpflanzen in der Landschaft ausmachen, Bienen am Flugloch markieren und überwachen, wie weit sie fliegen (geht mit mehreren Beobachtertrupps und Handy-Kontakt)
    - Zuckerlösungen in verschiedener Konzentration anbieten um Flugweiten zu messen (Mini-Seeley :-D)


    Sowas in der Art und nur so auf die Schnelle...
    Gruß, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo Josef,


    wenn ich das richtig verstanden habe, dann möchtest du einen Trupp Schüler im Wochenrhythmus über das Imkerjahr immer wieder mitziehen. Edel geplant, wenn alles glatt geht. Können sich einige Jungimker finden, also sehr wertvoll gedacht.
    Wissenschaftlich würde ich persönlich das weniger gestalten, wobei die Verbindung mit der Natur natürlich die Biene erst zur Biene macht. Gliederung in die Sache reinbringen. Wenn die wissenschaftliche Seite von einzelnen gewünscht sein sollte, gehen ja einige Ausbaustufen.


    Mein Vorschlag wäre zunächst ein Besuchertag beim Imker (eben dir) und mit den wenigen ambitionierten dann dein ursprüngliches Vorhaben mit dem normalen Imkeralltag als Workshop (Anglizismen everywhere), evtl mit elterlicher Begleitung für Interessierte, weitermachen. Die Einverständniserklärung der Eltern und kleine Schutzbekleidung vorausgesetzt. Wenn das das wissenschaftliche Interesse einer kleinen Meute herauskommen sollte, ist immer noch die Chance für eine Erweiterung.


    Kostet natürlich Zeit und Vorbereitung, an der sich der regionale Imkerverein ruhig beteiligen darf. Dann lastet nicht alles auf deinen Schultern.


    Grüße


    Stephan

  • Hallo,
    ich betreue eine Schulimkerei und deine Punkte sind auch das was meine Schüler machen (evtl. noch ergänzen mit Kerzengießen vor Weihnachten, Zargen- bzw. Rähmchenbau).
    Aber wesentlich wichtiger ist es, wie man zu seiner Gruppe kommt: ich spreche die Schüler persönlich an (kein Aushang) und sage ihnen, ob sie noch andere kennen, die daran Interesse haben. Die Verbindung innerhalb der Gruppe kommt zunächst eher aufgrund der sozialen Kontakte zustande, was aber gut für die Stabilität der Gruppe ist (kein häufiger Wechsel...) und für gegenseitige Motivation sorgt. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit, weil es dann schon auch unterschiedliche Stärken/ Interessen gibt. Und dann stelle ich mögliche Arbeiten im zusammenhang mit den Bienen vor und lasse die Schüler machen, auf was sie Lust haben. Die Motivation zu den von Dir genannten Punkten kommt dann von selbst, sie unterstützen sich gegenseitg und auch die Angst vor dem Stechen (immer ein Thema !) ist nur halb so schlimm. Naturwissenschaftlich Arbeiten fand bisher leider weniger das Interesse (z.B. Fluggeschwindigkeit messen, Farberkennungsexperimente), was evtl. zu sehr an Schule erinnert... aber so ist es...
    Wichtig ist, dass ein Gruppenerleben geschaffen wird. Das macht Spaß, hilft über Frustphasen und ist wichtig, wenn sie außerhalb der Unterrichtszeit noch an der Schule bleiben wollen. und jeder kann sich einbringen... Kreative bei der Etikettengestaltung, Computerfreaks bei homepagegestaltung oder einem Computerbienenspiel, handwerklich Geschickte, "Verkäufer" usw.
    Es klappt seit vier Jahren ganz prima !


    Viel Erfolg, bei Rückfragen gerne,
    Jens


  •  
    Hallo Josef,


    kurz meine Erfahrung seit drei Jahren.
    Vor Beginn der Arbeit klären, welche Altersgruppe. Grund und Hauptschüler zusammen war schwierig. Nun nehme ich nur noch Schüler der 3. und 4. Klasse. Die Biene AG ist der Renner unter der AG´s, ich gebe aber max. 8 Schüler vor, werden dann schon mal 10 wegen Zwillingen oder Nachzüglern.
    Habe Einen Imkerkollegen an der Hand, der bei Gefahren geneigten Arbeiten mit dabei ist und mich auch mal in einzelnen Stunden vertreten kann.
    Im Sommer ist das Programm kein Problem, mit Feststellung der Himmelsrichtungen bis zum Schleudern.
    Im Winter brauchts einen Werkraum mit Lagermöglichkeiten und einen Film-und Computerraum. Die Beschäftigung soll immer Bezug und Interesse für die Bienen wachhalten. z.B. Löcher in einen Holzklotz bohren um Solitärbienen Nistmöglichkeiten zu schaffen, dabei wird die Frage nach den Himmelsrichtungen wiederholt und auf weitere Insekten verwiesen.
    Am Ende des Jahres, können meine Kinder vor ihrer Umschulung Geschmacksvarianten des Honigs und den Ablauf des Bienenjahres beschreibe. Sie erkennen auf Anhieb die drei Bienenwesen und fangen frech mit der bloßen Hand Drohnen von der Wabe.
    Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen die einzelnen Unterrichtseinheiten und die entsprechenden Materialien aufzuschreiben.
    Eine Schulstunde mit 45 Minuten ist für unser Anliegen ziemlich kurz. Trotzdem muss ich mich immer wieder bemühen, optische und haptische Reize zu schaffen um den Winter zu überstehen. Die Zeit, in der an den Bienen gearbeitet wird, braucht kaum vorbereitet zu werden, weil das Imkerhandling alleine spannend genug für die Kinder ist.


    Wer Imkernachwuchs gewinnen will, muss mit älteren Schülern beginnen und braucht dazu mehr als eine Schulstunde pro Woche.
    Zum Schutz genügen Imkermützen (z.B. Holtermann) und Gummihandschuhe mit Stulpen.

  • Hallo zusammen,
    ich arbeite mit Schülern der 5. - 8. Klasse genau nach dem Prinzip von Jens. Hat sich auch bei uns bewährt und wenn man den schuleigenen Honig mit entsprechenden Etiketten noch verkaufen kann, dann rechnet sich die Imkerei auch. Und hat für viele Eltern einen enormen Kaufanreiz. Höhepunkt ist bei uns im Jahr das "Schleuderfest": der erste Honig des Jahres wird geschleudert und zusammen mit Eltern und Geschwistern bei einem ausgedehnten Frühstück verkostet.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Der Plan sieht derzeit wie folgt aus:


    1.: 1. Tag: Kindgerechte Theorie über Bienen für eine Stunde je Klasse


    2.: 2. Tag Kleine Beuten- und Rähmchenkunde (1/2 Stunde je 1/2 Klasse). Mit der zweiten Hälte der Klasse macht mein Sohn und Imkerkollege (15 Jahre) praktische Arbeiten. Zum Beispiel einlöten der Zwischenwände und Bienen durch das Mikroskop betrachten.


    3.: Ab Ende April bis Ende Juni jede zweite Woche jeweils eine halbe Klasse für eine halbe Stunde konkret mit einem Imker im Ort mit entsprechendem Schutz an einem Volk arbeiten bzw. dieses mit den einzelnen Waben und deren Entwicklung ansehen. Bienenflug beobachten und Herkunft der Pollen in den einzelnen Farben analysieren bzw. abschätzen. Bienenweiden identifizieren.


    5.: Zwischendurch wieder kindgerechte Theorie mit dem Klassenlehrer. (Biene, Bienenvolk, Geräte und Imker, erzeugte Produkte, intakte Umwelt für die Bienen)


    6.: Jedes Kind gestaltet sein persönliches Honigettiket


    7.: Ende Juni (Zum Schulschluss) Honig schleudern. Jedes Kind hilft soweit wie möglich mit und füllt das eigene 250 Gramm Glas ab und ettiketiert es.


    8.: Im Herbst Honigkaramell und Kerzen erzeugen.



    Mfg Josef

  • Hallo Hardy,
    es gibt dazu eine Reihe von Rezepten auch im Internet, wenn du in Google nach "Honigkaramell Rezept" suchst, z.B.: "Honigkaramell-Popkorn".
    Solange die Menge nicht zu groß ist, ist das auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus meiner Sicht OK.


    Mfg Josef

  • Hallo Josef, ich hatte nur nachgefragt in der Hoffnung, Du hättest was besonders Leckeres entdeckt/gefunden.


    Danke für Deine Nachricht.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.