Imker auf die Schulbank

  • Durch das EU-Minsterrats-Treffen mit dem Beitrag des ungarischen Ratsvorsitzenden rausch es ja mal wieder kräftig im Blätterwald, u.a. erschin in der Welt ein Beitrag mit obigem Titel:


    http://www.welt.de/print/die_w…er-auf-die-Schulbank.html


    Ich wurde heute auch interviewt von einem Radiosender, sobald das Interview online abrufbar ist, stelle ich es hier rein.


    Gruß, Klaus

  • Hallo Klaus,


    das funktioniert aber nur, wenn auch die Landwirte wieder zur "guten fachlichen Praxis", sprich Fruchtwechsel, zurückkehren.
    Werden die auch geschult???


    Dann wäre auch Schluß mit der Monokultur "Energiepflanzen".


    Wer`s glaubt...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Solange Biogas und Energiepflanzenmonokultur derartig subventioniert werden, daß sich Pachtpreise von teilweise über 1000€ pro Hektar und der gigantische logistische Aufwand für die Substratbeschaffung lohnen, bringt auch eine Schulung der LAndwirte nicht viel. Fruchtfolgen gehören im übrigen schon zum Lehrplan der Azubis und Studenten, nur die Umsetzung fehlt. Alles dem schnöden Mammon geschuldet....


    Gruß
    Dirk

  • Aber eine Schulung der Imker, damit sie erkennen können, was für ein Schadbild sie haben und wie sie damit umgehen müssen, die brächte schon viel.


    Wie oft erleben wir es, daß man gerufen wird als BSV, um einen Schaden zu begutachten und es ist schon alles abgeräumt? Kein Waben- oder Bienenmaterial für die Beprobung mehr vorhanden - was will man da noch herausfinden?


    Bienenvölker, die an Pestiziden eingegangen sind, sehen anders aus als solche, die an Nosema eingegangen sind. Ich brauche ja bloß in die Threads rund um den Bereich Anfänger und Varroa reinzsuchauen, um Belege en masse zu sehen, daß da Defizite herrschen. Ist noch nicht mal böse gemeint. Es ist einfach so. Und in einem Forum kann man nicht lernen, wie Nosema aussieht. Es soll ja auch Imker gegeben haben, die eine Druckluftspritze mit PSM im Einsatz hatten, danach die Spritze mit Wasser ausspülten und nicht wußten, daß manche Gifte sich mit Wasser nicht abwaschen lassen. Und sich dann wunderten, warum die Spritze dann beim Einsatz an den Bienen plötzlich für tote Völker sorgte...


    Das muß dem Anfänger praktisch vor Ort erläutert werden. Wenn ein Anfänger aber nicht wirklich weiß, wie ein Schadbild und mit Proben umgegangen wird, kann er auch nicht berechtigt aufschreien. Und jeder nicht entdeckte PSM-Schadfall sit ja ein Sieg für die PSM-Industrie, die da sagen kann: "Was wollt ihr denn, es passiert doch kaum etwas und es gibt kaum nachgewiesene Fälle?"


    Würden die Institute aber mit echten Proben und bei jedem begründeten Verdachtsfall auf PSM-Schädigung mit Proben zugeschissen, sähe das wohl anders aus.


    Das kann aber nur laufen, wenn ein Imker auch weiß, wie es geht, weil er es gelernt hat.


    Gruß, Klaus

  • nun,


    unser Verein hat momentan mehr Mitglieder als vor 30 Jahren, aber die Völkerzahl ist fast um die Hälfte geschrumpft.


    Ähnlich sieht es in den Vereinen rundum aus.


    Die Ursachen hierfür sind sicherlich nicht nur bei Var. PSM, Monok., Nahrungsmangel zu finden sein, auch das Freizeitverhalten, der Arbeitswille usw. usf. mögen dies beeinflußen.


    ...aber eins ist festzustellen: Konnt ich noch vor 10 oder 15 >Jahren 30 oder 40 Völker an einem Stand haben, so ist das bei mir, wenigstens nicht mehr möglich.


    10-15 ist Maximum, eher weniger.


    Was sagt uns das?



    Die Alten brauchen keinen Führerschein mehr, die Jungen werden besser geschult i. d. Regel in den Vereinen, als je zuvor.


    Für die Varroose brauch ich keinen Fahrplan, die kriegt man locker in den Griff, wenn bestimmte Sachen eingehalten werden und selbst wenns krass wird, kann man mit einfachen Eingriffen gut entgegenwirken.


    Es soll sogar Völker/Imker geben, die "ohne" auskommen.



    Mich kotzt es ehrlich gesagt an, mehr Nachwuchs zu fördern oder zu werben, wenn die Völker verrecken trotz/obwohl sachgerechter Behandlung oder nicht.



    Wer Augen hat, der sieht!


    Ich mein damit die Welt, wie sie noch vor einigen Jahrzehnten ausgesehen hat, das sagt eigentlich alles.


    Man muß wirklich von "Grund auf, Neu anfangen", das geht nur über eine kleinstrukturierte Landwirtschaft, ob nun bio oder nicht.


    Wir müssen versuchen, das "Bauernsterben" zu stoppen.


    So finden wir auch einen Konsens.


    Mit müden Grüßen
    Simmerl
    PS: Ach ja, fast hätts ich vergessen: Warner und Mahner, bzgl. PSM und Agrogen, gabs ja mal genug...........nur, wo sind sie geblieben? Außer dem Marienkäfer!


    Sag mir, wo die Blumen sind? Na ja, Maisplfanzen überwucherten sie geschwind.....................

  • Solange Biogas und Energiepflanzenmonokultur derartig subventioniert werden, daß sich Pachtpreise von teilweise über 1000€ pro Hektar und der gigantische logistische Aufwand für die Substratbeschaffung lohnen, bringt auch eine Schulung der LAndwirte nicht viel. Fruchtfolgen gehören im übrigen schon zum Lehrplan der Azubis und Studenten, nur die Umsetzung fehlt. Alles dem schnöden Mammon geschuldet....


    Gruß
    Dirk


     
    Dazu gab es auch einmal einen Bericht bei "nano", habe ich zufällig gesehen, weiß nicht:confused:, ob das seriös ist. Dort wurde erklärt, dass Biohöfe Förderungen von bis zu 500 €/ha erhalten, während die Betreiber von Biogasanlagen bis zu 2000 €/ha, also das Vierfache :eek: bekommen. Da ist es kein Wunder, dass es so viele Monokulturen gibt. Zudem ist Biogas ja gar nicht klimafreundlicher.


    Freundliche Grüße
    Imkerei Fläming