Begrenzter Betrieb

  • Hallo, lasst uns mal davon ausgehen, dass wir (meine drei Biens und ich) nach unserem ersten Winter wider 2010er-Erwarten ohne Völkerverluste ins neue Jahr gehen, denn alle drei sitzen laut Windeln auf 6-8 Gassen und haben Futter ohne Ende. Okay, sie brüten bereits (Polleneintrag, Wasserholer unterwegs), aber in meiner Gegend beginnt der wirkliche Frühling früh (Weinbaugegend), der Hasel blüht und die Salweiden sehen auch schon sehr fortgeschritten aus. Nun muss ich mir aber heuer eine Honigschleuder + Zubehör anschaffen und habe darüber hinaus keine Kohle über, um weitere Beuten anzuschaffen bzw. zu bauen. Und nachdem ich mich nach den Preisen für Schnittholz erkundigt habe, scheidet für mich auch die Selbstbau-Option aus. Also habe ich drei starke Völker und drei Beuten, kann aber keine Ableger o. Ä. bilden. Ich würde es ja auf mich nehmen, alle sieben Tage Weiselzellen zu pflücken, aber ist das unter diesen Umständen die beste Betriebsweise? Eine meiner Königinnen geht jetzt in ihr drittes Jahr, die anderen beiden sind aus 2010. Sollte man das Volk mit der alten Königin mit einem der Jungvölker vereinigen, um eine Beute für einen Ableger frei zu haben? Oder knappst man sich irgendwie einen weiteren Boden und zwei Zargen ab und wurstelt einen Sammelableger auf zwei Zargen durch? Reicht das als Schwarmvorwegnahme für drei starke Völker aus? Das sind so Fragen, die mich derzeit umtreiben. Gruß Inge.

  • Hallo Inge,


    hast Du keine Möglichkeiten, über den Imkerverein Zargen auszuleihen für ein Jahr?
    Es gibt doch überall Ältere, die aufhören oder verkleinern.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Inge,
    ich würde die Schleuder erst noch aufschieben, es gibt jede Menge die immer nur kurz genutzt werden.
    In den Imkervereinen gibt es oft auch die Möglichkeit eine Schleuder mit zu benutzen, ev. gibts auch Imker die noch Beuten über haben.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Inge,


    ich habe nicht ganz verstanden, warum die Selbstbauoption ausscheidet.
    Bin zwar auch noch blutigster Anfänger, aber von Anfang an mit der Vorgabe ins Jahr zu gehen, die im Prinzip heißt "die dürfen sich auf keinen Fall zu gut entwickeln" erscheint mir nicht gut. Ich denke, du solltest auf jeden Fall versuchen, noch eine, besser zwei Beuten zu bekommen oder zu bauen. Im Notfall sollte man dazu Abfallholz zusammenschrauben können.
    Vielleicht kannst du auch einen Deal machen in der Art, dass dir jemand das Holz gibt oder eine Beute baut und dafür von dir einen Ableger bekommt. Wie heißt denn die nächste Stadt in deiner Nähe?


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Inge!


    Beutenmangel oder Rähmchenmangel ist in der Imkerei ganz schlecht. Für einen unvorhergesehenen Schwarm muss immer Platz sein. Die Bienenhaltung unterscheidet sich erheblich von einer anderen Tierhaltung. Bei anderen Tieren kann man davon ausgehen, dass die Anzahl doch einigermaßen gleich bleibt. Wenn einer drei Hunde hält, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass er ein Jahr später auch noch drei Hunde hat. Bei der Bienenhaltung ist das nicht so. Da kann schnell einmal was passieren. Z.B. ein Volk schwärmt ab und die Jungkönigin wird nicht begattet und schon ist ein Volk weniger, oder ein Volk kommt nicht über den Winter. Das ist grundsätzlich kein all zu großes Malheur, wenn die Völkervermehrung in einem ordentlichen Umfang betrieben worden ist. Würde jeder Imker auf die Völkervermehrung größeren Wert legen, dann wären die professionellen Bienenhändler schon verhungert und somit ausgestorben.


    Deinen Einwand gegen den Selbstbau von Beuten kann ich nicht verstehen. Ein m2 sägeraue Bretter kosten 6 oder 7 Euro. Davon bringst du zwei Zargen, heraus, somit kostet eine Zarge höchstens 5,-Euro inklusive der notwendigen Schrauben. Eine Beute die nur den Zweck zu erfüllen hat und auch nur zum Untebringen eines Ablegers/Jungvolkes dient, ist leicht gemacht. Da werden ein paar Bretter zusammen geschraubt/genagelt, der Boden fix angebracht, ein Flugloch eingeschnitten, zwei Leisten als Rähmchenauflage angenagelt und fertig ist die Kiste. Wenn zwischen den Brettern eine kleine Fuge sein sollte, macht das auch nichts, die Bienen kitten das zu, wenn sich sich dadurch gestört fühlen. Als Deckel eignet sich hervorragend eine Hartstyroporplatte, dazwischen eine Plastikfolie, damit er Deckel nicht angebaut wird. Der Deckel muss mit einem schweren Gegenstand beschwert werden oder niedergezurrt werden und fertig ist die Jungvolkkiste.


    MfG
    Hongmaul

  • Hallo, vielen Dank an alle. Zweifel beseitigt. Ich seh es ja genauso, eigentlich sollte man unbedingt Ableger bilden (habe ja selbst aus meinem ersten Volk zwei Ableger gebildet, die beide gut dastehen). Und einfach eine zusammengenagelte Holzkiste für den Ableger ist eine gute Idee. Wird mir zandermäßig schon gelingen. Auf unserem Lehrstand standen nur wunderbare Hohenheimer Beuten, mit Hochboden und aus Weymouth, nix selbstgeschraubtes, und da verliert man dann aus dem Auge, dass es auch einfach geht. Gruß Inge.

  • Hallo Inge,


    ich hab nur selbstgebastelte, aus dem Baumarktleimholz. Nix für Tüftler, die aus allem das perfekte machen wollen.


    Für mich ideal, einfach zu bauen, kostengünstig und doch zweckmäßig.
    Die Blechdeckel sind übrigens auch selbst gebogen, die bunten Kärtchen haben mir meine Töchter verpasst.:wink:



  • Jawoll,


    ein Hochlob auf den Eigenbau! Schön Günther :daumen:


    Mein Väterchen hat mir auch die komplettbeute zu 24 Euro zusammengebaut.


    Und was ist ärgerlicher als ein Schwarm und nix da, wo er einziehen könnte. Ein bisschen Reserve muß sein.
    Bei drei Völkern hast Du doch noch genug Zeit, Dich an jemanden zum Schleudern ranzuhängen.


    Viel Erfolg


    wünscht


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,


    mal davon abgesehen das ich gern werkel, ist mir ein Preis von 90 Euro für die Behausung eines Volkes dann doch zu heftig. Auf die 12 Tracht und 8 Minivölker umgerechnet ist das schon ganz schön was.

  • Hallo Günther,


    da hast Du recht. Es wurde ja bereits geschrieben, dass sich die Enfacheit schon mal aus dem Blickfeld stiehlt, wenn man Edelbeuten in Tischlerqualität als Vorbild zu sehen bekommt.


    Das beste aber ist, dass das den Bienen völlig schnurz sein dürfte. Also ist alles andere für`s Ego oder für`s Auge.


    Das soll aber nicht heißen, das der Eigenbau minderwertig ausschaut! Mein Daddy ist immer ganz stolz auf seine bewohnte Beute. Selbstgemacht hat immer was.



    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Inge,


    beim Hornb..h Baumarkt gibt's Rauhspund, 2m lang, 25 mm Stark gefalzt den Pack für 9,60€.


    Eine Seite gehobelt mit Nut und Feder. Die Leim ich zusammen und baue aus einem Packet 3 Dadant HR oder einen BR und 1 HR.
    Da kommt der HR auf ca. 4 €.


    Holz ist Kiefer, etwas schwerer aber vermutl. auch sehr langlebig.


    Wenn du die Möglichkeit und Fähigkeit besitzt zu sägen und zu schrauben, geht's fast nicht günstiger.

    Gruß Thomas -- Wer Tipfehler findet, darf sie gerne behalten. :-)