Varroabehandlung ohne Befallsdiagnose?

  • Hallo allerseits,


    gibt es allgemeingültige Behandlungsanweisungen zur Varroakontrolle, die man bei jedem Volk, bei jedem Klima, in jedem Jahr –also sozusagen immer und überall nach dem gleichen Muster und in gleicher Intensität- einsetzen sollte?


    Die Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e. V. meint dazu in ihrem Positionspapier zur Varroose Situation vom 17.01.2011:


    http://www.staff.uni-marburg.d…iene/files/pos_varroa.pdf


    „Ein zuverlässiges Behandlungsmanagement … erfordert individuelle Befallsdiagnosen.


    Übergeordnete Behandlungsanweisungen sollten dabei einen Rahmen vorgeben, können aber nicht den erheblichen zeitlichen und lokalen Unterschieden im Varroabefall gerecht werden.


    Die Verantwortung für eine regional angepasste und sachgerechte Behandlung der Varroose liegt daher letztendlich beim einzelnen Tierhalter, der für diese Aufgabe entsprechend geschult und beraten werden muss.“


    Mit freundlichen Grüßen
    Rubikon

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  • Ja,
     
    wenn, wenn die "Arbeitsgeameinschaft der Institute..." gemeinsam ein Papier rausgibt, dann ist das halt der gemeinsame Nenner. Auch wenn einige Mitglieder eine andere Meinung haben.


    Ich war letzten Herbst auf einer Fortbildung für Bienen(seuchen)sachverständige. Referent war Dr.Otten aus Mayen. Zum Thema Varroa hat er fogende bemerkenswerte Aussagen gemacht:
    1. Er hat Bienenvölker die ihn (und seine Mitarbeiter) "belügen" und zwar so: der natürliche Varroaabfall war sehr gering, aber als sie diese Völker mit allen andern zusammen behandlt haben, fielen die Varroa auch dort in größerer Anzahl. Diese Beobachtung hat auch ein anderer Imker in diesem Kreis auch so gemacht!
    Konsequenz für Dr.Otten: ALLE Völker werden nach der Honigernte 4 mal mit 60%iger AS behandelt (Schwammtuch) und im Dezember werden ALLE Völker mit Oxalsäure geträufelt. Er sagt, damit komme er hin!
    2. Auf die Frage, in der "Varroa unter Kontrolle" würde sich doch so sehr für die 85%ige AS (Arzneiflasche mit und ohne) starkgemacht hat er gesagt: er ist halt auch in diesem o.g. Gremium und sieht dies mit einem leichten Bauchgrimmen aber um der Gemeinsamkeit stimmt er halt zu.


    Meine Konsequenz dazu ist: ich mache mir keine große Mühe meine Varroabehandlung nach dem natürlichen Abfall zu richten; ALLE Völker werden nach Schema F behandelt.
    Im Gegensatz zu Dr.Otten benutze ich den Nassenheider horizontal.


    Alois

  • Hallo Bernhard,


    Zitat

    Was ist denn eine "Behandlungsanweisung zur Varroakontrolle"?


    Den Begriff "Behandlungsanweisungen" habe ich aus dem Positionspapier übernommen. Gemeint sind wohl die Behandlungsempfehlungen der Arbeitsgemeinschaft.


    Sie zielen darauf ab, die Varroabelastung der Bienenvölker unterhalb der Schadschwelle und damit "unter Kontrolle" zu halten.


    Mit freundlichen Grüßen
    Rubikon