OS-Behandlung bis 31.12. - aber warum?

  • Hallo,


    man liest ja sehr viel zur OS-Behandlung und immer mit dabei ist der 31.12. als Enddatum für die OS-Behandlung.


    Weils mich interessiert hat, hab ich gestern nochmal die Packungsbeilage rausgesucht. Ich bekomm den genauen wortlaut nicht mehr hin, aber es steht da ungefähr: "Für die Behandlung im Spätherbst", "in der brutfreien Zeit", irgendwo taucht auch der 31.12. auf und dass bei Anwendung danach der Honig für dieses Jahr nicht in den Handel gelangen darf.


    Es stellen sich mir nun die Fragen:
    - wie genau stellen sich die Auswirkungen, bei Behandlung nach dem 31.12. dar. (nicht rechtlich)
    - warum "nur" nicht in den Handel
    - warum wird er nicht als generell ungenießbar oder gesundheitsschädlich deklariert


    bitte verzeiht mir, falls die Fragen schon irgendwo beantwortet wurde, aber ich hab sie leider nicht gefunden.


    Danke


    Der Zimmerer


  • - wie genau stellen sich die Auswirkungen, bei Behandlung nach dem 31.12. dar. (nicht rechtlich)


    Nach der brutfreien Zeit sind einfach Milben in der Brut. Auswirkung sind dass du nicht alle erwischt hast.

    Zitat


    - warum wird er nicht als generell ungenießbar oder gesundheitsschädlich deklariert


    Du darfst ihn genau genommen nicht mehr verkaufen weil er dann kein Honig mehr ist da du ihm was zugesetzt hast was nach laut dt. Honigverordnung nicht erlaubt ist.
    Du darfst ihn aber selber essen und deinen Bienen zufüttern und so.
    Olli
    bitte verzeiht mir, falls die Fragen schon irgendwo beantwortet wurde, aber ich hab sie leider nicht gefunden.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Zimmerer!


    Ich weiß leider nicht wo du zu Hause bist, aber in Österreich darf nur bis zu 31.12. des Jahres laut Zulassung für Ertragsvölker die OS angewendet werden. Bei Ableger usw. darf auch während des Jahres die OS angewendet werden. Der Zeitraum wurde festgelegt, sodass sich bis zur Honigernte die OS noch ausreichend verflüchtigen kann. Außerdem ist der Zeitpunkt schon sinnvoll festgelegt, da es eben im Jänner schon vorkommen kann, dass verdeckelte Brut anzutreffen ist und dann die OS nicht mehr wirksam ist. Je später die OS angewendet wird, desto mehr Rückstände im Honig sind zu erwarten.


    Warum nur nicht in den Handel?
    Wenn jemand meint, dass er selbst den kontaminierten Honig essen will, dann ist da seine Sache.


    MfG
    Honigmaul

  • Wenn jemand meint, dass er selbst den kontaminierten Honig essen will, dann ist da seine Sache.


    "Kontaminiert" finde ich im Falle der Oxalsäure ein bisschen gewollt formuliert. Oxalsäure ist natürlicher Bestandteil des Honigs, was uns natürlich trotzdem nicht davon abhalten sollte, die entsprechenden Wartezeiten einzuhalten, um eine klare Linie zu fahren. Auch wenn diese aus Zeiten älterer Behandlungsformen stammen.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • "Technische Oxalsäure" ist kein natürlicher Bestandteil des Honigs. In der Natur kommen alle Stoffe meist in Komplexen und Gemengen vor. Des Weiteren sind die Gemenge meist Ausdruck dafür, daß Stoffe nie alleine vorkommen, sondern eine Entwicklungsgeschichte als Ausdruck organischer Tätigkeiten haben.


    Das bedeutet, alle Stoffe haben im Organismus Bien eine organische Geschichte. Wenn da Stoffe von außen zugeführt werden, ohne jeden organischen Hintergrund, hat das seine Konsequenzen.


    Von einer stofflichen Äquivalenz oder Gleichheit, kann hier nur im chemischen, aber nicht im biologischen Sinne argumentiert werden.


    Der Honig besitzt des Weiteren natürliche Säurekonzentrationen, die in gewissen Schwankungen vorkommen. Aber die Konzentrationen "kontaminierten" Honigs erreicht das natürliche Säurevorkommen nicht. Eine Erhöhung der Säurekonzentration führt auch zu pH-Veränderungen im Bien. Was bewirken pH-Veränderungen in der Biologie?


    Nur mal so zum Nachdenken. Das Argument der stofflichen Äquivalenz, nach dem Motto: "Ist es schon drin, ganz natürlich", finde ich etwas zu kurz gegriffen.


    Viele Grüße
    Bernhard