Schwarzer Pinsel 2011 geht an die Landwirtschaftskammer Niedersachsen

  • Aus der Laudatio:


    Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen wurde ausgezeichnet, weil:


    - Niedersachsen seit Jahren an der Spitze der Bienenvergiftungen liegt
    - es fast immer den Kartoffelanbau betrifft
    - Gerichtsentscheidungen so ausgefallen sind, daß die Landwirte für ihr Fehlverhalten nicht bestraft wurden
    - es der landwirtschaftlichen Beratung nicht gelungen ist, die Beratung der Landwirte so aufzustellen, daß die Vergiftungsfälle sich verringert haben


    Nach Cross Compliance wäre es eigentlich notwendig, diese Vergehen durch Prämienkürzungen zu ahnden. Diese Ahndung ist nach Kenntnisstand des DBIBs in keinem von Gerichten entschiedenen Verfahren durchgeführt worden.


    Durch unsachgemäße Anwendung von Pflanzenschutzmitteln werden nicht nur unsere Bienen getötet und geschädigt, sondern auch weitere Kleintiere und blütenbestäubende Insekten (Hummeln, Wildbienen), die vom Honigtau leben. Damit erfolgt ein massiver Eingriff in den Naturhaushalt und die Nachrungskette vieler Nützlinge wird negativ beeinträchtigt.



    Setzt sich diese Entwicklung fort, wird es bald soweit sein, daß die landwirtschaftliche Beratung Niedersachsens mit schwarzen Pinseln ausgerüstet werden muß, um die Bestäubung im Lande zu sichern.


    Für die bisher negative Leistung der Beratung aus Sicht der Imker übergibt der DBIB deshalb stellvertretend für die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Herrn Kammerdirektor Jürgen Otzen einmal ein Muster eines solchen Pinsels in der Hoffnung, daß sich die Situation in Zukunft zum Nutzen blütenbesuchender Insekten verbessern wird.

  • Den SWR-Beitrag habe ich heute auch per Mail versandt, der ist wirklich gut.


    Nö, es ist nicht immer der Nachbar, aber das eine schließt das andere ja nicht aus. Du hattest doch empfohlen, Zuchtstoff zu besorgen von dem Stand, da wirst Du Dich beeilen müssen. Lange ist der "Zuchtstoff" nämlich nicht mehr verfügbar, da man an passender Stelle meiner Meinung ist, was die Bedeutung dieser Zucht für die Nachbarschaft hat. Der Zuchtstoff ist superselten, das hoffe ich zumindest. An dem Bienenstand gibt es davon jedenfalls in manchen Kästen mehr als Bienen. :-)


    Aber schau selbst, exemplarisch habe ich einen von mehreren Kästen gefilmt.




    In Soltau wurde auch über den Fall eines Imker diskutiert, der nach der Rapstracht schleichend mehrere Hundert Völker verloren hat und wo bei Untersuchungen von Bienen, Wabenmaterial und Bienenbrot ein Cocktail aus diesen lustigen Stoffen nachgewiesen wurde: Cyprodinil, Dimoxystrobin, Fludioxonil, Schwefel, Terbuthylazin, Thiacloprid, Trifloxystrobin, Azoxystrobin, Boscalid, Carbendazim, Fluazifop, Myclobutanil, Prothioconazol-desthio, Pyraclostrobin und Quinoxyfen.




    Gruß, Klaus

  • Wir haben nicht nur eine "hervorragende" Landwirtschaftskammer, die nämlich auch für eine umfassende Beratung zur Vereinheitlichung unserer Landschaft berät (Mais), sondern auch einen "Umweltminister" aus der FDP mit Namen Sander, der es immerhin auch unter die ersten Drei für den Schwarzen Pinsel gebracht hat. Somit ist Niedersachsen mit weitem Abstand führend in der negativen Beeinträchtigung der Bienen.


    Den Herrn Sander werden wir ja irgendwann wieder los, aber die Berater der Landwirtschaftskammer geben ihre Kenntnisse von Generation zu Generation weiter.


    heidjer Wolfgang, der manchmal einen dicken Hals hat!

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Ob usnere LWK da besser ist? Ich konfrontierte mal einen Pflanzenschutzberater mit den Ergebnissen der Untersuchungen des oben erwähnte Kollegen, die mir komplett vorliegen. Der gute Mann konnte sich das üüüüüüberhaupt nicht erklären, das könne bei guter fachlicher Praxis nicht passieren. Und die Erde ist eine Scheibe.


    Wir brauchen eine Agrarwende.


    Gruß, Klaus

  • Klaus Maresch,
    dein Fähnchen scheint sich ja schon wieder zu wenden.
    Hast ja nicht lange auf der Milbenseite gestanden.
    Zur Erinnerung : bei Deiner Demo in Bonn waren es noch die Neonics.


    In Soltau wurde auch über den Fall eines Imker diskutiert, der nach der Rapstracht schleichend mehrere Hundert Völker verloren hat und wo bei Untersuchungen von Bienen, Wabenmaterial und Bienenbrot ein Cocktail aus diesen lustigen Stoffen nachgewiesen wurde: Cyprodinil, Dimoxystrobin, Fludioxonil, Schwefel, Terbuthylazin, Thiacloprid, Trifloxystrobin, Azoxystrobin, Boscalid, Carbendazim, Fluazifop, Myclobutanil, Prothioconazol-desthio, Pyraclostrobin und Quinoxyfen.


    Auch hier wieder dasThiacloprid/Biskaya B4


    Übrigens, was ist so unüblich an dem Mausefilm, habe ich auch schon einige Male gehabt,
    selbst das Wabenmaterial muß nicht älter als 2 Jahre alt sein.
    Nur mit dem Unterschied, wenn du diesen Film, um mich zu verunglimpfen, an meinem Stand gemacht hättest,
    lägst du jetzt nackend auf den Bauch, und dein Kumpel müßte die den Schrot aus dem Hintern pulen
    Gruß
    helmut

  • Mich schockiert am meisten die Liste der gefundenen Substanzen.
    Das haut einem das Blechdach von der Beute.
    Das liest sich wie ein Sondermüll- Endlager von der Chemieindustrie.
    Wie soll man da noch seinen Honigkunden von einem wertvollen Lebensmittel erzählen.
    Muss ich jetzt neben meinen imkerlichen und lebensmitteltechnischen Fortbildung, auch noch ein Chemiestudium belegen?
    Da kommt wirklich Frust auf und ne gehörige Portion Wut.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • beehead :

    Zitat

    Wie soll man da noch seinen Honigkunden von einem wertvollen Lebensmittel erzählen.


    Zu kurz gedacht - denk mal drüber nach, was von dem ganzen Mist auch in DEINEM Essen jeden Tag drinsteckt....plus die ganzen Konservierungsmittel, Süßungsmittel, Geschmacksverstärker, Farb-, Aroma- und Betriebshilfsstoffe, die alle unter 0,5% im Endprodukt nicht mal deklarierungspflichtig sind...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne ,
    hast ja recht und eine Insel sind wir auch nicht.
    Mir schaudert bei dem Gedanken, wie da mit unserer Umwelt umgegangen wird.
    Die Bioregale in den Supermärkten werden zwar größer, aber mein Mißtrauen auch.
    Können derartig viele Produkte in so kurzer Zeit umgestellt werden?
    Besser so und ein Anfang, vielleicht entsteht ja so im Kopf der Verbraucher auch ein umdenken.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • @All,


    >>> zynisch:
    warum regt ihr euch denn alle so auf ?! Wir sind doch hier in der EU und in D und wir haben einen PERSONALAUSWEIS und PERSONAL hat zu spuren und zu funktionieren, nicht zu denken... und zu essen gibts was man uns gibt, egal was drin ist, hauptsache wir der Bacuh ist voll und wir funktionieren...
    >>> zynisch ENDE.


    Ja, was der Klaus da für einen Chemiekocktail nennt ist der helle Wahnsinn und genauso ist es, wie Sabine ja auch zu bedenken gibt, in den Lebensmitteln. Dagegen ist der verlotterte Bienenstandweniger als Pienuts. Schaut Euch doch mal blos an was zB: Nestle, Maggie, Knorr und wie sie alle heissen in Ihren Produkten (Lebensmittel kann man das ja nicht mehr nennen), eher Sondermüll drinhaben oder beimischen dürfen und das teilweise auch noch ohne es deklarieren zu müssen, bzw. verstecken es geschickt in Halbfabrikaten wie Hefeextrakt...


    Ein mir bekannter Lebensmittelchemiker ist aus diesem "ich nenn es mal SYSTEM" ausgestiegen, weil er es für sich nicht mehr verantworten konnte, wenn der ab und an mal aus dem Nähkästchen erzählte, dann kommst Du Dir vor wie bei einer Radiodoku aus dem Nirvana...


    Traurig aber Alltag, heutzutage ist das Normale abnormal und der Irr-/Wahnsinn Realität.
    Verdrehte Welt...


    Deshalb, zurück in die Zukunft, zurück zur Natur, denn sonst katapultiert UNS die NATUR irgenwann in die Steinzeit...


    Nachdenkliche Grüsse,
    Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Die Bioregale in den Supermärkten werden zwar größer, aber mein Mißtrauen auch.
    Können derartig viele Produkte in so kurzer Zeit umgestellt werden?


     
    Die Biobranche in Deutschland (gerade bei Discount-Bio) hat in letzter Zeit enorme Probleme den Bedarf zu decken, und das nicht erst seit den neuesten Skandalen. Deshalb muß vermehrt auf Produkte aus anderen EU-Ländern aber auch gerade aus China (!) zurückgegriffen werden. Der Grund dafür ist schlicht und einfach, dass zu wenige Bauern auf Bio umgestellt haben, nicht zuletzt, weil es von der Regierung bisher nicht entsprechend gefördert wurde. Auch das mal etwas zum Nachdenken.


    Liebe Grüße
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)


  • oje Markus, das Beamen in die Steinzeit wird wohl eher sein als Einsicht und entsprechende Reaktion....
    Schade


    B.H.

  • Hab mir heute mal ein Niko-DSLR-Seminar gegönnt zur Digitalfotographie. Natürlich auch, damit ich euch weiterhin erfreuen kann mit schönen Filmen und Bilder aus der Welt der Imkerei. Bin im Februar in Graz und hatte letztes Jahr da einiges gesehen, was ich filmen möchte. Deswegen erst jetzt die Antwort.


    Isselbiene ,


    wie ich von unserem Kreisvorsitzenden hörte, hat der alte Imker ihm gegenüber auch so große Töne von sich gegeben. Genutzt hat es ihm nichts, die Stände werden abgeräumt. Dieser "Imker" wird in absehbarer Zeit keine Bienen mehr haben, jedenfalls nicht in meiner Reichweite. Und auch im Nachbarkreis, wo er beheimatet ist, geht es voran. Die Imker dort haben nämlich auch keine Lust auf solche Gammel-Imker.


    Es handelte sich nicht um EINEN Bienenstock, in dem die Mäuse tanzten, ich habe EINEN exemplarisch gefilmt, dies auch in Absprache mit dem Vet-Amt. Ich hätte auch fünf andere Bienenstöcke an dem Stand nehmen können. Wenn Du es für richtig hältst, vor die Fluglöcher Deiner Völker z.B. das von Mäusen abgeschrotetete Wabenmaterial mitsamt Mäusekot und toten Bienen zu kippen, direkt an Fluglöchern eine Tränke aufzubauen, in die abfliegende Bienen hineinkoten, verschimmelte und mit verhungerten Bienen bedeckte Waben monatelang im Freien herumgammeln zu lassen, dann sagt das genug aus. Ein solcher Bienenstand verunglimpft die Imkerei an sich und nicht den Imker - dem ist eh nicht mehr zu helfen. Der Stand liegt an einem Wanderweg, an Obstplantagen angrenzend. Da laufen genug Leute lang, die die Sch... gesehen haben. Da könnte sich der schleswig-holsteinische Futtermittelhersteller Harles und Jentsch auch als armes Opfer hinstellen, indem er sich von den Behörden und vom Verbraucher als verunglimpft darstellt.


    Ein weiteres Highlight kannst Du Dir hier ansehen:



    Dritte Zarge oben leer, darunter auf Futterteig verklebte und tote Bienen. Das Volk wird verhungern. Sieht es bei Dir auch schon mal so aus? Na dann Prost.


    Und was meine Einstellung zu Neonics betrifft und Varroa betrifft, so hat sich da gar nichts dran geändert. Ich halte BayerCropsience für eine Organisation, die - wenn Umweltvergiftung ein Verbrechen wie Völkermord wäre - vor den Internationalen Gerichtshof gehören würde.


    Aber meine Einstellung zu Gammelimkern, die ihre Völker verrecken lassen und ihre Umgebung versauen, hat sich auch nicht geändert.


    Gruß, Klaus