Ertragsmaximierung - Vor- und Nachteile?

  • Hallo Zusammen,
    die Eingangsfrage ist nach meiner Auffassung schon falsch gestellt. Man kann aus den Bienen nicht mehr herausquetschen als diese eintragen. Nur ganzjährig gut versorgte Völker (Pollen und Aufbautrachten) sind überhaupt in der Lage Erträge zu bringen. Der Wald, sofern es Honigtautracht ist, ist wie die Heide, Schwerstarbeit für die Bienen. Ein Fehler der bei der Waldtracht immer wieder gemacht wird ist, dass zu spät aus dem Wald abgewandert wird. Anderseits ist es immer noch besser zwei Spättrachtvölker zu vereinigen und dem Volk damit die Möglichkeit zu geben zu Überwintern, als zwei schwache Völker in den Winter zu schicken.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Sorry Eisvogel wenn ich die Frage falsch gestellt habe. Hab die Frage halt aus dem Thread Honigräume auf- oder untersetzen abgeleitet, damit dieser nicht zerredet wird. Was ich jetzt aber interessant finde ist, daß jeder was anderes unter Ertragsmaximierung versteht. Ich denke jeder will ja einen "Ertrag" von den Bienen und sei`s nur mit dem Liegestuhl vorm Flugloch zu sitzen um zuzuschauen. Die Frage müßte wahrscheinlich eher heißen: Ab welchem Ertrag schadet man den Bienen, Aber auch hier kann man nur drüber philosophieren. Die Bienen werden uns schon zeigen wenn das Ende der Fahnenstange erreicht ist.


    LG Georg

  • Servus beinand
    Komische Diskussion.... Ist es nicht so, je mehr die Bienen sammeln (können), desto länger bleiben sie in Brut, desto mehr Bienen gibts im Volk, desto mehr Jungvölker kann man machen, desto mehr Winterbienen werden aufgezogen, desto höher die Überlebensrate im Winter, desto besser gehts dem Volk?


    Oder andersrum.... Ist es nicht so, je früher der Kasten voll ist (Honig, Bienen), desto eher begeben sich die Bienen zur Ruhe, desto weniger wird gebrütet, desto kleiner wird das Volk, desto weniger Winterbienen werden aufgezogen, desto höher das Überwinterungsrisiko?
    Man sagt, glaub ich, die Völker vergammeln.


    Also Leute... Ich bin der Überzeugung, in einen Jahr, in dem es viel Honig (Ausnahme später Waldhonig) zu ernten gibt, stehen die Völker im Winter besser da als in Jahren, in denen das Wetter nicht mitspielt.


    Ihr macht bei dieser Diskussion einen Fehler: Ihr seht immer die einzelne Biene, die sich abrackern muß. Ich sehe das ganze Volk als einen Organismus an.


    Egal ob ich viel oder wenig Blütenhonig aus dem Volk herausnehme, alle Sommerbienen und teilweise die Winterbienen werden mit Honig aufgezogen. Eingefüttert wird mit Zucker, weil im Zucker weniger Ballaststoffe sind die die Überwinterung gefährden könnten.


    Viele Grüsse
    Günter

  • Wenn ein Imker der Ansicht is das er nach der Frühtracht den Völkern auch noch die honiggefüllten Backenwaben aus den Bruträumen rausreissen und ausschleudern muss nur um ein paar Kilo mehr vorweisen zu können als ein anderer dann betreibt der sowieso keine Ertragsmaximierung sondern imkerischen Selbstmord!


    Gruß Hermann

  • Wenn ich hier lese, denke ichich macheso einiges falsch. Statt Frühtacht abzuschleudern bekommen meine Völker im Frühjahr eine Honigreizfütterung mit Honig aus dem Vorjahr. Meine erst Schleuderung findet fühestens im Raps statt. In der Hoffnung auf ein möglichst durchgängiges Trachtfließband hoffe ich jedes Jahr wieder auf starke Brutnester und damit ausreichend Jungbienen und somit einen intensiven "Bienenumsatz". Nach meinem Verständnis sind ältere Bienen auch mit hoher Wahrscheinlichkeit die Individuen mit der höchsten Belastung an Krankheitserregern, deshalb denke ich trägt ein entsprechender Bienenumsatz auch zur Gesundheit des Volkes bei. Deshalb ist es besonders von Bedeutung den Milbendruck im Vorjahr möglichst radikal abzubauen.

  • Wenn ich hier lese, denke ichich macheso einiges falsch. Statt Frühtacht abzuschleudern bekommen meine Völker im Frühjahr eine Honigreizfütterung mit Honig aus dem Vorjahr.

    Das würde ich z.B. schon mal unterlassen, da du dem Bien was vorgaukelst, was gar nicht da ist und diese Massnahme später zu einer Brutdepression führt.


    LGR

  • Wenn ich hier lese, denke ichich macheso einiges falsch. Statt Frühtacht abzuschleudern bekommen meine Völker im Frühjahr eine Honigreizfütterung mit Honig aus dem Vorjahr. Meine erst Schleuderung findet fühestens im Raps statt.



    Das versteh ich aber jetzt nicht ganz, Du läßt Deinen Völkern die Frühtracht und machst auch noch eine Reitzfütterung?

  • Das würde ich z.B. schon mal unterlassen, da du dem Bien was vorgaukelst, was gar nicht da ist und diese Massnahme später zu einer Brutdepression führt.


    LGR



    Der Meinung bin ich auch, was hilft eine frühe Reizfütterung wenn draußen kein Pollen vorhanden ist oder ein Wetterumschwung kommt. Das ist unnötiger Arbeitsaufwand denn wenn die bedingungen stimmen und genug Futter da ist geben die völker von selbst Gas!

  • :wink:

    Bienenhalter;2612:cool:14 schrieb:

    Ja. Ich füttere im Spätsommer nicht mehr als 10kg Zucker ein, dadurch brauchen sie im Frühjahr Nachschub, aber ich kann sicher sein wirklich keine Winterfutterreste im Honig zu haben.



    Hallo, Bienenhalter, nach Durchsicht der Waben und es ist kein übergroßer >Futterring gebe ich bei 1,5 Zander 2 kg pro Wabe.
    Einräumig überwintert. Gruß, Udo, der Bienudo
    Man kann sich durchaus durch Gefühle verleiten lassen, wenn es zu wenig erscheint. Gibst halt keine Futterwaben nach oben, machst Sperrgitter.
    Es gibt tausend Tricks, glaubs mir. Udso ...wollt ich korrigieren, aber udso klingt nach ...........................

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo,


    Ertragsmaximierung ist nicht besonders genau definiert, wie es hier scheint, sondern scheinbar hat sie eine sehr persönliche Note.


    Die Zahlen von Bernhard geben schon einiges her: Von nix kommt nix.


    Denkt man mal an einen Jahresablauf eines "natürlich" lebenden Volkes, dann wird da weder im Brutnest was abrupt verändert, noch im Honigraum. Die Bienen suchen sich als Schwarm eine optimale Behausung, teilen sie schon vorher räumlich ein bzw. begutachten sie (finden heutzutage so was eher nicht mehr, ja, ich weiß).


    Dann wird ausgebaut, für Wachstum des Organismus gesorgt: Brut. Für laufend benötigte Energiezufuhr gesorgt, die verbrannt und verbrütet wird und INSBESONDERE eigentlich in nur sehr geringen Spitzenzeiten der Hauptteil des Wintervorrates eingetragen - überlebensnotwendig für das Volk. Es gibt eben keinen Winterschlaf bei den Bienen, schon nach Sommersonnenwende wird wieder das Wachstum, die Vermehrung und die Vorbereitung für die nächste Saison angekurbelt.


    Dass das in Jahrmillionen sehr genau ausgeklügelt wurde, dürfte klar sein.
    In so einer selbstgewählten, unangetasteten Beute wird die Honigkappe zu gemacht, das Volk wird sehr genau wissen wo und wieviel Vorräte da sind.
    Es gibt ein Soll und ein Ist.
    Wird dieses IST nun durch den Honigproduzierenwollenden zu extrem heruntergesetzt und damit immer wieder eine Situation geschaffen, dass schlagartig der Zustand des VORRATSMANGELS entsteht, dann kommt es bestimmt zu ungewöhnlichen Bemühungen, Flug und Sammel-, Einlagerungsarbeiten etc., die sonst so nicht aufgetreten wären.
    Das ist prompte Instinkthandlung, sieht auch sicher bereitwillig aus. Man muß sie nicht darum bitten.
    Es sind Insekten. Ja.
    Aber ich würde trotzdem das Wort "Stress" in den Mund nehmen.

    Zitat

    Wiki: ....bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.


    Dass sie sich über nicht gefüllte Leerräume freuen, kann man genauso wenig behaupten oder sie dazu befragen, wie man sagen kann, dass sie vor Unglück heulen.


    Wird Stress zu viel, dann kann er schaden.
    Das sollte Denkansatz sein.


    Gute Versorgung, dafür ein wenig mehr Honig, evtl aber besser ein paar Völker mehr, statt pro Volk die Maximalleistung. Ich denke, hier liegt das Maß.


    Ein im unbeeinflussten Jahresablauf lebendes Volk sitzt im Spätsommer zufrieden auf seinem Erfüllten "Soll", sieht der Winterbienenherstellung gelassen entgegen, hat dafür nicht so viele Flugstunden auf dem Buckel, die Königin hat noch Reserven, weil sie nicht legen musste für Zusatzrekruten, bekommt nicht plötzlich alles entfernt, ohne zu wissen, dass der Imker ja nach Komplettentnahme Ersatz anbietet, reichlich - Dieser muß zwar auch erst wieder eingelagert werden und ggf noch invertiert aber man schaffts halt.


    So ein Beinenvolk hat da eine große Pufferzone.
    Damit sie in Jahrmillionen alle Unwägbarkeiten auch auffangen konnten und überlebten. Sie schaffen das also im Großen und Ganzen.


    Wie in jeder Tierhaltung gibt es wohl die zwei Extreme
    a) alles aus der Evolution und/oder der Genetik herauszuholen, was geht. Hat Grenzen und kostet öfter seinen Preis oder
    b) aus welchem Grundgedanken heraus auch immer den Bienen ein kein bisschen aus ihrem Repertoire abzuverlangen und sie "nur" für sich leben zu lassen.


    Dazwischen gibt`s sicher noch ne vernünftige Nische für ziemlich viele Betriebsweisen, meint ihr nicht?:wink:


    Überlegt


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

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    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

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