Ho-Räume: Drauf oder drunter?

  • HoPi ,
    wenn du ein Volk nach der Frühjahrsdurchsicht hinstellst und dann nur noch Honigräume aufsetzt und erst zur Ernte wieder abnimmst. Den Brutraum die ganze Zeit über unberührt lässt, ist das dann schlecht für die Bienen, oder gar Ausbeutung?


    beehart

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • ...

    Denkt hier eigentlich mal jemand an das faszinierende Naturwesen Biene, ich hör immer nur Honigzargen...



    Ähm... JA!

    Hier finden sich Leute die sich für Bienen interessieren, und man wird ja mal fragen dürfen wie´s funktioniert... verstehen ist ein guter Schritt zur "erfolgreichen*" Bienen"haltung**"

    * erfolgreich hier: individuell gesehen: Bienen leben /und ausreichend Honig
    ** Haltung kann auch durch "Pflege" ersetzt werden

    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • @all,
    Denkt hier eigentlich mal jemand an das faszinierende Naturwesen Biene, ich hör immer nur Honigzargen...


    Ich denke nur an die Honigzargen ... warum imkere ich sonst?

    Zitat


    Die Gier des Imkers, Honig, mehr Honig, noch mehr Honig...

    Wo ist das Problem wenns die Tracht her gibt und den Bienen nicht schadet?

    Zitat


    Die Bienen schaffen sich ab, denn Sie wollen so schnell als möglich den leeren Raum über sich füllen, Sie sind quasi Imkers Honigsammelsklaven bis zum umfallen, abfallen...

    Beweise Beweise - das ist eine Behauptung die seit Jahren im Raum steht.

    Zitat


    Die Bienen sind keine Honigsammelroboter, sie sind einzigartige faszinierende Lebewesen mit Ihrem eigenen Rhytmus im Einklang mit der Natur, wenn man Sie denn lässt.

    Ja wer Bienen halten will soll sie halten, wer Imkern will soll bitteschön imkern und Honig ernten.

    Zitat


    Die Bienen sind arm dran, ärmer noch ist der Mensch an Geist, der nicht die Natur der Biene respektiert und versteht bzw. verstehen will.

    Ja oder auch nicht. Das ist auch eine Behauptung die nicht bewiesen ist.

    Zitat


    Mal so meine Gedanken dazu, zum Nachdenken...


    Meine Gedanken sind, wenn auch völlig überzogen, auch zum Nachdenken.


    Es sind halt nun mal nicht alle auf dem Natur-, Harmonie-Trip und wollen Kohle für ihren Honig um die Aktivität des Imkerns (ich sag mal nicht Hobby) zu refinanzieren. Das ist nichts verwerfliches. Und da denkt man auch mal über Ertragsmaximierung nach.
    Da muss man sich auch nicht schämen - finde ich.
    Grüße
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Zitat

    Es sind halt nun mal nicht alle auf dem Natur-, Harmonie-Trip und wollen Kohle für ihren Honig um die Aktivität des Imkerns (ich sag mal nicht Hobby) zu refinanzieren. Das ist nichts verwerfliches. Und da denkt man auch mal über Ertragsmaximierung nach.
    Da muss man sich auch nicht schämen - finde ich.


    Hallo,


    find ich auch ok, soweit es im Rahmen bleibt. Aber ich muß dazu jetzt was schreiben, da ich eigentlich Landwirt wäre, aber in der Landwirtschaft schon seit Jahren nur noch über Ertragsmaximierung gesprochen wird und da eben viele unter die Räder kamen. Wo sind wir heute: Viele Kleinbauern müßen sich ihr Brot sonstwo verdienen, und die Lebensmittel.. dazu muß ich glaub ich nix mehr schreiben. Die Steigerung wäre dann nur noch die Pflanzen gentechnisch so zu verändern, daß sie noch mehr Nektar produzieren.Nur mal auch so zum Nachdenken.


    LG Georg

  • Wenn Bienen Pollen und Trachtangebot zur Verfügung stehen, dann fliegen die los und sammeln und sammeln, ohne weiteres zutun,. Da brauchen keine Eingriffe in das Volk gemacht werden, es genügt Platz für den Honig anzubieten.
    Wenn ich da an manchen Imker denke, der ständig die Völker öffnet, das Brutnest zerpflückt, Waben umhängt und sich dann wundert, dass die Völker sich nicht richtig entwickeln.
    Da kommen dann die schrägen Sprüche von wegen Hochleistungsbienen, künstlich auf Ertrag getrimmt. Ist Quatsch in meinen Augen. Tracht und Pollen wirkt wie Doping, die Bienen gehen von ganz alleine los.
    Der Brutraum ist für mich tabu, da wird so wenig wie möglich drin rumgewühlt. Es gibt immer noch Imker, die schleudern auch die Waben im BR. Das liegt daran, dass sie bei der Völkerführung nicht verstehen, wie der Honigfluss nach oben gesteuert werden kann. Für mich geschieht das in der Zusammenarbeit mit den Bienen, dafür bekomme ich den ÜBERSCHUSS. Da ist für mich nix verwerfliches dran.

    beehead

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  • ...ich hör immer nur Honigzargen...


    Tja Markus, genau darum geht es in diesem Thread. Um die Praxis der Handhabung von Ho-Zargen.


    Für andere Themen mach einen neuen Thread auf.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • @Remsi,
    viele Wege führen nach Rom, war einiges interessantes dabei.
    Einer seiner Kollegen gab den Kommentar, "wenn der no net immer so lüga dät".:-D

    beehead

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  • Da frage ich mich, machen die dann den weiter entfernten HR zuerst fertig? (verdeckeln)?


    Bienen beginnen brutnah und erst, wenn sie den Honig "fertig" haben, entfernen sie sich mit ihrer "Honigpflegearbeit" weiter nach oben.
    Man sieht das vor allem bei Massentrachten: Die Zarge direkt über dem Brutraum ist voller Honig, das Brutnest total verhonigt und die oberste Honigraumzarge noch halb leer. In so einer Situation hilft es, die beiden Honigraumzargen einfach zu vertauschen. Und natürlich die verhonigten Brutwabnen aus dem Brutraum raus und durch Mittelwände ersetzen (oh sorry, für dieses Sakrileg :wink: )


    Wann schleudert man dann?


    Ich schleudere, wenn die Zargen gefüllt und zu etwa 2/3 verdeckelt sind.


    Geht das auch mit ganzen Zargen (DN oder ZA)?


    Ja, ich arbeite im DNM mit ganzen Zargen.


    Aber man macht das nicht mit der Frühtracht, denn die würde ja sonst im Stock festwerden, oder???


    Nicht bei meiner Betriebsweise.


    Wie ist es dann mit der "Sorte"? Alles vermischt sich doch, oder?


    Lagenhonig. Ein edler Honig, siehe hier:
    http://neuerhonig.wordpress.co…-kleine-bruder-des-weins/

    "Damit ein Skeptiker geboren wird, müssen tausend Gläubige wüten." [Cioran]

  • Natürlich geht das mit ganzen Zargen,
    aber
    es geht besser (schneller) mit halben Zargen,
    man bekommt leichter Sortenhonige
    und
    muss sich nicht so schinden,
    die sind leichter zu entdeckeln,
    werden schneller ausgebaut,
    sind stabiler auch im Naturbau.
    Wenn ich den Hinweisen einer meiner Mentoren mit 70 Jahren Imkereierfahrung Glauben schenke,
    sind die Erträge deutlich höher und die Völkerführung leichter.


    Nachtrag:
    Wenn man Reiners Dadantbroschüre liest, dann steht da dass, eine zu früh gegebene Mittelwand im BR, eine Zarge Honig in der Tracht bewirkt. Das zeigt, dass die Betriebsweise sehr wohl, ohne massive Manipulation schon zu einem wesentlich höheren Ertrag führen kann.


    beehead

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beehead () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Danke für Deine Antworten wald&wiese! Übrigens finde ich Lagenhonig cool.


    Ich frag deshalb, weil ich letztes Jahr viel zu viel Zeit mit Schwarmkontrolle verbracht habe.
    (Bei meiner Unerfahrenheit sehe ich das nicht, einfach durch ankippen oder 2-3 Waben ziehen).
    Dann habe ich gelesen, dass wenn die Kappe über dem Brutnest "offen" bleibt, dass dann der Schwarm ausbleibt. Also ich immer die vollen, schon teilweise verdeckelten Waben zur Seite gerückt, und die leeren vom Rand in die mitte geschoben.
    Mein Pate sagt mir dann, das sei Quatsch. Nun, er hatte viel mehr Honig als ich, obwohl die Völker nebeneinander standen, aber ihm sind auch ein paar Schwärme entwischt.
    Wie macht mans nun richtig?


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.


  • Mein Pate sagt mir dann, das sei Quatsch.


    Da hat er recht.:wink:


    Wenn Du partout keinen natürlichen Schwarm möchtest, warum nimmst Du den Schwarm nicht vorweg? Dann nur noch zum richtigen Zeitpunkt die Nachschaffungszellen, bis auf eine ausbrechen, und schon hast Du (und Deine Bienen) Ruhe.
    In meinem ersten Imkerjahr habe ich gefühlte tausendmal "Zwischenbodenableger"gemacht und jede Menge Zeit mit "Schwarmkontrolle" vertrödelt.:roll:
    Fazit: Bienen und Imkerin waren äußerst genervt... :wink:


    Ich setze Honigräume seit letztem Jahr immer auf.Es war mir viel zu Mühsam, erst die vollen abzuheben um eine leere unterzusetzen.... außerdem, muss man jedesmal erst die vollen HZ abheben, um zu sehen, wie weit die untere (direkt über dem Brutnest) schon gefüllt ist.:roll: Meiner Meinung nach ist der Honig auch trockener beim Aufsetzen als beim Untersetzen.
    Aber....es ist wie immer. 3 Imker 5 Meinungen.:wink:




    Viele Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von helianthus () aus folgendem Grund: was vergessen

  • Regina ,
    der Honig ist trockener durch das Aufsetzen!
    Jule ,
    Lagenhonig ist noch mal ein Argument für Halbrähmchen. Da lassen sich die Trachten viel leichter trennen und schöne saisonale Sortenhonige gewinnen. Das ist ja auch das Credo bei "neuer Honig". Jeder Jahresabschnitt, jede Tracht hat ihr spezielles Aroma, das lässt sich auch gut den Kunden vermitteln.


    beehead

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  • Aber ich muß dazu jetzt was schreiben, da ich eigentlich Landwirt wäre, aber in der Landwirtschaft schon seit Jahren nur noch über Ertragsmaximierung gesprochen wird...


    Im Weinbau und in einigen anderen Zweigen der Landwirtschaft spricht man seit der Einführung von Obergrenzen (teils weniger als die Hälfte des Möglichen) von Ertragsoptimierung.:wink:
    Ansonsten kann ich Beehead (#19) nur zustimmen.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher