Checkerboarding

  • Wie komme ich an Informationen zu dieser Betriebsweise?
    Gibt es ein Buch oder Web Seite wo man sich belesen kann?

  • Zitat

    (Damit Du auch eine ernsthafte Antwort bekommst: selbst Sabi(e)ne scheint davon abgekommen zu sein).


    Nein - nicht wirklich.
    Wer auf extreme (Sommer/Wald)Honigerträge aus ist - perfekt.


    Aber es ist halt materialaufwändig, und es verträgt sich nicht so wirklich mit Naturbau und ungestörtem Naturbaubrutnest.


    Aktuell ist mir letzteres wichtiger, aber zum Verständnis des Schwarmprozesses ist das Konzept genial gut, das hat SO noch niemand aufgezeigt, weder Wissenschaftler noch sonstige Imkerkoryphäen (nicht mal Seeley).


    Von daher verdient Walt Wright wirklich die Meriten - der Ablauf ist tatsächlich so, wie er ihn schildert, und das hatte vor ihm noch niemand so beschrieben.
    Wenn man das einmal alles weiß und auch selbst live gesehen hat, sind Schwärme kein Ärgernis mehr, sondern eine Ressource.


    Man muß das ja nicht in extremo zur Honigproduktion nutzen, sondern kann an viel früheren entscheidenden Zeitpunkten zum eigenen Vorteil handeln.
    Für uns war das der entscheidende Kick, viel genauer hinzugucken und so ganz langsam die Bienenbiologie und ihre Zwänge zu verstehen.


    Die Bienen arbeiten ja quasi ein "Flußdiagramm" ab, was an etlichen Stellen, abhängig vom Wetter und der Tracht, den Ablauf vorgibt.


    Priorität hat IMMER zuerst das Überleben des Volks, was in manchen Jahren bedeutet, daß der Schwarm von allen Völkern gecancelt wird, weil die äußeren Bedingungen es nicht zulassen, ohne das Überleben des Volks und des Schwarms zu riskieren.


    Aber in allen anderen Jahren ist der grundlegende Trieb die Königin: Vermehrung des Volks, um nahezu jeden Preis.
    Und Walts Idee, wie man diesen Trieb austricksen kann, ist schon genial und gleichzeitig ganz einfach - Henry macht mit dem Offenhalten des Brutnests nix anderes, er hat nur keinen besonderen Begriff dafür und nicht den Gesamtzusammenhang im Blick.
    Und es haben immer noch erschreckend wenig Imker die Erkenntnis, daß man eigentlich Honigräume gar nicht früh genug und kaum zu viele aufsetzen kann - bei einem halbvollen HR weiter aufzusetzen ist viel zu spät....:wink:


    Insgesamt hat uns kaum etwas soviel gebracht, wie Walts Analyse des Schwarmprozesses und Seeleys Scout-Beschreibungen.
    Beides in Kombination genutzt - genial. :Biene::daumen:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Wer große Honigerntern einfahren will kann es weitaus einfacher und stressfreier haben.
    Die richtige Beute, ne junge Königin, gesund überwinterte Völker in mäßigen Klima, bei einsetzender Tracht rechtzeitig Halbwaben aufsetzen und mit der Tracht Schritt halten. Es sollten nie mehr als 2 HR aufgesetzt sein und immer wieder leere untergesetzt werden, dann flutschts.
    Wer nich genug kriegen kann, hat ne elek.- Waage und wandert immer den Trachten hinterher. So schaffen versierte Kollegen bei guten Trachtverhältnissen 200kg und mehr. Ich denke das reicht. Man muss keine Waben umhängen und erntet nur aus unbebrüteten Waben Honig.



    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • beehead : warum sagte denn Karl Kehrle, eine Königin brächte ihre größte Leistung im Jahr nach ihrer Geburt?


    Weil sie das Sommervolk aufbaut, dann mit dem Vorschwarm abdüst, und nochmal ein ganzes Volk aufbaut, und wenn sie wirklich richtig gut ist, die Winterbienen bringt, und im nächsten Frühjahr nochmals schwärmt - das ist eine unglaubliche Leistung.
    Ansonsten wird sie im Spätsommer still umgeweiselt oder bekommt eine legende Tochter zur Seite - wer sucht nach einer zweiten legenden Königin, wenn er seine gezeichnete gesehen hat?:cool:
    So ungewöhnlich ist das gar nicht, wie alle glauben.
    Und mit Wanderung sind hohe Erträge nicht das Problem - aber wer hat ohne Wanderung und ohne Waldhonig schon 100kg/Volk?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Mein Kollege hatte dieses Jahr über 100 kg im Schnitt in der Standimkerei. Egal mit welcher Beute, Zander, Langstroth und Dadant und er hatte keine Frühtracht. Die haben das innerhalb 4 Wochen eingetragen.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo,


    Mein Kollege hatte dieses Jahr über 100 kg im Schnitt in der Standimkerei. Egal mit welcher Beute, Zander, Langstroth und Dadant und er hatte keine Frühtracht. Die haben das innerhalb 4 Wochen eingetragen.


    beehead


     
    mit wieviel Völkern ?

  • Moin
    wir kommen zwar vom Thema ab, aber es hängt entscheident mit Deinen äußeren Gegebenheiten zusammen wie viel Honig Du erntest.
    Wenn Du in der Wüste lebst, sind auch 30 - 40 kg Honig viel.
    100 kg im Durchschnitt! über alle! Vöker ist möglich und ich habe es auch schon ohne Wanderung geschafft. Aber nur bei der einmaligen Umstellung von dem "alten normalen" Raps auf Hybridraps plus Phazelia-Angebot im Nachgang.
    Dann ist das alles keine Hexerei...


    Im Durchschnitt bringen trotzdem die CB Völker mehr Honig ein, als die konventionell geführten, am selben Stand, ohne Wanderung.


    Grundsätzlich wird man nicht dümmer wenn man das Skript vom Walt mal liest.


    Ob man dann CB macht oder auch nicht, hängt individuell von jedem einzelnen ab und sollte von jedem selbst für sich getroffen werden.


    Schöne Grüße


    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo Patrick,
    natürlich ist das möglich. Es geht aber nur, wenn wirklich ein gutes Trachtangebot da ist und
    die Völker in so gutem vitalen Zustand sind, dass sie dieses auch nutzen können.
    An CB stört mich der Eingriff und das Umhängen von Waben.
    Das von mir erwähnte Verfahren, lässt das Brutnest ungestört, was für mich sehr sympatisch ist.
    So wenig wie möglich (Eingiffe), so viel wie nötig.
    Was ich bis jetzt außen vor ließ ist, dass die Beriebsweise natürlich sehr auf die Buckfast abgestimmt ist.
    Die Eigenschaft der Biene Honig Brutnestfern zu lagern unterstützt das Ganze.
    Die Kunst ist doch, mit der Biene und ihren Fähigkeiten zu arbeiten und nicht durch massive Eingriffe etwas zu erzwingen.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Moin,

    Zitat

    An CB stört mich der Eingriff und das Umhängen von Waben.


    Was für ein Eingriff, und was für ein Umhängen von Waben?
    Das Brutnest bleibt unangetastet, und es werden lediglich 2 Zargen aufgesetzt, plus HR.
    Ich kenne keine arbeitsärmere und bienenschonendere Methode....:Biene:


    P.S.: Walt arbeitete mit ferals, also Dunklen....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    nun habe ich mir fast die ganze Diskussion von 2006 druchgelesen. Leider funktionieren die meisten links von damals nicht mehr. Du hattest scheinbar eine Übersetzung des Orginalartikels von Walt (selbst angefertigt?)? Damit ich mich in das ganze Thema mal einlesen kann würde ich mich über einen link oder eine mail sehr freuen. Auf englisch klappts einfach nicht so gut :-)


    Dafür schon herzlichen Dank!
    Grüße aus dem Lahntal
    Sven