Schadet die Oxalsäurebehandlung der Brut?

  • Hallo,
    ich weiss zwar, daß die Völker bei der Oxalsäurebehandlung brutfrei sein sollen, aber schadet die Behandlung doch evtl. vorhandener Brut?

  • Guten Tag, Höpferbiene.


    Nun, so wird gesagt und so steht es geschrieben, die Oxalsäure soll bei Brutfreiheit angewendet werden. Das soll sie aber deshalb, weil sie NICHT *in die Brut* wirkt, also ansitzende Varroen in verdeckelten Zellen nicht erreicht.


    Die Völker sollen nicht deshalb brutfrei sein, weil OS der Brut schadet, da hättest oder hast Du was falsch verstanden.


    Aber vielleicht weisst Du das und fragst Du aus anderem Grund? Dann sag es bitte.


    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

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  • Hallo,


    geträufelte Oxalsäure wird doch per Futtertausch verbreitet? Wenn nun die Ammenbienen die Brut füttern, verätzen sie dabei nicht auch die Brut?
    Verdampfte Oxalsäure wird meiner Meinung nach ohnehin die Brut verdampfen.


    Übrigens sollte man hier wohl noch einmal darauf hinweisen, dass meines Wissens aus einem in diesem Jahr (sprich NACH dem 31.12.2010) behandeltem Volk KEIN Honig mehr in den Verkehr gebracht werden darf.
    (Aber da können die Experten hier wohl genaueres zu schreiben.)

  • Bei aller Behandlung sollten wir unabhängig von Anwendungsvorschriften im Kopf behalten, dass alle auch noch so zugelassenen Substanzen in irgendeiner Weise auf das filigrane Mikroklima eines Volkes oder schlicht auf die sensiblen Körperoberflächen der offenen Brut einwirken wird. Dies gilt speziell auch für "natürliche" Säuren wie AS oder OS. Das allein sollte uns allerdings nicht zum Nichtbehandeln veranlassen, sondern aufmerksam nach mittelfristigen Alternativen suchen lassen.


    Vielleicht erbarmt sich ja mal ein Institut, auch ohne vorherige Drittmittelzahlung der IMHO entscheidenden Frage nachzugehen, welchen Einfluss eine Reduktion des PSM-Druckes auf Bienenvölker auf ein Steigen ihrer Chancen ausübt, mit der Milbe besser klar zu kommen oder nicht wie bislang von ihr ausgeknockt zu werden. Da müsste doch noch bei dem einen oder anderen Wissenschaftler (die sich schließlich alle mal zur Wahrheit verpflichtet haben) noch ein mehr oder weniger großes Fünkcken Anspruch und Forschergeist schlummern. Meinetwegen auch nur plumper Ehrgeiz, es den Kollegen der eigenen Disziplin mal so richtig zu zeigen..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Übrigens sollte man hier wohl noch einmal darauf hinweisen, dass meines Wissens aus einem in diesem Jahr (sprich NACH dem 31.12.2010) behandeltem Volk KEIN Honig mehr in den Verkehr gebracht werden darf.
    (Aber da können die Experten hier wohl genaueres zu schreiben.)


    Danke für den Hinweis. Das ist richtig so.


    Wobei es praktisch (und nicht wie hier Ausschlag gebend: juristisch und organisatorisch) betrachtet schon etwas abstrus ist, dass es für den zu erntenden Honig einen Unterschied machen soll, ob sein Volk am 31.12. noch kurz vorm Anstoßen auf auf´s frohe Neue oder aber einige Stunden später nach dem verkaterten Aufwachen am 01.01. behandelt wird. Aber irgendwo muss halt ein Schnitt gemacht werden.

    Viele Grüße
    Marcus


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  • Zitat OMNI:
    "geträufelte Oxalsäure wird doch per Futtertausch verbreitet? Wenn nun die Ammenbienen die Brut füttern, verätzen sie dabei nicht auch die Brut?"


    Geht hier nicht wieder ein Streitthema dahin, dass auch gesagt wird, die OS- Zubereitung würde quasi antrocknen und die angetrockneten Kristalle dann verbreitet werden?


    Zitat OMNI:
    "Übrigens sollte man hier wohl noch einmal darauf hinweisen, dass meines Wissens aus einem in diesem Jahr (sprich NACH dem 31.12.2010) behandeltem Volk KEIN Honig mehr in den Verkehr gebracht werden darf."


    Doch. Im Jahr 2012. (Späßle)

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Passt hier finde ich ganz gut zum Thema:


    Warum wirkt Oxalsäure nicht in die Brut, Ameisensäure hingegen schon?
    An den kleineren Molekülen der Ameisensäure kanns ja fast nicht liegen.

  • Einen guten Abend!


    dumme Frage, da es gerade wieder zur Sprache kommt: Mir ist das Jahresende als Stichtag für das Ende des Oxalsäurebehandlungszeitfensters bekannt und ich halte das inhaltlich ohnehin aus mehreren Gründen für sinnvoll. Es liegt mir daher ferne, den 31.12. in Frage zu stellen (damit da keine Mißverständnisse aufkommen.)


    Die für Oxalsäure angegebene Wartezeit ("Nach der Behandlung darf Honig erst im darauf folgenden Frühjahr gewonnen werden") kann man in diesem Sinne interpretieren, nämlich dann, wenn man "darauf folgend" auf "Jahr" bezieht (was dort aber nicht ausdrücklich steht). Ich hätte es intuitiv eher auf "Winter" oder so bezogen, die Wartezeit also eher schwammig ausgelegt... :oops:


    Daher die Frage: Gibts noch eine andere "rechtliche Grundlage", die hier unmißverständlicher ist? Oder etwas, was "darauf folgend" in einem solchen Kontext automatisch mit dem Kalenderjahr in Verbindung bringt? :confused:


    Vielen Dank und viele Grüße,
    Dorothea

  • Doro,


    ich habe folgenden Hinweis gerade in einem anderen Beitrag (http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=23494&page=3) gefunden.


    Das steht in der Elften Verordnung zur Änderung der Verordnung
    über Standardzulassungen von Arzneimitteln
    . Sechse Seite der PDF unter 8.3 Hinweise.


    Ist aber nicht so wirklich erhellend ;-) "Eine Wartezeit von 12 Monaten" oder "erst im kommenden Kalenderjahr" wäre verständlicher...


    Grüße
    Axel