Zargenbau mit Flachdübelfräse?

  • Hallo,


    ich habe meine Beuten bisher stumpf zusammengeschraubt, selbst für eine 168mm Flachzarge habe ich 16 Schrauben verwendet (Griffleisten inklusive).
    Verzinken ist für mich als Nicht-Tischler etwas schwierig.


    Nun liebäugele ich mit einer Verbindung durch Flachdübel und Leim. Vielleicht sogar auf Gehrung, damit kein Hirnholz mehr nach außen zeigt.
    Flachdübelfräsen gibt es in der Bucht ab 30 Euro, die meisten kosten zwischen 40 und 50 Euro. Markengeräte kosten aber eher so 300 bis 400 Euro, die Profigeräte scheinen sich im 800 Euro Bereich zu bewegen.


    Wie 'schlimm' ist der Qualitätsunterschied?
    'You get what you pay for', schon klar, aber ich kann mir darunter eben nichts konkretes vorstellen. (Mein Akkuschrauber für 10 Euro hat seinen Job gut genug erledigt, auch wenn der Akku schnell im Eimer war.) Über 100 Euro wäre mir eigentlich zuviel. Wenn aber jede Verbindung mit der Billigfräse fünfmal länger dauert als mit einem Markengerät, oder wenn sie so unpräzise sind, dass ich massig nacharbeiten müsste, dann würde es mit nichts nützen.


    Fragend,
    Robert

  • Hallo


    weil hierbei Hirnholz mit Längsholz verleimt wird
    und alle Verleimungen mit Hirnholz nicht halten,
    besonders welche, die ständig in Bewegung sind,
    wie zB Beuten, durch feucht und trocken werden.


    Gruß Uwe

  • Hallo, kannst ja 2-3 Lamellos reinfräsen, aber nur leimen würde ich nicht. Auf jeden Fall noch zusätzlich Schrauben reindrehen, aber da mußt du schon wieder aufpassen das die Schrauben nicht in den Fräsungen landen.
    Viele Grüße, Heiner


  • weil hierbei Hirnholz mit Längsholz verleimt wird
    und alle Verleimungen mit Hirnholz nicht halten,
    besonders welche, die ständig in Bewegung sind,
    wie zB Beuten, durch feucht und trocken werden.


    Nun, bei dieser Art der Konstruktion, also Kästen, Rahmen bzw. Zargen halt wird es öfter Verbindungen Hirnholz-Längsholz bzw. Hirnholz-Hirnholz (bei Gehrung) geben, oder? Demnach wären also Flachdübel generell nicht für die meisten Dinge im Außenbereich geeignet?


    Was, wenn man für die Schmalseiten die Bretter mit der Maserung senkrecht verbaut?


    Aber wenn wir schon dabei sind, mal unabhängig von der Verwendung bei Beuten: was ist mit der Qualitätsfrage der Fräse? (Siehe mein erstes Posting.)
    Mir ist klar, dass eine 40 Euro Flachdübelfräse schlechter ist als die für 300 Euro, die Frage ist nur wie sich das äußert, und ob man damit leben könnte. Selbst wenn ich keine Beuten damit baue, ich hätte noch ein paar andere Projekte, aber eher nichts was 300 Euro rechtfertigen würde.
    Manche Dinge aus dem Billigsegment sind für Nichtprofis immerhin brauchbar bzw. zwei, drei Jahre lang gut genug, andere dagegen durch und durch Schrott und werden entweder kein zweites Mal verwendet bzw. bereiten bei jeder Verwendung Ärger. Wie ist das bei Flachdübelfräsen?


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,
    Holz arbeitet und schwindet bei Feuchtigkeitswechsel aber überwiegend quer zur Wuchsrichtung; d.h. die Schmalseiten sind nach kurzer Zeit länger als die Längsseiten. Nicht lustig :-( . Geizerfahrung beim Hummelkastenbau.
    Wolfgang

  • Moin Imkers,


    Also, meine Kollegin (Tischlermeisterin) hat die sauteuerste Lamellofräse und ich habe eine für fufzig.
    Besser ist ihre nicht, okay sie macht einen solideren Eindruck aber fräsen tut meine genau so gut.


    Diese Gehrungs- und Dübelgeschichte würde ich lassen, dazu noch schrauben.
    Im Innenbereich, Möbelbau ist Lamello IOP, keine Frage aber Beuten schrauben und auch leimen, wer's mag, ist
    wohl die bessere und einfachere Lösung.


    So gut wie nötig und nicht so gut wie möglich, sonst haben wir bald Beuten in Klavierlackoptik.


    schön Tach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Hallo Bienenfreund!


    Eine günstige Lamellofräse tut ihre Dienste gut genug. Ich kann mich den anderen Beiträgen nur anschließen, Lamellos ersetzen keine Schrauben, als Schrauben ist unumgänglich.


    MfG
    Honigmaul

  • Moin Imkers,


    Also, meine Kollegin (Tischlermeisterin) hat die sauteuerste Lamellofräse ...


     
    Wer hats erfunden?


    Lamello hat Jahrzehnte das Patent drauf gehabt und ordentlich teure (und gute) Geräte verkauft. Das Patent ist vor 5(?) Jahren ausgelaufen und seitdem gibt es halb so teure (300,- bis 400,-) Nachbauten und auch welche für 50,-
    Kommt auch drauf an, wie oft man so ein Gerät verwendet und welche Genauigkeit benötigt wird.


    Aber für den Beutenbau reicht eine (gute) Kreissäge zum Nuten aus, da würde ich nicht mal auf die Idee kommen, ein Lamello (Flachdübel) einzusetzten - wozu soll das gut sein?


    Lamellos sind für den Möbelbau (Spanplatte) entwickelt worden!

  • ...Aber für den Beutenbau reicht eine (gute) Kreissäge zum Nuten aus...


    Ich komme ganz ohne aus:


    18mm-Bretter im Baumarkt zusägen lassen.
    Zwei Seiten um 9mm kürzer (für die Rähmchenohren).
    Auf diese 2 Seiten statt zu Nuten einfach 9mm-Quadratleisten aufnageln/leimen.
    Fertig ist die Zarge zum zusammenschrauben.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  • Das Patent ist vor 5(?) Jahren ausgelaufen und seitdem gibt es halb so teure (300,- bis 400,-) Nachbauten und auch welche für 50,-
    Kommt auch drauf an, wie oft man so ein Gerät verwendet und welche Genauigkeit benötigt wird.


    "...kommt drauf an wie oft und welche Genauigkeit" dürfte zu so ziemlich jeder Qualitätsdiskussion bei technischen Geräten stimmen, hilft aber ohne jede 'Hausnummernangabe' bzw. Verhältnisschätzungen nicht weiter.


    Zitat

    Aber für den Beutenbau reicht eine (gute) Kreissäge zum Nuten aus, da würde ich nicht mal auf die Idee kommen, ein Lamello (Flachdübel) einzusetzten - wozu soll das gut sein?


    Die Flachdübel sollen ja auch erstmal die Schrauben ersetzen und nicht die Nuten. Aber zugegeben, ich würde wohl auch das Nutenfräsen damit ausprobieren... zu deiner Frage, wozu das gut sein soll:
    Die ursprüngliche Idee war, dass durch das Verdübeln statt Verschrauben nach außen keine Löcher bzw. Schraubenköpfe mehr sichtbar wären (u.a. konstruktiver Holzschutz), und dass das ganze evtl. sogar schneller ginge als die vielen Löcher bohren, senken, schrauben. (ich weiß, es gibt auch Aufstecksenker für Bohrer...)
    Was das Nuten angeht: Für eine Kreissäge habe ich keinen Raum, muss daher die meines Vaters benutzen (keine gute), eine Flachdübelfräse dagegen passt in eine Schublade.


    Zitat

    Lamellos sind für den Möbelbau (Spanplatte) entwickelt worden!


    Das war mir bisher nicht so klar, danke für den Hinweis.



    Ich entnehme Euren verschiedenen Antworten, dass
    - Billigflachdübelfräsen nicht zwangsläufig kompletter Schrott sein müssen
    - aber Flachdübel aufgrund von Witterung, Beutenkonstruktion und Werkstoffeigenheiten wahrscheinlich keine gute Wahl sind


    Ok, danke für die Antworten.



    Ich komme ganz ohne aus:


    18mm-Bretter im Baumarkt zusägen lassen.
    Zwei Seiten um 9mm kürzer (für die Rähmchenohren).
    Auf diese 2 Seiten statt zu Nuten einfach 9mm-Quadratleisten aufnageln/leimen.
    Fertig ist die Zarge zum zusammenschrauben.


    Eine ähnliche Konstruktion habe ich mir auch schon überlegt, allerdings versuche ich neben dem Bienenabstand im Inneren auch die Außenmaße des Systems der Magazinimker zu erreichen, weshalb ich bei Langstroth/Dadantzargen an den Schmalseiten dickeres Holz brauche als 18mm. Außerdem bin ich ein großer Fan von Griffleisten und würde deshalb statt einer Quadratleiste etwas breiteres nehmen, so dass es nach außen als Griffleiste übersteht. Dann aber dürften 9mm zu dünn sein.


    Ich vermute, du verwendest Rähmchen mit 482 mm Oberträgergesamtlänge, 17 mm Ohrenlänge, die 9 mm Leiste läßt von dem 18 mm Brett 9 mm Auflagefläche übrig; da man etwas Spiel braucht liegen die Ohren auf jeder Seite vielleicht mit 8 mm auf, woraus sich ein Beespace zwischen Rähmchen und Wand von 9 mm ergibt. Ok.
    Aber wenn die Quadratleiste nur 9 mm hoch ist, die Ohren aber 10 mm hoch, müssten bei dir ein bis zwei Millimeter nach oben über den Zargenrand hinausragen? :confused:

  • Hallo Re-Mark,
    Also mein original Lamello hat seinen 20. Geburtstag hinter sich und das hat nur 2 Fehler, Kabelbruch am Stecker und der Kunststoffabsaugstutzen/Späneauswurf bricht dauernd weg, aber das sind "Gebrauchsspuren" von ständigem Einsatz. Zu den Baumarktfräsen kann ich nichts sagen, hab keine. Aber ich denke mal bis so 50 Beuten wird so ein Ding schon auch gehen und dann hast du ja 2 Jahre Garantie, wenn in der Zeit kaputt, umtauschen!
    Aber ich denke, Flachdübel für Zargen und ohne Schrauben ist nur was für den Innenbereich. Bitte unterschätze das Quell/Schwindverhalten von Holz nicht, das reißt dir die beste Leimfuge mit der Zeit auf! (alter Spruch: "Holz arbeitet ständig, im Gegensatz zum Beamten" (oder beliebig einsetzbarer Berufsgruppe)). Ich nehm die Eckverbindung der "Hohenheimer Einfachbeute" und ne Schraube (5*70) mehr - das hält bisher sehr gut.