Starker Totenfall

  • Hallo zusammen,
    ich habe vor 3 Tagen als der Schnee mal bischen weggetaut ist, mal nach meinen Bienen geschaut. Habe 4 Völker, sind alle letztes Jahr aus Kunstschwärmen hervorgegangen sind, 2 haben im Herbst noch eine neue Königin bekommen. Ich habe mal vorsichtig die Fluglochkeile entfernt und war entsetzt, da lagen bei 2 Völkern massenhaft Bienen auf dem Bodengitter. Hab sie nicht gezählt, aber ich würde mal sagen 2 Kehrschaufeln sind es schon pro Volk. Bei den anderen beiden Völkern auch Totenfall, da aber so etwa 300 Stück pro Volk. Habe mit einem Stöckchen alle toten Bienen herausgekratzt aus den Beuten. Heute war ich nochmal nachschauen. Derzeitige Außentemperatur gut im Plusbereich und schon wieder so etwa 10-20 neue tote Bienen pro Volk. Ist das noch normal ?
    Am Futter kanns nicht liegen, denke ich. Hab mal gewogen, die sitzen alle noch auf über 10 kg Futter. Bleibt eigentlich nur die Kälte. Milben würde ich ausschließen. Eher hab ich ein etwas mulmiges Gefühl, daß ich bei der Oxalsäurebehandlung Mitte November was falsch angerühert hab und die Dosis zu stark gewesen sein könnte.
    Momentan leben alle Völker noch, wenn es aber noch mal richtig kalt wird....

  • Eher hab ich ein etwas mulmiges Gefühl, daß ich bei der Oxalsäurebehandlung Mitte November was falsch angerühert hab und die Dosis zu stark gewesen sein könnte.


    Hallo technisch,
    zu Deinem mulmigen Gefühl kann man nur etwas sagen, wenn Du es etwas genauer in Zahlen ausdrücken könntest.
    War die Dosis zu stark und/oder die verabreichte Menge des Angerührten zu groß?
    Die Kälte könnte bei den beiden Völkern die einen Aderlass von 2 Kehrschaufeln hatten ein Problem werden. Allerdings kann ich Dir nur abraten jetzt wie auch immer geartete Aktionen zu starten. Auch wenn es schwer fällt lass die Finger raus.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ich habe die Böden der Völker getauscht bzw. gereinigt und den Totenfall kontrolliert. Auch ich habe an drei Völkern einen erhöhten Totenfall, ohne daß die Ursache erkennbar wäre. Es waren sehr starke Völker, die ich da eingewintert hatte, auf etwa 11 Waben Dadant. Futter genug vorhanden, keine Unruhe im Volk, keine erkennbare Störung vorhanden wie z.B. eine Maus. Auch Luftnot kommt nicht in Frage, teilweise waren die Fluglöcher zwar komplett dicht, aber bei einer großflächigen Bodenlüftung kann da nichts passieren. Nun sitzen die Völker immer noch auf 7 Waben und lassen nicht erkennen daß da irgendetwas im Busch wäre. Mit starkem Totenfall meine ich Mengen jenseits der zwei Hände voll.


    Schauen wir mal wie es weiter geht. Machen kann man momentan eh nichts. Nächste Woche soll der Winter zurückkommen.


    Gruß, Klaus

  • Hallo Zusammen,


    ich bin ebenfalls absoluter Neuling in der Imkerei und habe letzten Herbst ein sehr starkes Volk auf 2 Zargen DN von einem befreundetem Imker erhalten. ALs die Temperaturen 12 Grad erreicht haben musste ich natürlich nach meinen Kleinen schauen. Hab mit einem Stöckchen den Totenfall herausgekratzt und auch an die 2 Schaufeln rausgeholt. Werde jetzt einfach abwarten wies aussieht wenn wieder Flugzeit ist. Ändern kann ich jetzt eh nichts.
    Am mangelndem Futter kanns nicht liegen, sind mit ca. 30 Kg in die Winterpause gegangen....

  • Eure Antworten trösten mich etwas, helfen kann das den Bienen natürlich nicht. Die jetzt bei warmer Witterung immer noch herabfallenden Bienen könnten natürlich auch schon länger tot sein und erst jetzt durch ihre Schwestern aus den Waben sortiert worden sein. Ich tippe ja bei mir auf Kälte, denn da wo die meisten Bienen gefallen sind, stehen die Beuten etwas im Wind. Hab jetzt erstmal Windschutzmaßnahmen eingeleitet, und hoffe es kommen nicht noch mal 15 Grad Minus mit ordentlich Sturm.
    gruß Jens

  • Hallo Klaus,
    vielleicht haste da auch Völker mit vielen "alten Tanten" eingewintert.
    Diese sterben nunmal eher.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Klaus,
    vielleicht haste da auch Völker mit vielen "alten Tanten" eingewintert.
    Diese sterben nunmal eher.


    So sehe ich das auch. Alte Bienen, die sich im Herbst nicht abgearbeitet haben, liegen jetzt (lagen) auf dem Boden, weil in den Wochen von Ende November bis Anfang Januar kein Flugwetter herrschte, wo sie zum Sterben hätten abfliegen können.
    Solche Völker habe ich dieses Jahr auch. Trotz der sichtbar hohen Verluste, sind sie noch bienenstark.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Jens


    da kann ich auch nur sagen, 2 Kehrschaufeln ist schon ganz schön viel, aber wenn noch eine entsprechende Wintertraube vorhanden ist, geht das noch in Ordnung. Ich hatte bei meinen Segebergern etwa 2 Hände voll pro Volk. Man rechnet etwa im Durchschnitt, 2 Wabengassen Bienenverlust im Winter.
    Also lehn dich zurück und warte ab.
    Alles Gute.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    zu diesem Zeitpunkt ist sicherlich auch zu bedenken, wie lange die Fluglöcher bisher durch Schnee versperrt waren. Was in anderen Wintern ausfliegen oder -krabbeln konnte bzw. auch ausgeräumt wurde und unbemerkt verschwand, hat sich diesmal halt angesammelt und wird einfach anders wahrgenommen.


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)

  • Hallo zusammen,


    also heute war bei uns bestes Flugwetter, ca. um die 14 Grad in der Sonne heute Mittag.


    Mit Entsetzen musst ich feststellen, dass ein Volk innerhalb kürzester Zeit (ca. 1 Woche) etwa 85 % seiner Bienen verloren hatte. Fast DREI Kehrschaufeln voll lagen auf dem Boden. Es war ein Volk, welches auf zwei Zargen (Zandermass) überwinterte, allerdings auf geschlossenen Boden.
    Auch wenn die Ansichten darüber kontrovers sind, Probleme mit geschlossenen Böden hatte ich bis dato nicht. Futter ist noch mehr als ausreichend vorhanden, beim Öffnen der Bodens ist mir auch sonst nichts besonderes aufgefallen. Der Boden war, abgesehen von der dicken Schicht toter Bienen, trocken; die Stockluft roch nach Wachs und Honig...kein Fäulnissgeruch. Die Toten Bienen wiesen auch keine Bisschäden auf, also Maus fällt raus. Der Fluglocheingang ist bis auf den Mäuseschutz vollkommen offen.


    Die Rücksprache mit meinem Imkerpaten bot nur vage Spekulation: Varroa in Kombination mit besonders aggressiven Viren etwa....,
    eine andere Spekulation wäre eine besonders unglückliche Lage der Traube über den Eingang, deren Totenfall die Frischluftzufuhr komplett unterbunden hätte...
    aber ein Verbrausen kann ich mir eigentlich unter den gegebenen Bedingungen nicht vorstellen. Dieses Volk hätte locker die Kraft gehabt die Eingänge freizuhalten, zumal die Temperaturen das zugelassen hätten.


    Ich werde wohl Proben zur Untersuchung schicken müssen.


    P.S.: Radio Buschtrommel sagte mir vor kurzem, dass selbst Berufsimker heuer Horrorverluste vermelden. Genaueres weis ich allerdings nicht. Gerüchte, Gerüchte.

  • ... die Stockluft roch nach Wachs und Honig...kein Fäulnissgeruch. ...


     
    Das ist auch schon etwas, was mich länger beschäftigt: Kann ich eigentlich davon ausgehen, dass wenn es aus den Fluglöchern angenehm nach Wachs und Honig riecht, die Bienen alle in Ordnung sind?
    Ich tendierte bisher eher zur Antwort "Nein!".


    Freundliche Grüße
    Imkerei Fläming