Wahr? Diese Bienen tricksen gegen Varroa

  • Hallo Leute,
    nun habe ich lange gegoooogelt und kann die Aussage eines Imkers immernoch nicht bestätigen. Also er meint folgendes:
    In Indien, wenn die Bienen zu viele Varroamilben haben, verlassen sie die Beute als Schwarm und fliegen sehr steil nach oben. Durch den entstehenden Unterdruck und Temperaturdifferenz fallen die Milben ab. Dann sucht sich das Volk einen neuen Platz (Schwarm also).
    Was davon ist wahr? Hat sich der Imker einen Spaß erlaubt oder ist Google doch nicht so gut wenn ich dort suche? Was wisst ihr davon?
     
    Gruß


    Victor (mit naiven Augen und Blick wie der Kater in "Shrek)

  • Hallo Victor,
    In Indien hat der Imker mit großer Wahrscheinlichkeit die Östliche Honigbiene Apis cerana in seinen Kästen.
    Diese hat ganz andere Methoden entwickelt, mit der Varroa zu leben.
    Dazu gehört auch das Ausziehen als Schwarm bei Trachtlosigkeit oder hohem Krankheitsdruck.
    Wie ein solches Schwarmverhalten aussieht, weiß ich nicht.
    Daher kann ich zu den Unterschieden zu dem normalen Schwarmverhalten, wie ich es von unseren Bienen kenne, nichts sagen.
    Aber Unterdruck als Behandlungsmethode gegen Varroamilben dürfte eine interessante Möglichkeit sein...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Aber Unterdruck als Behandlungsmethode gegen Varroamilben dürfte eine interessante Möglichkeit sein...


    Jetzt aber nicht den Staubsauger rausholen...


    Aber ernsthaft, ich habe ja von Bienen keine Ahnung, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas funktioniert. Dazu müsste ein Druckunterschied sein, der ist aber nicht gegeben. Denn selbst wenn die Bienen mit den Milben an sich nach oben fliegen, ist dort einfach nur insgesamt geringerer Luftdruck (wenn die Bienen SEHR WEIT nach oben fliegen). Dann müsste man aber schon bei wechselndem Luftdruck (Wetterumschwung) veränderten Milbenfall beobachten können. Das wiederum müssten die Experten hier mal beurteilen.

  • Stimmt, der Druckunterschied müsste höher als der normale Wetterumschwung sein. Dieses Verhältniss spuckt Wikipedia aus:
    Höhe / Druck in hPa
    0 m 1013,25
    500 m 954,61
    1000 m 898,76
    1500 m 845,58
    2000 m 794,98
    2500 m 746,86
    3000 m 701,12


    Also schon ein größerer Unterschied in Bienenreichweite. Bei dem Orkan Emma waren es nur 70 hPa und bei Orkan Kyrill 50 hPa.


    Quellen:
    (http://www.wetterzentrum-nrw.org/wbb3/index.php?page=Thread&threadID=1066)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Barometrische_H%C3%B6henformel

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  • Hallo zusammen,


    ich könnte mir schon vorstellen, dass das funktioniert, denn es kommt nicht nur auf den Druckunterschied an sich an sondern die Zeitschiene in der dieser Druckunterschied sich verändert.
    Denkt doch einfach mal daran wie es ist, wenn Ihr in den Bergen eine Passstrasse von 1800m Höhe auf 800m Höhe sehr schnell herunterfahrt. Oft gibt es Kopfweh, ein Donnern in den Ohren, Schwindel etc.
    Der Zeitfaktor ist der Schlüssel, wie beim Tauchen die Dekomprimierung.
    Ist jedenfalls ein interessanter Ansatz. Ob das allerdings unsre Bienen wissen ?!:roll:


    Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)


  • ... in der Bio-Branche werden z.B. seine vielen Jahren die Bio-Trockenfrüchte unter Druckluft behandelt. Nach dem öffnen der Druckbehälter platzen alle Milben und ähnliches sofort. Kein Lebewesen überlebt das. Dafür werden Schwefel und andere Konservierungsstoffe nicht eingesetzt. Die Jungs fahren da aber mit etlichen Bar unterschied. Taucher kennen das Problem mit einem zu schnellen Auftauchen.


    Es gehört zwar nicht direkt zum Thema
    ABER... ich nehme mal an, dass das auch die Ursache dafür sein wird, das unsere Bienen mit dem Zellmaß von 4.9mm auf unserer Höhe von 800-1200m nicht so recht zurecht kommen. Jetzt haben wir durchgehend 5.1mm und fast keinen Wirrbau mehr.

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  • Moin,
    vielleicht fallen die Milben beim Blitzstart ja runter
    aber,
    das passt zusammen mit den Beschreibungen von Rudi und Rubikon.
    Je höher der Bienenstand, desto weniger Milben.
    Muß man sie ja nicht gleich auf den Mond schießen, aber ein Entmilbungstest auf der Zugspitze, das wäre doch ein Versuch wert?
    Gruß
    Helmut

  • Hallo Leute,


    vergesst diesen Sch... bitte ganz schnell wieder.
    Ja, es stimmt, dass Apis Cerana ihre Brut, ihr Nest mit all dem darin wimmelnden und wiebelnden Viehzeugs alleine lässt. Dadurch dezimiert sie ihre Varroabelastung.
    Aber selbst a.cerana fliegt nicht von 0m Meereshöhe senkrecht auf 1000m nach oben, um dort dann eine kleine Weile zu verharren und somit alle Milben los zu werden.
    Die a.cerana fliegt wie unsere Biene in Bodennähe, alleine schon, weil sie zur Orientierung Landmarken braucht.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Michael,
    ich würde Dir sehr gerne zustimmen, aber worauf basierst Du diese Information bitte? Ich würde gerne mehr darüber lesen um dem Imker der mir das erzählt hat eine Wespe in die Hose zu stecken.


    Danke im Voraus


    Victor