was war der Fehler?

  • Ich komme gerade von meinen Bienenvölkern. 1 flog sehr gut, alles i.O., 1 ist sehr mickrig, besetzt ca. 2-3 Wabengassen, Flugloch verstopft (ich habe es freigeräumt) und fliegt auch nicht. Und mein stärkstes ist tot.
    Mitte Dezember, als die Temperatur 4 Grad war, behandelte ich mit Oxalsäure. Es war noch sehr stark. 14 Tage später waren sie noch zu hören. Heute war der Boden voll mit toten Bienen, Flugloch verstopft und manche steckten in den Futterwaben als ob sie verhungert sind. Es war aber noch genügens Futter vorhanden. Auf den toten Bienen waren keine Milben zu sehen. War die Oxalsäurebehandlung falsch? Es fielen wenige Milben.Auf den Oberträgern der Waben waren Honigtröpchen. War es zu feucht? Weiß jemand einen Rat? Sollte ich die Beute sofort entfernen?
     
     
    Viele Grüße
    Landbiene

  • behandelte ich mit Oxalsäure. Es war noch sehr stark. ......... Sollte ich die Beute sofort entfernen? Viele Grüße
    Landbiene


    Moin,Moin aus Hamburg,
    ist natürlich nicht einfach zu sagen:-( Welche Eingriffe hast Du im Sommer in den Völkern vorgenommen ? Wie war der Milbenfall ? Wie hoch war die Dosierung von der Oxalsäure ?


    Du bist jetzt ungefähr der 10 Imker von dem ich in den letzten 2 Wochen gehört habe, das ihm viele / alle Völker kurz nach der Oxalsäurebehandlung eingegangen sind. Das macht mich stutzig.
    Was mich auch stutzig macht, sind allerdings die Imker, denen nie ein Volk eingeht. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, sorgt die Natur für Auslese. Ein seit Urzeiten bewährtes Prinzip. Wer bei 30 und mehr Völkern über Jahre nie ein Volk verliert der ist mir auch nicht ganz koscher. Das ist aber rein persönliches empfinden.


    Die Beute würde ich nach Möglichkeit sofort entfernen, das Wabenmaterial sichten /eventuell eine Futterkranzprobe für die Sammelprobe entnehmen und dann das komplette Wabenmaterial einschmelzen/entsorgen. Egal ob Futter oder Pollenwabe. "Leichenteile" von Toten deren Todesursache nicht klar erwiesen ist, haben in gesunden Völkern nicht verloren.Eigentlich besser grundsätzlich entsorgen.


    Grüße aus dem Norden
    Daniel



    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Du bist jetzt ungefähr der 10 Imker von dem ich in den letzten 2 Wochen gehört habe, das ihm viele / alle Völker kurz nach der Oxalsäurebehandlung eingegangen sind. Das macht mich stutzig.


     
    Ich möchte gar nicht wissen, wie hoch die Anzahl der Imker ist, für die angesichts des ja regelmäßigen Termindrucks im Zeitaum der Sommerbehandlung die Winterbehandlung die eigentliche/einzige Hauptbehandlung wird. Und dann wird - mit entsprechend Druck im Nacken - zu Unzeiten, weils ja irgendwie sein muss und schließlich erlaubt ist, geträufelt was das Zeug hält..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Im Sommer habe ich eine Kurzzeitbehandlung mit Ameisensäure vor den Auffütterung und eine Langzeitbehandlung nach der Auffütterung gemacht.
    Ende Nov., Anfang Dez. habe ich die Windel immer für 3 Tage eingeschoben und den Milbenfall kontrolliert. Da mehr als 2 Milben fielen, habe ich am 1. Tag als es über 4 Grad war, die Oxalsäurebahandlung durchgeführt (3,5 %).



    Viele Grüße


    Landbiene

  • Moin , Moin aus Hamburg,
    ....und welche Menge ? Selbst angemischt oder Oxuvar ?
    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Landbiene
    manchmal ist keine Behandlung bei kaltem Wetter besser, als eine Behandlung, das ist meine Meinung.
    Die Beute bienendicht machen und stehen lassen, was soll da bis März oder April passieren?
    Die Honigtröpfchen könnten möglicherweise von den Bienen entleerte Honigblasen sein, vielleicht zu starke OS ?

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Die Ameisensäurebehandlung mit dem Liebig-Dispenser und die Oxalsäurebehandlung mit Oxuvar. Menge jeweils wie auf den Packungen angegeben.
    1. AS 100ml, 2. AS 200ml je Volk.


    Landbiene

  • Hallo zusammen, hallo Daniel,
     

    Drohne Daniel schrieb:

    Wer bei 30 und mehr Völkern über Jahre nie ein Volk verliert der ist mir auch nicht ganz koscher.

    Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? :)

    Drohne Daniel schrieb:

    Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, sorgt die Natur für Auslese.

    Was wollen wir der armen Natur denn noch alles aufs Auge drücken, die hat doch wahrlich schon genug zu tun. :)


    Wir sind doch Imker:

    • Wir konnten den Sommer nutzen, um viele vitale Jungvölker zu bilden - wie die Natur mit ihren Schwärmen.
    • Wir können bis zur Einwinterung erkennen, welche Völker eine gute Chance haben - und welche nicht. Jeder sattelfeste Imker kann die Kriterien auf Anhieb benennen.
    • Wir brauchen keinen Schwefelspan, um das "Zuviel" an Völkern zu reduzieren - wir haben ja Brutscheunen.
    • Wir können anfangs Oktober das vorhandene Winterfutter durch Wiegen bestimmen - manchen reicht nach gewissem Training sogar die Handwaage, ich brauch ne richtige.
    • Wir können Mitte/Ende September den Erfolg unserer Varroa-Behandlung ermitteln - und bestimmen, ob es noch etwas mehr sein muss.

    Wo liegt das Problem? Warum soll ich meine imkerliche Arbeit der natürlichen Selektion überlassen?

    • Das Sterben ist ja kein Spaß für diese Völker.
    • Das Ausräumen von leeren oder sogar ruhrbefleckten Waben ist kein Spaß für den Imker.
    • Für die betriebswirtschaftlich Denkenden unter uns: Die eingegangenen Völker haben doch auch Arbeit, Arbeit, Arbeit und Investitionen gekostet.

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    Das Zitat von Jos Guth in meiner Signatur scheint Euch schwer zu provozieren. Obwohl der gar nicht von "keine Verluste" spricht, sondern von "weniger als 1% Verluste". In Donaueschingen hat man ihn offenbar besser verstanden, es gab weder Widerspruch noch Buh-Rufe, noch nicht einmal aufgebrachtes Gemurmel.
     
    Wie auch immer: Wenn es dem Forumsfrieden dient, will ich Euch gerne von diesem Stachel befreien. :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo zusammen, hallo Landbiene,
    zweimal AS im Verdunster und im Dezember Ox geträufelt hat bei vielen Imkern gut funktioniert und aus der Entfernung ist es schwer, den Punkt zu benennen, an dem es bei Dir schief ging.
    Auch der natürliche Milbenfall, von dem Du berichtest, ist nicht dramatisch.


    Mich wundert, dass Du bei zwei Völkern von verstopften Fluglöchern redest. Vielleicht ist da die Ursache zu suchen. Waren die zu klein? Zu stark vergittert? Oder von außen verlegt? Hast Du offfene oder geschlossene Böden?
    Gerade starke Völker brauchen viel Luft. Besonders, wenn sie durch irgendeinen Stress in Aufregung geraten.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Rudi,


    ich habe offenen Böden und kleine Fluglöcher (ca. 4cm x 1cm, nicht vergittert) wegen Räuberei und Mäusen. Das Flugloch war durch den Totenfallverstopft. Ich bin der Meinung das vor der Oxalsäurebehandlung das Flugloch nicht verstopft war, weil im Volk viel mehr Bienen lebten und auf der Windel der Bienensitz deutlich zu erkennen war, bei dem toten Volk war das nach der Behandlung nicht mehr sichtbar, wahrscheinlich durch den Totenfall, denn hören konnte ich es nach 1 Woche noch.
    Hat das schwache Volk eine Chance?


    Viele Grüße


    Anja

  • Hallo zusammen, hallo Anja,
     

    Anja schrieb:

    ich habe offenen Böden und kleine Fluglöcher (ca. 4cm x 1cm, nicht vergittert) wegen Räuberei und Mäusen.

    4 cm breit wär mir für den Luftaustausch zu wenig, gerade bei einem starken Volk.
    Außerdem: In frostigen Zeiten läuft oft das in der Beute entstehende Kondenswasser die Wände hinab und gefriert am Boden. Am Flugloch kann dadurch ein regelrechter Vorhang entstehen. Das kann bei kleinen Fluglöchern fatal enden.
     
    1 cm hoch ist für die Mäuseabwehr definitiv zu hoch, da laufen die Spitzmäuse ungebremst rein. :)
    Hast Du zerfressene Bienenleichen oder solche mit einem kleinen Loch im Bereich der Brustmuskulatur? Dann hatten Deine Völker Mäusestress.
     
    Zum offenen Boden:
    Du hattest ja zumindest nach der Ox-Behandlung die Windeln drin.
    Bei den meisten Bauformen (z.B. auch Weber) versucht man, durch die eingeschobene Windel den Boden so dicht abzuschließen, dass die AS-Dämpfe nicht entweichen können.
    Ist das bei Deiner Beute auch so? Dann hattest Du in der fraglichen Zeit leider keinen offenen Boden und Dein Flugloch - bzw. was davon übrig blieb - war die einzige Atemöffnung des Volkes.
     
    Ob Dein schwaches Volk eine Chance hat, das kann ich Dir nicht sagen, ich kenne es ja nicht. Aber man hört und liest ja immer mal wieder, dass die Mickrigen im April dem Freund Hein von der Schippe springen und gar zum besten Volk des Standes werden...
    Vertrauen würd ich aber darauf nicht. :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Rudi,


    vielen Dank erstmal für die Ferndiagnose.Ich habe Beuten der Firma Weber. Zwischen der eingeschobenen Windel und dem Gitterboden ist ein Zwischenraum von ca. 1cm. Diese Variante hatte ich noch nicht in Betracht gezogen. Ich bin schon mal froh, zu wissen, woran es gelegen haben könnte, um diesen Fehler nicht nochmal zu machen. Wie machst Du das mit den Fluglöchern im Winter und die Kontrolle nach der Oxalsäurebahendlung?


    Viele Grüße


    Anja

  • Hallo zusammen, hallo Anja,
     

    Anja schrieb:

    Ich bin schon mal froh, zu wissen, woran es gelegen haben könnte, um diesen Fehler nicht nochmal zu machen.

    Das ist ein prima Ansatz beim Imkern lernen, Glückwunsch! :daumen: :)
     
    Meine Fluglöcher sind Sommers wie Winters ca. 30 cm weit geöffnet. Vor den Fluglöchern habe ich Fluglochblenden aus Holz, die ich wenden kann. Im Sommer 12 mm hoch und im Winter 7 mm hoch offen. Das hält auch die Spitzmäuse draussen, solange die Blenden scharfkantig sind. Werden die Kanten deutlich rund genagt (z.B. durch die Bienen), müssen die Blenden schon mal ersetzt werden.
     
    Bei eingeschobener Diagnoseeinlage wird auch mein Bodengitter verschlossen. Das weit geöffnete Flugloch reicht aber als Belüftung.
    Viele Grüße,
    Rudi