Wieviele Ableger aus einem Volk?

  • Hallo zusammen.


    Erst einmal: Ja ich habe die Suchfunktion genutzt :wink: (Aber bei den Suchbegriffen nichts gefunden, entweder zu viele treffende Threads oder keinen.)


    Nur kurz noch einmal zu meinem Hintergrund:
    Ich bekomme dieses Frühjahr mein erstes Bienenvolk, in einer Beute von meinem Imkerpaten.
    Mein Imkerpate hat ein paar Ableger aus dem letzten Jahr und auch wohl Wirtschaftsvölker, er meinte wenn es soweit ist könnte ich mir eines von denen aussuchen.
    Der Umzug (Umstellen seiner Beute) soll stattfinden, sobald die Temperatur über 10°C ist (vielleicht ja schon dieses Wochenende). Der Umzug in meine eigene Beute dann wenn das Wetter deutlich besser ist.


    Einen Ableger durch Brutwabenentnahme (so dass die Bienen sich selber eine Königin nachziehen können) will mein Imkerpate dann auch mit mir machen, sobald die Zeit/das Wetter dazu ist.
    (Ich habe 3 mögliche Stellplätze in Familienbesitz in 3-4 km Abstand zueinander.)


    Da ich meine Volksstärke möglichst schnell auf ein "gesundes" Maß (für mich als Anfänger denke ich etwas zwischen 3-5) bringen möchte, interessiert mich natürlich wieviele Ableger ich auf diese Weise von einem gesunden, überwinterten Volk machen kann, und wo die Grenze liegt, dass ich vielleicht noch mit etwas Honig rechnen kann. (Einfach um schon das Erlebnis der Ernte mitzubekommen.)


    Ich befürchte ja, dass wenn nicht schon durch den ersten Ableger spätestens beim zweiten die Chance auf Honig vorbei ist.
    Aber wieviele Ableger verkraftet ein gesundes Volk? Oder sollte ich nur einen Ableger machen und (wenn ich unbedingt noch ein drittes Volk haben will) ein weiteres dazu kaufen?


    Ich bin für alle Meinungen zu diesem Thema dankbar (auch wenn Ihr sagt "Du bist bekloppt, lerne erst mal mit einem Volk umzugehen" :roll:).


    Ring frei zur Diskussion!

  • Hallo Chris,


    theoretisch kannst Du aus jeder Brutwabe ein neues Volk starten, wenn genug Pollen und Futter zum richtigen Zeitpunkt da sind.


    Wenn Du noch ernten willst, geht ein Ableger ohne Probleme.
    Trotzdem, mit Honig würde ich im ersten Jahr nicht rechnen, ich würde mich auf die Vermehrung beschränken, wenn du denn wachsen willst.


    Übrigens kannst Du, sollstest Du nur einen Ableger machen, auch nach der Ernte noch einen Kunstschwarm bilden.


    Oder so:
    http://people.zeelandnet.nl/epzoi/Poster-Liebig.pdf


    oder hier in Ausgabe 5 beschrieben:
    http://www.bienenpaten.de/imkerei/monatsberatung/vpa.html

  • Ich denke, die alte Faustregel "einer schadet nicht" ist nicht ganz falsch.


    Ansonsten ist das so pauschal recht schwierig zu beantworten. Die Schwarmzellen sind jedoch ein relativ guter Indikator. Wenn sie Schwarmzellen anlegen, bedeutet das, dass das Volk sich von sich aus teilen will. Dann kannst Du auch einen (weiteren) Ableger machen.


    Ich möchte noch dazu sagen, dass ich auch noch Anfänger bin (im 3. Jahr) und die erfahrenen Imker hier im Forum bitten, mich zu korrigieren, falls ich Schmarrn erzählt hab.


    Liebe Grüße,


    Nico.

  • Hallo zusammen


    Einer ist von einem guten Volk pflicht .
    Am besten kurz vor der Schwarmzeit. Und wenn Du eine vorgezogene
    Koeniginn zukaufst. Kannst Du in einem sehr gutem Jahr sogar noch
    etwas an Honig aus dem Ableger holen.
    Den zweiten kann man nach der ersten Tracht rausnehmen.
    Den Dritten mit Voelkerteilung im August
    Voelkerteilung in Fluegling und Bruetling und gleich mit Milbenbekaempfung
    Die sind dann fuers erste Milbenfrei
    Du gehst mit honiggewinn und Vier starken AL in die naechste Saison
    Das klappt eigentlich immer
    Servus der moikaner

  • Das hängt von dem Zeitpunkt ab. Einen Ableger aus einer Brutwabe DNM mit Schwarmzellen + 2 Leerwaben (mit Futter und Wasser) gebildet Anfang Mai kann man auf Überwinterungsstärke heranziehen. Wenn dein Volk also Anfang Mai schwarmtriebig werden sollte, kannst du mit jeder Brutwabe, die Schwarmzellen enthält, einen Ableger starten. Ertrag bringen werden diese Ableger nicht, sie müssen im Gegenteil gefüttert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt würde ich keine Kleinableger mehr bilden.
    Wenn du Schwarmzellen findest, mache einen kleinen Kunstschwarm oder Ableger mit der Königin und warte dann, bis die Schwarmzellen verdeckelt sind. Dann mache 2 Kleinableger mit Schwarmzellen und brich die restlichen Schwarmzellen im Muttervolk bis auf eine aus. Damit erlischt im Muttervolk der Schwarmtrieb, es wird wieder sammeln und sich aus der letzten Schwarmzelle eine neue Königin ziehen. Du hast dann ein kräftiges Volk für den Honigertrag und 3 kleine Völker für den Nachwuchs.
    Falls mit der Begattung der Jungkönigin im Muttervolk etwas schief gehen sollte, kannst du den Königinnenableger wieder mit dem Altvolk vereinigen. Wenn alles gut geht, hast du im Herbst 4 überwinterungsfähige Völker und auch schon Honig geerntet.
    Gruß Ralph

  • Irgendwo hier im Imkerforum wurde schonmal der Hinweis gebracht, dass man immer mindestens 2 Völker halten sollte. Dann hättest du am Ende des Jahres auf jeden Fall deine 5 Völker zusammen.


    Freundliche Grüße
    Imkerei Fläming

  • Irgendwo hier im Imkerforum wurde schonmal der Hinweis gebracht, dass man immer mindestens 2 Völker halten sollte.


    Genau, weil mit nur einem Volk wird z.B. eine Weiselprobe schwer durchführbar. Da ich aber zunächst erst einmal nur ein Volk bekomme, will ich wissen wieviele Ableger ich daraus bilden kann (Und vielleicht auch einen Löffel Honig ernten damit ich schon diesen Herbst "eigenen Honig gegessen" habe), oder ob ich mir evtl. noch ein oder zwei Völker kaufen muss, um auf meine Wunschstärke von 3-5 Völkern für den ersten Winter zu kommen.


    Die Antworten hier zeigen mir dass es zumindest nicht total unrealistisch ist, aus einem Volk ohne Zukauf auf die 3-5 einwinterungsfähigen Völker zu kommen.

  • Hallo Omni!


    Ich habe einmal einen Beitrag zu einem ähnlichen Thema geschrieben.



    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=16511&p=186174#post186174


    Das Verfahren von Dr. Liebig, Völkervermehrung in 4 Schritten kann auch um ein oder zwei Nummern kleiner angewandt werden. Das Verfahren funktioniert super. Wichtig ist nur, dass die Völker sehr bald (ich beginne immer schon Ende April) erstellt und den Sommer über gut gefüttert werden.


    Bei der Ablegerbildung ist es besser, wenn zum Zeitpunkt des Begattungsfluges mehrere kleinere Völkchen vorhanden sind, also kurz davor auf mehrer Kleinableger aufteilen, da bei der Begattung immer etwas schief gehen kann und die Königin nicht zurückkehrt oder sonst was passiert. Hat man sich auf einen Ableger verlassen kann man schnell enttäuscht werden.


    MfG
    Honigmaul

  • Aus einer Brutwabe/Ableger April/Mai evtl noch Juni entwickelt sich bis zum Herbst ein vollständiges Volk. Du kannst also mehr als nur 3-4 Ableger machen, ohne dem Altvolk zu schaden.

  • Aus einer Brutwabe/Ableger April/Mai evtl noch Juni entwickelt sich bis zum Herbst ein vollständiges Volk. Du kannst also mehr als nur 3-4 Ableger machen, ohne dem Altvolk zu schaden.


     
    Aus nur einer einzigen bienenbesetzen Brutwabe im Verlauf eines Sommers ein Vollvolk auf Überwinterungsstärke zu ziehen, gelingt einem Anfänger im ersten Jahr mit den Bienen nur selten, insbesondere wenn keine aktive Königinnen-Vermehrung (Zucht?) betrieben wird. Allerdings halte ich die Chance für sehr real, bei diesem Vorgehen im Folgejahr keine lebende Biene mehr zu besitzen.


    @ Omni: Hier ist weniger mehr. Beginne besser mit dem einen Brut-Ableger, den dein Imkerpate zusammen mit dir bilden will und vertage weitere Vermehrungspläne auf 2012.


    Gruß vom Sammler, der selbst oft den Ehrgeiz unterdrücken muss, ein Imperium aufbauen zu wollen

  • Hallo Sammler!


    Zitat

    Allerdings halte ich die Chance für sehr real, bei diesem Vorgehen im Folgejahr keine lebende Biene mehr zu besitzen.


    Einen Zusammenhang mit der angestrebten Völkervermehrung kann ich nicht erkennen. Ich würde eher sagen, dass es genau umgekehrt ist.


    Warum sollte ein "Anfänger" auf diese Weise keine Vermehrung erzielen können, wenn er die angeführten Grundsätze, zeitig im Frühjahr erstellen und den Sommer über gut mit Futter versorgen, einhält.


    Was passiert dann, die "alten Hasen" "verbessern" das Verfahren, machen die Ableger erst Mai/Juni und füttern die Kleinstvölker mit der Ausrede, "die müssen sich um diese Jahreszeit das Futter selbst suchen" nicht ordentlich und zum Schluss sagen sie dann, das Verfahren funktioniert nicht. (Wie bei der Varroabehandlung, da halten sich die Anfänger schön brav an ein funktionierendes Konzept und sind im Gegensatz zu manchen alten Hasen erfolgreich).


    Bei einem Ableger kann man bei der Fütterung den Sommer über nichts vertun, falls man nicht total übertreibt, entweder wird das Futter in Bienen umgesetzt oder es wird eingelagert und steht als Winterfutter zur Verfügung.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Chris,


    hol dir ein zweites Volk.


    Ein Volk hast du dann zur Honigernte und bekommst nach dem Abschleudern noch einen schönen Kunstschwarm,


    das andere Volk nimm zum Vermehren. Dann hast du beide Wünsche befriedigt.


    Mit dieser Vorgehensweise kannst dann locker 5+x Völker einwintern.

    Gruß Thomas -- Wer Tipfehler findet, darf sie gerne behalten. :-)


  • hol dir ein zweites Volk.


    Mittlerweile glaube ich auch, das ist der beste Weg. Die Antworten bestätigen meine Vermutung, dass eine Honigernte spätestens bei 2 Ablegern fraglich wird.
    (Und welcher Anfänger bringt sich freiwillig um das kindische Vergnügen des ersten Honig-Naschens?)