Warum ist der Honigpreis in Frankreich viel höher als bei uns?

  • Hallole,
    wie kommt es, dass die Honigpreise in F. so viel höher ist als bei uns.
    Früher waren Fleich, Käse und so recht teuer mittlerweile hat sich das ziemlich angeglichen.
    Supermarktpreise in Kg Blüte ca. 13€
    Bio aus Korsika. 32€
    Lavendel 24€g aber das ist natürlich ein Spezialhonig.
    So billig wie bei uns gibts da pratisch nichts.


    Kann es sein, dass sich die franz. Imker einfach besser absprechen?
    Oder liegt es an unserer günstigen Nachbarländern aus dem Osten?


    Aber bitte jetzt nicht gleich alle auf den Wochenmarkt nach F. rennen:wink:

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • :


     
    hallo Franky,
    teilweise habe ich Deine Frage bereits siehe/suche unter 'Pisa-Imker' (sehr arrogant, wie etliche meinen) beantwortet.


    Wir haben unterschiedliche Honig. Als Beispiel: bei mir kostet ein 500g Glas Omad-Honig 7 Euro und 8 Euro mein Berg-Honig aus dem Skigebiet um Jungholz. Da wir ausschließlich Honige aus dem Allgäu anbieten und anerkannter Bio-Betrieb sind, meine ich, dass wir uns gut von anderen Anbietern/Honigen abheben können.


    Ich glaube nicht, dass es möglich ist, einen höheren Preis für 'Deutschen Honig' ganz allgemein zu vereinbaren. Das klappt ja nicht mal hier bei uns im Dorf, wo teilweise der wirklich gute Honig ab 3 Euro/500g verkauft wird. Mehr als Kopfschütteln ist bei mir nicht mehr drin für eine derartige Dummheit. Wie sollen da neue Imker gezogen werden, wenn die erst in 12-15 Jahren ihre Investition wieder in der Tasche habe.


    Der Tipp nach Frankreich auf einen Wochenmarkt zu gehen, ist übrigens ein toller Vorschlag.

  • Hi,


    ich habe den Eindruck, dass bei den Imkern in Frankreich das Gewinninteresse viel verbreiteter ist als bei uns. Viele wollen dort wirklich Geld verdienen. In Deutschland gibt es viel mehr Hobbyimker, denen es primär um die Bienenhaltung geht. Ob das Glas jetzt 0,50 € teurer ist, ist sekundär. Auch gestaltet sich der Preis für den Honig in Deutschland nicht über die Absprache, sondern er päppelt sich so langsam pö a pö nach oben. Man schaut wie teuer der Honig bei anderen Anbietern ist und passt seinen Preis an. Das ist eine Spirale, die sich langsam nach oben dreht. Halt viel langsamer als in Frankreich. Und in Deutschland gibt es leider immer noch etliche Imker die Mengen an Honig produzieren aber nicht in der Lage sind, diesen zu einem angemessenen Preis zu vermarkten und ihn dann verramschen. Das senkt das Preisgefüge insbesondere in einzelnen Bundesländern. Die Qualität des deutschen Honigs halte ich für generell höher als die des französischen. Man findet dort viele Honige, die schon optisch recht lieblos in Glas geklatscht wurden. Natürlich gibt es auch Spitzenqualitäten z.B. Lavendelhonig mit „label rouge“.

  • Hallo Leute,


    die Franzosen verdienen im Durchschnitt deutlich weniger als wir Deutschen.
    Aber sie haben ein anderes "Feeling", eine andere Wertigkeit, was Leben und Lebensmittel angeht.
    Will sagen, alle die Franzosen, die ich kenne, sind bereit, für gutes Essen und gute Lebensmittel auch gutes Geld auf den Tisch zu legen.
    Wir Deutsche legen gerne mal 30.000 Euro für eine Luxuskarosse auf den Tisch des Autohändlers, ein Brathähnchen soll aber bitteschön nicht mehr als 1,49 € kosten.
    Das ist in Frankreich eher umgekehrt, da fährt man lieber einen 15 Jahre alten Renault und gibt für den Sonntagsbraten ordentlich was aus.
    Und dieses Denken übertragen sie auch indirekt auf den Honig.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallole
    simmt , die verdienen ehr weniger.
    Und wenn man essen geht, wird man richtig arm.
    Mehr Berufsimker gibt es auch als Hobbyimker.
    Die müssen auch richtig gut zusammen organisiert sein, so dass die Pflanzenschutzmittel abgelehnt werden.
    Ist bei denen auch der Staat aktiver?
    Bei denen gibts kein Chinahonig für 2 Geld 50

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Hi,


    anscheinend haben einige Imker in Frankreich auch eine andere Einstellung zu Bienen und der Imkerei. Ich hatte vor einigen Jahren in der Normandie einen Imker gesprochen, der vor einem Jahr mit der Imkerei begonnen hatte. Zum Start kaufte er sich 100 Völker wegen der Untertützung vom Staat und beabsichtigte dann aber ohne Fütterung in den Winter zu gehen. Da gehts nur um Geld.

  • Warim Oktober 2010 in Frankreich (Picardie und Calais) Der Honig im Supermarkt war nich viel teueerer aber ausschlieslich aus Frankreich nicht wie bei uns aus EU und nicht EU Ländern

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen

  • ... erkläre mir doch bitte einmal, was daran schlecht sein soll.


    Was verstehst Du als Imker an der Aussage :

    Zitat

    Zum Start kaufte er sich 100 Völker wegen der Untertützung vom Staat und beabsichtigte dann aber ohne Fütterung in den Winter zu gehen.


    genau nicht ?


    Grüße aus dem, Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • ... erkläre mir doch bitte einmal, was daran schlecht sein soll.


    Hi Jonas,


    ich vermute mal, dass ein Großteil der Völker verhungern wird. Das finde ich schlecht. Um Mißverständnisse zu vermeiden: Den Honig hatte er gewonnen.

  • ... hallo freibad@
    wenn ich Deinen obigen Text lese, dann denke ich mir folgendes dabei.
    Jemand möchte mit dem Imkern anfangen. Dazu bekommt er vom Staat Zuschüsse für einen Völkerzukauf. Dies wird er durch Rechnung nachweisen müssen. Damit jener Mensch nicht jedes Jahr einen Zuschuss bekommt, wird er wohl, ähnlich wie bei uns hier in Bayern nachweisen müssen, dass er die Völker nach einem Jahr auch noch hat. Kleine Ausfälle eingerechnet. Andernfalls wird er die Förderbeträge zurückzahlen müssen, denn er könnte ja auch diese Völker mit Gewinn einfach weiterverkaufen.


    Was das Nicht-Einfüttern betrifft, so kann ich mir gut vorstellen, dass ein Imker in Frankreich in sehr guter Trachtlage, sich ausrechnet, ob es für ihn Sinn macht, die letzte Tracht zu abzuschleudern und seinen Bienen, für eine bessere Überwinterung, diesen Honig einfach beläßt.


    Das wäre für mich nicht eine Frage des Geldes, sondern ob die Arbeitszeit und der Einsatz des Futters, den Gewinn aus der letzten Tracht sich rechnet.


    Drohne Daniel@
    ... das man diesem Imker unterstellt, er macht es nur wegen dem Geld. Denn das war der letzte Satz bei freibad@. Er ist auch deshalb für mich unlogisch, weil man mit 100 Völkern doch weitere, erheblich Anschaffungen machen muß um überhaupt Honig ernten zu können. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Imkerkollege untätig bleibt, wenn er erfährt, dass ein Kollege 100 Völker aberntet und dann verhungern läßt.


    Deshalb meine Frage. Nachvollziehbar?


    Nachtrag:
    Um Mißverständnisse zu vermeiden. In Bayern wird der Völkerzukauf NICHT bezuschußt. Ich habe obiges Beispiel als Vergleich genommen, da hier die Imkergeräte auf Antrag bezuschußt werden. Auch hier wird - gelegentlich - per Besuch durch einen Beamten überprüft, ob die Geräte vorhanden sind. Nachweispflicht der Geräte: 5 Jahre.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von jonas () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Es ist ja allgemein bekannt, daß Deutschland ein guter Markt für Schrott-Lebensmittel ist. In vielen Nachbarländern wie Frankreich oder Österreich ist man eher bereit, für Lebensmittel mehr auszugeben als bei uns. Mehr Geld haben die auch nicht, wahrscheinlich verzichten sie dafür eher auf Technik-Schnickschnack.