Bienenneuling

  • Tach!


    Leider hab ich hier vergeblich nen Anfänger oder Sticky Thread gesucht, deshalb mach ich ein neues Thema auf.



    Ich hab schon lange Gefallen an Bienen, Wespen und Hornissen gefunden und konnte nie verstehen warum sich die Menschen davor fürchten.
    Über einen Vereinskollegen hab ich zufällig Kontakt zu einer Hobbyimkerin bekommen und hab mir überlegt das mir das auch gut gefallen könnte.
    Damit ich mich nach dem Winter mal rantasten kann müssen noch ein paar Fragen geklärt werden:


    Wo bekomm ich ein Volk her?
    Die Hobbyimkerin meinte sie wäre froh wenn ihre endlich mal schwärmen würden, sie hat selber weniger Bienen als sie gerne hätte. 300m Luftlinie von meinem Haus wird grade ne Bienen Infostation gebaut, guter Zufall, aber ich weis nicht ob das bis zum Frühjahr rechtzeitig fertig wird. Ich hab ehrlich gesagt keine große Lust mich nem Bezirksimkerverein oder so an zu schliessen, mein Vereinsleben ist ausgefüllt genug und ich will die Bienen nur um mich daran zu erfreuen und damits den Viechern gut geht, deshalb will ich das möglichst autodidaktisch aufziehen. Wie sind die Imker so? Ich hab bisher eher negative Erfahrungen mit "alt eingesessenen" Leuten gemacht, und ich dräng mich auch ungerne auf.


    Welcher Standort?
    Ich hätt ne kleine Streuobstwiese am Hang mit total schöner Südlage zur Hand. 100m dahinter ein wenig Wald, links und rechts davon Raps und Getreide. Kein Gewässer in der Nähe. Wird es den Bienen zu warm wenn sie total in der Sonne stehen? Könnte auch nen Unterstand bauen. Geben sich Bienen mit künstlichen Wasserquellen zufrieden? z.B. ne Wanne mit Wasser und Steinen dazwischen zum drauf landen.
    Wie Lärmempfindlich sind Bienen? Die Wiese wird regelmäßig gemäht. Reichts wenn man 1-2 Meter abstand zur Beute einhält?


    Honigertrag und natürliche Haltung?
    Ich steh eigentlich nicht wirklich auf Honig. Ab und an mal bisschen was in den Tee oder nen Finger voll Naschen, aber das wars auch schon. Ich will also keinen Ertrag. MUSS man den Honig entnehmen wenn die Beute voll ist? Oder hört irgendwann der Sammeltrieb der Bienen auf?
    Nach allem was ich gelesen und gehört habe möchte ich auf Dinge wie Ameisensäure, Jungköniginen killen usw verzichten. Wenn sie schwärmen wollen dann guten Flug. Ist es möglich ein Volk so zu halten das man es nur "anschaut" oder gibts mittlerweile so viele Krankheiten das mir die Bienen sofort wegsterben?



    Das wars was mich bisher am meisten Interessiert, über hilfreiche Antworten würd ich mich freuen.

  • Hallo Karle 81, willkommen bei uns.


    So einfach funktioniert das mit den Bienen nicht.
    Mein Tipp: Buch kaufen/leihen, Forum durchackern, um mal einen groben Überblick zu bekommen.


    Verein macht schon Sinn. Versicherung, Infos, Hilfe, Imkerpate, Bienenvermittlung, Zuschüsse.
    Mußt deswegen ja kein "Vereinsmeier" werden.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Radix : Gerade mit Büchern und/oder Verein ist Karle81 sicher NICHT geholfen. Denn die lehren, wie man den grösstmöglichen Ertrag aus den Bienen erzielt. Man erhält allerdings auch unabdingbares Grundwissen.
    Karle81 : Ist bei dir in der Nähe nicht zufällig ein Demeterbetrieb. Der könnte dir am besten weiterhelfen.
    Zu deinen Fragen: Für dich wäre ein Schwarm sicher die beste Möglichkeit, um anzufangen. Oder kaufe dir ein Volk, und lass es dann schwärmen. Allerdings wirst du als Anfänger den Schwarm ziemlich sicher verpassen.
    Dein Standort ist super, nur das Wasser fehlt. Im Umkreis von 1 km sollte schon ein Bächlein oder wenigstens feuchte Stellen sein. Wanne mit Steinen ist gut! Das Wasser für die Bienen muss gar nicht immer frisch sein! Klingt komisch, ist aber so.
    2m Abstand von des Bauern Rotormäher genügen vollkommen. Meine stehen auch so. Bienen sind nicht besonders lärmempfindlich.
    Wenn du keinen Honig entnimmst, ist besser für dir Bienen! Du musst allerdings einen grossen Kasten wählen. 12er Dadant-Blatt wenigstens. Selbst bei Selbsversorgung der Bienen fällt immer noch ne Wabe für dich ab, in guten Jahren sogar mehr.
    Bleibt nur noch das Varroaproblem. Mit einem oder wenigen Völkern kann ich dir zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht raten, nicht zu behandeln, selbst bei deiner Extensivbetriebsweise. Es sei denn, du bekämest sicheren Nachschub an Schwärmen. Dann kanns du es riskieren. Das eine oder andere Volk wird sicher überleben. Nicht das Volk an sich, aber durch regelmässiges Schwärmenlassen und Einfangen/Aufstellen derselben erneuert sich dein Bestand, genau wie das Vorbild in der Natur.
    Zur Bienenrasse: Für dein Vorhaben eignet sich keine hochgezüchtete Ertagsbiene, die durchgehend brütet, auch wenn von aussen nichts reinkommt.


    Viel Erfolg
    Nico

  • Radix : Gerade mit Büchern und/oder Verein ist Karle81 sicher NICHT geholfen. Denn die lehren, wie man den grösstmöglichen Ertrag aus den Bienen erzielt. Man erhält allerdings auch unabdingbares Grundwissen.


    Moin Luxnigra,


    sorry, aber das ist Unsinn.
    Die Fragen von Karle zeigen, daß er keine Ahnung von Bienen hat.
    (@ Karle: Ist keine Kritik, sondern nur eine Feststellung. Wenn Du nie mit Bienen zu tun hattest, woher sollst Du es dann wissen?)
    Deshalb rate ich ihm nicht, einfach Bienen zu holen - das überleben die nicht!
    Ein Buch verschafft ihm grundsätzliche Kenntnisse.
    Welches Buch, ist dann eine andere Frage.


    Ein Verein ist durchaus sinnvoll für einen Anfänger.
    Daß die "größtmöglichen Ertrag" lehren ist Quatsch.
    Sicher gibt es auch solche. Aber das ist dann nicht "der Verein", sondern einzelne Imker.
    Ist aber für einen Anfänger irrelevant, der erstmal den Umgang mit Bienen lernen muß.


    Ob Demeter oder nicht kann jeder für sich entscheiden.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Willkommen!



    Wo bekomm ich ein Volk her?
    Die Hobbyimkerin meinte sie wäre froh wenn ihre endlich mal schwärmen würden, sie hat selber weniger Bienen als sie gerne hätte.


    Hm, verstehe ich nicht. Es gibt zwar Imker die lieber einen ordentlichen Schwarm zur vermehrung nutzen, aber wenn Völkermangel herrscht, sollte ein erfahrener Imker auch andere Methoden zur Volksvermehrung kennen (wenn selbst mir als Anfänger schon einige Methoden einfallen).


    Du musst selber wissen wie Du es mit Vereinsleben hälst, aber ein Imkerverein trifft sich vielleicht 1 mal im Monat für 1-2 Stunden, und die Sitzungen sind doch keine Pflicht (ansonsten einen anderen Verein suchen).
    Für mich als Anfänger ist der Verein jedenfalls die einfachste Möglichkeit, gleichzeitig an Bienen, einen Imkerpaten und auch eine Idee von dem ganzen bürokratischen Zeug zu bekommen, welches mit der Bienenhaltung anfällt (z.B. Tierseuchenkasse, Haftpflichtversicherung, Beutenversicherung) und auch evtl Leih-Bücher aus dem Vereinsbestand.
    Ich habe mich z.B. zunächst bei einem Verein gemeldet, der mir gar nicht sympatisch war. Danach noch ein Versuch, sofort hat der Vorsitzende mir Hilfe in allen Lebenslagen angeboten und auch gleich ein Bienenvolk als "Willkommensgeschenk" dazu. Ein Vereinstreffen ca jeden Monat auf dem die anstehenden Arbeiten angesprochen werden, zudem Material (z.B. Ameisen-/Oxalsäure zur Milbenbehandlung) verteilt wird oder auch ein internes "zu Verschenken/Billig abzugeben" hilft einem Anfänger auch, Kosten zu sparen.


    Einfach als Autodidakt würde ich niemals mit Tieren hantieren, solange ich die Möglichkeit habe erfahrene Personen um Rat zu fragen. Und wenn Dir dann die "eingefahrene Meinung" dieser alten Hasen dann dennoch total falsch vorkommt, kannst Du ja immernoch anders handeln.


    Ansonsten kann ich nur das sagen was unser Vereinsvorsitzender mir gesagt hatte, als ich mein Interesse zur Bienenhaltung bekundet hatte: "Einfach anfangen!" (und die Hilfe von Altimkern annehmen).

  • So, erstmal Danke für die vielen Antworten. Musste erstmal googlen was ein Demeterbetrieb ist. In wie weit könnte mir so ein Betrieb helfen? Für mich sieht das nach nem Betrieb aus der auf bestimmte weise produziert damit er das Siegel tragen darf. Richtig?


    luxnigra : Also in ca. 1km Entfernung gibts nen kleinen Bach, aber würde rein Theoretisch ein "Steineeimer" reichen? Macht zu viel Sonne den Tieren Probleme?


    Abraxas : Hört sich gut an, aber dazu sollte ich wohl erst etwas Erfahrung ansammeln.


    Omni : Sie will nicht ins natürliche Leben der Bienen eingreifen, deshalb sammelt sie entweder die Viecher ein wenn sie schwärmen oder es gibt eben kein neues Volk. Das in nem Imkerverein praktisch kein Vereinsleben stattfindet wusste ich nicht, dann wärs wohl schlauer das Verband zu nennen...auch egal. Als Ansprechpartner hätte ich immer noch die Imkerin meines Kollegen, die will ich blos net dauernd nerven, deshalb nerv ich euch :-)



    Wird wohl am besten sein ich überwinde mich und hau mal die Bezirksimker bei mir an ob sie mir ein Volk abdrücken.....

  • Ja du kanns im zeitigen Frühjahr ja ein Eimer aufstellen. Schaden tuts nicht.
    Sonne: am besten, wenn sie morgens bis mittags draufscheint, am Nachmittag sollten die Kisten im Schatten stehen. (optimaler Fall). Wenn nicht, geht auch wenn die Sonne den ganzen Tag drauf scheint. Nur dann bitte nicht die Beuten auch noch Dunkel, sondern hell anstreichen.
    Demeter-Leute machen das meist nicht nur wegen dem Siegel, sie Leben eine ganze Philosophie. Und respektieren die Tiere, versuchen nicht durch Manipulation das maximal Mögliche rauszuziehen. Edel-Bio sozusagen.