Kurzbericht vom Varroa-Workshop am 23. und 24. November 2010 in Kirchhain

  • Ich weiß, daß es ein wenig vermessen ist, hier nicht von einem Stand, sondern von einem Stillstand der Wissenschaft und Technik zu sprechen. Dieser Stillstand ist ja nicht erst seit zehn Jahren, also dem Erscheinungsdatum der Broschüre, sondern seit etwa 30 Jahren zu verzeichnen. Die Bekämpfungsstrategien waren schon zu Anfang so bekannt und wurden höchstens hier und da verfeinert. Die Häufigkeit der Anwendungen wurde erhöht. Und sonst?


    Du kannst über die Versuche hier am Niederrhein lästern, wie Du willst, Rubikon. Ich habe stets den Kontakt zu den Herren Wissenschaftlern gesucht. Fragen haben sie mir auch meistens beantwortet. Aber bei konkreten Projekten, die ich vorgeschlagen habe, folgte Stille. Obwohl die Ideen teilweise gute Ansätze waren. Die Antworten blieben bis heute aus. Den Willen zur Mitarbeit haben andere und ich bezeugt. Ich hoffe, daß sie sich vielleicht doch noch mal melden.


    Nebenbei gehört auch zu einem Kurzbericht ein Datum und ein Hinweis, wer das veröffentlicht. Aber das nur am Rande.


    Was ist deine Meinung, Rubikon, zu einer Konferenz "Internationale Konferenz Bienen und Varroa"? Wir könnten Referenten wie Kefuss, Fries, van Engelsdorp oder Dettli, aber auch aus den eigenen Reihen und den Bieneninstituten gewinnen.


    Viele Grüße,


    Bernhard


    Mit dem Wort zum Sonntag und freundlichen Grüßen,


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    die Aussagen der Bieneninstitute,


    a) dass sie in absehbarer Zeit weder ein „Wundermittel“ noch die „varroaresistente Biene“ hervorbringen können


    und


    b) dass eine konsequente Beobachtung der Bienenvölker und die an den Befall angepasste Varroa-Behandlung zunächst der „Stand von Wissenschaft und Technik“ bleibt,


    sind für praktische Imker aus sich heraus verständlich und nachvollziehbar.


    Dazu bedarf es keiner "Internationalen Konferenz Bienen und Varroa".


    Einfach den Ball mal flach halten!


    Mit freundlichen Grüßen
    Rubikon
    ---
    Vertrauen ist gut, Varroakontrolle ist besser

  • Im Sandkasten war ich der, der auf den Teddy gehauen hat. :wink:


    Im Ernst - mir geht es gar nicht darum, den Ball hoch zu spielen. Sondern Impulse zu geben. Kann doch nicht sein, daß da Stillstand herrscht, wo Entwicklungen gefragt sind.


    Meine Erfahrung ist, daß das Wissen in Teilstücken verstreut ist. So eine Zusammenkunft oder Konferenz ist da nicht übel, um die Puzzlestücke zusammenzuführen. Deswegen der Vorschlag.


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Moin , moin aus Hamburg,
    spannend finde ich in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit der verschiedenen Wissenschaftler untereinander.


    So wiesen Forscher der Universität Illinois konkret bei betroffenen Bienen eine Störung der Proteinherstellung nach, die Folge eines Virus sein könnte.Die Aussage ist, das derartige Viren die für die Eiweißproduktion verantwortlichen Ribosomen umprogramieren und dadurch die Biene nicht mehr auf Pestizide, Pilzinfektionen, Bakterien und unzureichende Ernährung reagieren kann.
    Im österreichischen Bienen Portal stand jetzt ein Bericht in dem die Aussage getroffen wurde, daß es das kurzfristiges Ziel der Forschung ist , schnell neue Substanzen zur chemischen Bekämpfung zu entwickeln und weiterhin die Applikation bekannter Substanzen zu optimieren.


    Also mit Chemie die Schäden von Chemie bekämpfen. Das soll dann die natürlichen Selbstheilungskräfte fördern ?


    Die Forschung setzt aber inhaltlich auf langfristige Ziele in den nächsten Jahrzehnten. Da fließen dann auch reichlich Fördergelder und es werden Arbeitsplätze gesichert und reichlich Geld verdient. Mal zynisch gefragt : Wo liegt das Interesse der Forschung hier kurzfristig Lösungen zu finden ? Wenn wir das Problem Varroa nicht hätten, welche Forschung betreffend der Bienen sollten betrieben werden für die es für jemanden von Interesse wäre , große Geldmengen zur Verfügung zu stellen.Wenn man sich ansieht wo letztendlich die Gelder herkommen, darf man sich vielleicht auch nicht wundern, das die Erkenntnisse der Forschung sich in einer Sackgasse verlaufen. Links und rechts vom Weg ist der Boden verdammt heiß.Vielleicht irre ich mich aber auch nur und kann eben 1 und 1 nicht zusammenzählen.
    Ich bin ja auch nicht vom Fach.


    Grüße aus dem Norden


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)