Buchtipp: J.S. Foer: "Tiere essen"

  • Im Januar ist wieder "Grüne Woche" in Berlin!
     
    Das passende Buch zur Einstimmung ist Jonathan Safran Foer: "Tiere essen". Ohne ideologische Keule geht´s um Tierhaltung und auch wenn Bienen nicht auftauchen, für mich kamen mehrere Anstösse zum Umgang mit Bienen.



     
    Übrigens, die passende Demo zur "Grünen Woche" führt vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor unter dem Motto: "Wir haben es satt!"

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Find ich gut. Ich war mal Metzger und arbeite heute in einer großen Kantiene. Ich esse aus den beiden vorgenannten Gründen kein Fleisch mehr und nichts in Kantinen.

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen

  • ...bestätigt mich in der Veggie-Richtung.


     
    An der Veggie-Front gibt es auch noch viel zu tun. :roll:


    Denn auch dort wird den Lebenwesen Pflanzen viel Gewalt angetan. Pflanzen besitzen als Lebewesen ein Empfinden, ein Sinnesleben und eine grundlegende Intelligenz.


    Es ist kein Geheimnis, daß der Veggie-Anbau mit Gentechnik, viel Chemie, mit Niederholzen des Regenwaldes und menschlichem Leid (Sklaverei) verbunden ist.


    Das Alles wird aber von den meisten Veggiekriegern vernachlässigt und/oder ignoriert.


    Ich habe fast ein Jahr lang auf Veggieplantagen der zweiten Welt gearbeitet und weiß, worüber ich rede. Die Fahrzeuge, welche die Pestizide ausbrachten, haben auf uns Arbeiter keine Rücksicht genommen und haben über uns drüber gesprüht. Versuche Dir diese Situation mal vorzustellen und frage Dich mal, wie ich mich gefühlt habe. Die Blätter der Pflanzen waren teilweise mit einer dicken blauen Schicht überzogen, die staubte uns in die Lungen, während wir ernteten. Eine Erfahrung, die ich nicht vergessen werde.


    Hier kommt der Hauptteil des in Europa und Deutschland verzehrten Gemüses her - aus dem Tal Almería in Spanien. So sieht es dort aus:
    http://www.marks-photo.de/img_main.php?show_slider=1&panel_id=2
    http://bilderbeute.de/?ID=3NCH6ENPDF
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,483849,00.html
    http://www.greenpeace.de/theme…estrandet_im_plastikmeer/


    Deswegen mein ergänzender Buchtip zum Weiterlesen:


    Bittere Ernte. Die moderne Sklaverei in der industriellen Landwirtschaft Europas
    von Raymond Gétaz, Kathi Hahn, und Hannes Reiser
    ISBN: 978-3952212523



    Die Konsequenz ist ganz einfach: Es kommt nicht darauf an, Veggie oder Meatie zu werden, sondern sich aus der Region zu ernähren. Oder sich selbst darum zu kümmern. Das ist die logische Konsequenz.


    Mit einem Wort zum Sonntag an einem Freitag.


    Bernhard

  • Zitat

    Die Konsequenz ist ganz einfach: Es kommt nicht darauf an, Veggie oder Meatie zu werden, sondern sich aus der Region zu ernähren. Oder sich selbst darum zu kümmern. Das ist die logische Konsequenz.


    Nee, das ist zu einfach gedacht. Stell Dir mal vor wie das wäre, wenn all die Informatiker, Klempner, Buchhalterinnen, Banker, Frisöre usw. plötzlich mit der Milchkuhhaltung anfangen müssten um ein Glas Milch trinken zu können. Was für ein Flächenverbrauch - was für eine ineffiziente Materialschlacht; mal vom Knowledge mal abgesehen. Und was wenn man bei der Polizei anruft und da kommt die Ansage: "Vienen Dank für den Anruf. Leider sind unsere Mitarbeiter gerade beim Heuwenden. Bitte hinterlassen Sie Ihren Notfall hier nach dem Piepton. Piiiiiiieeeep"


    Selbst "regionale Ernährung" ist schon schwer zu realisieren - hier verkaufen sie in den Supermärkten nur Äpfel aus Neuseeland und Co. weil die Bauern der Umgebung zu wenig Äpfel produzieren und oft nur auf dem Hof verkaufen. Willst Du ernsthaft daß sich Tausende Städter jedes Wochenende auf den Weg aufs Land machen um dort einzukaufen? Was für eine Umweltverpestung!


    Bei dem Bio-Boom frage ich mich einfach, ob die Fleischproduktion der "Bio-Bauern" wirklich soviel netter ist als die der konventionellen - Stiftung Warentest hat gerade Putenbrutsfilets getestet und komischwerweise haben nicht mal die Bio-Schlachthöfe erlaubt daß man dort filmt. Läuft also wohl ganz genauso ab wie in dem Film - wer das nicht will, muß eben selber schlachten oder doch zum Veggie werden.




    Melanie

  • BernhardHeuvel schrieb:

    Die Konsequenz ist ganz einfach: Es kommt nicht darauf an, Veggie oder Meatie zu werden, sondern sich aus der Region zu ernähren. Oder sich selbst darum zu kümmern. Das ist die logische Konsequenz.


    .....aber für die allermeisten Mensch so furchtbar "unbequem".....da muss "Mensch" ja denken und organisieren....:u_idea_bulb02::wink:


    Hymenoptera schrieb:

    Selbst "regionale Ernährung" ist schon schwer zu realisieren - hier verkaufen sie in den Supermärkten nur Äpfel aus Neuseeland und Co. weil die Bauern der Umgebung zu wenig Äpfel produzieren.


    Melanie,
    das liegt evtl. nur daran, dass die Bauern immer weniger werden....
    und die wenigen, die´s noch gibt, denen bleibt gar nichts anderes übrig als "Masse" herzustellen.


    Wenn ich überlege, dass vor 30 Jahren hier in unserem Kaff 90% der Hausbesitzer von einer kleinen Landschwirtschaft leben konnte....jetzt kann keiner mehr davon leben.


    Auch wir nicht....unsere Landwirtschaft ist reine Liebhaberei...eben, weil ich mein Fleisch "kennen" möchte.


    Und...vielleicht sollten wir auch einmal unser "Essverhalten" überdenken. Ich muss nicht jeden Tag einen Apfel essen.:wink:


    Solltest Du einmal durch Hessen fahren..... lade ich Dich gerne zu einer Betriebsbesichtigung ein....und erzähle Dir in aller Ruhe über die Nöte der Bauern.


    Herzliche Grüße
    Regina


    P.S. Ich kenne Selbstvermarkter, die mittlerweile ihre Rinderknochen verschenken bzw. entsorgen, weil keiner mehr Suppe kochen kann bzw möchte....bequemer ist "lekker" Tütensuppe...:cool:

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Flexitarier - bewusster Konsum.


    Aber wir können gleich weiter machen- beim Umweltthema- mir jammerte ein Privatvielflieger vor, dass die Autos ja sooo viel co2 ausstoßen würden. Haha- so viel Auto kann der gar nicht fahren, was der schon geholfen hat mit in die Luft zu pusten! ..


    Ich finde uns OT.


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Nee, das ist zu einfach gedacht.


     
    Melanie,


    das ist nicht zu einfach gedacht. Ich denke nicht einfach. Im Gegenteil habe ich mich schon sehr lange damit beschäftigt. Seit dem Jahr 1988 beschäftigt mich das schon. Ich habe die Zeichnungen aus meiner Kindheit aufbewahrt, wo ich bereits an Lösungen für diese ganzen Probleme bastelte, die ich schon früh eigenständig erkannte. Und ich bin während meines Lebens persönlich mit diesem Leid in Berührung gekommen. Es ist danach als fühlender Mensch überhaupt nicht mehr möglich, nicht mehr daran zu denken. Oder gedankenlos etwas einfach daherzusagen.


    Das Ausmaß des Menschenhandels und der Sklaverei alleine in Europa ist immens.


    Der Flächenverbrauch für den Gemüseanbau jedes Menschen wird nicht kleiner, nur weil alle plötzlich Informatiker werden. Nur wird er ausgelagert in andere Gegenden der Welt. Dort jedoch wird diese Fläche anderen Menschen unter Waffengewalt vorenthalten. Und durch Abholzung der Regenwälder gewonnen.
    Auch betreffend Trinkwasser verursacht dieses Outsourcing des Gemüseanbaues durch uns "Informatiker".


    http://www.youtube.com/view_play_list?p=E4EB10B71C0C8D4C
    http://www.regenwald.org



    Themenverwandt ist das Thema Treibstoff:
    http://www.stern.de/wissenscha…t-Klimawandel/610267.html
    http://www.focus.de/wissen/wis…raftstoff_aid_353035.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Getreideverbrennung



    Daher ist es unumgänglich, daß die Nahrung wieder regional angebaut wird. Zu diesem Schluß kommt auch der Weltagrarbericht.
    Zitat:
    Die besten Garanten für die lokale Ernährungssicherheit sowie die nationale und regionale Ernährungssouveränität sind kleinbäuerliche Strukturen. Ihre Multifunktionalität mit ihren ökologischen und sozialen Leistungen müssen anerkannt und gezielt gefördert werden.
    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Weltagrarbericht


    Es handelt sich hier also nicht um eine gedankenlose Einzelmeinung meiner Person, sondern um die Bündelung der Erkenntnisse der heutigen Menschheit.


    Es lohnt sich auch die Literatur von Jean Ziegler vorzunehmen.


    Nicht nur selber schlachten, sondern auch das Gemüse muß selbst angebaut, zumindest aber regional eingekauft werden - wenn das Leid aufhören soll.


    Viele Grüße
    Bernhard