So sollte es jetzt nicht aussehen...

  • N`Abend zusammen!


    Ich habe gestern dem Bauchgefühl folgend mal wieder an den Beuten gelauscht und siehe da, das in einem anderen Fred als deutlich kleiner gewordene Volk (Schwarm von diesem Jahr, eingewintert auf 1 Zarge DNM, 4x AS-Schwammtuch, einige wenige DWV-Krabbler, sehr geringer Milbenfall (nat. wie beh.-bed.), vor ca. 6 Wochen noch 11 Wavben DNM besetzend und deutlich durchhängend) ist nicht mehr.
    Da ich es nicht kapiere bzw. Sicherheit in größtmöglichem Umfang haben wollte, hier einige Bilder von heute:









    Zur weitergehenden Info:
    Die Waben die ich zog, sind die wo die Bienen zuletzt drauf sassen. Von aussen beginnend waren es eine Wabe fast nur Pollen mit sehr wenig Restfutter (ca. 2,5 cm Radius einseitig der Wabe) und einigen vereinzelten Restbienen ausserhalb des im Folgenden erwähnten Knäuels. Hierauf sassen auch die letzten Bienen (15-20?) und vermutlich sass in dem gammelnden Knäuel auch die Königin.
    Die folgenden 2-3 Waben beinhalteten Brut in allen
    Stadien, vom Stift bis zur schlüpfenden Jungbiene. Futter war kaum welches drinnen, in etwa die Menge je Wabe wie auf der bereits beschriebenen. Rund um das ehemalige Brutnest aber Pollen zuhauf.
    Dann folgten die restlichen Waben mit Futter ohne Ende, sprich bis auf einige Ecken waren bzw. sind diese Waben voll mit Futter.
    Totenfall unter dem letzten bekannten Bienensitz war ca. eine kleine Tasse Kaffee voll. Die restliche Buete ist bienenleer.
    Bei diesem Volk lag in den letzten Wochen auch immer extrem viel Totenfall vor dem Flugloch, den ich mir aber mit dem Überschuss an Bienen erklärte, der in der Zarge nicht genug Platz für den Winter hatte und sozusagen "weggeschrumpft" wurde.
    Soweit dazu.


    Bei den anderne Völkern soweit alles klar, allerdings hatten die auch nach dem letzten Schnee bzw. folgendem Tauwetter auch zwischen 10 (okay) und einer kleinen kaffeetasse Totenfall am Flugloch bzw. davor. Auch hier fällt auf, dass das mit am stärkstne eingewinterte Volk die meisten Bienen verleirt und die vermutlich schwächeren kaum welche.
    Hat jemand von euch eine plausible Erklärung dafür? Ein solch massiver Totenfall ist mir bisher noch nie aufgefallen, insbesondere nicht vor dem Flugloch und im Winter.


    Schöne, wenn auch bedröppelte Grüße von
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • patrick ,
    mein Beileid, so eine Beute zu öffnen ist Frust.
    Für mich ist auf den Bildern im Bereich der Brutflächen ziemlich wenig Futter.
    Völker mit Varroaproblem neigen zu übermäßiger Brutaktivität und durch die Anstrengung in Kälteeinbrüchen die Brutfläche zu wärmen, brechen sie dann zusammen. Sind die Futterzellen weit vom Brutnest entfernt und es entsteht ein starker Kälteeinbruch (bei mir war letzte Woche bis -14°) schaffen es die Bienen nicht mehr das Futter für die Heizerbienen heranzuschaffen. Bei mir sind die Waben noch mit deutlich mehr Futterfläche.
    Ist nur eine Erklärung, da Ferndiagnosen schwer sind.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Patrick!


    Ich habe im November 2 Völker mit exakt dem gleichen Bild weggeräumt. Es war bei mir ganz klar ein Fall von Räuberei. Es war Ende Oktober und Anfang November noch gutes Flugwetter und ich habe die Räuberei sogar beobachten können. Die einzige Soforthilfe wäre gewesen, das beräuberte Volk aus dem Flugradius zu verbringen, aber mir fehlt immer noch ein zweiter Standort außerhalb. So habe ich ohnmächtig zugeschaut, wie das Volk unter den ständigen Angriffen immer schwächer wurde und schließlich war die Beute leer bis auf die Brut. Im Anschluß ging es dann beim Nachbarvolk im gleichen Stil weiter bis das auch erledigt war. Dann hat der Wintereinbruch dem Treiben ein Ende gemacht.


    Das (auch in deinem Fall) fehlende Winterfutter ist - so denke ich - der Beleg dafür, dass Räuberei stattgefunden hat. Wo soll dein Winterfutter sonst abgeblieben sein? Ich habe bisher noch nie so einen Herbst erlebt, in dem sich die Völker derart gegenseitig bis zum bitteren Ende bekriegen. Diese ungewöhnlich starke Herbsträuberei ist meiner Meinung nach ein weiterer Hinweis auf einen harten und langen Winter.


    Gruß vom Sammler

  • Hallo Miteinander,
    bei den häufig zu sehenden einzelnstehenden restlichen Brutzellen würde ich vorsichtshalber einen Streichholztest wegen AFB machen.
    Nur zur Sicherheit.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo zusammen!


    @ Lothar: Den Test werde ich machen, ich bin mir aber ziemlich sicher das drunter nur Puppen liegen. Einige der Deckel der geschlossenen Zellen waren bereits durchlöchert, zum Vorschein kamen Jungbienen mit rausgestrecktem Rüssel.


    Sammler : Ich schließe Räuberei zu fast 100% aus, da das Volk sehr stark war, es nie Streß am Flugloch gab und Futter da ist, nur halt leider weit weg vom Bienensitz.


    beehead : Ich vermute insgeheim auch, was du schreibst. Allerdings könnte ich mir bei gerade dem Volk die Varroa nicht wirklich erklären als Ursache, da diesjähriger Schwarm und grundsätzlich ablesbar verhältnismäßig (wg. Messungenauigkeit durch Wind, Wetter und "Raubtiere") Milbenfall , s.o..
    Aber du hast recht, viel Brut für die Jahreszeit. Wenig Futter in der Nähe. Stimmt. Nur warum?
    Abgerissen vom Futter sind sie so quasi. Warum aber zuvor die starke Verringerung der Volksstärke?


    Schad.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • ..... Allerdings könnte ich mir bei gerade dem Volk die Varroa nicht wirklich erklären als Ursache, da diesjähriger Schwarm..


    ... das hat nix zu sagen. Letztes Jahr sind alle Schwärme und Kunstschwärme von mir so verendet, wie es die obigen Bilder anzeigen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Guten Abend, Patrick.


    Das tut mir leid für Dich und Deine Bienen.



    Abgerissen vom Futter sind sie so quasi.


    Abgerissen vom Futter wegen Brutpflege und Kälteeinbruch führt zum Verhungern.
    Dann stecken sie mit dem Kopf voran in leeren Zellen.
    Auch für mich sieht das - bis auf den geringen Milbenfall - nach Varroa aus.


    Gibt es irgendwelche Gründe, warum bei diesem Volk die Behandlung versagt haben könnte?
    Zu kalt, zu feucht, haben sie vorgelagert?


    Ich drück' Dir die Daumen, dass wenigstens die anderen durchkommen.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Och menno, Patrick!
    Auf jeden Fall war zuwenig Futter drin auf den BW, und es war keine Räuberei, dafür sind die Zellränder zu glatt, das paßt nicht dazu (außerdem müßte dann reichlich Schrot auf dem Boden liegen...)
    (Hast du "ein Flugloch" oder einen "Flugschlitz" über volle Breite?
    Meine Brutnester sind extrem am Flugloch ausgerichtet, aber ganzjährig, sie behalten also ihre Orientierung.).


    Bei den Pollenmengen würde ich Proben einschicken zur Analyse.
    Und auch noch Wabenreste mit Puppen drin, aber pronto.
    Nur, um sicher zu sein - du wohnst nicht in einer extensiven Agrargegend.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • patrick ,
    ich habe auch noch einen Schwarm der unter ähnlichen Bedingungen bei mir gelandet ist. Hat sich megagut entwickelt, noch Honig eingetragen und hatte wenig Milben bei der Behandlung. Da er schon aus der Brut war, hab ich ne Restentmilbung gemacht, na dann sind da doch ne Menge Milben gepurzelt. Der Abgang von Bienen ist meiner Ansicht nach diesen Winter auch hoch. Ich denke das die Völker, doch durch den warmen November noch mal zu kleinen Brutnestern verleitet wurden und die kosten mal richtig Kraft. Da verbrauchen sich erst mal ne ganze Menge. Bei mir lagen teilweise nach dem Kälteeinbruch auch ausgeräumte Puppen vorm Flugloch.
    Ich will hoffen, dass noch genügend Bienen übrig bleiben.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo zusammen,
    auch ich kann hierzu ein Bild liefern. Ende Juli habe ich in der Waldtracht den täglichen Milbenfall gezählt. Zwei Völker fielen aus der Rolle. Bei dem einen fielen täglich 52 Milben, bei dem anderen 27 Milben. Ich wanderte von der Waldtracht ab und behandelte alle Völker sofort mit 85% iger AS. Insgesamt 2 Schwammtuchbehandlungenn und zwei MOT- Behandlungen. Alle 2 Wochen kontrollierte ich den Milbenfall, der sich Ende November durchschnittlich täglich auf 4 bis 8 Milben einpendelte. Das Volk mit dem Juli-Totenfall von 52 Milben täglich, hatte Ende November einen Milbenfall von 5 bis 8 Milben täglich. Am 21.11. kontrollierte ich meine Völker bei 17 Grad Celsius und das besagte Volk hatte auf 3 Waben Brut und besetzte 5 Waben mit Bienen. 10 Tage später war das Volk leer und die 3 Brutwaben sahen so aus (Bild). Vor dem Zusammenbrechen war der Pollensammeleifer recht groß.
    Ich vermute, dass das Volk an Bienenviren starb. Dr. Ritter sagte bei einem Vortrag: Ein Bienenvolk, das mehr als 3000 Milben hat, stirbt, auch wenn es noch so perfekt gegen die Milbe behandelt wurde, an der Sekundärinfektion.
    Grüße
    winolf

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  • Hallo nochmal!


    Danke zuerst einmal für eure Anteilnahme.
    Ich will hoffen, dasss die anderen gut durchkommen, wäre echt sch...ade wenn mir von den anderen Völkern auch noch welche eingingen, zumal ich ja eh nicht sooo viele habe.


    @ hannes1: Was spricht deiner Meinung nach gegen einen Behandlungserfolg mit 4x ST?


    @Traugott: Die Behandlung HAT gepasst, sie wirkte -> verätzte Bienen / Brut...ahja, und Milben:wink:, sie (die Bienen) lagerten nicht vor und wurden an den selben Tagen behandelt wie die restl. Völker.


    @ beehead: Es beruhigt mich zumindest ,dass der Bienenabgang auch bei dir höher als in den Vorjahren zu sein scheint. Ob das was hilft wird sich zeigen...:roll:


    Gute Nacht
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!