Ich habe heute behandelt - sehr früh...aber.....war von Euch auch schon jemand dran ?

  • Welche Behandlung ist denn dann bienentypisch, das erklär mir mal!
    Um wieviel schonender ist eine Frühjahrsbehandlung im Gegensatz zu einer ordentlichen Restentmilbung im Dezember?


    Alles Fragen auf die du die Antwort schuldig bleibst, nur Wunschvorstellungen äußerst und viele verunsicherst.:mad:


    Tja Bruno, so ist er, "unser" Udo.
    Wenn er schon schreibt: "AS fällt von oben nach unten":roll:
    Dann behandeln die Imker, die mit Schwammtuch von unten behandeln, umsonst, denn, Säure fällt zum Flugloch hinaus:-D, eine durchaus Bienenschonende Behandlung:-D. Aber leider auch Milbenschonend:-(.


    Udo
    Ich weiß jetzt momentan nicht den Grenzwert von AS, der im Honig noch zulässig ist, aber ich trau mich fast alles wetten, wenn du im Feb/März mit AS behandelst, liegst du meilenweit über den Grenzwert. Nicht umsonst darf man laut DIB in dem Jahr, in dem man AS eigesetzt hat, keinen Honig mehr schleudern.
    Ganz nebenbei schädigst du auch die Brut, die deine Winterbienen mal ersetzen sollen. Da ist doch der Reinfall bei der Frühtracht schon vorprogrammiert.
    Oh Udo, Udo, Udo, mach entweder Nichtbehandler wie Sabine, oder behandle ordentlich und gesetzkonform. Aber hör damit auf, die Jungimker in diesen Forum, die noch ihren Weg finden müssen, kirre zu machen.


    Viele Grüsse
    Summsi, der morgen seine Restentmilbung beginnt, und dann beruhigt ins neue Jahr starten kann:p

  • Herzlich willkommen im Dunstkreis der alleinseligmachenden Bienenapostel!


    Warum soll in Udos Meinung nicht ein Kern der Wahrheit zu finden sein? Da wird gepostet, dass alle Drohnenbrut zu schneiden wäre, obwohl schon Fachleute darauf hinweisen, dass die Bienen selbst *wissen*, wie viel Männlichkeit gebraucht wird.
    Ich war selbst in China - in Sheng Zeng, wo durch die Frauen Arbeitsplätze der Anteil Frauen/Männer 70 zu 30 beträgt, und dadurch Riesen-Sozialprobleme herrschen, weil das *Geschlechtsverhältnis* nicht stimmt. Es werden halt doch keine Nixnutze sein.
    So, nun zur Varroaproblematik. Ich imkere in einem Gebiet, wo Spritzungen, Beizungen etc. Fremdwörter sind. Trotzdem sind genau jene Bilder vorzufinden, wie in euren massiv landwirtschaftlich betriebenen Gebieten. Vom Totalausfall bis zu massiven Verlusten.
    Das Schadbild erstreckt sich vom Weihwasser sprengen (zynische Vorbemerkung) bis hin zu allen anderen Säuren und Sonstigen Behandlungen.
    Mein Varroaschrank ist ein Geister-und Zaubererkasten. Tropfflaschen,Langzeitbehandler, Verdampfer, Oxalsäuretabletten, Milchsäureflascherl, Bienenwohl, Thymovar - sogar Thymol in Pulverform. Querbeet der legalen Behandlungsformen.
    *Gebildet* durch Fachbücher, Internet und Kursen. Geschädigt durch die Vielzahl der Fachmeinungen. Der Eine so....der Andere so. Trotzdem zerrieben im Wechselbad der Ausfälle. Von minimal bis extrem.
    Ich mach jetzt keine Neuversuche oder Experimente mehr. Meine Behandlung ist *abgekupfert* aus der Empfehlung hier im Forum. 20ml (ist genau ein Schnapsstamperl - dadurch mit Gastro Portionierer exaktes Auftragen möglich) Ameisensäure 60% pro 10er Einheit Normalmass - auf Schwammtuch von oben, gittergeschützte Abfallkontrolle.....und Behandlung nach *Bedarf*.
    Oxalsäurebedampfung in der erlaubten Zeit....bis 1.Feber.
    Man kann zu Thun oder Steiners Meinungen stehen wie man will. Dass die ständige Störung des Bienenhaushaltes (Drohnenschneiden etc) nicht der Gesundheit des Volkes dienlich ist, kann ich mir gut vorstellen.
    Darum lass ich viele Meinungen gelten.


    Schöne Grüße aus dem tief verschneiten Lungau
    Fritz

  • Zitat

    Warum soll in Udos Meinung nicht ein Kern der Wahrheit zu finden sein? Da wird gepostet, dass alle Drohnenbrut zu schneiden wäre, obwohl schon Fachleute darauf hinweisen, dass die Bienen selbst *wissen*, wie viel Männlichkeit gebraucht wird. Dass die ständige Störung des Bienenhaushaltes (Drohnenschneiden etc) nicht der Gesundheit des Volkes dienlich ist, kann ich mir gut vorstellen.


    Erklären tut not:roll:
    Also... Daß Drohnenschneiden nicht das Optimale für das Volk ist, brauchst du mir nicht erzählen. Aber mach doch mal eins, Zieh im Mai/Juni einen Drohnenrahmen, köpf die verdeckelten Zellen, schlag den Inhalt auf einen weissen Untergrund und staune. Wenn du dann die Mengen an Milben siehst die hierauf umherkrabbeln, wirst du vieleicht auch verstehen, daß Drohnenschneiden das kleinere Übel für ein Volk ist.
    Ausserdem biete ich meinen Kunden einen Honig an, der garantiert frei von Behandlungsmitteln ist.
    Kann Udo das auch garantieren? Wohl eher nicht.
    Kannst du mit deiner Bis Feb.OS-Behandlung das garantieren? Wohl eher nicht.
    Es gibt Empfehlungen von wann bis wann man jedes Mittel einsetzen kann/darf. Ja verdammt noch mal, ist es wirklich so schwierig sich an die Richtlinien zu halten? Das ist nämlich das Problem in der Imkerschaft. Viele meinen, sie können alles besser und brauchen sich nicht an die Vorgaben zu halten. Ergebnis: Ego vermeintlich befriedigt, Honig verseucht. Ich hoffe bloss, ihr lasst euren Honig untersuchen, bevor ihr ihn in Verkehr bringt.
    Ich für meinen Teil würde lieber China-Honig essen, als euren.


    So, Druck wieder weg
    Summsi

  • Ist das so?
    Oder könnte es sein, dass der Milbenmann gar nicht kann, was er gern tät, je mehr Schwestern es zu beglücken gilt?
    Die Milbenmutter dann insgesamt weniger fruchtbare Nachkommen hat ?
    Ein erklecklicher Teil der Milben dann nur Männchen hervorbringt ?


  • Kann Udo das auch garantieren? Wohl eher nicht.
    Kannst du mit deiner Bis Feb.OS-Behandlung das garantieren? Wohl eher nicht.


    Ich weiß es nicht, ob Rückstände im Honig sind, wenn man im Frühjahr mit Ameisen- bzw. Oxalsäure behandelt.
    Aber ich weiß: Wenn man im Frühjahr Ameisensäure (60%ige) anwendet, gibt es massenhaft Königinnenverluste (eigenen zweijährige Versuche). Also Ameisensäure im Frühjahr: Nie wieder!
    Oxalsäure wirkt nicht in die Brut und die Milben sitzen im Frühjahr vor allem in der Brust. Deshalb wäre Oxalsäurebehandlung im Frühjahr für die Katz'.


    Ich habe gelernt (gelesen in einer Bienenzeitung in den 70er Jahren), daß die Völker hier in Mitteleuropa Mitte Januar mit dem Brutgeschäft beginnen sollen. Also muß eine Behandlung gegen die Milben spätestens Mitte Januar erledigt sein.


    Der Winter (brutfreie Völker) sollte den Milben zusetzen, so daß sie nur in reduzierter Anzahl sich in der Brut wohlfühlen können. Auch aus diesem Grunde ist eine Frühjahrsbehandlung nicht besonders klug. Anfangen mit dem Beobachten der Milben sollte man hier Ende Juni/Anfang Juli.


    Habe heute meine Völker mit Oxalsäure bedampft. Alle haben kräftig gebrummt. Also noch keine Winterverluste (toi, toi, toi!). Vor einem Jahr waren schon sehr viele Völker tot. So unterschiedlich sind die Jahre, obwohl ich die Milbenvernichtung immer nach dem gleichen Schema mache.


    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Ist das so?
    Oder könnte es sein, dass der Milbenmann gar nicht kann, was er gern tät, je mehr Schwestern es zu beglücken gilt?
    Die Milbenmutter dann insgesamt weniger fruchtbare Nachkommen hat ?
    Ein erklecklicher Teil der Milben dann nur Männchen hervorbringt ?


    Ich weiß nicht worauf sich deine Vermutung stützt, aber es gibt Untersuchungen darüber, wonach die Milben in Drohnenzellen die doppelte bis dreifache Vermehrungsrate haben als in Arbeiterinnenzellen.
    Wenn man immer gewissenhaft Drohnenrahmen ausschneidet, und zwar immer 2/Volk, kann man die Milbenvermehrung wirksam ausbremsen.
    Ich hatte jedenfalls noch kein Volk, daß im Sommer oder Spätsommer unter Varroadruck zusammengebrochen oder ausgezogen ist.
    Ich kenne aber nichtschneidende Imker, die solche Probleme haben aber trotzdem so weiterwurschtln.
    Manche wollen halt einfach ihre Fehler nicht einsehen, oder sind sonst irgentwie Beratungsresistent.
    Und dann kommt (ich schreib das ganz bewußt) so Schwachsinn auf: Man konnte ja im Frühjahr AS oder OS einsetzen, schlieslich muß er ja sein Gesicht wahren.
    Solange es noch keine Milbenresistente Bienen gibt, und man Sommer oder Waldhonig ernten will, bleibt in der Honigsaison nur das Drohnenschneiden als wirksame Milbenentnahme. So lernte ich es, und so funktioniert es.


    Viele Grüsse
    Summsi

  • [quote='Summsi','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=256631#post256631']Ich weiß nicht worauf sich deine Vermutung stützt, aber es gibt Untersuchungen darüber, wonach die Milben in Drohnenzellen die doppelte bis dreifache Vermehrungsrate haben als in Arbeiterinnenzellen.
    .


    Das ist ja auch richtig. Aber gibt es irgendwo eine Untersuchung, ob die auch alle befruchtet wurden?

  • Grüsss Gotttt Herrrr Oooberleehrer (Summsi)
    Ein paar Klarstellungen zuerst.
    Ich habs halt gar nicht so gern, unflätig (ich würd lieber China Honig essen als euren) behandelt zu werden.
    Ich bin weder auf einer Nudelsuppe-noch auf einer Gemüsesuppe ins Leben geschwommen.
    So zum Fakt - obwohl es mir zuwider ist, mich auf ein niederes Niveau zu begeben. Ich kanns.... wenns sein muss.
    Erstens - Viele Wege führen nach Rom. Es gibt viele Methoden der Behandlungen -und es werden noch viele im Laufe der Zeit dazu kommen. Ich imkere seit 24 Jahren -und kann schon ein Lied der Behandlungsmöglichkeiten singen.
    Dicke Wälzer - wie dünne Fachzeitschriften stapeln sich in meinen Regalen. Jeder Fachmann gibt seine Erfahrung bzw. seine Forschung zum Besten.
    Übrigens....Lesen bildet. Ich habe geschrieben, dass ich bis zum 1. Feber -dies ist bei uns in Österreich der letzte Oxalsäure Behandlungstermin, meine Völker Restentmilbe. Ich habe kein Wort geschrieben, dass ich am 1. Feber dies mache.
    Ich habe meine Völker am 8.Dezember letztmalig behandelt. Wir liegen über 1.000 m Seehöhe,wo das Klima eben anders ist als in Bayern.
    Dass ein gesetzlicher Unterschied zwischen Deutschland und Österreich besteht, ist sonderbar und nicht hilfreich.
    So dürfen bei uns Mittel verwendet werden (Oxalsäure Verdampfung) welche in Deutschland nicht in dem Ausmass verwendet werden dürfen. Gleichzeitig darf in Deutschland, wenn ich richtig informiert bin, noch Perizin verwendet werden.
    So ist halt.
    Mir zu erklären, wie ich den Klopftest machen soll-ist müssig. Ich habe schon geschnitten, gezupft (was ich immer noch mache) gefrostet, gefüttert usw. Trotzdem bin ich -und dies eben nur für mich -zum Entschluss gekommen, keine Drohnenschnitte mehr zu machen. Warum? Weil die Milben nicht so dämlich sind, und dies nicht kapieren. Diese wechseln halt dann vermehrt in die Arbeiterinnenbrut. Trotzdem -oder gerade deshalb scheint es, dass ich die Varroa jetzt im Griff habe.
    Ich bin kein Bioianer - trotzdem versuche ich ein bissl -sagen wir mal- naturnah meine Bienen halten. Warum glaubst du, dass Demeter Landwirte ihre Kühe nicht enthornen dürfen? (http://www.agnihotra.ch/?p=330). Wenn man dies einen Menschen klar machen will, zweifelt er an der Glaubwürdigkeit. Trotzdem wirds was an sich haben.
    So-jetzt lassichs.
    Gruß
    Fritz

  • Hallo Summsi, Fritz Wieland, Bruno und Regina, Rumpelstilz und Alfred,


    danke für die Briefe.
    Ihr habt mir schon geholfen. Am wichtigsten ist für mich die Erkenntnis, daß im Vorfrühling die neue Brut durch AS
    geschädigt wird und natürlich die Königin.
    Summsi, bisher habe ich noch nie im Frühjahr behandelt, keine Angst um meinen Honig, bei mir kannst du sogar
    die Waben auslutschen, da ich alles ökologisch halte (Mit Zertifikaten).
    Trotzdem irritiert mich, daß es keine klare Linie der Behandlung gibt.
    Drohnenschneiden gehört nun wirklich ins Mittelalter.
    Ich hatte 20 Jahre lang Hinterbehandler, die kriegten eine Anfangswabe ins Hinterfenster, logisch, die nutzten die für
    Drohnenbau. Und sofort hieß es: Schwarmgefahr. Entsprechend wurden die Völker zur Schwarmverhinderung geschröpft.
    Alles unnötiger Stress.
    Heute, im Naturbau mit großen Waben, habe ich weniger Stress und die Bienen auch.
    Die Drohnen sind notwendig, sie ziehen die Milben auf sich, damit die Arbeiterinnen schaffen können. Sie wärmen die Brut,
    regulieren das Stockklima und halten Bösewichte durch ihr Brummen fern.
    So, da gibts ja den neuen Thread von mir über dieses Thema. Da gehts weiter.


    Danke an alle für Eure Kritik.
    Liebe Grüße, Bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Servus Beinand
    Um mal wieder zum Thema zu kommen:
    Ich habe gestern OS geträufelt. Hab zwar ein paar Stiche kassiert, aber noch viel wichtiger ist:
    :Biene: ALLE 14 LEBEN!!!!:Biene: Hoffentlich bleibts auch so. Jetzt haben sie (und ich) erst mal Ruhe.
    Viele Grüsse
    Summsi

  • Moin,


    einfach nur toll, was es doch alles für Meinungen zum Behandeln gibt.
    Genau da hat Summsi recht!
    Es gibt sogar hier im Forum eine sehr schöne Anleitung für das Schwammtuch aus Leipzig!


    Wenn man sich an die empfohlene Behandlungsstrategie hält, hat man auch keine Probleme.
    Ich bin zwar erst seit 5 Jahren Imker, mache aber Drohnenschneiden, AS Behandlung im Sommer mit ST
    und OS Behandlung (Träufeln) im Dezember.
    Habe auch dieses Jahr keine Verluste.


    Übrigens hat keiner geschrieben, dass die Drohnen im Volk unnütz sind.
    Wir reden hier vom Schneiden eines Rahmens und nicht der Vernichtung aller Drohnen...
    Ja klar, ich weiß, ich lebe im Mittelalter...


    Sorry, aber solche Aussagen kann ich nicht verstehen.
    Und wer im Frühjahr behandelt, hat es auch noch nicht verstanden!


    Gruß,
    Helge


  • Servus Helge
    So isses. Das wichtigste ist, daß die Völker überleben. Und wenn man Drohnenrahmen schneidet, nimmt man ja nicht alle Drohnen aus dem Volk. Aber man nimmt eine enorme Menge an Milben aus dem Volk. Es gibt noch genügend Drohnenecken, die nicht geschnitten werden. Für mich immer noch das sicherste Mittel um gefahrlos zur Sommer-AS-Anwendung zu kommen.


    Viele Grüsse
    Summsi

  • Hallo, zusammen,
    was soll ich dazu schreiben,
    jeder denkt an sich und seine Geringhaltung oder Vernichtung der Milben.
    Egal wie, ob OS im Winter oder sonstwas.
    Für mich geht es aber nicht um Milbenfreiheit um jeden Preis,
    wer denkt denn an >die Bienen< beim Drohnenschneiden und OS-Träufeln?


    Davon ist gar nicht die Rede, wie der BIEN sich fühlt.
    Es ist doch keine Olympiade, wieviele Drohnen schaffe ich? Wieviele Milben habe ich auf der Unterlage?
    Wichtiger ist es, den Bienenkörper zu stärken, damit er nicht unter den Nachfolgekrankheiten leiden
    muß.
    Durch alle Behandlungen leiden die Bienen, natürlich sind es nur Insekten, die man töten darf, auch ich behandele
    mit Ameisensäure, nur kurz, und leide mit.
    Das hat gewiß nichts mit Mittelalter zu tun, die Bienen schaffen ihre Drohnen ran nach Milbenbefall. Werden die
    Drohnen geschnitten, gehen die auf die Arbeiterinnen.
    Man muß das abwägen und manchmal versuchen, die Bienen als großen Organismus zu verstehen.
    Ich arbeite noch immer daran.
    Liebe Grüße, Bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo