Ich habe heute behandelt - sehr früh...aber.....war von Euch auch schon jemand dran ?

  • Hallo Imkerfreunde,


    habe mich heute zu Fuss durch eisigen Schneesturm und Schneewehen zu meinen Bienen im Wald durchgekämpft (meine Frau tapfer an der Seite und der Weimaraner immer vorneweg:p) um die Oxalsäure per in die Völker zu bringen (Träufelmethode). Die Standorte waren windgeschützt und es hatte ca. 1-2 Grad plus dort. Alle Völker waren von ordentlicher Stärke und sassen gut in der Traube (einige fliegen natürlich immer ab bei der ganzen Sache, leider...).
    Ich weiss, dass ich wahrscheinlich im Vergleich zu vielen von Euch sehr früh dran bin, aber ich traue dem Wetterbericht, der für heute klaren Himmel und 5 Grad bei wenig Wind angesagt hatte (zumindest vorgestern noch :evil:), nicht mehr. Ich denke, dass war heute der letzte Tag für eine lange Zeit, der einigermassen geeignet war....Die Operation dauerte pro Volk ca. 30 Sekunden und die Damen bleiben nun bis März ungestört. Die Säure habe ich dieses Jahr zum ersten mal mit einer Plastikflasche eingebracht, die einen gebogenen Hals hatte....damit lies sich die Flüssigkeit sehr schnell und präzise in die Wabengassen spritzen/träufeln.


    Eine 100%ige Sicherheit, dass die Völker brutfrei waren, habe ich nicht - allerdings stelle ich die rechtzeitige Behandlung bei geeigneter Witterung hier vor die komplette Brutfreiheit (wenn es die denn überhaupt gibt um man die überhaupt genau abpassen kann). Im letzten Jahr habe ich am 14.12. behandelt und habe ALLE Völker sehr gut durch den Winter bekommen.


    Wie sieht es bei Euch aus ??


    Gruss
    Florian

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Florian,


    ich war grad joggen und bei der Gelegenheit mach ich gern mal einen Abstecher zu meinen beiden Ständen.
    In Laufschuhen im tiefen Schnee aber die Neugierde ist halt größer (Windelkontrolle).


    Alle 12 Trachtvölker und 8 Minivölker sind noch da, 2 sind aber recht schwach, solche hat man aber immer mal dabei.


    Ich bin somit recht zufrieden und hoffe, das es auch so bleibt.


    Restentmilbung, bei den Völkern wo ich sie denn mache, wird erst in 3 Wochen durchgeführt.

  • Hallo, bei uns ist eiskalter Wind bei-4°C, da denke ich nicht mal im Traum daran, meine Beuten zu öffnen. Sonst auch alles Bestens.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich habe aus den selben Motiven wie Du meine 4 Völker heute mit OS behandelt.
    Ich bin seit Juni Imker. Somit war das meine erste Winterbehandlung die ich durchgeführt habe. Und die ist in ihrem Ablauf auf jeden Fall noch verbesserungswürdig. Alle 4 Völker haben 2 Zargen und saßen mit ihrer Traube zu ca. 2 Drittel in der untersten Zarge und 1 Drittel war oben. Bei den ersten beiden Völkern habe ich die oberste Zarge abgehoben, auf ein Brett gestellt und die 50ml OS auf die Bienen der untere Zarge verteilt. Dabei sind einige Bienen abgeflogen und, was ich garnicht schön fande, es sind doch relativ viele Bienen nach allen Seiten aus der Zarge gequollen. Ich hatte größte Mühe beim Zargen-Zusammenbau die Bienen nicht zu zerquetschen. Einige hat's doch erwischt. Bei den anderen beiden Völkern habe ich nur den Deckel geöffnet und mit der Spritze versucht die OS nach unten an den Waben vorbei auf die Bienen zu träufeln. Diese Bienen waren auf jden Fall nicht so aufgeregt wie die der ersten Völker.


    Wie macht ihr das? Was passiert mit den Waben, die doch OS abbekommen haben?

  • Hallo Hacktor,


    von meinen 7 Völkern sassen 5 exact wie von Dir beschrieben. 2 Völker sassen eher in der oberen Zarge. Aber dies wissen schon, was sie tun. Also abgenommen habe ich meine Oberteile/Zargen nicht (Segeberger). Ich hebe die nur kurz schräg nach hinten an (bzw. meine Frau macht das). Und das nur wenige zentimeter 15-20 vielleicht. Mit der oben beschriebenen Flasche kann ich dann gut die Säure in die Gassen spritzen. So dringt wenig Wärme aus der Traube nach aussen. Allerdings sind auch bei mir Bienen gradezu aus der Beute gequollen. Aber da die Völker ordentlich stark waren, machen die 20-30 Bienen durch abfliegen und runterfallen nichts aus, denke ich. Ich bin heilfroh, dass ich es heute durchgezogen habe und werde nächste Woche mal de Totenfall kontrollieren. Wird sicherlich noch einiges auf das Gitter nach unten abfallen, nach so einem Eingriff....aber gar nichts zu machen habe ich mich noch nicht getraut ....

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Ich habe OS-Beträufelung bereits am 13.11. gemacht. Das waren die Tage, bei denen es 5-10°C hatte. Ich wollte es sehr früh machen, da bei mir der natürliche Milbenfall noch relativ hoch war. ich habe jedes Volk vor der behandlung kontrolliert (nur mittlere Waben gezogen) und von den 11 Völkern waren 6 brutfrei und die habe ich behandelt.


    Frage: 2 Tage nach der OS-Beträufelung war Flugwetter und die Bienies viel unterwegs. Ist das der OS-Wirkung abträglich ?


    Die anderen kommen jetzt in ca. 2 Wochen dran. Dann dürften die nach dem Frost auch brutfrei sein. Totenfall habe ich nicht kontrolliert, da es seither ja ziemlich kalt ist. Völker waren unterschiedlich: 1 schwächelt ziemlich (ein Wackelkandidat) und die anderen sind zwar mittelprächtig bis stark, machen aber einen unruhigen Eindruck... hatte bisher Varroa immer gut im Griff und auch Glück mit der Überwinterung, aber dieses Jahr bin ich auch etwas unruhig...

  • Hallo zusammen,


    ich träufle nicht, aus dem einen Grund, weil ich die Beuten nach August nicht mehr öffne.


    Wenn ich es denn tun würde, dann auf keinen Fall bei 2 Zargern, eben wegen der unten genannten Störung der Traube.


    Ich würde das maximal bei 1-Zargern oder großen Bruträumen machen.


    Ich persönlich, wenn ich denn eine mache, führe die Winterbehandlung nur per verdampfen mit OS durch.


    Ich hab mich gestern mit einem alten Imker aus meinem Verein unterhalten, der hat zu Allerheiligen schon "Restentmilbt", bin mal gespannt was da nächsten Herbst raus kommt.
    Auch hier liest man immer wieder von "Restentmilbung" im November, ich kann das nicht so recht verstehen.:confused:


    Ich weis, das ist keine wirkliche Antwort auf die gestellten Fragen aber vielleicht ein gedanklicher Anstoß?

  • Hallo Martin,


    Respekt vor dem Fachmann, ich würde mich niemals trauen für ein größeres Gebiet eine solche Empfehlung zu machen. Und wenn der schreibt, die meisten Völker an warmen Standorten, dann überzeugt mich das schon gar nicht.


    Warum nicht bis Dezember warten und auf der sicheren Seite sein?

  • Hallo Günther, zu deiner Beruhigung, nicht nur du bist Beratungsresistent. Ich habe in meinem mehrere Jahrzehnte langen Imkerleben noch nie eine Winterbehandlung durchgeführt. Im Prinzip aus den gleichen Gründen welche du auch nennst. Ich führe lieber im Spätsommer eine Radikalbehandlung durch. Ich habe auch bisher noch nie Totalverluste gehabt, trotz Verzicht auf Oxalsäure und Winterbehandlung. Ich denke darüber zu streiten ist müßig und so sinnvoll wie der Streit über Rähmchenmaße und ihre Vor- und Nachteile.

  • Ich möchte meine Frage nochmals wiederholen: Beeinträchtigt anschließendes Flugwetter 2 Tage nach der OS-Beträufelung die Wirksamkeit der Behandlung ? Mitte November waren einige meiner Völker brutfrei und wurden behandelt, dann herrschte aber wenige Tage gutes Flugwetter und die Bienen waren fleißig unterwegs.

  • Hallo Schulbien,


    zwei Punkte:


    1.) Winterbehadlung führe ich erst durch wenn kein Flugwetter mehr zu erwarten ist bzw. ich sicher bin, dass die Bienen ruhig in der Traube sitzen (seit Mitte November habe ich keinen Flugverkehr mehr gesehen, deshalb jetzt bei halbwegs gutem Wetter die Oxalsäure).


    2.) Wenn deine Bienen noch ausfliegen und es wirklich am Wetter und nicht an anderen Umständen liegt, dann ist das für die Wirkung der OS-Behandlung eher hinderlich als förderlich. Die Säure soll schnell in die Traube gebracht werden, damit sie sich hier durch den Putztrieb bzw. die stetige Bewegung der Bienenmasse möglichst rasch und gleichmässig verteilen kann. Bienen die ausfliegen (bis auf abfliegende Bienen im Winter, die es immer wieder zu beobachten gibt) sitzen mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht eng in der Traube.


    Ich habe jetzt zwar nicht gesehen, wo Du wohnst aber laut Wetterbericht gibt es bundesweit eher mal kein Flugwetter mehr. Das muss nicht hiessen, dass Deine Bienen krank sind. Warte zur Not noch ein paar Tage oder verzichte zur Not evtl. auch ganz darauf ! Hast Du keinen Imkervater ??? wie macht der es ?? Hat der Deine Bienen nach der Auffütterung mal begutachtet ??


    Gruss


    Florian

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !