Zulassung 85%-ige AS in weiter Ferne?

  • Hallo zusammen,
     
    habe gestern den Grundkurs Bienengesundheit besucht. Referent war Dr. Neumann aus Aulendorf. Beim Thema Varroa gab's interessante Folien:
     
    => letzten Winter ca. 30% Völkerverluste in B-W
    nächste Folie
    => großer Datenbestand statistisch ausgewertet [Völkerverluste = f(Behandlungsverfahren)]
    nächste Folie
    => 85%-ige AS eindeutig am wirksamsten im Vergleich zu anderen Behandlungsmitteln bzw. -methoden
     
    ...dann eine Frage aus dem Zuhörerkreis:
    "Wann kommt denn nun endlich die Zulassung der 85%-igen?"
     
    Antwort Dr. Neumann:
    Alles ganz schwierig, Zulassungsverfahren sehr aufwändig und teuer, usw., usw. Auf weitere hartnäckige Fragen kam dann die Antwort, dass es aktuell niemand gibt der die Kosten für das Zulassungsverfahren tragen will.
     
    Toll - man legt dem Imker nahe er möge doch bitte die 85%-ige AS einsetzen und empfiehlt damit ein Verfahren mit dem sich der Imker formal gesehen strafbar macht. Was ist denn das für ein bullshit :evil: :evil: :evil:
     
    Ich verstehe nicht, warum man hier keine Ausnahme machen kann. Da kann die Politik doch mal zeigen, dass kreative Lösungen machbar sind. Aber nein - der deutsche Amtsschimmel wiehert mal wieder...
     
    Gruß Wolfgang

  • ein Verfahren mit dem sich der Imker formal gesehen strafbar macht.


    Na übertreibs mal nicht.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"


  • Ich verstehe nicht, warum man hier keine Ausnahme machen kann. Da kann die Politik doch mal zeigen, dass kreative Lösungen machbar sind. Aber nein - der deutsche Amtsschimmel wiehert mal wieder...


    Hallo Wolfgang,
    wie jetzt; die Ausnahmegenehmigung gibt es bereits seit zwei (ooer drei?) Jahren in BW. Hat das Dir keiner gesagt? Das wurde auch schon hier im Forum kommuniziert.
    Gruß Eisvogel


    Nachfrage: Hat der Dr. Neumann etwas zur neuen Applikation von AS aus Kanada/BASF gesagt? Ich befürchte eher, dass wenn diese Zulassung kommt, die Zulassung für AS 85% in weite Ferne rückt bzw. nicht mehr kommt.

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Eisvogel () aus folgendem Grund: Nachfrage angefügt

  • Hallo,
    im Noarden, sind die da viel strenger. Da muss der Handel die 85%ige raus nehmen. Da wird ganz genau geprüft ob da einer die 85%ige benutzt hat. Versteh ich nicht so ganz, wenn man bedenkt wie mit den Pestiziden umgegangen wird.
    Werden da die Hobbygärtner auf die gleiche Weise kontrolliert? Da gibt doch bestimmt der eine oder andere ein paar Kohlköpfe oder Salat weiter.
    Man muss sich da doch sehr wundern.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo,
    im Noarden, sind die da viel strenger. Da muss der Handel die 85%ige raus nehmen. Da wird ganz genau geprüft ob da einer die 85%ige benutzt hat. Versteh ich nicht so ganz, wenn man bedenkt wie mit den Pestiziden umgegangen wird.
    Werden da die Hobbygärtner auf die gleiche Weise kontrolliert? Da gibt doch bestimmt der eine oder andere ein paar Kohlköpfe oder Salat weiter.
    Man muss sich da doch sehr wundern.


    beehead


     
    Hallo beehead ,wie bitte, will jemand überprüfen ob 85%tige AS verwendet wurde ? Das Zeug verdunstet und ist dann weg !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Bocholter,
    du musst ein Bestandsbuch führen und den Nachweis erbringen. Wie gesagt in BW 85% ad. vet. mit Rezept von Tierarzt erlaubt. Apotheke liefert dann techn. zum Preis von ad. vet.. Das haben wir aber hier schon lang und breit getappt. Wer gibt schon Geld für eine Verfahren aus, wenn er nichts daran verdient. In BW haben das die hier oft verfehmten Hohenheimer gemacht wegen Notstand.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Mal ganz naiv gefragt:


    Bienengesundheit ist allmählich eine Frage von nationaler Bedeutung, wenn nicht gar europäisch oder global - kann nicht zB ein Ministerium (landwirtschafts- / verbraucher-?) eine Zulassung beauftragen?


    Oder stell ich mir das zu einfach vor? ,-)


    fragt Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo Jule,
    Klar wir Imker sagen - was sind z.B. 100.000 € bei einem Haushalt eines Ministeriums. Aber mit gleichem Recht würden alle anderen in der Landwirtschaft und vorallen die Industrie (Pharma, PSM-Hersteller etc.) sofort alle Hände aufmachen, wenn es um die Kosten für die Zulassung entsprechender Mittel geht.
    Gruß Eisvogel


    PS: Die oben genannten 100.000 € sind eine von mir angenommene Hausnummer.

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • ja, schon klar... wir müssen wahrscheinlich erst so weit den Bach runter kommen, dass auf die persönlichen Belange von Pharma&Co keine Rücksicht genommen werden kann. Die lassen ja nur was zu, wovon sie sich finanziellen Gewinn versprechen. Wenn wir erst so weit sind, dass es keine Bestäuber mehr für die Landwirtschaft gibt, dann wird es vermutlich kein Problem sein irgendetwas Heilbringendes zuzulassen... egal was es kostet. Traurig aber vermutlich wahr.


    In vielen Bereichen sticht eu-Recht doch schon Bundesrecht... wann ist es auf dem Sektor soweit? Oder wollen "wir" das gar nicht...?


    Ok, ich bin ja schon still. :-)
    Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.