Pollen ernten und verarbeiten

  • Hallo zusammen,


    4 Fragen:


    Wer hat Erfahrungen mit Lochblech mit runden Löchern im Durchmesser mit 5 mm als Pollensammler vor dem Flugloch?


    Wer hat Erfahrungen mit Drahtgitter mit 5 mm Kantenlänge als Pollensammler vor dem Flugloch?


    Wer trocknet seinen Pollen mit einem Dörrgerät?


    Wie reinigt Ihr den Pollen nach dem trocknen?


    Ein schönes Wochenende wünscht Euch


    Petra

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  • Hallo Petra,
    stimmt, keine Erfahrung mit Pollensammeln...
    Deshalb nur ein Buchtipp:
    "Pollensammeln heute" von Bernd Dany, Ehrenwirth-Verlag.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Petra


    auch keine Erfahrung, aber du bekommst 1kg spanischen Blütenpollen für 10,50 Euro beim Bienenweber. Der Frühjahrspollen bei uns ist bestimmt der Beste, aber den brauchen doch unsere Bienen dringender.
    Wenn du es versuchen willst, eine fertige Pollenfalle verwenden.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hi,
    in der vorletzten Saison habe ich "Pollen sammeln" ausprobiert. Ich habe mir dazu zwei Pollenfallen als Vorbau vor die Fluglöcher gesetzt. Ohne zusätzlichen Zurrgurt hat es aber nicht funktioniert. Da das Geld nur für zwei Fallen ausreichte - und ich es erst einmal ausprobieren wollte - mußte ich die in einer Reihe von 5 Segeberger Beuten einsetzen. Abends angebracht gab es zunächst erst einmal große Diskussionen. Am anderen Morgen ging man (Frau) aber schnell zur Routine über. Übergroßen Verflug konnte ich nicht feststellen, obwohl ich dazu meine richtig großen Völker ausgesucht hatte.


    Die Völker stehen am Rande eines großen Schrebergartens und nicht im Raps.


    Gesammelt habe ich von der Mitte der Rapsblüte bis Ende Juni.


    Der Pollen muß zwingend jeden Abend entnommen werden und sofort in den Trockner gefüllt werden. Ich habe dazu einen Labortrockenschrank mit riesigen Ausmaßen benutzt. Es funktioniert aber auch mit einem kleinen Trocknungsgerät (40 - 45°C). Du solltest aber bedenken, das Gerät läuft die ganze Zeit, also Tag für Tag, Nacht für Nacht.


    Der Pollen blieb bei mir knapp eine Woche im Schrank und wurde täglich umgeschichtet. Bei Regenwetter habe ich den Pollen abends direkt entsorgt, da mir die Schimmelgefahr zu groß war. Die täglichen Erntemengen waren teilweise frustrierend, manchmal ein Korn - dann aber, wenn das Wetter paßt, auch 100 g pro Falle.


    Die gesamte Ausbeute betrug knapp 1,5 kg. Dafür hab ich mich aber jeden Abend für knapp 40 km ins Auto gesetzt, nur um den Pollen ernten zu können. Hat es mal einen Abend nicht geklappt, habe ich am nächsten Tag die gesamte Ernte vernichtet. Pollen soll sehr, sehr schnell schimmeln.


    Gesäubert habe ich die Ernte von Hand, also Korn für Korn. Lästig, aber bei der Menge noch zu schaffen.


    In diesem Jahr hat es leider nicht geklappt, da ich die Schwarmstimmung meiner Völker in diesem Zeitraum kaum bändigen konnte. Ich habe aber schon Anfragen für die kommende Saison, denn es geht nichts über eigenen Pollen direkt aus der Region.


    Ach ja, es kommt noch genug Pollen in die Völker.


    Viele Grüße
    Uwe


  •  
    ....ich verwende die im Fachhandel erhältliche Kunststoffstreifen mit 5 mm runden Löcher. Diese habe ich alle etwas entgratet. Metallgitter halte ich für ungeeignet, weil die Füßchen darin einklemmen können, diese verharken sich zwischen den gekreutzen Drähten.


    ....Dörrgerät mit glatten Boden. Jeden Tag den frischen Pollen über Nacht trocknen. Manchmal dauert es auch 1.5 Tage.


    ... mittels Siebe und Luft per Föhn. Es gibt auch Geräte > Pollenreiniger


    ... ich sammle nicht vor dem Flugloch, sondern habe eine Pollenfalle gebaut, die über das gesamt Flugloch eingeschoben wird. Dadurch keine Änderung an der Beute und (wenig) Verwirrung der Bienen. Wie das Teil ausschaut und nachgebaut werden kann, wird das im Frühjahr (wenn ich es bis dahin schafft) in einem kleinen Buch für Imker veröffentlicht.


    Anmerkung:
    Wir haben hier im Allgäu keinen Pollenmangel, weshalb wir auch gelegentlich bis Juni Pollen sammeln. Max. 3 Tage durchgehend, dann kommt die Falle wieder raus. Es werden im Schnitt 50-250g frischer Pollen/Tag gewonnen. Das ist von Volk zu Volk verschieden. Wenn aber ein Pollenangebot vorhanden, sammeln alle. Ein Vergleich mit spanischem Pollen wie von drobi@ angeführt für 10.50 Euro halte ich für einen Vergleich von Äpfel mit Birnen. Zudem wird vielfach verkannt wird, dass sogenannte Pollenbretter im Frühjahr i.d.R. von den Bienen nicht verbraucht werden und (oft) das Brutnest einschränken. Deshalb entfernen wir große Pollenbretter im Herbst.
    Eine 'sanfte' und gezielte Pollenentnahme, kann auch ein Teil einer Schwarmverhinderung dienen. Trotzdem, wirst Du immer Bienenbeine in den Auffangschalen finden.
    Wir sammeln Frühblüherpollen um diesen, dann allerdings gemahlen, in den Honig eingemischt, für Pollensensible anzubieten. Getrockneter Pollen geht bei uns fast nicht. Mir schmeckt er übrigens auch nicht.


    ... den Buchtip von Lothar@ kann ich unterstützen.


    Wenn Du Pollen selbst essen willst, dann sammle/gewinne 'Bienenbrot'. Das ist definitiv besser. Allerdings auch schwierig zu gewinnen.

  • Hallo zusammen,


    Lothar :
    Danke für den Tipp, aber dort werden meine Fragen, ebenso wie im "Bienenvater" nicht beantwortet.
    Auch die Seite der "Pollenimker" gibt dazu nichts her.


    Mein Pate nimmt Lochblech, Dörrgerät, Durchschlag und Fön


    Drobi :
    Dass und wo man Pollen kaufen kann, ist mir bekannt.
    Als hochgradige Allergikerin mit Asthma bin ich erstmal am Eigenverbrauch interessiert


    @uwez:
    Den Aufwand mit der Fahrerei habe ich zum Glück nicht.
    Eine Runde zu meinen Ständen sind derzeit ca. 15 km.
    Labortrockenschrank ist derzeit etwas gross für mich. Ich habe jetzt erstmal den gleichen wie mein Pate gekauft, einen Rommelsnacher DA 750.
    Mit der Hand reinigen ist mir zu aufwendig, aber mit dem Fön ist eine ziemliche Sauerei, wie ich gesehen habe, da der "Dreck" einfach weggeblasen wird.
    Da suche ich eine bessere Möglichkeit ohne mir die Wohnung oder Garage zu versauen.


    jonas :
    Rommelsbacher DA 750 hat glatte Böden, wie ich am Samstag beim vorgesehenen Betriebstest festgestellt habe.


    Wie reinigst Du mit Sieben und Fön ohne grosse Sauerei?


    Pollenfalle kommt bei mir nur vor dem Flugloch in Frage, da meine Fluglöcher nur 24 mm hoch, aber über 400 mm breit sind, und ich ausserdem nicht den sonstigen Fall aus der Beute im Sammler haben will.


    Bienenbrot "ernten" ist für mich zeitlich nicht umsetzbar.


    Dass der getrocknete Pollen, auch gemahlen, mit Flüssigkeit aufgeschlossen werden muss, ist klar.


    Wie lange lässt Du nach 3 Tagen sammeln die Pollenfalle weg, bis Du sie wieder einsetzt?


    Gerade der Frühblüher-Pollen ist für mich persönlich von Interesse...


    @all:


    Weitere Erfahrungen bitte...


    Danke und Grüsse von


    Petra

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  • Hi Petra,


    15 km für eine Runde multipliziert mit jedem Tag macht auch nicht wenig Kilometer. Es ist zwingend notwendig, die Fallen täglich zu leeren. Eine Ausnahme sollen nur die Pollenfallen, die innerhalb der jeweiligen Beute eingebaut werden, machen. Dazu kann ich Dir aber noch nichts sagen.


    Klar die Menge Pollen mit der Hand zu reinigen kostet ein paar (2-3) Stunden Deines Lebens. Ich stehe aber auch vor dem Problem, daß der Fön eine riesige Sauerei verursacht. Etwas besseres habe ich noch nicht gefunden.


    Den getrockneten Pollen lager ich dunkel und vor allem trocken in einer Vorratsdose mit Gummidichtung. Gemahlen und mit Flüssigkeit versetzen, den Aufwand treibe ich wiederum nicht. Bei uns kommt der getrocknete Pollen (Menge ein gestrichener Teelöffel) so in den Joghurt. Dann rühren wir ausgiebig mit dem Löffel um und warten vielleicht 20 min damit sich der Pollen richtig auflöst (er verschmiert dann immer mehr). Dann wird er so gelöffelt.


    Der Pollen hat sich so übrigens mindestens 1 Jahr gehalten.


    Die positive Wirkung des eigenen Pollens auf meinen Organismus hat mich doch sehr erstaunt. Deshalb werde ich im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder Pollen sammeln.


    Im Bienenmuseum Duisburg ist für das kommende Jahr ein Vortrag über Pollen (sammeln) angekündigt.


    Viele Grüße
    Uwe

  • Hallo zusammen,


    @uwez:
    Das tägliche Entleeren der Pollenfallen kann ich direkt nach der Arbeit machen;
    das ist kein Problem für mich. Dann direkt in den Froster zur Aufbewahrung; so bewahrt es mein Pate auf, bis er 1 mal pro Woche die Ausbeute trocknet und dann mit dem Fön den Dreck wegbläst. Dann wird direkt gemahlen und in Gefrierbeutel portioniert. Er isst es auch täglich mit Joghurt oder rührt es sich in den eigenen Honig ein.


    Wieviel gr sind ein gestrichener Tee-Löffel?


    Mein Pate nimmt einen gehäuften Teelöffel, hat es aber noch nie ausgewogen, weder gemahlen noch ungemahlen?


    @all:
    Jetzt fehlen mir aber immer noch Informationen:


    Einfache Gewinnung mit Lochblech?


    15 EUR für eine Vorbau-Pollenfalle, ist mir zu teuer, vor allem, weil sie nicht passt, bei meinen Fluglöchern. Plastikschalen für 3,80 EUR finde ich auch nicht gerade preiswert.


    Wer hat Ideen dazu?


    Für die Reinigung, möglichst ohne grosse Sauerei, schnell und effektiv, suche ich auch noch Erfahrungen, wie es andere machen...


    Grüsse von


    Petra

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  • Hi,


    Wenn Du direkt daran vorbeifährst, ist das super. Ich muß komplett entgegengesetzt fahren - und das kostet Zeit, die ich aber sehr gerne investiere. Der eigene Pollen ist nämlich das Beste, was Dir passieren kann.


    Die Sache mit dem Froster habe ich auch überlegt. Das ist aber ein Arbeitsschritt mehr - und im Froster ist es nicht gerade staubtrocken. Das hat mich dann persönlich davon abgehalten. Lieber gleich trocknen und dann direkt und staubtrocken lagern.


    Ich schichte den Pollen im Sieb übrigens auch jeden Tag um, da man deutlich die Restflüssigkeit unter der Oberfläche sehen kann (also je flacher im Sieb desto besser). In der Schweiz gibt es jemanden, der das für alle Imker der näheren Umgebung erledigt und das Produkt auch gleich marktfähig aufarbeitet. Google mal durch. Er arbeitet mit großen Siebrahmen im Trockner. Die Adresse habe ich im Augenblick leider nicht mehr.


    Mit Deinem eigenen Pollen kannst Du Dir selber helfen - und vielleicht einigen Freunden. Mehr geht so nicht. Vieviel Gramm ein gestrichener Teelöffel mit Pollen ist - keine Ahnung. Aber ich brauche für mich übers Jahr gesehen kein Pfund.


    Wenn Du den Pollen klein mahlst, vergrößerst Du die Oberfläche rapide, d.h. die Angrifffläche für die Feuchtigkeit vergrößert sich enorm. Pollen schimmelt sofort!


    Ich werde mich in der Zukunft mal intensiver mit der Apitherapie beschäftigen und verspreche mir eigentlich viel von dem Pollenkurs.


    Wieviel Pollen darf man denn eigentlich maximal zu sich nehmen? Auch dabei hört und liest man sehr viel unterschiedliches. Ich sehe da noch viel Schulungsbedarf bei mir:-))


    Viele Grüße
    Uwe

  • Hi nochmal,


    ich benutze übrigens diese Pollenfalle vom Holtermann:



    7506 Universal Pollenfalle
    als Fluglochvorsatz, mit seitlich
    herausziehbarem Rundlochkamm
    und Pollenschale. Universal passend
    z.B. für die Hoch- und Flachböden
    der Segeberger und Frankenbeute
    Größe 41 x 14, Höhe 9 cm 19,50 €


    aber wie gesagt mit Transportgurt als Befestigung.


    Viele Grüße
    Uwe

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hartmut () aus folgendem Grund: Firmennamen dürfern, ja sollen hier genannt werden.

  • Einfache Gewinnung mit Lochblech?


    15 EUR für eine Vorbau-Pollenfalle, ist mir zu teuer, vor allem, weil sie nicht passt, bei meinen Fluglöchern. Plastikschalen für 3,80 EUR finde ich auch nicht gerade preiswert.


     
    ... Bleche halte ich persönlich für nicht geeignet. Bienen mögen, warum ist mir nicht bekannt, kein Metall. Schon gar nicht wenn sie drüber laufen müssen. Kannst Du selbst ausprobieren. Wenn es geht, werden sie immer andere Wege bevorzugen, als über Metall oder Metallgitter zu gehen. Aus diesem Grund halte ich eine Metall-Pollen/Lochbleche für die 2. Wahl einer Pollenfalle.


    ... aus Deinem 2. Satz lese/interpretiere ich Deine Grundeinstellung und werde deshalb hier nichts mehr dazu sagen. Außer: Du solltest Dein Bienenzubehör vielleicht in China bestellen. Dort ist es ein wenig preiswerter