Bienenverluste im November 2010

  • Ich wollte nur, falls es einen im Forum interessiert, mal den aktuellen Stand zu meinen Völkerverlusten mitteilen. Erschreckend. Und das noch im November.
    Auf Stand 1:
    Von 7 Völkern 2 verloren.


    Auf Stand 2:
    Von 15 Völkern 5 verloren


    Futter: Bis Oberkante voll
    Behandlung: 2 Behandlungsintervalle mit jeweils 3 maliger Gabe von 60%iger AS / Also 6 Wochen gesamt, allerdings mit Pause zwischen dern ersten 3 Gaben und der zweiten Runde. (2ml je Rähmchen) plus 1 Apiguard Anwendung über 2 Wochen


    Beginn der Varroabehandlung am 20 Juli. Wie man sieht sind das insgesamt 8 Wochen Behandlungszeitraum. Zwischen den Anwendungsinterwallen immer ein paar Tage Zeit gelassen. Dadurch habe ich bis Anfang November (die warmen Tage) behandelt. Alle Völker bei Durchsicht, zwei Wochen nach der letzten Behandlung wunderbar fit. Varroafall unterschiedlich. Nun eine Woche später sind die betroffenen Beuten leer. Völlig unabhängig vom bis dahin vorhandenen Varroafall. Es hat also Völker erwischt die nur 2 Milben am Tag auf der Windel hatten und welche die trotz der Behandlung noch 10 oder 25 hatten.


    Zwei Imkerkollegen melden ähnliches. Ein Altimker sagte mir, dass er solche Verluste in all den Jahren nicht hatte. Wie sieht es bei Euch aus?


  • Servus Toto
    Man soll nicht meinen, wenn im Juli nur ein paar Milben abfallen, daß im Volk auch nur ein paar Milben sind. Im Juli ist immer höchste Eisenbahn mit der Behandlung. Die Anwendung von Ameisensäure setzt sehr viel Anwenderwissen vorraus, besonders mit der 60%igen, denn sie wirkt nicht bei jeden Wetter. Wirkung hängt ab von z.B.: Temperatur, Luftfeuchte, Volksstärke, Beutengrösse, etc. Von meinen Mitimkern im Verein, die auch mit Schwammtuch behandeln, hörte ich ähnliches wie bei dir.
    Ich behandle meine Völker immer mit der 85%igen im Liebig-dispenser. Da kann man die Dochtgrösse und damit die Verdunstungsmenge optimal ans Wetter anpassen. Ich behandle einmal vor dem Auffüttern mit 100ml und einmal nach dem Auffüttern ca. Mitte September mit 200ml. Mit dieser Methode ist man weniger Wetterabhängig. Ich habe bis jetzt immer gute Erfahrungen mit dieser Methode gemacht. Alle meine 14 Völker summen noch.
    Von Apiguard halte ich überhaupt nichts. Und zwar deshalb, weil man die Bienen nicht zwingen kann über das Gel zu laufen. Wenn sie nicht wollen, dann wollen sie nicht.
    Laut Dr. Wallner vom Institut Hohenheim, ist Apiguard das Mittel mit der geringsten Erfolgsaussicht.
    Also, nächstes Jahr die Behandlungskonzepte überdenken.


    Viele Grüsse
    Summsi

  • Hallo zusammen,


    Toto :
    ganz so einfach ist es nicht. Nicht an allem sind die Milben schuld.


    Welche der eingegangenen Völker waren Alt-Völker?
    Wie alt war bei den Alt-Völkern die Königin?


    Wieviele Völker waren Jung-Völker mit 0-jähriger Königin?
    Wann und wie sind die Jung-Völker gebildet worden?


    "Fit" ist relativ.


    Wieviel Bienenmasse (besetzte Rähmchen) waren bei der letzten Durchsicht vorhanden?
    Welches Rähmchen-Mass in welcher Beuten-Grösse?


    Wie und wieviel wurde wann gefüttert?


    Das mal für´s erste ...


    Grüsse von


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -

  • Hallo Toto,


    wir schätzen die Verluste in unserer Gegend ebenfalls auf ca 30% im Durchschnitt. Das schwankt von 0 bis Totalausfall.
    Klimatisch liegen wir ähnlich wie ihr.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Schönen guten Morgen,
     
    heuer besuchte unser J. verein, den Bioimker Herrn R. aus Österreich.
    Herr R. lebt von der Bienenzucht und arbeitet mit dem Erlanger M.
    Er hat also nicht nur 20 Völker und er weiß, was er tut, muß ja schließlich von den Immen seine Brötchen schmieren.
    Herr R. hat zudem auch schon mal die Monatsbetrachtungen in bienenaktuell geschrieben
    und hat Bienen nicht erst seit vorgestern.
    Herr R. arbeitet mit dem Schwammtuch.
     

    Warum erzähl ich Euch das?
    Nun, Herr R. sagt auch, wie Summsi schon angedeutet, die Schwammerlbehandlung ist abhängig von Temp. Luftfeuchte, Stockklima, Volksstärke ect.
     
    Herr R. macht deshalb vor jeder Schwammerlbehdl. einen Versuch an mind. 2-3 Völker.
    Das macht er immer so.
    Warum macht er das immer so?
    Weil jedes mal ein anderes Ergebnis rauskommt.
    Wirkt die AS zu krass?
    Oder wirkt sie gar nicht?
    Er sieht dies an der Reaktion der Bienen am Flugloch.
    Erst, wenn er sich sicher ist, welche Dosis an diesem Tage zum gewünschten Ergebnis führt, behandelt er sämtliche Völker so.
    Herr R., macht keine Experimente, Herr R. probiert, bevor er etwas riskiert.
     
    Was sagt uns das?
     
    Wers kann, für den sind die Viledas o. k.
     
    Wers nicht kann, der sollte lieber zu probateren Mitteln bzgl. AS greifen, die zugelassen sind.
     
    Von A.L.V halt ich ebensowenig, zudem war die Behandlung heuer unzureichend, wies Remsi schon ausgeplaudert hat. Außerdem riecht Euer Honig im nächsten Jahr, auch wenn Ihr es nicht riecht. Ich aber schon.
     
    Gruß Simon

  • Hallo Toto!


    Also bei mir summt noch alles munter vor sich hin!


    Mein Konzept in diesem Jahr:


    Altvölker ab Anfang August jede Wocher mit 50 ml Oxalsäure beträufelt, insgesamt 4 x.
    Eine Völkerverjüngung mit Ablegern durchgeführt. D.h. 2/3 meiner Völker sind definitiv Ableger mit geringer Milbenlast. Diese Ableger wurden auch mit Oxalsäure beträufelt. Insgesamt aber nur 3 x. Im übrigen habe ich mich heuer für die Oxalsäure entschieden, weil mir das Wetter zu kalt für Ameisensäure gewesen ist. Im letzten Jahr wurde die vorgenannte Behandlung analog mit Ameisensäureverdampfung Schwammtuch von unten 85% durchgeführt. Dies nur der Vollständigkeit halber!


    Bei jedem Beträufeln der Völker Futtersirup gegeben und zwar reichlich, so dass jedes Volk mindestens ca. 30 kg Sirup erhalten hat. Stärkere Völker sogar mehr.


    Wichtig ist die Trennung der Jungvölker von den Altvölkern auf verschiedene Stände! Das ist eines der Erfolgsrezepte, damit es weniger Reinvasion von den stärker mit Varroa befallenen Altvölkern gibt.


    Mitte September die Völker mit Handwaage gewogen und die Restauffütterung durchgeführt und Milbenfall kontrolliert. Nachdem dieser relativ hoch war, habe ich am 2. Oktober mit dem Varrox Oxalsäure verdampft und es war nicht verwunderlich, dass hier insbesondere bei den Altvölker noch einmal kräftig Milben abgefallen sind. Die Völker hatten zu diesem Zeitpunkt auf ca. 2 Waben noch Brut, so dass man davon ausgehen konnte, dass noch genügend Potential für die "Reinvasion von Innen" vorhanden war.


    Eine Kotrollbehandlung mit Verdampfen der Oxalsäure am 30. Oktober bei den Altvölkern brachte nochmals hohen Milbenfall, so dass ich am 5./6.11. nochmals bei allen Völkern verdampft habe. Die Völker hatten aufgrund der warmen Witterung schon wieder frische Eier in den Zellen. Größtenteils war die Brut schon ausgelaufen. Es waren da aber immer noch verdeckelte Zellen, so dass ich wohl um Weihnachten herum noch einmal Verdampfen muss. Restentmilbung halt!


    Mir ist es wichtig, dass meine Völker überleben und nicht schon im November zusammenbrechen. Im übrigen ist es mir besonders wichtig, dass die Altvölker aus 2009 im kommenden Jahr aus der Honigerzeugung genommen werden. Die Königin, die zu diesem Zeitpunkt noch ein fites Volk aufrecht erhält, hat es verdient in den Nachzucht-Ruhestand zu gehen.


    Aus der Honigerzeugung genommen heißt bei mir: Der alte Wabenbau wird entweder als Brutscheune verarbeitet oder Waben mit wenig Brut werden gleich eingeschmolzen. Die Alt-Königin darf über Kunstschwarm mit den eigenen Mädels ein neues Volk aufbauen und von dieser Königin wird im kommenden Jahr in aller Regel auch nachgezogen, wenn sonst alle Nachzuchtkriterien stimmen. Wobei es nicht außergewönlich ist, dass dieser Kunstschwarm sich auch eine neue Königin nachzieht. Das sind dann häufig auch mit die besten Wirtschaftsvölker im kommenden Jahr oder auch im Frühjahr drohnenbrütig, wenn es zu spät für die Begattung war.


    Den Wabenbau zu erneuern ist nach meiner Meinung eines der wichtigsten Maßnahmen in der Imkerei! Entfernt man doch sehr viele in den Pollenbrettern angereicherte Substanzen und kommt nur einem natürlichen Bedürfnis des Bienenvolkes auf Bauerneuerung nach.


    Im übrigen lege ich sehr viel Wert darauf, dass ich starke Völker das ganze Jahr habe. D.h. zur Tracht werden Völker vereinigt oder verstärkt. Zur Überwinterung dasselbe! Nur ein starkes Bienenvolk bildet auch eine richtig gute und große Wintertraube. Jeder vor dem Winter aufgelöste Kümmerer ist eine Sorge weniger und nur vorweggenommene natürliche Auslese, die der Winter sowieso vollendet hätte. Diese im Zuge der Spätsommerpflege aufgelösten Völker sind dann eben meine "Winterverluste". Hab diese halt dann nur vorweggenommen!
    :daumen:


    Nur starke Völker sind gesund. Und nur starke Völker bringen auch Honig!
    Lieber wenige starke Völker die den Winter überleben, als viele schwache und mittlere Völker, von denen man relativ viele Winterverluste hat.
    :u_idea_bulb02:


    Und noch ein Spruch: Im Sommer werden die Bienenvölker für die Tacht im nächsten Jahr vorbereitet. Das Bienenjahr fängt nach dem Abschleudern an!


    Ich hoffe, dass ich diesen Winter mit diesem Behandlungskonzept auch wieder keine Verluste habe! Gezählt wird im April, wenn die Kirsche blüht!


    Freu mich schon darauf (bei hoffentlich dann auch keinen Verlusten!):p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)


  • Servus Luffi
    Na, du sparst ja mit Oxalsäure nicht.
    Dein OS-Träufeln im Sommer kann aber gehörig in die Hose gehen. OS wirkt nach dem Träufeln in die Wintertraube ca. 30-60 Minuten lang. Danach haben die Bienen das Zeugs weggeputzt. Im Winter ist bei Brutfreiheit die Zeitspanne aber ausreichend.
    Im Sommervolk erwischt du max. 5% der Milben, alle anderen sitzen wohlgeborgen in der Brut. Du träufelst jede Woche. Eine Milbe die schlüpft, kann nach 2-3 Tagen schon wieder in der nächsten Brut sitzen. Beim nächsten träufeln wird sie wieder nicht erwischt. Das erklärt auch dein X-maliges Einsetzen der Oxalsäure. Noch mal zum Mitschreiben:
    Oxalsäure in der Wintertraube bei Brutfreiheit = sicheres Mittel
    Oxalsäure im Sommervolk nach der Brutfreimachung machbar, aber im Volk mit Brut sehr Risikoreich, man erwischt immer nur 5% der Milben, ausserdem wird die OS im lockeren Volk schlecht verteilt = besser die Finger von lassen.


    Viele Grüsse
    Summsi

  • Hallo Summsi und Simon!


    Wie Recht Ihr doch habt!
    Die Oxalsäure ist wirklich schlimm in der Anwendung!


    Aber was ist denn schlimmer?
    Ein an Varroa VERRECKTES VOLK oder ein Volk, was den Winter überlebt...
    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Summsi und Simon!


    Wie Recht Ihr doch habt!
    Die Oxalsäure ist wirklich schlimm in der Anwendung!


    Aber was ist denn schlimmer?
    Ein an Varroa VERRECKTES VOLK oder ein Volk, was den Winter überlebt...
    :wink:


    Ameisensäure richtig angewendet wirkt mindestens genausogut und wird im Vergleich zu deiner X-maligen
    OS-Awendung mit Sicherheit besser vertragen, Stichwort: Übersäuerrung der Bienen. Vom Anwenderschutz bei deiner OS-Begasung ganz zu schweigen.
    Kann nur wiederholen: Besser die Finger von lassen, von OS im Sommer!
    Viele Grüsse
    Summsi

  • Tach, Summsi!


    OS-Anwendung x-mal wie Luffi es machte ist völlig egal um nicht zu sagen sogar eine adäquate Alternative zur AS, WENN: Er verbotenerweise (?) verdampfen würde.
    Das x-malige Träufeln soll die Bienen bzw ihren Chitinpanzer bei mehrfacher Anwendung aufweichen, was sich äußerst nachteilig auf die Königin und bei 4 Anwendungen in 4 Wochen im Sommer auch auf die Arbeiterinnen auswirken könnte.
    Da seine Völker aber gut auszusehen scheinen, ist es bisher wohl gutgegangen.
    Die rechtlich vermutlich wasserdichte und bienenschonendere Alternative ist bei Anwendung von OS statt AS eignetlich klar ersichtlich.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!